Admiral Zheng He und die Karte des Piri Reis

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von Kukumatz, 24. Mai 2010.

  1. Kukumatz

    Kukumatz Neues Mitglied

    Bekannt ist, daß der chinesische Admiral Zheng He , der übrigens Moslem gewesen sein soll etwa zu Zeiten der portugiesischen und spanischen Seefahrer und Entdecker bis zur Pazifikküste Amerikas gelangt sein soll. Seine Entdeckungsfahrten wurden mit riesigen Dschunken mit mehreren hundert Mann Besatzung durchgeführt und erst auf Geheiß eines Kaisers eingestellt worden sind.

    Ist es möglich, daß die berühmte Karte des Piri Reis von Zheng He stammen könnte.

    Als Quelle kann ich nur Wiki angeben und einige Artikel in populärwissenschaftlichen Schriften und Zeitungen benennen.
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Es ist erwiesen, dass er Ostafrika und den Persischen Golf erreichte. Eine Entdeckung Amerikas oder gar eine Weltumseglung gehört mehr in den Bereich Science Fiction. Ich weiß nicht, ob es überhaupt chinesische Karten aus dieser Zeit gibt. Wenn es sie gab, wurden sie garantiert als Staatsgeheimnis gehandelt und wären sicher nicht an den Bosporus gelangt. Nicht zuletzt, die Piri-Reis-Karte ist eine Portolan-Darstellung, wie sie im Westen üblich war und chinesisch beschriftet ist sie auch nicht. Also nix mit chinesischer Herkunft.
     
  3. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Es gibt eigentlich keinerlei ernstzunehmenden Nachweis, dass Zhen He den Atlantik bereist oder die Pazifikküste der Amerikas erreicht haben könnte.

    Ich habe vor Jahren mal "1421" gelesen und fand da schon etliche von Menzies "Beweisen" sehr selektiv und an den Haaren herbeigezogen. In der wissenschaftlichen Rezension wurde ihm das Fell über die Ohren gezogen. (Gab damals ne recht gute Webseite, auf der seine Theorien en détail widerlegt wurden, hab sie aber gerade nicht gefunden. Hier ist ein sehr viel schlichterer Versuch: 1421 bunkum, und hier noch einer: ABC Online Forum)

    Was mir im Kopf blieb: Menzies belegt Zheng Hes Anwesenheit in Südamerika hauptsächlich darauf, dass dieser dort einige (lebende) Riesenfaultiere als Mitbringsel eingepackt habe. Das possierliche Tierchen gilt in den Kreisen wissenschaftlicher Spinner allerdings seit mehr als 10 000 Jahren als ausgestorben.

    Es gibt aber in der Welt laut seiner - inzwischen zwei - Bücher sehr viele mehr oder weniger große Errungenschaften, Bauwerke, genetische Einflüsse, Hühner, Schiffswracks etc. die Menzies ausschließlich chinesischem Wirken zutraut. Alternative Erklärungen oder Erklärungsversuche hat er früher als boshaft angefeindet, inzwischen ignoriert er diese wohl nur noch.

    Zheng He und seine Chinesen sind dem Menzies halt, was dem Däniken seine Außerirdischen sind. In seinem dritten Buch wird er behaupten, erst die Chinesen hätten den Schwaben Dennete, Spätzle und Maultaschen gebracht. Er wird dies damit beweisen, dass bei Entrümpelungsarbeiten im Keller des Gasthofs zum Fauchenden Drachen in Tuttlingen ein Glückskeks gefunden wurde.:pfeif:
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2010
  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Menzies setzt das Ereignis 1421 an.
    Asian Review of Books
    Rein theoretisch geht es also auch ohne Zeitmaschine.
    Nicht desto trotz dürften seine Aussagen unter die Kategorie "bullshit" fallen.
    Noch ein bisschen klugscheissen: Die SIND definitiv seitdem ausgestorben. Ich hoffe mal, das soll ein Schreibfehler bei der Formulierung sein.
     
  5. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Hätte wohl noch den ;) da zu den "Spinnern" malen sollen. Mea Culpa!:rotwerd:

    Im übrigen hast Du mich gerade eines enormen Zeitsprungs überführt. Und das nach nur einem Jever :rotwerd:. Mal schauen, ob ich das noch editiert krieg:pfeif:. Falls nicht, vergesst alle meine Behauptungen, die mit 15xx anfangen.

    Zur Entschädigung für meine falschen Behauptungen darf ich aber noch nachtragen, wie Menzies bewiesen hat, dass die in Südamerika ortsansässigen Hühner von Zheng He dorthin gebracht worden sind. (Die Quelle des Textes stammt von hier http://www.nytimes.com/2003/01/05/magazine/05MENZIES.html?pagewanted=all, das steht so aber auch in 1421.)
    Kurz deutsch: Menzies kann aus eigener Erfahrung berichten, dass ein asiatischer Hahn morgens "Kikeriki" sagt. Ein europäischer Hahn sage "Kockerukuu". Und da nun südamerikanische Hähne auch "Kikeriki" sagen, sei hiermit der Beweis erbracht, dass diese von den Chinesen Zheng Hes nach Südamerika verbracht worden seien."
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2010
  6. querdenkerSZ2

    querdenkerSZ2 Aktives Mitglied

    Däniken und Co behaupten ja immer auf der Piri Reis Karte steht sie wäre von anderen , älteren Karten kopiert .
    Das stimmt zwar , ist aber unvollständig , sie wurde von älteren Portugiesichen Karten kopiert .
    Das steht auch auf der Karte und erklärt auch warum die Iberische Halbinsel und die Afrikanische Westküste so genau dargestellt sind .
     
  7. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    Die Hühner scheinen Amerika tatsächlich schon vor Columbus entdeckt zu haben, nur hatten die Chinesen wahrscheinlich nichts damit zu tun.

    Polynesier brachten Haushuhn nach Amerika

    Stimmt es eigentlich das Zheng He außer seine bekannte 7 Reisen noch 2 weitere gemacht haben sollte, die durch den Kaiser zensiert wurden?
     
  8. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Das meint der doch wohl nicht im ernst. Man fasst es nicht :rolleyes::autsch:
     
  9. Erich

    Erich Aktives Mitglied

    Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: 600 Jahre alte chinesische Münze in Kenia ausgegraben - SPIEGEL ONLINE
    die Münze könnte von der Flotte Zheng he's kommen
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da Zheng He bis in die Gegend gekommen sein soll, ist das gar nicht so unwahrscheinlich. Aber sie kann durchaus auch in Indien oder sonstwo umgeschlagen worden sein.
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Von den jahrhundertealten Streckengeschäften bzw. Handelsketten über Arabien bis an die afrikanische Küste, und dabei ausgehend vom Sino-Indischen Handel (die "maritime" Seidenstraße) dürfte das die wahrscheinliche Variante sein.
     

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