Altäre der in la Téne Zeit

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Haerangil, 7. August 2014.

  1. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Hi Leute! meine Frage... wie könnten die von Lukan erwähnten keltischen Altäre ausgesehen haben? Wir kennen ja gallo-römische Altäre, aber was könnt ihr mir zu Funden über La Téne und Hallstattzeitliche Altäre oder Hausaltäre sagen?
     
  2. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    möglicherweise handelt es sich beim sogenannten "Siegfriedstein" hinter dem Wormser Dom um die Reste eines solchen keltischen Altarsteins
    Und beim »Kosbacher Altar« der im Mönauforst bei Erlangen gefunden wurde und beimBärenstein-Opferaltar im keltischen Ringwall der Niederburg bei Bollendorf wird das auch vermutet
     
  3. Brenn

    Brenn Neues Mitglied

    Kann es sein, dass Kelten damals noch Felsspalten und Seen oder ähnliche Naturorte als Altäre benutzten? Oder hatten sie diese Altäre früher benutzt?
     
  4. edgar

    edgar Aktives Mitglied

    Geht es nicht eher Richtung Erddepots, als dass man Altäre sagen kann ?

    Ach, hab eine nette Seite gefunden, etwas offtopic:
    Les Gaulois d'Acy-Romance - Introduction

    Was Neueres aus dem Südwesten:
    "Vorgeschichtliche Grabenanlagen bei Heilbronn-Neckargartach" von Martin Hees. Hab es leider noch nicht selbst gelesen. Nur gehört, dass sie dort Schneckenhäuser nach Farbe sortiert gefunden haben. ;)
     
  5. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Es gab sowohl Opferschächte als auch Brandaltäre... wobei nicht jeder als "Opferschacht" bezeichnete Fund aber so einer gewesen sein muss... aber gegeben haben wird es sie trotzdem.

    Lukan erwähnt Brandaltäre und Schlachtbänke, aber mir sind keine Funde von solchen Altären bekannt, außer den späteren gallo-römischen Altären , die aber zumeist sehr römisch sind.
     
  6. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Lucanus war Dichter, kein Historiker. Sein Epos über den Bürgerkrieg hebt sich zwar von anderen antiken Epen, die historische Ereignisse behandelten (vor allem den "Punica" des Silius Italicus), durch vergleichsweise hohe historische Faktentreue ab und verzichtet außerdem auf die Darstellung der Einmischung von Göttern (nicht aber auf Vorzeichen und Orakel), ist aber trotzdem ein Epos und weder ein Geschichtswerk noch eine völkerkundliche Abhandlung.

    Die Geschichte von der Zerstörung des gallischen Hains durch Caesar dürfte Lucanus' Fantasie entsprungen sein, denn sie wird weder in Caesars Werk über den Bürgerkrieg noch in einem anderen Geschichtswerk erwähnt und passt auch inhaltlich-chronologisch nicht so recht in den historischen Belagerungsablauf. Somit sollte man auch auf seine Beschreibung dieses Hains nicht viel geben.
     
  7. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Bedeutet dies im Umkehr schluß denn ,daß es keine prä-römischen Altäre und Schlachtbänke in Gallien gab?
     
  8. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Nein, natürlich nicht.

    Ich wollte nur sagen, dass man Lucanus' Schilderung keinen Quellenwert beimessen sollte, da er die Geschichte mit der Rodung des Hains frei erfunden haben dürfte. Aber daraus kann man natürlich nicht ableiten, dass es nichts derartiges gab. Mag sein, dass er sich auf reale Berichte über keltische Kultstätten stützte - oder er ließ einfach seiner Fantasie für eine möglichst grausig-unheimliche Schilderung freien Lauf.
     
  9. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Naja sonderlich detailreich ist er ja in der Beschreibung des Hains auch nicht, höchstens in der Atmosphäre die er aufbaut...

    ich habe mich halt gefragt wie solche Heiligtümer wirklich aussahen... ich kenne einige Umzeichnungen und Pläne von heiligen Bezirken oder was man dafür hält, aber die halten sich mit Details meist zurück d.h. man sieht darauf auch keine Altäre o.ä. abgebildet und deshalb fragte ich halt ob es Funde von Altären gibt, um mir besser vorstellen zu können wie diese im prä-römischen Gallien aussahen.
     
  10. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Hallo Häarengil,

    zu diesem Thema ist eines der kleineren Bücher aus dem Theiss-Verlag empfehlenswert: Heiligtümer und Opferkulte der Kelten.

    Es bildet - bereits in den 1990ern erschienen - natürlich nicht den neuesten Stand ab, dafür aber eine erste Einführung und einen Eindruck, wie verschiedenartig die Heiligtümer sein konnten.

    Ich verlinke mal zu Artikeln zu Heiligtümern, die in diesem Buch vorkommen (ausführlicher stehts natürlich im Buch):

    Vix
    Fürstliche Grabstätte von Vix ? Wikipedia

    Heidentor bei Egesheim
    Heidentor (Egesheim) ? Wikipedia

    Gournay-sur-Aronde (mit besonders ausgeprägtem Knochenkult):
    Teil II: Kopflose Krieger - Kelten - FOCUS Online - Nachrichten

    Ribemont-sur-Ancre:
    Sanctuaire de Ribemont-sur-Ancre ? Wikipédia

    Roquepertuse:
    Roquepertuse ? Wikipedia

    Viereckschanzen im Allgemeinen:
    Viereckschanze ? Wikipedia

    Wobei hier bereits die damals "neue" Deutung vertreten wurde, dass sie nicht primär und ausschließlich als Heiligtümer dienten, auch wenn in einigen kultische Haltungen nachgewiesen sind.

    Snettisham:
    Viereckschanze ? Wikipedia
     
  11. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Hmja die ge nannten Beispiele sind mir allesamt bekannt, ich hab mich im Studium damals mit Viereckschanzen beschäftigen müssen... ich hab auch noch einige Rekonstruktionszeichnungen von keltischen Heiligtümern zuhause... leider immer ohne Altar!
     

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