Wracks in der Ostsee

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Windhuk Lager, 21. Juni 2010.



  1. Windhuk Lager

    Windhuk Lager Neues Mitglied

    Hallo Leute,
    in einem Artikel der Zeit stand, dass im Zuge der Trassenerkundung für die neue Pipeline (die Gerhard Schröder Gedächtnispipeline) durch die Ostsee, dutzende Wracks von Schiffen und Flugzeugen gefunden wurden.
    Weiß jemand näheres dazu, welche Wracks wo gefunden wurden und wie damit weiter verfahren werden soll??

    schönen Gruß Steffen
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Die Ostsee wimmelt von Wracks, ich war bei diesen Erkundungen auf See selbst dabei. Sofern es die Tiefe (U50) ermöglicht, wird mit Tauchern nachgeguckt. Gräber wie die Jan Heweliusz oder Wilhelm Gustloff lässt man in Ruhe. Historische Funde (Koggen) birgt oder dokumentiert man. Dabei muss man bedenken, dass im Rahmen der Planung für die Pipeline die halbe Ostsee gescannt wurde, aber nur ein schmaler Korridor (vielleicht eine 300 m breite Schneise) wirklich direkt während betroffen ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2010
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  3. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Hallo Balticbirdy

    Weist Du ob es dazu eine Veröffentlichung geben wird? In der Ostsee sind ja wirklich interessante Schiffe versunken.

    Besten Dank

    Apvar
     
  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Bestimmt. Ich weiss aber nicht Wann und Wo, bin ja nur Biologe. Das Meeresmuseum Stralsund sammelt alles und publiziert dann.
     
  5. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Neues Mitglied

  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Archäologen in den 1990ern ein Wettrennen mit der Teredo-Muschel (Bohrwurm) hatten, die jegliches ungeschützte Holz binnen einer 3-Jahres-Frist völlig zerfrisst. Dieses nette Tierchen gelangte erst vor kurzem massiv in die westliche Ostsee. Koggenfunde vor Meck-Pomm (Wismar, Poel, Hiddensee) waren daher eher flüchtige Notbergungen.

    Die Schäden an den Holzbuhnen an den Flachküsten gingen damals jährlich in die Millionen.
    Heute benutzt man dafür speziell imprägnierte (und als "grün" certifizierte!) Tropenhölzer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2010
  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Ich dachte, der Bohrwurm könnte in der Ostsee aufgrund des geringen Salzgehaltes nicht überleben. Ist meine Information falsch oder wird die Ostsee "salziger"?
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Alle paar Jahre schwappt gezeiten- und witterungsbedingt eine kräftige Portion Nordseewasser ins Mare Balticum. Gut für den Dorsch und Hering, aber auch für die Bohrmuschel. Die hat sich jetzt hier westlich von Rügen endgültig festgesetzt und reproduziert sich dummerweise auch.
    Die Ostsee hat einen deutlichen Salzgradienten, im Finnischen Meerbusen ist das Wasser de facto süss.
     
  9. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Das ist zwar kein neu entdecktes Wrack und mittlerweile auch schon wieder gehoben, aber trotzdem möchte ich das hier in dem Zusammenhang erwähnen: Die WASA (nicht das gleichnamige Knäckebrot, sondern das Schiff).

    Aufgrund der Abwesenheit des Bohrwurms hat sich das Schiff, das 1628 im Hafen von Stockholm gesunken ist, vorzüglich erhalten. Das Schiff wurde in 60er Jahren geborgen, restauriert, wobei ca. 90 % des Schiffskörpers noch Original sind. Heute bildet es das Hauptexponat im gleichnamigen Museum in Stockholm.

    Hier ist ein Bild von einem Modell der Wasa, dahinter sieht man das Original:
     

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  10. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  11. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Da bin ich doch noch auf ein weiteres Wrack gestoßen:

    Seekriege: Taucher finden schwedisches Superschlachtschiff - Nachrichten Kultur - WELT ONLINE

    Sollte das Schiff ähnlich gut erhalten sein wie die 50 Jahre jüngere Wasa, wäre das eine Sensation. :yes:

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
     
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  12. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  13. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Zwar kein Schiff in Gänze, aber zumindest der Schiffskäse (340 Jahre alt) wurde geborgen:

    Ostsee: Taucher bergen 340 Jahre alten Käse aus Schiffswrack - SPIEGEL ONLINE

    Bei der Kronan handelt es sich um keines der beiden in den vorherigen Posts erwähnten schwedischen Schiffen.
     
  14. Märchenstunde

    Märchenstunde Neues Mitglied

    Schon interessant was so alles die Jahre unter Wasser überstehen kann.
     

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