Staatszugehörigkeit

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von Gast, 28. Juni 2009.

  1. Gast

    Gast Gast


    Hallo,
    meine Frage :
    weshalb werden Persönlichkeiten,wie z.B. Metternich,
    Sisi (Elisabeth von Österreich-Ungarn)
    oder Mozart,die in Deutschland geboren sind-als Österreicher tituliert.

    Vielen Dank
     
  2. Gustl

    Gustl Gast

    W. A. Mozart wurde in Salzburg geboren, das liegt heutzutage in Österreich.
     
  3. Rheinländer

    Rheinländer Aktives Mitglied


    das ist, mit Verlaub, keine Erklärung.

    Z.B. wurden viele Deutschen, oder Preußen o.ä. auch nicht auf dem heutigen Gebiet Deutschlands geboren und werden trotzdem als Deutsche angesehen.
     
  4. Keram

    Keram Gesperrt

    Das ist ein Problem nationalstaatlichen Denkens. So könnte man sich nicht nur bei Mozart, sondern auch Kopernikus und ungezählten Anderen über ihre Nationalität streiten. War z.B. Kafka Tscheche oder Österreicher oder doch deutsch, weil viele Österreicher sich in dieser Zeit deutsch fühlten und Österreich als kleinen Bruder Deutschlands ansahen? Jede Seite wird entsprechende Für und Wider vortragen können und darum wird eine Diskussion auch zu keinem zufriedenstellendem Endergebnis kommen.
     
  5. Guntbot

    Guntbot Gast

    gehörte aber zur Zeit Mozarts zu Deutschland,somit war er Deutscher
     
  6. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Schloßen sich die beiden Begriffe zu der Zeit aus?
     
  7. Guntbot

    Guntbot Gast

    ob es zu der Zeit schon eine doppelte Staatsangehörigkeit gab weiß ich nicht
    nur das sich die östereicher immer das gute raussuchen
    wenn man ihnen glaubt war Mozart Östereicher und Hitler Deutscher
    allerdings war es wenn man den ihren Pässen Glauben schenkt umgekehrt
     
  8. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Ich würde da auch noch gerne Händel anführen, der in Deutschland geboren wurde aber die längste Zeit seines Schaffens in England zubrachte. Ist er nun Engländer oder Deutscher?
     
  9. Guntbot

    Guntbot Gast

    soviel ich weiß bekommt man in jedem Land die Staatsangehörigkeit seiner Eltern,Ausnahme bilden nur die USA jeder auf dem Hoheitsgebiet der USA Geborene bekommt auch die Staatsangehörigkeit der USA
    selbst wenn man in einem Flugzeug, das in den USA registriert ist, geboren wird ist ma automatisch US-Bürger
     
  10. Turandokht

    Turandokht Neues Mitglied

    Für die Deutschen ist Händel Deutscher. Für die Engländer ist er Engländer. Sie sagen: Ihr wolltet ihn doch nicht! Bei uns durfte er - also soll er auch Engländer sein. Im Händelmuseum in London wird Händels Herkunft aus Halle mit keinem Wort erwähnt; ich habe sehr genau gesucht und nichts gefunden.
    Von offizieller Stelle heißt es aber bei den halleschen Händelfestspielen, Händel sei "Europäer" gewesen. Sehr diplomatisch. :rofl:
    Es ist doch immer so, daß sich ein Staat jedes Genie unter den Nagel reißt, das in irgendeiner Weise mit ihm in Verbindung zu bringen ist. Ob das durch den Geburtsort, die Ethnie, den Wohnort oder was auch sonst immer erklärt wird, ist dann eher zweitrangig.
     
    2 Person(en) gefällt das.
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Vermutlich nicht.
    Mozart war aber Salzburger und Salzburg hatte damals mit Österreich nichts zu tun.
    Die Sache ist aber eigentlich viel einfacher:) Mozarts Vater ist aus Augsburg, ergo Mozart ist, wie die meisten Genies, natürlich Schwabe!:devil:

    Aber, Spass beiseite, frag mal einen Ami, der wird Salzburg ohne zu zögern in Deutschland vororten, und Oberammergau (die mit den Bärten) in Österreich.
    Bleiben wir also doch einfach bei der Kulturnation.
    (und nehmen zähneknirschend hin, dass der Gröfaz allen gehört)
     
  12. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Ich kenne nur "Die Sieben Schwaben":still:.
     
  13. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Gab es den zu Mozarts Zeiten schon eine deutsche Staatsbrügerschaft?
     
  14. Guntbot

    Guntbot Gast

    zumindest war Salzburg zu der Zeit freie deutsche Reichsstadt und gehörte nicht zu Östereich
     
  15. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Das ist aber keine wirkliche Antwort auf meine Frage.

    Gab es eine deutsche Staatsbürgerschaft zu Zeit Mozarts?
     
  16. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Mir fällt da jetzt nur zur Reichsstadt ein: Stadtbürger. Zumindest war man frei.
    Dann kommt es zur Zusatzfrage, gab es zu Mozarts Zeiten Ausweise, die jemanden einer bestimmten Zugehörigkeit zuordneten. Es gab ja auch Leibeigene, Gesinde... Wie konnte man als Leibeigener einer Nation angehören? Man gehörte einem Adeligen.
    Da fällt mir auch noch Vorpommern ein. Das gehörte vom Dreißigjährigen Krieg bis zu Napoleon zu Schweden. Carl Wilhelm Scheele, ein Stralsunder, entdeckte 1773 Sauerstoff als chemisches Element. Das entdeckte er jedoch in Schweden, Uppsala, wo er 1757 übersiedelte und in einer Apotheke arbeitete. Gestorben ist er auch in Schweden, Köping.
    So viel ich weiß, waren die Vorpommeraner nicht unzufrieden mit ihrer schwedischen Herrschaft.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2009
  17. Guntbot

    Guntbot Gast

    eine deutsche Staatsbürgerschaft gab zu Mozart's Zeit noch nicht,aber er war Untertan des deutschen Reiches was einer Staatsangehörigkeit was Rechte und Pflichten schon sehr nahe kommt.
    Eine Östreichische Staatsangehörigkeit gab es zu dieser Zeit auch noch nicht.
    Dann könnte Mozart wenn ich dich richtig interpretiere auch kein Östereicher
    Wiki sagt zu Mozart folgendes

    Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 um acht Uhr abends als siebtes und zweites überlebendes Kind der Familie in Salzburg in der Getreidegasse 9 in einer Dreizimmerwohnung eines Mehrfamilienhauses (Hagenauer Haus), geboren. Er war ein Untertan des Salzburger Erzbischofs Sigismund Graf von Schrattenbach, Fürst des Heiligen römischen Reiches. Seine Eltern, aus beruflichen Gründen in das kirchliche Fürstentum Salzburg gezogen, waren der aus Augsburg stammende fürstbischöfliche Kammermusikus

    das heilige römische Reich war deutscher Nationen und nicht Östereich
    für mich ist deshalb Mozart Deutscher und kein Östereicher
     
  18. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Wie oft gabs diese dämliche Diskussion schon in diesem Forum? Tausend Mal?
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2009
    3 Person(en) gefällt das.
  19. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Zu dieser Zeit trifft es wohl Untertan am besten. Staatsbürger unterstellt, Gleicher unter Gleichen zu sein. Irgendjemand gehörte ja immer Irgendjemanden. Fast immer. Ansonsten würde ich sagen, es kommt darauf an, welche Sprache man spricht und vor allem, in welcher Sprache man denkt.
    Einsteins letzten Worte waren auch auf Deutsch, weshalb ihn in Princeton niemand verstand. Schade eigentlich. Woran hat Einstein zuletzt gedacht?
    Dämlich kommt von Dumm. Dummheit ist die Ignoranz der Realität. Also, zweimal an den Weidezaun fassen und es noch einmal versuchen. Hm, Tausend Male? Kühe sind intelligenter, Du hast recht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2009
  20. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Die Sache mit den Österreichern und Deutschen ist eine noch recht junge Entwicklung. Das Promblen trat erst 1871 auf, als das Deutsche Reich ohne Österreich gegründert wurde. Danach war lange Zeit von Reichsdeutschen (Bewohner des Deutschen Reiches) und Deutsch-Österreichern die Rede. Beide galten aber zusammen als das deutsche Volk. Nach dem Untergang der KuK-Monarchie 1918 wurde daher auch eine Republik namens Deutschösterreich gegründet. Deutsch in Abgrenzung von den nichtdeutschen Gebieten des vorherigen österreichisches Kaiserreiches. 1919 wurde der Staat auf Druck der Siegermächte in Österreich umbenannt.
    Eine strikte Unterscheidung von Österreichern und Deutschen gab es erst nach dem 2. Weltkrieg, als das Deutschtum aus bekannten Gründen an Prestige verlor.
    Ansonsten ist es natürlich unwissenschaftlich solche Konzepte auf frühere Zeiten zu übertragen. Da Salzburg ja heute zu Österreich gehört, kann man natürlich sagen Mozart sei Österreicher gewesen, dass ist didaktisch reduziert und mitunter schmeichelnd.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2009

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