Adenauers Deutschlandpolitik

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von LinnHansen, 3. Oktober 2020.

  1. LinnHansen

    LinnHansen Neues Mitglied

    Hallo Geschichtsforum,

    Ich habe hier in einem Abiturtrainer folgende Aufgabenstellung gefunden: " Begründen Sie, weshalb der Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 deutlich machte, dass die Deutschlandpolitik von Konrad Adenauer gescheitert war."

    Ich verlange nicht, dass jemand die Aufgabe für mich erledigt. Ich frage mich nur, ob ihr hier im Forum dieser Aussage zustimmen würdet? Adenauers vorrangiges Ziel war doch gewesen, die Souveränität der Bundesrepublik herbeizuführen und Deutschland im demokratischen Staatensystem des Westens zu Integrieren. Außerdem wollte er eine Aussöhnung mit den vom dritten Reich im zweiten Weltkrieg verprellten Ländern wie Frankreich Großbritannien und den USA. Die Wiedervereinigung war doch für ihn ein zweitrangiges Ziel gewesen oder? Dementsprechend hat er seine Absichten in Bezug auf Deutschland mit allen Aspekten der Westintegration doch verwirklicht?

    Vielen Dank schonmal im vorraus.
     
  2. Pardela_cenicienta

    Pardela_cenicienta Aktives Mitglied

    "weshalb der Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 deutlich machte, dass die Deutschlandpolitik von Konrad Adenauer gescheitert war."

    Die Fragestellung ist eine manipulative Unterstellung.

    Eine verbrecherische Politik der DDR hatte schon vorher eine Wiedervereinigung als unwägbares Risiko erscheinen lassen.
    Inwiefern ist Adenauer gescheitert? Zunächst einmal scheiterte die DDR indem sie die Freiheit ihrer Bürger so fürchtete dass sie diese in ein Gefängnis aus Stacheldraht und Beton einsperrte.
     
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  3. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Vorweg ein paar Daten zu den handelten Personen:

    1. UdSSR

    · J. Stalin von 1922 – 1953 Generalsekretär der KPdSU.

    · Danach für ein paar wenige Monate G. M. Malenkow und

    · Danach 1953 – 1964 N. S. Chruschtschow.

    2. Bundesrepublik Deutschland

    · K. Adenauer, Bundeskanzler von 1949 – 1963

    3. DDR

    · W. Ulbricht, Generalsekretär/ab Juli 1953 Erster Sekretär der SED 1950 – 1971.

    · Otto Grotewohl, MP 1949 – 1964.

    · W. Pieck spielte zwar dabei auch eine wichtige Rolle, aber die Akteure waren W. Ulbricht und O. Grotewohl.

    K. Adenauer war ja bei den DDR Oberen die Inkarnation des Bösen.

    K. Adenauer verwendete m.W. auch nie den Begriff „DDR“. Er sprach immer von der „Ostzone“.

    Ja wie war das damals...

    Anfang der 50iger ging es ja immer hin und her mit der Absicht der deutschen Wiedervereinigung. Die DDR gab hierzu auch mal Briefmarken heraus.

    Den Anfang machte wohl Otto Grotewohl (MP der DDR von 1949 – 1964).

    Grotewohl schrieb damals einen offenen Brief an K. Adenauer am 30.11.1950. Er schlug darin einen „Gesamtdeutschen Konstituierenden Rat“ vor.

    K. Adenauer gab dazu eine Regierungserklärung am 15.01.1951 ab Er sagte ja, knüpfte es aber an 2 Bedingungen:

    1. Freie Wahlen und

    2. Politische Freiheit der Ostdeutschen.

    Damit war das Thema „Gesamtdeutschen Konstituierenden Rat“ erstmal erledigt. Kommunisten scheuen wie der Teufel das Weihwasser freie Wahlen, vorallem die, die im Machtbereich der UdSSR waren.

    Es folgten dann Apelle der Volkskammer der DDR an den Deutschen Bundestag unter der Überschrift „Deutsche an einen Tisch“.

    Dann stimmte auf einmal die DDR Regierung „Freien Wahlen“ zu.
    K. Adenauer hielt dies für eine Täuschung und die Bundesregierung wandte sich an die UNO. Die UNO wollte daraufhin das prüfen, aber die DDR Regierung verweigerte Anfang 1952 die Einreise für eine Prüfungskommission.

    Damit war diese auch von Tisch und auch das Thema „Deutsche an einen Tisch“.

    Am 10.03.1952 gabs ein Schreiben Stalins welches in der Historie als „Stalin-Note“ einging/bekannt wurde.

    A. Gromyko, schrieb an die USA, Großbritannien und Frankreich.

    Im Kern wurde vorgeschlagen ein vereintes, souveränes, demokratische Deutschland, das nur über eine begrenzte Armee verfügt. Im Mittelpunkt stand dabei die Neutralität Deutschlands. Mit einer Gesamtdeutschen Regierung soll dann ein Friedensvertrag ausgehandelt werden.

    Nachtigall ick hör dir trapsen.

    Die Westmächte lehnten ab, sie sahen darin einen Versuch, die Westintegration und Wiederbewaffnung der Bundesrepublik zu verhindern.

    K. Schumacher (SPD) agierte im Bundestag sich mit dieser Note weiter zu beschäftigen.

    K. Adenauer lehnte ab, er sah diese Note als „Bluff“ und „Störmanöver“ an.

    Ich persönlich sehe in K. Adenauer nicht die Person die während dieser Prozesse im Bremserhäusel saß. Ich hoffe mein Text macht dies auch deutlich,
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2020
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  4. LinnHansen

    LinnHansen Neues Mitglied

    Danke für alle Antworten, hat mir sehr weitergeholfen und ich sehe es ähnlich.
     

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