Die Britischen Streitkräfte zur Zeit der Zulu Kriege

LordAzkaenion

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Hallo, ich bräuchte ein Buch in dem möglichst detailreich und dennoch einfach (für Laien verständlich) die verschiedenen Uniformen der Britischen Armee bei den Zulu Kriegen erklärt wird.
Warum war die Haupttruppengattung Rot während eine andere die nahezu gleich aussah schwarze Uniformen hatte.
Warum waren manche der Tropenhelme hellbraun und die anderen blütenweiß etc.?

Vielen Dank für eure Hilfe. . .
 
Warum war die Haupttruppengattung Rot während eine andere die nahezu gleich aussah schwarze Uniformen hatte.
Da kann es verschiedene Gründe für geben.

Das können Traditionsuniformen der verschiedenen Truppenkörper aus verschiedenen Teilen der Britischen Inseln sein, das können in britischen Diensten, stehende Kolonialtruppen mit besonderen Uniformen sein, die aus anderen Kolonialgebieten zugeführt wurden oder es können auch Uniformen lokaler Miliz-Aufgebote sein, um die Verbände der Miliz besser von den Truppenkörpern der regulären Armee unterscheiden zu können.

Warum waren manche der Tropenhelme hellbraun und die anderen blütenweiß etc.?
Könnte auf eine Stationierung in verschiedenen Kolonialgebieten hindeuten, die da anlässlich des Zulu-Krieges zusammengezogen waren, auf Verunreinigung der Uniformen schon länger im Gebiet kämpfender Truppen, oder auf Überzüge für die Tropenhelme, die nicht konsequent von allen Soldaten getragen wurden.

Hallo, ich bräuchte ein Buch in dem möglichst detailreich und dennoch einfach (für Laien verständlich) die verschiedenen Uniformen der Britischen Armee bei den Zulu Kriegen erklärt wird.
Da wäre ich leider überfragt.
 
Hallo, ich bräuchte ein Buch in dem möglichst detailreich und dennoch einfach (für Laien verständlich) die verschiedenen Uniformen der Britischen Armee bei den Zulu Kriegen erklärt wird.
Warum war die Haupttruppengattung Rot während eine andere die nahezu gleich aussah schwarze Uniformen hatte.
Warum waren manche der Tropenhelme hellbraun und die anderen blütenweiß etc.?

Vielen Dank für eure Hilfe. . .
Eib interssantes Thema, aber das wird letzten Endes nicht einfach werden, es gibt immer eine Diskrepanz zwischen dem offiziellen Reglement, der tatsächlichen Einführung/Lieferung, den eigenmächtigen Entscheidungen der Kommandeure und den künstlerischen Freiheiten von Malern und Zeichnern.

Generell, die britische Grundfarbe war rot, schwarz wird eine spezielle Einheit gewesen sein. Wenn man die Tradition der napoleonischen Kriege fortgeführt hat, dürften das welche von den "Rifles"/Scharfschützen gewesen sein.
 
Generell, die britische Grundfarbe war rot, schwarz wird eine spezielle Einheit gewesen sein. Wenn man die Tradition der napoleonischen Kriege fortgeführt hat, dürften das welche von den "Rifles"/Scharfschützen gewesen sein.
Wäre eine sinnvolle Erklärung, da die Bezeichnung "Rifles" ja für verschiedene Truppenkörper fortgeführt wurde, obwohl sie de facto mit der standartmäßigen Einführung von Hinterlader-Gewehren mit gezogenen Läufen und der Änderung der Kampfweise weg vom Formationskampf des 18. Jahrhunderts und der Napoléonik, in Unterscheidung zur sonstigen Infanterie ihren Sinn verloren hatte.
 
Uniformkunde ist, zumindeest wenn es in die Details geht, ein Nischenfach. Fachliteratur zu der Zeit kann ich auch nicht nennen. Oft kennen sich Zinnfigurenliebhaber am besten mit solchen Uniform-Details aus, wenn sie sich für die Zeit und den Ort interessieren, und können auch Quellen und Literatur nennen.
 
Beliebter als in Deutschland, mWn. Oder war zumindest früher so. Ahnung von dem Thema hab ich auch nicht wirklich, aber den Miniaturenfans, die das Hobby ernst nehmen, ist es halt wirklich wichtig, das der Helmbusch dieser und jener Einheit scharlachrot war, und nicht karmesin. Im Gegensatz zu so ziemlich dem gesamten Rest der Menschheit...
 
@Reinecke war (oder ist?) das auch in England beliebt? Ich erinnere mich nur an ein Zinnfigurenmuseum in Freiburg, da war ich mal als Schulbub drin. Ich muss gestehen, dass ich keinerlei Ahnung von Zinnfiguren habe.
gibt es auch in Berlin:
 
Warum waren manche der Tropenhelme hellbraun und die anderen blütenweiß etc.?
1882 stellte das US Army and Navy Journal fest, dass Teile der britischen Truppen in Ägypten, sobald sie ägyptischen Boden betraten hatten, ihre Gürtel und Helme mit Tee und Tabaksaft braun färbten.
it having been found that the pure white cover, glistening in the sun, gave an attractive mark for the enemy at any distance
Army and Navy Journal, 28. Oktober 1882, Seite 293

Durchaus möglich, dass Wolseley, unter dem dieses Verfahren in Ägypten befohlen wurde, es bereits aus dem Zulukrieg kannte. Bisher fand ich jedoch keine zeitgenössische Quelle, dass die Helme dort auch absichtlich gefärbt wurden.
 
Der britische Verlag Osprey hat doch so eine Buchreihe: Men-at-Arms. Die sind gut recherchiert und detaillreich.
Aber haben die was detailliertes zum Zulu-Krieg? So bedeutend war der für die britische Geschichte ja jetzt nich unbedingt. Episodisch halt einer von vielen Kolonialkriegen, die in der Zeit liefen.
Wird wahrscheinlich keinen eigenen Band lohnen.

Edit:

Okay, gerade nachgeschaut, es gibt tatsächlich einen dazu.
Hätte ich nicht gedacht.
 
Weiß man da was über den näheren Zweck?
In der Regimentsgeschichte der 79th Queen's Own Cameron Highlanders erinnerte sich der Schreiber an die ersten Tage in Alexandria als sie alle weißen Uniformteile mit Tee behandelten, damit sie im Wüstensand nicht auffallen würden.
Alexandria was reached on the 14th but the disembarkation was delayed for five days, the intervening time being occupied in inspection by Lieutenant General Sir John Ayde KCB Chief of the Staff and staining with tea the white belts, spats and helmets so that these might not show conspicuously against the desert sand on land.
79th Queen's Own Cameron Highlanders in
History of the Scottish Highlands, Highland Clans and Highland Regiments, with an Account of the Gaelic Language, Literature, and Music, Band 6, Thomas Maclauchlan, John Wilson, 1887
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist ja kein Zufall, dass die Briten später Khaki als Uniformfarbe inkl Helm eingeführt haben. Weiße Helme bieten hervorragende Ziele, die selbst sichtbar sind, wenn man sich in seinem roten Waffenrock zu Boden wirft...
Ja, aber das macht ja eigentlich nur dann Sinn, wenn man es mit Gegnern zu tun hat, bei denen man davon ausgehen muss, dass sie tatsächlich so präzise schießen können, dass es eine Rolle spielte.

Anfang der 1880er Jahre hatten sich gezogene Gewehre in Europa gerade mal seit 20-30 Jahren als tatsächliche Standartbewaffnung durchgesetzt.

Die meisten potentiellen Gegner in den Kolonien werden noch keine gehabt haben jedenfalls nicht als häufig anzutreffende standardisierte Waffe.
 
Vermutlich ist der von Naresuan verwendete Begriff "nicht auffallen" passender, man will ja vielleicht auch aus anderen Gründen ungesehen bleiben.

Aber gezogene Gewehre gab es, auch in den Kolonien, schon viel länger. Nicht nur zur Kriegsführung, sondern auch zur Jagd. In den Händen von Weißen, die ja auch nicht unbedingt gesetzestreu sein müssen, und in denen von Ureinwohnern. Ich mein, dass mit den zielsicheren Gewehren war doch schon bei dem Ärger in den Kolonien im 18. Jh. ein größeres Thema...
 
Vermutlich ist der von Naresuan verwendete Begriff "nicht auffallen" passender, man will ja vielleicht auch aus anderen Gründen ungesehen bleiben.

Aber gezogene Gewehre gab es, auch in den Kolonien, schon viel länger. Nicht nur zur Kriegsführung, sondern auch zur Jagd. In den Händen von Weißen, die ja auch nicht unbedingt gesetzestreu sein müssen, und in denen von Ureinwohnern. Ich mein, dass mit den zielsicheren Gewehren war doch schon bei dem Ärger in den Kolonien im 18. Jh. ein größeres Thema...
Vereinzelt wird man gezogene Gewehre in der Zeit sicherlich auch in den Kolonien angetroffen haben, aber stellt man jetzt die gesamt Ausrüstung der Truppe darauf ein, dass aus 1.000 Gegnern vielleicht ne Hand voll solche Waffen haben?

Zumal das Rot ja nach wie vor auffällig ist, wie sonstwas.

Beim Helm könnte ich das als Tarnung nachvollziehen, wenn man irgendwo in Deckung leigt und den Kopf rausstrecken möchte.
Aber beim Gürtel und anderen Uniformteilen wo direkt drum rum die rote Uniform ist, erscheint mir das nicht wirklich sinnvoll.
 
Anfang der 1880er Jahre hatten sich gezogene Gewehre in Europa gerade mal seit 20-30 Jahren als tatsächliche Standartbewaffnung durchgesetzt.
In dem Falle ist aber die Einführung des Hinterladers ( zuerst Zündnadel, dann Patrone), vor allen bei den späteren kolonialen Eroberungen, der wichtigere Punkt. Gezogene Vorderlader benötigen eine recht lange Ladezeit, bei personeller Unterzahl kann sich das durch einen erheblich überlegenen Gegner ( an Zahl) nicht wirksam auswirken, ( die Schußentfernung der gezogenen Läufe liegt zwar etwas höher ( bessere Gasabdichtung) aber da beide im Bereich zwischen 150-250m liegen ( grob gesagt) wird hier der Vorteil gering sein).
 
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