Ägypter sind keine Araber!!!

Dieses Thema im Forum "Judentum | Israel | Naher Osten" wurde erstellt von rique, 25. Dezember 2004.

  1. rique

    rique Neues Mitglied

    Eigentlich wollte ich direkt Auf den Beitrag Antworten, leider ist mir das nicht erlaubt!?

    Zum Thema: Was verdanken die Europäer den Arabern. Meine Antwort findet ihr ganz unten. Es schadet aber nicht, wenn ihr auch das dazwischen lest.

    Beim Stöbern in diesem Forum bin ich auf diesen Thread gestoßen und hätte ihn sicher auch schnell wieder verlassen. Aber dann blieb ich an folgender Bemerkung hängen.

    Diogenes: "Die Ägypter sind zwar (wie Du richtig gesagt hast) Christen gewesen, aber trotzdem Araber gewesen."

    Ich will in aller Deutlichkeit klarstellen, Ägypter sind keine Araber! Gott (oder Allah) sei dank! Die meisten von ihnen empfinden eine solche Gleichsetzung als Beleidigung, wie ich finde zu Recht.

    (Es gibt sogar eine Partei, Mesr al-Um, welche die Dearabisierung Ägyptens zu ihrem Programm gemacht hat. Talaat Radwan, einer ihrer Gründer will sogar den Zusatz 'al-Arabyia' aus der offiziellen Staatsbezeichnung entfernen, den der Verbrecher Gamal Abdel Nasser zu verantworten hat. Ihre Motive sind dabei nicht weniger eigennützig.)

    Diesem Irrtum unterliegen aber nicht nur viele Europäer. Auch in Peru glauben fast alle, das in Frankreich, abgesehen von ein paar Einwanderern der letzten 200 Jahre, nur die Franzosen leben. Und die meisten Deutschen sind überzeugt in Peru leben die Peruaner, einige Peruaner glauben das übrigens auch schon.

    Das selbst hier, in einem Forum für Geschichte, diese Meinung Konsens ist, ja nicht einmal als eine solche erkannt wird, bestätigt mein Erfahrungen, "Deutsche denken eben anders." In diesem Fall denken sie eben "völkisch", was scheinbar trotz fast sechzigjähriger anglophober Dominanz unausrottbar ist.

    Erst der arabische Nationalismus, eine Kopie des westeuropäischen (französischen), begründet den Mythos einer arabischen Nation, der noch absurder ist, als er es schon in Europa war. Folgerichtig mußte er mit Gewalt in die Hirne der Bevölkerung gepreßt werden. Die ist es gewohnt Religionen kommen und gehen zu sehen und ließ auch das über sich ergehen. Als die Araber wieder an der Macht waren, vergaßen sie den arabischen Nationalismus schnell wieder. Heute ist er eine Spielwiese für Akademiker ohne politische Relevanz. [Hier müßte etwas über dann folgende Hinwendung/Rückbesinnung auf den Islam stehen, aber das würde zu weit vom Thema wegführen]

    In den Familien bewahrt man das Wissen über seine Herkunft dafür umso besser. Was ihr in Europa als Stammesdenken, das angeblich nicht mehr zeitgemäß sei, tituliert, hat uns in den Jahrtausenden, in denen wir unter der Zivilisation zu leiden hatten, unsere Identität bewahrt. Ihr werdet es auch noch lernen. Einige Europäer ahnen es zumindest schon.

    Wenn ihr also über die Araber redet, solltet ihr euch bewußt werden, das es sich immer nur um Gesellschaften handelt, die von einer dünnen "arabischen" Oberschicht beherrscht sind. Wenn fremde Chroniken von einem arabischen Kaufmann, Seefahrer oder Gelehrten sprechen, meinen sie dies fast immer nicht im völkischen Sinn, sondern in der Bedeutung arabisch sprechend oder aus arabischen Landen. Aber euch scheint ja nicht mal bewußt zu sein, daß dies in euren Gesellschaften genauso ist.

    Die meisten der von euch als wichtig erachteten Leistungen, sind nicht von Arabern (Mitglieder von Familien, die sich als Abkömmlinge der arabischen Stämme betrachten) vollbracht wurden. [Eine Liste erspare ich mir hier] Denn es handelt sich um 'nützliche' Dinge, mit denen sich zu beschäftigen eines Arabers unwürdig wäre.

    Die Araber nun, darauf sind sie auch heute noch besonders stolz, sind zuallererst und vor allem Krieger. Das hindert sie nicht, sich ausgiebig der Kunst zu widmen. Das unterscheidet sie von den unzivilisierten (Definition: zivilisierte Gesellschaften sind städtische Gesellschaften, insofern ist der Begriff wertfrei, lieber Moderator) germanischen Barbaren, die in Westeuropa ihre Reiche eroberten und erst einmal gründlich ruinierten, bevor die Juden die Zivilisation auch dort verwurzeln konnten.

    Askan schrieb in einem anderen Thema: "Ich kann immernoch nicht begreifen, wie so ein Staatsapperat von eine Horde Kamelhirten überannt werden konnte." Vielleicht sollte er sich mal mit einem 'Kamelhirten' unterhalten. Die meisten gebildeten Araber sind euch auch heute intellektuel weit überlegen (Saudis natürlich ausgenommen), auch wenn sie in einem Zelt wohnen. Was sie aber verabscheuen, sind 'nützliche' Tätigkeiten (Wie immer in der Geschichte gab es trotzdem einige Araber, die sich solchen unwürdigen Tätigkeiten zuwandten).

    Also was nun verdanken die Europäer wirklich den Arabern? Den Arabern verdanken die westeuropäischen Gesellschaften fast nichts, außer vielleicht gute Pferde und Poesie. Den Gesellschaften des Nahen (und ferneren) Ostens aber fast alles.



    ;)
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast

    Als was soll man denn Staatsbürger von Peru bezeichnen? Als Peruaner, schlage ich vor.
    Als was soll man Staatsbürger von Ägypten bezeichnen? Als Ägypter, schlage ich vor.
    Und wenn man die Staatsbürger von Deutschland als Deutsche bezeichnet, ist da nichts "Völkisches" dran.

    Außer, wenn man glaubt, solche Bezeichnungen hätten irgend etwas mit "Blut" oder "Abstammung" zu tun...


    Und in diesem Sinne würde ich nicht behaupten, daß "völkisches" Denken in diesem Forum Konsens sei.


    Jeder Nationalismus ist ein Mythos. Bei einem Wettbewerb, wo der absurdeste Nationalmythos ausgebrütet wurde, wird allerdings Europa (speziell Mitteleuropa) wohl schwer zu toppen sein...


    Ja, klar.


    Wie kann man dann unter einer Zivilisation "leiden", fragt sich da wohl nicht nur der Moderator:
     
    El Quijote gefällt das.
  3. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Mir bleibt nur ein Kopfschütteln. Mehr ist über riques Äusserungen nicht zu sagen.
     
  4. Germanicus

    Germanicus Neues Mitglied

    Was wir den Arabern verdanken?

    @rique
    Hier ein paar kleine Beispiele:
    - Die arabische Medizin trugen viel dazu bei, den Ausbildungsstand der Mediziner zu verbessern, denn sie bestanden darauf, dass ein angehender Arzt seinen Beruf nur nach einer Prüfung ausüben durfte. Sie führten außerdem zahlreiche neue Arzneistoffe ein, machten große Fortschritte in der Augenheilkunde und im öffentlichen Gesundheitswesen und waren ganz allgemein viel qualifizierter als die Ärzte in Europa.
    - Der arabische Arzt al-Razi beschrieb als erster Pocken und Masern und äußerte erstmals die Vermutung, dass die Ursache der Infektionskrankheiten im Blut liegt.
    - Die Schriften des griechischen Mediziners Galen kamen über Umwege von Arabien nach Europa.
    - Zahlreiche Bücher und Schriften, die ohne die "Kopierwerkstätten" der Araber verloren gegangen wären.
    - Windmühlen wurden in Persien vermutlich schon im zehnten Jahrhundert gebaut.
    - Arabische Zahlen, einschließlich der Null.
    usw. und so fort.
    Noch eine Gegenfrage hätte ich an dich: Was haben wir den Arabern gebracht?
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2004
  5. Erich

    Erich Aktives Mitglied

    @rique:
    wenn man es rein historisch betrachtet, dann gab es tatsächlich östlich von Ägypten eine sprachlich und damit ethnische Trennung zwischen den Hamiten und den Semiten, und während die Israeliten der Antike noch zu den Hebräern bzw. Semiten - also den Verwandten der Araber - zu zählen sind, gehören die ägyptischen Fellachen histroisch wohl zu den Hamiten, die heute noch - mit den Tuareg und Berbern - weite Teile Nordafriaks besiedeln.
    Die "Arabisierung" erfolgte erst mit der "Islamisierung", und mit dem Koran wurde arabisch zur Hochsprache der heutigen arabischen Welt, die in zunehmend breiteren Bevölkerungskreisen gesprochen wurde. Wenn wir heute von Arabern sprechen, dann meinen wir diejenigen, deren Muttersprache "arabisch" ist - und das ist auch bei den Agyptern der Fall.

    @Germanicus:
    Was wir den Arabern gebracht haben? Die gesamte antike Kultur, die - wie Du am Beispiel Galens anmerkst - erst über die Araber wieder in das "westliche Abendland" zurück kehrte, hat in der Frühzeit der islamischen Epoche (Damaskus und Bagdad) erst zur Hochblüte der frühislamischen Reiche beigetragen. Die nomadisierenden Stämme der Araber haben sich (ost-)römische Kenntnisse z.B. aus Medizin und Ingeniuerbau (Städtebau, Bewässerungstechnik, Brücken- und Festungsbau) angeeignet, das Wissen also übernommen und weiter entwickelt.
    Diese fruchtbare Auseinandersetzung ist genau das Gegenteil der heutigen geistigen Auseinandersetzung der arabischen Welt. Wissenschaftliche Werke und Literatur werden - wenn überhaupt - in geringsten Auflagen in arabischen Ausgaben veröffentlicht. Stattdessen wird auf breiter Basis (ausgehend von der Wahabitischen Schule des Islam, die einen "Osama bin Laden" entscheidend beeinflusst hat) vielfach ein (mittelalterliches) Weltbild des Islam gelehrt, das immer noch auf der Herden- und Stammesgesellschaft beruht und sämtliche Entwicklung und Fortschritte verteufelt.
     
  6. Obwalden

    Obwalden Mitglied

    Hallo Hyokkose

    Ich denke, er meinte damit, dass die alten, überliederten Traditionen und Riten der Vorfahren in die Ecke gedrängt oder gar verboten wurden, um einigen Neuerungen Platz zu machen, welche aber mehr Unheil als Gutes brachten bzw. nicht bewährt haben.
    Die Traditionen und die Kultur der Vorfahren ist für uns, auch wenn wir es oft nicht direkt wahrnehmen oder wahrnehmen wollen, doch etwas sehr wichtiges zur eigenen Identität, denn Zukunft braucht Herkunft.
    Ich meine, das meinte er als er wegen den Neuerungen schrieb. Soviel ich weiss, wurde in Ägypten, als der islamische Glaube sich auch dort ausbreitete, einiges verboten.
    Viele Grüsse
    Mike
     
  7. hyokkose

    hyokkose Gast

    Nun kann man aber die Perser beim besten Willen nicht als Araber bezeichnen. Nicht alles, was aus dem Nahen (oder "Mittleren") Osten kommt, ist deswegen schon arabisch. Da hat Rique nicht ganz unrecht, auch wenn man seinen extremen Übertreibungen nicht zustimmen kann.
     
  8. Dem muß ich wiedersprechen. Die Europäer verdanken ihre ganze heutige Hochkultur den Arabern. Diese begründeten den Islam und der Islam rettete bei seiner Ausbreitung das Wissen der Antike und bewahrte es auf. Mehr als hier in den alten Klöstern aufbewahrt wurde.

    Durch die Kreuzzüge und die Rückeroberung Spaniens gewannen die europäischen Christen viel von diesem alten Wissen eben von den Arabern zurück. Die Araber und die anderen muslimischen Völker vermittelten die indische Mathematik nach Europa, ebenso wie das Papier (Bücher !) und das Schwarzpulver.

    Wir nennen noch heute hier in Europa unsere Zahlen vom Namen her als Arabische Zahlen !

    Alle drei Dinge sind die absoluten Grundlagen der großen Aufstiegs Europas und der langen europäischen Überlegenheit.

    Die arabisch/islamische Wissenschaft und die letzliche Eroberung von Byzanz durch die Osmanen begründeten dann die Renecainsse in Europa und beendeten das Mittelalter.

    Den Nationalismus z.B., oder die Radikalisierung und Veränderung des Islam durch die notwendige Reaktion auf die Kreuzzüge. Den Niedergang der alten arabisch/islamischen Welt und den Aufstieg der Turkvölker z.b.

    Man muß dazu aber noch bedenken, daß auch die Byzantiner, also die heutigen Griechen vor dem Fall ihres Reiches und primär durch den Fall ihres Reiches diese Kenntnisse auch wesentlich nach Europa brachten. Die Flucht byzantinischer Gelehrter vor der türkischen Eroberung nach Italien begründete entscheidend im 15 Jahrhundert die Renecainsse mit.

    Tatsächlich ist es so, daß die islamische Kultur und auch die arabische Kultur ganz massiv durch die vorherige persische der Sassaniden geprägt und beeinflußt ist, von der Staatskonstruktion über die Technik bis hin zur Wissenschaft. Der entscheidende Punkt aber ist, daß die Araber eben dann als erste sowohl die persische Kultur und Wissenschaft als auch die antike römische/byzantinische beide adaptiert haben und miteinander verbunden haben und aus dieser Verbindung und dem Streben der Araber und der frühen Muslime nach weltlichem Wissen erlebte die islamische Welt eine solche Blütezeit.

    Durch ihre Stellung zwischen den großen Kulturräumen Indien, China, Europa und Persien wirkten die Araber als Vermittler und ihnen gelang es, viele der alten, erstarten Traditionen durch Vermischung neu zu beleben und weiterzuentwickeln. Es verhält sich so, dass die römische antike Wissenschaft zu diesem Zeitpunkt zwar hochstehend, aber de facto erstarrt war, die Araber und in ihrer Nachfolge die Muslime waren es, die sie neu belebten.


    Rique hat aber schon auch recht wenn er betont, daß man allzuleicht Araber und Islam gleichsetzt. Und das nicht jeder „Araber“ (=Muslim) der Frühzeit auch ein Araber ist. Desweiteren hat er mit einigen seiner Grundeinordnungen der arabischen Stammes- und Kriegerkultur durchaus recht, wobei seine Feststellung die Araber würden sich nur ungern nützlichen (=wissenschaftlichen) Tätigkeiten widmen nicht typisch Arabisch ist, sondern typisch Nomadisch, sie resultiert nicht aus der arabischen Kultur sondern aus dem Fakt, daß diese Kultur im Kern eine Nomadische ist.
     
  9. rique

    rique Neues Mitglied

    Erwiderung an hyokkose

    Dieser Beitrag war für den Thread auf die Frage von Leopold Bloom im Bereich Mittelalter / Der Islam und die Welt der Araber gedacht. Wie schon erwähnt, konnte ich ihn dort aber wegen fehlender Rechte nicht posten.

    Nun zu deinen Bemerkungen.
    Die Verwendung des Begriffs 'Staatsbürger' ist wohl für die realen Verhältnisse in der Zeit des Mittelalters unpassend. Aber wenn man ihn doch benutzt, sollte man wissen, daß es sich um eine Fremdbezeichung handelt. Also die herrschende Ethnie bezeichnet damit alle Individuuen unter ihrer Herrschaft, was meist in groben Zügen mit der Bevölkerung eines Territorium zusammenfällt.

    In der Türkei hat man so die Kurden zu Türken gemacht (und dann doch abschätzig Bergtürken genannt). Für Deutschland gibt es ein ebenso treffendes Beispiel, aber eure Geschichte solltet ihr selbst kennen.

    Das man es nicht bei dem Versuch der Umbenennung beläßt, sollte auch bekannt sein.

    Wenn Du dir nun die letzten Beiträge hier so anschaust (Germanicus), so wird wieder die Bevölkerung unter arabischer Herrschaft, als Araber tituliert.

    Du fragst dich auch: "Wie kann man dann unter einer Zivilisation "leiden". Logisch daß Dir das schwerfällt, schließlich bist du ja (wahrscheinlich) selbst ein Angehöriger der Zivilisation. (Zivilisationen sind städtische Kulturen) Die haben Bauern und Hirten schon immer unterjocht und mit Mißachtung gestraft.

    Wenn ihr heute eure Zivilisation nach Kenia, Ost-Timor oder in den Amazonas bringt, werden aus mehr oder weniger freien Bauern armselige Plantagenarbeiter, die unter Bedingungen leben, die sich in nichts von denen unterscheiden, die im antiken Rom oder später im Süden der USA geherrscht haben (Natürlich gibt es jede Menge Beispiele auch aus anderen Regionen und Epochen).

    Und wenn die großartige Zivilisation zusammenbricht, weil das Netzwerk Risse bekommt, ... aber das ist eine andere Geschichte.

    Übrigens, ein Fellache ist einfach nur ein Bauer.

    Erich schreibt: "Wenn wir heute von Arabern sprechen, dann meinen wir diejenigen, deren Muttersprache "arabisch" ist ..."

    Bei euch Deutschen zählt die Sprache scheinbar immer zur zentralen kulturellen Eigenschaft von Menschen. Die ganze indoeuropäische, Verzeihung, indogermanische Theorie baut darauf auf. Meine Frau ist aus Peru. Sie kann sich kaum noch mit ihrer Großmutter verständigen, wie viele andere ihrer Freundinen auch. Mein jüngster Bruder spricht die Sprache seiner Mutter ebenfalls kaum.

    Trotzdem haben wir eine kulturelle Tradition, die weiter zurückreicht, als die der ägyptischen Könige.

    Quintus Fabius meint:" ... nicht typisch Arabisch ist, sondern typisch Nomadisch."

    Die Kultur einer Gruppe wird primär von der Wirtschaftsweise zum Zeitpunkt der Frühphase der Genese bestimmt. Insofern kann man das nicht trennen. Die Spuren der Hirtenkultur findet man heute noch im Verhalten von Menschen, die diese Kultur nur angenommen haben (bei Arabern und Juden, was eigentlich dasselbe ist).

    Den Begriff nomadisch würde ich aber überhaupt nicht verwenden, er bezieht sich ja auf die Lebensweise und wurde von "seßhaften" Kulturen geprägt, für die jeder, der nicht in einem festen Haus wohnt, ein Halbwilder ist. Genau betrachtet leben viele meiner Kollegen viel nomadischer als jeder so genannte Nomade.

    Damit soll es genug sein.
     
  10. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Araber sind meiner Meinung nach Völker, die arabisch als Amtssprache verwenden und überwiegend moslemisch sind.

    Es ist eine Sammelbezeichnung, so wie man z.B. Europäer zumeist mit der christlichen Religion in Verbindung bringt (siehe aktuelle Diskussionen zum EU-Beitritt der Türkei).

    Es gibt ja eigentlich keinen Ur-Araber... die "Ur-Araber" gingen aus dem Semiten hervor (nicht aus den Juden!).

     
  11. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

  12. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Tut mir leid, aber das ist leider falsch. Es gibt beispielsweise auch christliche Araber.


    Kommt ganz auf den Zeitraum an.......ein Teil des Pfads auf den du dich beziehst, beschäftigt sich auch mit persischen Errungenschaften, mitnichten Araber. Genausowenig sind die arabischen Zahlen streng genommen arabisch sondern viel eher indisch.


    Das hätte ich aber mal wirklich gern erklärt gekriegt.....vor allem das mit der "anglophoben Dominanz".....
     
  13. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Folge mal meinem Link auf Wikipedia...
    Da gibt es drei Definitionen für Araber die alle richtig sind.
    Man kann es von den kleinen arabischsprachigen Stämmen auf der Arabischen Halbinsel bis hin zu etwa 300 Millionen Menschen ansehen. Es kommt nur auf den Blickwinkel an...

    Nachtrag:
    Übrigens schrieb ich "überwiegend moslemisch sind"...
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2004
  14. hyokkose

    hyokkose Gast

    Richtig. Hier wird man eher von "Untertanen" sprechen.

    Da bist es jetzt Du, der "völkisches" Denken ins Mittelalter projiziert. Die damaligen Herrscher haben in erster Linie nach Dynastien und nicht nach "Ethnien" gedacht, nach dem Motto: Hauptsache, der Thron bleibt in der Familie, und die Untertanen bleiben Untertanen.


    Da war es genau andersherum: Hier wurden deutsche Staatsbürger zu Angehörigen eines "Fremdvolks" erklärt, ausgegrenzt und schließlich vernichtet.


    Das mag sein, aber das ist weder völkisches Denken noch kann man eine einzelne Meinung als "Konsens" bezeichnen.



    Du schreibst einerseits vom "Leiden" und andererseits behauptest Du, "Zivilisation" sei für Dich ein wertfreier Begriff. Da widersprichst Du Dir selbst.

    Ich kann hier keine Logik entdecken. Es ist doch völlig unerheblich, ob ich leide oder nicht. Du widersprichst Dir trotzdem.


    So ein seltsames Schwarz-Weiß-Denken ist mir noch selten begegnet. Es gibt genug Beispiele aus der Geschichte, wo Bauern oder Hirten auf einen Thron gekommen sind und dann ihre Untertanen genauso unterjocht haben wie ihre Vorgänger auch.
    Im übrigen sind alle Zivilisationen dort entstanden, wo besonders erfolgreich Landwirtschaft betrieben wurde. Wenn der Boden viel hergibt, vermehren sich die Menschen, die Dörfer werden immer größer und schließlich werden Städte daraus. So war es im alten Ägypten, in Mesopotamien, in China und in Mittelamerika.



    Wen meinst Du mit "ihr"?

    So habe ich das in der Schule gelernt. Und weiter?


    Woraus schließt Du denn, daß Erich "Deutscher" ist?


    Danke für die Information, aber was willst Du damit sagen? Findest Du das gut oder schlecht oder einfach egal?



    Wieso denn nicht? Das ist doch ein wertfreier Begriff und kein Schimpfwort. Dann dürftest Du auch nicht die Begriffe "Fellache", "Bauer" oder "Kultur" verwenden, denn die wurden auch von seßhaften Kulturen geprägt.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. Dezember 2004
  15. askan

    askan Neues Mitglied

    Zitat:" Wenn der Boden viel hergibt, vermehren sich die Menschen, die Dörfer werden immer größer und schließlich werden Städte daraus. So war es im alten Ägypten, in Mesopotamien, in China und in Mittelamerika."

    Hmm, alles (ausser Mesoamerika) Flusslandschaften in der Nähe von wüstenhaften Gebieten, ich denke eher das, die Nähe von Nomadenvölkern und Bauern die kulturelle Initialzündung gab.

    Übrigens, in Ägpyten selbst wird heute noch eine Unterscheidung zwischen Araber, Fellachen und Numibier gemacht.
    Auch in anderen arabischsprachigen Staaten existieren noch zwei "Kasten".
    In Marokko zum Beispiel, wird noch ganz genau unterschieden wer zu einer arabischen oder zu einer Berberfamilie gehört.
     
  16. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Ich denke, dass Ägypter sich eher zu den Arabern zählen. Schließlich wollten sie in den 60er und 70er Jahren z.B. mit Syrien die "Vereinigte Arabische Republik" gründen...
     
  17. hyokkose

    hyokkose Gast

    Das will ich keineswegs ausschließen. Nur wurden die ersten Stadtmauern eben inmitten der Äcker hochgezogen (Schutz vor Nomadeneinfällen?) und nicht in den kargen Weidelandschaften draußen.
     
  18. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Um mich in die interessante Diskussion mal einzumischen: sind Araber nicht Pferde?

    So weit ich den Urthread kenne, geht es darum, was Europa den Arabern verdankt. Dass in einem Geschichtsforum nicht von heutigen Arabern ausgegangen werden sollte, stehe ich hoffentlich nicht allein da.
    Genau genommen, gibt es ja die Araber nicht, da nach riques Einschätzung Saudi-Arabien nicht als Arabien zählt und somit nur die VAE heute Arabien sein müßte. Denn im Jemen sind Jemeniten, im Oman die Omaner und im Katar die Katarer oder Kataris oder Kattharer bzw. im Bahrein die Bahreinis.
    Ein arabisch sprechender Bauer wird mit Sicherheit keinen Unterschied machen zwischen französischsprechenden Europäer oder englischsprechenden Europäer. Oder wer will mir weismachen, er/sie spricht von "chinesischsprechenden Asiaten" und "russischsprechenden Asiaten"?

    Dass Ägypter keine Araber sind, ist eine grobe Fahrlässigkeit über das Wissen der jüngeren Geschichte Ägyptens, liebste(r) rique.
     
  19. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied


    Das eine impliziert aber nicht zwingend das andere....Nassers Panarabismus erscheint mir als ziemlich tot und panarabische Bewegungen und Parteien haben grade einen gelinde gesagt schweren Stand (Baath etc...)
     
  20. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Die DDR nannte sich auch deutsch, gehörte aber nicht zur BRD. Und wünschte sich laut Nationalhymne ein geeintes Deutschland. Doch das war nur eine Phrase.
     

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