1848er Revolution

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Nationalstaaten" wurde erstellt von xyxy, 8. Mai 2011.

  1. xyxy

    xyxy Gast

    Hallo, kann mir jemand bitte bei der Frage helfen, was die Kernproblematik der 48er Revolution war?
    Vielen Dank! :)
     
  2. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Die Kernprobleme waren m.E. vor allem die Lösung der "sozialen Frage", die Frage der staatlichen polit. Organisation (Republik, konstitutionelle Monarchie oder Monarchie) und die Frage der territorialen Organisation des zu schaffenden einheitlichen deutschen Nationalstaates (großdeutsch/kleindeutsch) auf dem Hintergrund unterschiedlicher sich entwickelnder politischer Strömungen (Liberale, Konservative/Monarchisten und Linke/Sozialisten).
     
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  3. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Ich bekomme da immer gehörigen Widerspruch.
    Aber die "soziale Frage" spielte 48 politisch nmM keine Rolle.
    Sie wurde außerhalb von ein paar "komischen Zirkeln" (Marx, Engels usw.) nicht als politisches Problem wahrgenommen.


    im übrigen Zustimmung.
     
  4. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Du hast recht, was die Debatten in der Paulskirche angeht, aber: Der "Vormärz" z. B. ist kein "komischer Zirkel" gewesen.
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Sorry, ich wollte die Wahrnehmung von zB Marz/Engels durch die Politiker der Paulskirche so ausdrücken.

    Aber dies interessiert mich, woran machst Du die "politische soziale Komponente" des Vormärz fest?
    Dass Notstand herrschte, die Auswanderung im Großen als Ausweg aus der Not gesucht und gefunden wurde, alles unbestritten.
    Aber mir fehlt einfach die Reflexion dessen in der damaligen Politik.
     
  6. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Vielleicht reden wir ein wenig aneinander vorbei,
    aber wenn du dir die politische Literatur des Vormärz anschaust, so ist die soziale Frage doch ein integraler Bestandteil derselben, z.B. offenkundig in Georg Büchners Aufruf "Friede den Hütten! Krieg den Palästen!" (in "Der Hessische Landbote"), einem Revolutionsaufruf.

    Auf die politischen Reflexion in der Politik verweist z. B. die Rezeption der literarischen Verarbeitung des "Schlesischen Weberaufstands" oder der Einfluss der Bewegung "Junges Deutschland" oder die Wechselwirkung zwischen dem Wirken der Vormärz'ler und der Geschichte des Hambacher Festes sowie die sozialpolitische Bewusstseinbildung bei vielen 48ern.

    Dass allerdings bei vielen "Berufs"-Politikern ein mangelndes Bewusstsein und Reflexionsblockaden bezüglich der sozialen Probleme zu konstatieren sind - das gestehe ich dir gerne zu -, lässt sich m.E. leicht (zu wesentlichen Teilen) aus deren sozialer Lage und den zugehörigen politischen Interessen erklären.

    P.S: Gab es eigentlich DIE damalige Politik?!
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Das ist eine Frage der Definition.
    Disclaimer: Du wirst in der Politik der 50er und 60er Jahre keinerlei Reflexion des Umweltschutzes finden. Dafür in der Politik der 70er um so mehr.



    Als in den 1830er Jahren einer der ersten "Fabrikherren" in Württemberg von seiner Arbeiterschaft Sonntagsarbeit verlangte, bekam er eine derartige Strafe aufgebrummt, dass er dies in Zukunft unterlassen hat.
    Vom Kirchenkonvent.
    Soll heißen, das "soziale" wurde zdZ nicht als Aufgabe der Politik gesehen.

    Die liberale und die soziale Bewegung in der Politik hat sich mW erst in den 1860er Jahren getrennt.

    Soweit ich informiert bin, sieht man die verbesserten Erwerbsmöglichkeiten durch die industrielle Revolution als Auslöser der Bevölkerungsexplosion des 19. Jahrhunderts.
    Ich unterstelle Angesichts dessen da mal ein fehlendes Bewusstsein für die "soziale Frage".
    Zeitzeugen würden vermutlich ein Vorhandensein einer "sozialen Frage" 1848 schlicht verneint haben.
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Edit:
    Gustav Mayer "Dei Trennung der proletarischen von der bürgerlichen Demokratie 1863-1870" in "Radikalismus, Sozialismus und bürgerliche Demokratie" hrsg. v. H.-U. Wehler Ffm. 1969
     
  9. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Darüber kann man diskutieren. Die entsprechenden Mißstände wurden auch schon früher offengelegt.
    Dies Buch gehört dem König ? Buchzusammenfassung | getAbstract
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Danke für den Hinweis.

    Im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert war es großen Teilen der "Unterschicht" aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich eine Familie zu gründen.
    Was sich mit der Industrialisierung grundlegend änderte. Ein Fakt an dem man die Bevölkerungsexplosion zumindest in Deutschland des 19. Jahrhunderts festmacht.
    Ergo: Die soziale Lage hat sich doch grundlegend gebessert!

    Aus unserer Sicht, 160 Jahre später, noch lange nicht gut. Aber eben aus unserer.
     
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ist das wirklich so? Ob ein Knecht oder Tagelöhner auf dem Lande schlechter dran war als ein Industriearbeiter in der Mietskaserne mit (mindestens) 12-Stunden-Tag, ist ungewiss.
    Wochenarbeitszeit ? Wikipedia
    Der entstehende Bevölkerungszuwachs floss zu einem großen Teil nach Übersee ab und ist wohl eher Leuten wie Robert Koch und Rudolf Virchow zu verdanken..
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Mai 2011

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