USA im 2.Weltkrieg - Anlass, Ablauf und Konsequenzen

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von V_a_n_i, 6. März 2017.

  1. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied


    Der Kontext ist wichtig für meine Formulierung und die sollte bewußt kontrastieren.

    Es wurde gesagt, die USA hätten sich "eingemischt". Und das war der Ausgangspunkt für die Antwort. Als "Lehrer" oder "Dozent" hätte ich diese wertende Position hinterfragt.

    Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass das aus dem Kontext erkennbar gewesen wäre. :winke:
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Nach erneutem Lesen bleibt die Irritation. Und deswegen die Nachfrage. Da wird ein Vergleich angestellt. Und im Rahmen des Vergleichs stellst Du FDR auf die gleiche Stufe mit Stalin in Bezug auf ein Demokratieverständnis und in Bezug auf das Verständnis von Menschenrechten.

    Ist das so gemeint gewesen?

    Die Irritation entsteht auch vor dem Hintergrund einer Ideologie des New Deals, die sich am deutlichsten im "Second Bill of Rights" manifestierte und sich als Fortsetzung der Demokratisierung der USA verstand und der Entwicklung von menschenwürdigen Bedingungen für die Bürger der USA.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Second_Bill_of_Rights

    So zumindest die durchaus positive und wohlwollende Sichtweise, die Kaye und Sunstein als Interpretation der wertebasierten Ambitionen von FDR thematisieren. Und die Bedrohung dieser Werte durch die Achsenmächte der zentrale Grund war für den Eintritt der USA in den WW2. Und damit eine Facette der Argumentation von Junker erweitern und den Begriff der "Systemrivalität" noch konkretisieren (vgl. #6)

    Eine Sicht, die sich dann auch teils als offizielle US-Außenpolitik teils als Kulturgüter als "American Way of Life" durchaus segensreich für Europa entwickelte.

    Und vor diesem Hintergrund würde zumindest ich mir mehr Staatsmänner wünschen, die die Interessen ihrer Bürger so direkt adressieren und in Politik umsetzen.

    Und deswegen erschließt sich mir absolut nicht, woher die heftige Kritik an der werteorientierten Politik eines FDR kommt. Es war beispielsweise ein erzkonservativer Zeitgenosse wie Nixon, der sich mit einem Mao getroffen hatte (vgl. #12). Und die sogenannte "Kulturrevolution" war noch nicht mal vorbei.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Nixons_Besuch_in_China_1972

    Vielleicht sollte man eher über den schmalen Grad zwischen "Moral" und "machtbasierter Außenpolitik" diskutieren. Und vielleicht würde man feststellen, dass der Einäugige der König unter den Blinden ist. Aber wieviel sieht ein einäugiger "Wolf"?

    Kaye, Harvey J. (2014): The fight for the four freedoms. What made FDR and the greatest generation truly great. New York: Simon & Schuster.
    Sunstein, Cass R. (2006): The second bill of rights. FDR's unfinished revolution and why we need it more than ever. New York: Basic Books.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. März 2017
  3. FCBfreak85

    FCBfreak85 Neues Mitglied


    Mal kurz eine Frage:

    Wer kennt bei Youtube die lange Rede Hitlers zu den Ursachen für die Kriegserklärung an die USA?
    Ich hatte mir die mal vor langer Zeit angehört, da erklärte er , dass die USA vor der Kriegserklärung bereits wirtschaftliche Maßnahmen gegen Deutschland ergriffen hatten, u.a. Aufkündigen von Anleihen, Verhindern von Krediten usw.

    Ich habe jetzt nicht mehr alles in Erinnerung, aber vielleicht kann ja mal jemand reinhören und einschätzen, ob das glaubhaft ist, was Hitler da berichtet, oder nur Märchen. Tenor war, dass die USA durch die Schikanen auf dem Finanzmarkt gegen Deutschland diese Kriegserklärung provoziert hätten.
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Am 14.7.1914 empfing Hitler den japanischen Botschafter Oshima in Ostpreußen. Und Hillgruber fährt fort:
    " Dann [also nach September 1941 dem erwarteten Abschluss der Kämpfe in der UdSSR!!!] aber nach Abschluss dieser Besatzungsunternehmen, müßte sich Deutschland und Japan gemeinsam gegen die USA wenden. ....Am 25.07.1941 präzisierte er gegenüber Raeder, dass er sich nach Abschluss des Ostfeldzuges ein scharfes Vorgehen ach gegen die USA vorbehalte." (S. 519)

    Hillgruber ist "Intentionalist" und somit ist seine Ansicht folgerichtig. Stellt sich aber die Frage, ob diese interne klare und deutliche Sprache nicht ein wenig konträr zu dem steht, was er als "Verteidigung" darstellt.

    Gleichzeitig: Im Sommer 1941 war es für FDR einfacher, einen "unerklärten Krieg" unter der Schwelle realer Kriegshandlungen gegen das DR zu führen wie dem US-Volk zu erklären, dass eine Kriegserklärung notwendig sei. An diesem Punkt kamen ihm Japan und Deutschland durch ihre Kriegserklärungen dann Ende 1941 entgegen. Hilfreich ist dazu der Beitrag von Kershaw: Washington, Sommer und Herbst 1941. Roosevelt beschließt einen unerklärten Krieg zu führen (S. 375ff).

    Hillgruber, Andreas (1978): Der Faktor Amerika in Hitlers Strategie 1938 - 1941. In: Wolfgang Michalka (Hg.): Nationalsozialistische Aussenpolitik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
    Kershaw, Ian (2010): Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 1. Aufl. München: Pantheon.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. August 2018

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