Verfolgung von Katholischen Christen durch Hunerich in Nordafrika.

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Wolfgang K, 31. Januar 2017.



  1. Wolfgang K

    Wolfgang K Neues Mitglied

    Hallo liebe Foristen,
    Bei Ernst Künzl in „Die Germanen“ bin ich über eine Aussagegestolpert, die mich an etwas erinnert hat, worüber ich lange gerätselt habe. Künzl schreibt, dass es unter Hunerich inNordafrika nicht nur zu Repressalien gegen die Kirche selbst, sondern auch zuVertreibung von Katholiken in Hinterland gekommen ist.
    Hier: http://www.geschichtsforum.de/f35/germanische-eroberer-und-mittelmeerv-lker-42139/
    wurde das Thema schon mal gestreift und die Aussage wareher, dass es nicht zu direkten Repressalien und Vertreibungen kam.
    Meine Frage hat einen konkreten Hintergrund. Ich bin inNordafrika recht viel unterwegs und war vor einigen Jahren mehrfach in einem Bergmassiv im unmittelbaren Hinterland von Kairouan(Tunesien) auf der Suche nach Felsgravuren und Felsmalereien. Die Gegend istz.T. extrem unwegsam. Sowohl der Aufstieg auf die Höhenzüge (z.T. zerklüfteteHochtäler) als auch das Bewegen auf dem Bergmassiv ist auch für den geübtenWanderer z.T. anstrengend, da man bis auf wenige Pfade ständig über knie- bis hüfthoheSteinbrocken klettert. Das ganze garniert mit Strauchbewuchs.
    Was auffällt ist, dass die Bergregion in der Vergangenheitbewohnt und bewirtschaftet worden war. Es gibt zahllose in den Steingeschlagene, als Zisterne dienende Becken. Des Weiteren finden sich Fluchtburgender Berber. Ein Forstaufseher, mit dem ich einige Tage später in Gespräch kam zeigtemit jedoch eine in den Stein geschlagene Zisterne mit der Inschrift „ROGATUS FE“,wobei es auch „ROGATUS EE“ lauten kann. Des weiteren gibt es in den Steingeschlagene Trogartige Becken, die ejer Gräber zu sein schienen als Zisternen.Der Forstaufseher meinte, man habe in diesen Kammern auch Hinweise auf Bestattungengefunden. Allerdings nicht durchArchäologen sondern vermutlich bei der Plünderung durch Einheimische. Nähereswar nicht zu erfahren.


    Was ich mich seit her frage: Warum hat es in einer Gegend, die nur als Fluchtburgzu brauchen ist einen Zisterne mit lateinischer Inschrift. Wir sich hier obenanstatt in den fruchtbaren Ebenen in 10km aufhielt und Zisternen baute, dürftesich hier versteckt haben oder dorthin verdrängt worden sein.
    Der Hinweis auf Verfolgung von wahrscheinlich Lateinsprechenden Katholiken unter Hunerich wäre die erste plausible Erklärung dafür,in eine kleine isolierte Bergregion, die noch heute dafür bekannt ist, dasssich hier lichtscheue Geschalten verstecken.
    Ich habe mir Vössings Übersetzung von Victor von Vita, Historiapersecutionis Africanae bestellt. Hat sonst jemand Literaturtipps oder eineMeinung/Einschätzung zu der Sache?


    Grüße
    Wolfgang

    Im Anhang: eine der Zisternen und die Inschrift

     

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  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Victor von Vita ist natürlich keine unproblematische Quelle.

    Wegen der angefragten Literatur: Schau mal im Sammelband Streit am Hof im frühen MA (Becher/Plassmann), darin der Beitrag von Steinacher Der vandalische Königshof als Ort der öffentlichen religiösen Auseinandersetzung.
    Online auf Steinachers Website: Roland Steinacher
    Aber auch andere Texte von Steinacher beachten.
    Zudem: Tankred Howe: Vandalen Barbaren Arianer bei Victor von Vita 2007.
    Haubrichs: Nescio latine! Volkssprache und Latein im Konflikt zwischen Arianern und Katholiken im wandalischen Afrika nach der Historia persecutionis des Victor von Vita In: Geschichtsvorstellungen: Bilder, Texte und Begriffe aus dem Mittelalter (Patzold/Rathmann-Lutz/Scior, Volker) 2012.

    Zum Sprachlichen: Es ist natürlich fraglich, dass mit der wohl unbestrittenen Katholikenverfolgung im Vandalenreich - wenn diese womöglich auch weit weniger heftig war, als vom parteiischen Victor von Vita dargestellt - tatsächlich auch wirklich eine Verfolgung von Lateinsprechern stattgefunden hat. Bischof Cyrila hat sich zwar dem Dialog mit den Katholiken mittels seines Satzes "Nescio latine" (Ich kann kein Latein) verweigert, tatsächlich dürfte abber auch unter den Vandalen ein vulgärlateinisches Idiom längst die Verkehrs- und Umgangssprache gewesen sein.

    Hinzu kommt, dass natürlich neben dem Berberischen bis weit die islamische Zeit Nordafrikas, ja sogar über die Ḥilālisierung Nordafrikas hinaus (unter Ḥilālisierung versteht man die zweite Arabisierungswelle Nordafrikas, die als wesentlich umfassender gilt als die erste) in Nordafrika noch ein romanisches Idiom gesprochen wurde; al-Idrīsī schreibt, die al-rūm al-Ifāriqa sprächen bi-l-latīnī-l-ifrīqī (sinngemäß: die afrikanischen Christen sprechen ein afrikanisches Latein).
     
  3. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Und Christen haben sich dort schon vor den Vandalen verfolgt.
     
  4. Wolfgang K

    Wolfgang K Neues Mitglied

    Danke El Quijote!

    Du hast die Frage richtig präzisiert: „[…]Verfolgung von Lateinsprechern stattgefunden hat […]“
    Meine Frage hätte wohl allgemeiner formuliert sein müssen, und zwar nach grundsätzlich möglichen Gründen für einen Rückzug/Vertreibung von Lateinsprechern in diese Gegend lauten müssen.
    Ich hatte instinktiv die Islamisierung als wahrscheinlich endgültigen Schlusspunkt für die Verwendung des Lateinischen gesehen. Evtl. in diesem Zusammenhang noch einen möglichen Grund für einen solchen Rückzug von letzten Lateinsprechern.

    Der Hinweis auf mögliche Repressalien durch die Vandalen hatte mich nur aufmerken lassen. Aber wahrscheinlich kann man aus der Anbringung einer lateinischen Inschrift tatsächlich nicht auf den Urheber und den Zeitpunkt schließen.

    Was kann mit der Inschrift gemeint sein? Wer ist „gefragt worden“ ?



    Vielen Dank noch mal

    Grüße
    Wolfgang
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Frage ist, ob Rogatus wirklich als Partizip oder nicht als Name zu deuten ist. Wenn man in der Heidelberger Inschriftendatenbank Rogatus eingibt, findet man den Namen einige Male. Teilweise in der Narbonensis, teilweise in Ägypten aber mit einer auffälligen Häufung in den westafrikanischen Provinzen des Imperium Romanum, insbesondere im Raum der heutigen Staaten Tunesien und Algerien. Eine Inschrift gibt auch einen Rogatus Felix preis.
    D(is) M(anibus) / Titurnia / Nina sac(erdos) / vixi(t) a(nnos) CXV / Rogatus Fe/lix Messor / matri p[o]s(uerunt?)
    Also Rogatus Felix Messor hat seiner Mutter Titurnia Nina, die 65 Jahre alt geworden war, einen Grab- oder Gedenkstein gesetzt und sie den Totengeistern anheimgestellt.

    Ob die Inschrift, die du fotographiert hast mit dem Namen Rogatus Felix etwas zu tun hat, ob es vielleicht gar derselbe Inschriftengeber ist (zwischen Morsot und Qairawan liegen - nur oder immerhin? - 230 km), kann ich dir freilich nicht beantworten. Der obige Rogatus Felix war jedenfalls noch ein Heide und noch kein Christ.

    Ich würde mich an deiner Stelle mal an die Macher der Heidelberger Datenbank wenden (Kontaktmöglichkeiten findest du unten am Fuß der verlinkten Seite) und denen das Foto und eventuelle weitere Fotos schicken, mit möglcihst genauer Lokalisierung. Die können dir womöglich auch anhand des Stils mit der Datierung weiterhelfen.
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Zu einer Bedrückung der Katholiken in Nordafrika kam es bereits unter Geiserich. Fest entschlossen, hier eine arianische Kirche zu gründen, konfiszierte er katholische Basikiken, verbot nach 457 jede Bischofsweihe, beschlagnahmte liturgische Geräte und unterband katholische Gottesdienste. Bis auf wenige Bischöfe wurde der Klerus jedoch nicht vertrieben und es wurden auch keine Maßnahmen gegen die Klöster ergriffen. Diese Poltik wurde später vielfach abgemildert.

    Das änderte sich unter König Hunerich, wo es zu einer großen Katholikenverfolgung kam. 5000 Geistliche wurden verbannt, anschließend kam es zur Verbannung aller Bischöfe und zu Maßnahmen, die eine Bekehrung aller Afrikaner zum Arianismus zum Ziel hatten. Das löste für einige Monate eine Terrorwelle im ganzen Reich aus. Agenten des Königs durchstreiften das Land, nahmen Geistliche fest und ermordeten viele, es lam zu massenhaften Zwangstaufen der Katholiken .

    Allerdings war diese Krise nicht von langer Dauer. Mit der Thronbesteigung König Gunthamunds änderte der vandalische Staat seinen Kurs, obwohl es nie zu einer echten Toleranz kam. Beeinträchtigung von Bischofswahlen und Übergriffe wurden fortgesetzt.
    Mit der Thronbesteigung König Hilderichs endete nach 523 schließlich diese repressive Religionspolitik. Allerdings wurde die arianische Kirche nicht gezwungen, die ihr 439 zugewiesenen katholischen Kirchen und Güter zurückzugeben. [1]

    [1] Das Königreich der Vandalen, Ausstellungskatalog des badischen Landesmuseums, Karlsruhe 2009
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2017
  7. Phalangit

    Phalangit Mitglied

    Kann man in 457 schon vom "Katholizismus" sprechen?
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ja, das kann man.
    Auch schon etwas früher, z. B.:

    Cyprian von Karthago († 258)
    Über die Einheit der katholischen Kirche
    (De catholicae ecclesiae unitate)


    https://www.unifr.ch/bkv/kapitel2073.htm
     
  9. tejason

    tejason Neues Mitglied

    Kernfrage: Eine sicher abgelegene Gegend?

    Ich bin alles Andere als ein Experte für das römische Nordafrika. Ich stelle mir bei der Inschrift und der Beschreibung der Gegend durch Wolfgang K einige allgemeine Fragen.

    - Das römische Nordafrika war generell sehr dicht besiedelt, wo es fruchtbar genug war. Man bewirtschaftete ohne Frage auch Gegenden, die heute nicht mehr so intensiv besiedelt sind. Eine erste Idee darüber bringt schon ein Blick auf die digitale Karte des Römischen Nordafrika. Gesucht habe ich dabei vor allem nach der untergegangenen Stadt Aquae Regiae, die mir der von Wolfgang K angedeuteten Region relativ nahe liegen könnte.
    Aquae Regiae, Aquae Regiae ? Digital Atlas of the Roman Empire
    Es gibt sehr viele untergegangene Siedlungen in Nordafrika, was nicht nur mit veränderten klimatischen Bedingungen zu erklären ist. Ist die fragliche Gegend in der Antike wirklich so weitab jeder wichtigen Straße oder Siedlung gewesen, dass nur Zufluchtsorte in Frage kommen? Einheimischen Berberstämmen wird nicht selten abgeschiedenes Leben in eher unzugänglichen Gegenden nachgesagt. Eine Romanisierung schließt das nicht aus. Später wurden die Berber christianisiert und leisteten teils erheblichen Widerstand gegen die eindringenden islamischen Heere...
    - Könnte es sich auch um Rückzugsgebiete christianisierter Berber vor den neuen, islamischen Herrschern handeln?
    - Das römische Nordafrika umfasste zu seinen Glanzzeiten fast das komplette, "agrarisch nutzbare Areal" nördlich der Sahara, wo Ackerbau möglich war. Auch weite Teile der für Tierzucht in Transhumanz sinnvolle Bereiche wurden durch eine militärische Sicherungslinie kontrolliert. Das schränkte die unkontrollierte Bewegungsfreiheit der nomadischen Stämme im Süden ein, wenn sie in der Trockenzeit nach Norden zogen/ziehen wollten.
    Dieser "Limes Tripolitanis" lag weiter im Süden, im Bereich der großen Salzseen, wie dem Schott el Dscherid. Wichtige Pässe, auch im Hinterland mögen bei Bedarf zumindest beobachtet worden sein. Zur Versorgung der Militärstützpunkte musste Landwirtschaft auch in relativ ungünstig gelegenen Gegenden betrieben werden, um lange Transportstrecken zu vermeiden. Die Legionen waren in der Kaiserzeit durchaus wichtige, aktive wie passive Wirtschaftsobjekte.
    Inwieweit kommen solche Überlegungen im Fundbereich infrage?
    In der fraktionierten politischen Lage der Spätantike, mit schwacher, römischer Zentralregierung war die Ankunft der Vandalen teils eine Zäsur. Es kam zu Vernetzung zwischen Vandalen und Berberfürsten in unterschiedlichen Konstellationen - könnte ein Beobachtungspunkt so "weit im Hinterland" möglich sein?
     
  10. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Sehe ich da hinter dem ROGATVS noch zwei weitere Buchstaben?

    FE für fe(cit)/machte?
     
  11. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Oder, wie von El Quijote vermutet, Felix.
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das ist nur eine Idee. Ich fand bei der Heidelberger Inschriftendatenbank unter "rogatus fe" eben obige Inschrift, die etwa 230 km von der von Wolfgang beschriebenen Region entfernt liegt. Womöglich haben wir es hier mit demselben Inschriftengeber, einem Verwandten oder einem Nichtverwandten zu tun. Vielleicht hat das auch was ganz anderes zu bedeuten. Ich wollte nur eine Möglichkeit aufzeigen.
     
  13. Wolfgang K

    Wolfgang K Neues Mitglied

    Hallo,

    Das Gebirge von dem ich spreche ist derJebel Ousselat, 15km nördlich von Aquae Regiae, also in etwa dem heutigen Haffouz.
    Könnte es sich auch um Rückzugsgebiete christianisierter Berber vor den neuen, islamischen Herrschern handeln?
    In diese Richtung ging meine Vermutung,wobei mir nicht klar war in welchem Umfang es zu einer Romanisierung.

    Die Vermutung, dass es sich um eine Besiedlung/Nutzung auch nicht ganz optimaler Umgebung handelt liegt natürlichnahe, zumal ja wie Tejason richtig angemerkt die landwirtschaftliche Nutzung von heute als Wüste geltender Gebiete im Süden (z.B Südrand Djebel Tebaga) unterrömischer Herrschaft gegeben war.


    Interessant nachzulesen in Barker, Gilbertson,Jones, Mattingly: „Farming the desert“ (ISMB978-9231032141). Da geht es zwar um das heutige Libyen wo die Unterschiedezwischen damaliger und heutiger Nutzung noch extremer sind - Landwirtschaft bis ins Wadi Zemzem - aber man bekommt eine Vorstellung warum auch in heute leeren Teilen Tunesiens die Ruinen von Höfen und Wehranlagen praktisch in Sichtweitezu finden sind. Vieles davon – auch gut erhaltene und sogar nochbegeh/befahrbare Straßen finden sich nicht im Digital Atlas of the Roman Empirebzw. bei vici.org.



    Mit „meiner“ Inschrift und der Gegend haben diese abgelegenen Gebiete aber nichts zu tun. Der Jebel Ousselat ist von damalsund heute intensiv bewirtschafteten und bewohntem Land umgeben, aber er selbst istin einigen Bereichen so unwegsam, dass er auch heutzutage allenfalls von Hirtendie eine Ziege suchen, oder eben von Leuten, die nicht gefunden werden wollen aufgesucht wird.

    Es gibt viele Gebäudereste im Bergmassiv, dieman wohl eher den Berbern im Zusammenhang mit einem Rückzug in die Bergezuordnet. Daher meine Überraschung über eine lateinische Inschrift. Für michscheint die Erklärung romanisierter Berber als Urheber am plausibelsten. Mirist jedoch an keiner anderen Berberfluchtburg, von denen es in Nordafrika hunderte gibt eine solche Inschrift aufgefallen. Evtl. muss ich mal genauerhinschauen.

    Evtl passt das ja auch in den Zusammenhang:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_des_Maysara




    Könnte die Inschrift bedeuten, dass ROGATUS diese Zisterne gemacht hat? (Ich bin des Lateinischen nicht wirklich mächtig).

    Noch was zum Süden: Im Anhang noch ein Bilder römischer Straßen im heute eher einsamen Süden, die im Digital Atlas of the Roman Empire nicht aufgeführt sind. Auf den Bildern sieht man einen Pass,der in etwa hier https://pleiades.stoa.org/places/344289von Süden den Jebel Tebaga überquert und wohl das Fort Besereos, die etlichen Hofgüter an den Norden anband. Tolle Gegend.

    Viele Grüße und vielen Dank

    Wolfgang
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2017
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Die Frage ist doch zunächst einmal, warum du die Wasserbecken und Inschriften Christen zuordnest, also entweder Katholiken, die sich vor der arianischen Katholikenverfolgung zurückzogen oder später Christen, die sich vo dem Islam zurückzogen.
    Ich habe bisher nur Wassersammelbecken gesehen (Sammelbecken, da durch Kanäle verbunden) und eine nicht näher zuzuordnende Inschrift. Was die Epigraphik, also die Inschriftenkunde, angeht, so empfehle ich dir wikrlich, dich bei den Heidelbergern zu melden, die sind womöglich in der Lage, die Inschrift anhand des Stils näher zu datieren.
    Wenn das FE in fecit aufzuösen ist, ja.
     
  15. Wolfgang K

    Wolfgang K Neues Mitglied

    Hallo,


    Das ist ein Missverständnis. Das tue ichdoch gar nicht. Ich ordne es Lateinsprechern zu, weil „ROGAUTS…“ Latein ist. Mehrnicht.
    Mein Bezug zu katholischen Christen kam allein daher, dass ich im oben genannten Hinweis von Künzl das erste mal etwas darüber las, warum irgendein(!) Lateinsprecher/-schreiber sich dort in die Büsche geschlagen haben sollte. Daher meine Überlegung/Spekulation zur Fluchteines Lateinsprechers und die – ebenfalls - Spekulationen über die Gründe. Mich interessieren nicht die Christen, sondern nur die Urheberschaft der Inschrift. Ich glaube ich habe den Titel und ggf. auch das Unterforum des Themas ungünstiggewählt. Darf gerne korrigiert werden.

    Es sind Sammelbecken und Zisternen in der Gegend. Insgesamt sind es einige Dutzend, die aber nicht zwingend aus dergleichen Zeit und vom gleichen Urheber stammen. Ich war seinerzeit mit einemForstaufseher, der am Fuß des Berges dort seit Kindheit lebt noch einmal zweiTage um Unterholz unterwegs. Er kannte keine weitere Inschrift an einemBecken/Zisterne. Wir haben auch nichts Weiteres gefunden.
    Bilder gefällig?

    Ja, mache ich.

    Grüße
    Wolfgang
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Gerne. :winke:
     
  17. Wolfgang K

    Wolfgang K Neues Mitglied

    Anbei einige Bilder der Gegend. Das ist oben im Gebirgsmassiv.
    Die beiden "Becken" (Bild 387) wurden von Lokalen als Gräber bezeichnet.
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2017
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das war auch mein erster Eindruck. Auf den zweiten Blick habe ich aber auch da einen Kanal oder Art Umfriedung gesehen. Ist das eine Drainage, die Wasser abführen soll oder eine Markierung oder ein Kanal, der in ein Becken führt?

    Auf Bild 225 erkenne ich zudem eine Terrasierung der Landschaft.

    Die Gebäude (252, 414) halte ich für relativ jung, da sie für Trockensteinmauern noch relativ gut erhalten sind. Auf die Antike gehen die Mauern sicher nicht zurück.

    Die Bäume sind ja großteils Oliven und Acebuche/Zanbuǧ, nicht wahr?
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2017
  19. Wolfgang K

    Wolfgang K Neues Mitglied

    Hallo,


    die Terrassierung ist natürlich und ergibt sich aus dem Gestein.
    Wenn Du auf GE in die Gegend schaust, erkennst Du die Felsbänder. Dort wo Siedlungsreste/Gebäude sind, wurden die Felsbänder aufgeräumt und auch Olivenbäume gepflanzt. Das ist aber nur sehr punktuell. Der meiste Bewuchs in der Landschaft dürften Zypressen sein. die Bilder sind halt aus den ehemaligen Siedlungen.
    Die Gebäude sind natürlich neuzeitlichen Datums, bzw wurden immer wieder umgeschichtet. Es gibt auch einige Trockenmauern aus sehr großen Quadern. Muss die Bilder noch mal raussuchen.


    Mir ist schon klar auf was Du raus möchtest. Es ist in der Tat Kulturland, aber wirklich das hinterste Eck. Dieses Land hat nur der "bewirtschaftet", dem sonst nichts blieb. Daher ja meine Verwunderung was sich hier "herrschende Römer" geplagt haben sollen. Aber wie gesagt: Romanisierte Berber klingen plausibel. Zumindest ROGATUS war einer von ihnen. :)


    Die "Gräber" haben Rinnen die das Wasser ableiten. Nicht einleiten.
    Lokalen waren sich verdächtig sicher, dass es Gräber sind. Ich würde nicht ausschließen, dass sie oder ein Vorfahre mal dort selbst "ermittelt" haben. Aber das ist ein anderes Problem, welches inzwischen dort jede antike Fundstätte betrifft.
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja, das konnte man auf dem einen Bild ganz gut erkennen, wahrscheinlich handelt es sich dabei um Spolien, also wiederverwendetem Baumaterial.

    Was die Gräber angeht: In der Ottonenzeit hat man hierzulande Kopfnischengräber angelegt. Nicht, dass wir uns missverstehen, ich will damit weder einen Datierungsansatz liefern noch kulturelle Bande über 1000 km hinweg vertreten, aber es scheint eine gewisse Artverwandtschaft zwischen diesen Gräbern und den Kopfnischengräbern bei uns zu geben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2017

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