Was auf den riesigen Nasca-Linien wirklich geschah

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von El Quijote, 15. Mai 2018.

  1. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied


    Hallo

    Wäre überhaupt zu fragen, ob die Figuren überhaupt für die damaligen Zeitgenossen sichtbar sein mußten (wenn sie ebenerdig nahe den Figuren standen) um deren Bedeutung, Sinn zu verstehen. Nur weil man sie von oben betrachten und erkennen kann, heißt das ja nicht, das man nicht wußte um was es sich handelt. Ich sehe da Parallelen zu einigen Monumenten (mounts, etc.) der nordamerikanischen Indianer. Die dortigen Figuren sind ebenerdig auch nicht zu erkennen, die jeweiligen Ensemble (wandernde Hirsche, anderre Tiere, Adler) die sich einen Hügelkamm entlangziehen, kann man auch nur aus der Luft, als Gesamtkunstwerk erkennen. Trotzdem dürften die nordamerik. Indianer um den Sinn des "Gesamtkunstwerk" gewußt haben und wußten wqs an der jeweilgen Stelle des Hügelkamms dargestellt war.

    Die Fragestellung nach der Sichtbarkeit der Figuren nur aus der Luft,scheint mir eher der westl. rationalen Erklärung der Welt zu entspringen, denn dem Versuch einer Erklärung der Figuren.

    mfg
    schwedenmann
     
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  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da hast du nicht Unrecht. Diese Erklärung halte ich jedoch für relativ einfach. Es waren Bilder für die Götter, ob nun für Pachamama* (weil in den Erdboden eingefügt) oder für Inti* oder Killa* als Sonne und Mond (weil nur von oben sichtbar). Aber es ist doch eine erstaunliche Leistung, Bilder wie die Spinne, den Affen, den Flamingo oder den Kondor und den Kolibri in den Wüstensand zu zeichnen, ohne die Figuren überhaupt sehen zu können. Die Linien einer späteren Phase, die häufig die älteren Figuren schneiden, gewissermaßen die „Flugplätze“, sind zwar größer (wesentlich!!!), aber in ihren Formen auch bei weitem nicht so spektakulär, dabei handelt es sich meist um gerade Linien, manchmal auch Ecken, mit trapezförmigen Enden.


    *Das sind natürlich alles Quechua-Namen, die erst mit der Eroberung der Inkas in die Region gebracht wurden, da aber die Symbolik bereits in der Paracas-Kultur auftaucht und sich bis in die Inka-Zeit durchzieht, erlaube ich mir diesen namentlichen Anachronismus, in der Überzeugung, dass die religiösen Vorstellungen des andinen Raums nur unwesentlich voneinander abwichen.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Das ging im Übrigen nicht nur mir so, sondern bereits 85 Jahre zuvor dem für den Bausabschnitt zuständigen Ingenieur, der Maria Reiche gegegnüber äußerte, dass er beim Bau der Straße nicht bemerkt hatte, dass er a) die Eidechse schnitt oder b) anthropogene Linien sich in der Nähe befanden. Also nicht nur Leute im Vorbeifahren geht das so, sondern auch Leuten, die sich längere Zeit im Gelände befinden und dort arbeiten.
     

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