Ärgert es euch auch so, dass es viele Interessante Bücher nur als Facharbeiten gibt?

Dieses Thema im Forum "Geschichtsmedien und Literatur" wurde erstellt von Griffel, 10. Juni 2021.

  1. Griffel

    Griffel Mitglied

    Da ich gerne lese, wollte ich mal nachforschen, ob auch noch andere hier, dass gleiche Problem haben? Ich musste schon des Öfteren feststellen, dass es zu vielen historischen Themen faktisch keine oder nur sehr spärliche Literatur gibt!:mad:

    Ich muss sagen, dieser Umstand verärgert mich sehr. Es mag ja sein, dass für viele Menschen, Geschichte ein trockenes und langweiliges Thema ist. Aber trotzdem sollte es mehr Fachbücher geben. Natürlich solche die auch Laien einigermaßen verstehen können!;) Ich nenne hier mal mein jüngstes Beispiel:
    Der Verhandlungen über die deutsche Einheit bzw. den 2 + 4 Vertrag! Auf meine Nachfrage bei meinem Buchhändler erhielt ganze 2 Titel. Beides sind Facharbeiten. Davon scheint mir nur ein Titel wirklich brauchbar - zumindest für meine Bedürfnisse. :rolleyes: Und dieses Werk, ist erstens, fast 25 Jahre alt und zweitens äußert selten und dem entsprechend teuer! Bei meinem Buchhändler würde es mich 94 Euro kosten. Bei Amazon 83 Euro. Gut! Es ist eine Habilitationsschrift aber für 420 Seiten, ist auch das reichlich teuer. Wobei ich keinen Zweifel habe, dass das Werk sehr informativ wäre. Nun wüsste ich gerne, ob andere hier ähnlich frustrierende Erfahrungen gemacht haben. Und was eure Vorschläge wären, um die Situation zu beheben.
     
  2. Korbi

    Korbi Aktives Mitglied

    Die Erfahrung muss ich im Studium ständig machen. Die tatsächlichen wissenschaftlichen Arbeiten und Abhandlungen kriege ich nicht unter 50 bis 60 Euro - und die Bibliothek hat sein Anfang der Pandemie zu und noch nicht wieder aufgemacht. Grundsätzlich ist die Bibliothek eine gute Möglichkeit, aber ich bin auch selber jemand, der die Sachen lieber zu Hause stehen hat. Eine Möglichkeit wäre in Antiquariaten zu schauen, zum Beispiel ZVAB (online), mache ich ständig, aber einiges gibt es da auch nicht (und oft ist es gar nicht so viel billiger). Aber von diesem Problem kommt man leider nicht ganz weg. Wenn doch, wüsste auch ich gerne wie :D.
     
  3. Griffel

    Griffel Mitglied

    Es freut mich, dass sich auch andere für gute Bücher interessieren. :cool: Manchmal kann man auch mit Amazon Abhilfe schaffen! Bei mir war das des Öfteren so!;) Aber trotzdem! Es ist an sich eine Schande, dass man so derart tief graben muss. Natürlich gibt es für alles Fachverlage OK. Aber zum Beispiel über wichtige Themen wie die Pariser Verträge, EWG oder Nato oder eben die Wiedervereinigung und ihre Verträge, findet man so gut wie nichts.

    Über den 2. Weltkrieg,:rolleyes: gibt es mehr Bücher als man zählen kann und möchte. Über den 1. Weltkrieg, geht es auch. Aber alles andere da sieht es echt durchwachsen aus. Mich wundert, dass sich unsere Regierung nicht stärker um solche Sachen kümmert. Sie sollte doch ein Interesse daran haben, dass historische wichtige Ereignisse bekannt sind.
    Selbst auf der Seite, des Auswärtigen Amtes, findet man so gut wie nichts.:eek:
     
  4. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    1. Je spezieller das Thema, desto dünner sind die Bücher gesät. Ein Buch über 2+4 ist daher seltener als Bücher zum übergeordeneten Thema Wiedervereinigung. Die sind wieder seltener als Bücher zum Kalten Krieg oder Außenpolitik der BRD.

    In den Bänden zur Wiedervereinigung gibt es dann ja verschieden ausführliche Kapitel zu den 2+4-Verträgen. Habe mal die Probe aufs Exempel gemacht:
    Das Stichwort Wiedervereinigung liefert 1500 Treffer im VLB (Verzeichniss lieferbarer Bücher). Unter anderem den seher schmalen Band aus der Reihe BeckWissen zur Wiedervereinigung. Ein Blick in den Inhalt auf der WEbsite von C.H. Beck zeigt: Die Verträge haben sogar in dem kleinen Taschenbuch ein eigenes Kapitel.

    Ich habe Buchhändler gelernt. Ich hätte dich da ausführlicher beraten können. (Hat man auch nicht immer Bock drauf :p)

    2. Wie ausführlich wurde zu einem Thema geforscht? Wie lange liegt das Ereignis zurück?

    3. Korbi erwähnt die Pandemie. Das ist ja nicht der Normalfall. Eben weil (geringe Auflage) Fachliteratur teuer ist, gibt es in Deutschland doch ein tolles Bibliothekssystem, wo man umsonst oder für wenig Geld an fast alles kommt (Fernleihe). Wenn man da an andere Epochen und den Zugang zu Wissen für die breite Bevölkerung denkt.

    4. Das Auswärtige Amt ist dafür schlicht nicht zuständig. Dafür gibt es zum Beispiel das Lemo.

    LeMO ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung Deutsches Historisches Museum, der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesarchivs. Die drei Bundesinstitutionen stellen der Öffentlichkeit damit Materialien und Wissen kostenlos zur Verfügung.
    Gerade auf LeMO gesehen: LeMO Das lebendige Museum Online

    Genau was du dir wünschst. Gratis und richtet sich an alle Bildungsschichten und Altersgruppen.
    Und natürlich auf Anhieb den Artikel zu 2+4 gefunden:

    Gerade auf LeMO gesehen: LeMO Kapitel: Zwei-plus-Vier-Vertrag

    Und natürlich die BPB nicht vergessen:
    Zwei-plus-Vier-Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland | bpb
     
    El Quijote, hatl und Korbi gefällt das.
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  6. andreassolar

    andreassolar Aktives Mitglied

    Fernleihe via Stadtbibliothek, die nehmen fast alle daran teil. Uni- und Landes- wie Staatsbibliotheken machen das sowieso.

    Beispiel: Reinhard Müller, Der "2+4"-Vertrag und das Selbstbestimmungsrecht der Völker.
    Kann in Fernleihe bestellt werden.
     

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