Vermeintlicher Fund auf Schummerungsbild

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Dickel, 10. Dezember 2016.



  1. Dickel

    Dickel Neues Mitglied

    Hallo,
    ich probiere seit einigen Tagen den BodenViewer für Hessen aus, der u.a. auch Schummerungskarten enthält. Diese Karten (LiDAR Scans) enthalten im Gegensatz zu Satellitenaufnahmen Details der Erdoberfläche, wobei störende Objekte wie Bäume, Häuser etc. herausgerechnet worden sind.

    Nun habe ich gleich einen vermeintlichen Fund gemacht, und hätte eure Meinung dazu. Ich sehe hier ein Teil der typischen Spielkartenform eines römischen Lagers. Die Ausrichtung stimmt nicht mit den modernen, auf der Satellitenkarte erkennbaren Entwässerungsgräben überein. Die rechte und untere Seite scheint zu fehlen, allerdings wurde in diesen Bereichen auch Kies abgebaut.

    Die sichtbare Seitenlänge der linken Seite sind ca. 260m. In der Nähe gibt es in der Tät römische Hinterlassenschaften.

    Lohnt es sich den Fund zu melden, und wenn ja, an wen? Das Bundesland ist, wie oben erwähnt, Hessen.

    Viele Grüße
    Thomas
     

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  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Fundmeldungen: Archäologische Bezirke

    Wann wurde denn der Kies angebaut? Handelt es sich bei den auffälligen runden Geländestörungen um Krater aus dem letzten Weltkrieg?
     
  3. Dickel

    Dickel Neues Mitglied

    Ob die auffälligen Kreise verfüllte Bombentrichter sein können, vermag ich nur zu vermuten, jedoch gibt es einen Bericht, der von Bombentrichtern genau in diesem Bereich erzählt. Eine (ungenaue) Messung ergab einen Durchmesser von ca. 3-5m pro Loch. Diese Region wurde aufgrund der vorhandenen Industrie im 2. Weltkrieg erheblich bombardiert, eine angrenzende Stadt zu 60% zerstört.

    Der Kiesabbau in den Feldern begann um 1960 und dauerte bis mindestens 1990. Heute sind die Flächen renaturiert und einige Seen angelegt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Dezember 2016
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Vielleicht schaut ja Xander noch mal drüber, ich würde allerdings - natürlich bei aller Vorsicht und da ich nur diesen Bildausschnitt kenne - nicht annehmen, dass es sich um Bombenrater handelt, sondern eher um Mörsergranatkrater o.ä. Entweder hat dort im letzten Weltkrieg ein kleines Scharmützel stattgefunden oder dort wurde "geübt". Wenn die Granateinschläge aus dem Weltkrieg sind und der Kiesabbau in der Region zw. 1960 und 1990 stattfand, dann kann der fehlende Teil des mutmaßlichen Lagers kaum durch den Kiesabbau abgetragen worden sein.
     
  5. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Moin moin

    Bei den Hohlformen kann es sich sowohl um Bombentrichter, als auch Artillerietrichter handeln! Eine Unterscheidung ist so ohne weiteres nicht möglich. Wären die Trichter etwas größer, könnte man Artillerie ausschließen, aber so ist beides drin.
    Da helfen nur Kriegsluftbilder beschaffen oder Recherchen zu Kriegshandlungen durühren. Je nachdem, wann diese Trichter in historischen Luftbildern zu sehe sind, kann man Trichter durch Bodenkämpfe ausschließen!

    LG
    Andreas
     
  6. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Hier noch ein Nachtrag!

    Wenn es sich bei dem zu betrachtenden Bereich um ein bewaldetes Areal handelt, könnten die Löcher auch durch Rodungen entstanden sein. Bei der Entfernung der Baumwurzeln bleiben große Löcher zurück. Auch bei lange zurückliegenden Rodungen!

    Habe mal ein paar Bildbeispiele angehängt. Hoffe man kann es erkennen!?

    Gruß
    Andreas
     

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