Amerikaner und Engländer auf dem Sowjetischen Boden im Jahr 1918

Dieses Thema im Forum "Die Zeit zwischen den Weltkriegen" wurde erstellt von Super8bad8men, 15. Dezember 2013.

  1. Super8bad8men

    Super8bad8men Neues Mitglied

    was haben die USA und England im jahr 1918 in der UDSSR gemacht?
     
  2. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Waren Amerikaner auch dort?

    Briten und Franzosen ging es um Folgendes: Es sollte das alliierte Kriegsmaterial sichergestellt bzw. verhindert werden, das dieses den Deutschen oder gar den Bolschewisten in die Hände fällt. Des Weiteren sollte die weiß Armee gegen den rote Armee unterstützt werden, damit die Ostfront im Weltkrieg wieder errichtet werden konnte undd schließlich sollte auch noch Tschechische Legion befreit werden.
     
  3. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt


    Hinweis: Die UdSSR wurde erst 1922 gegründet.

    Die Engländer und USA waren verbündete der Weißen Bewegung.

    Russischer Bürgerkrieg ? Wikipedia
     
  4. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Ja, siehe hier:

     
  5. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Danke für den Hinweis.:winke:
     
  6. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied


    Allgemein: Die Darstellung ist m.E. in einzelnen Details so nicht ganz korrekt. Mit der Februar-Revolution im Jahr 1917 kam eine Regierung an die Macht, die auf Seiten der Alliierten weiter kämpfen wollte. Dieses wollte die Mehrheit der russischen Soldaten definitiv nicht mehr und das erklärt die Sympathie, die die russischen Truppen für die Bolschewiken aufbrachten.

    In diesem Sinne handelte es sich bei der Intervention der Franzosen und Engländer, eher im Norden, und bei der Intervention der USA und der Japaner in Fern-Ost, im völkerrechtlichen Sinne, um einen Angriffs-Krieg, gegen die Regierung der Bolschewiken.

    The Russian Civil War - Evan Mawdsley - Google Books

    The Russian Civil War 1918-22 - David Bullock - Google Books

    Zu 1. Neben den Amerikanern waren vor allem auch die Japaner engagiert, die offen Ansprüche geltend machten und territoriale Gewinne erzielen wollten. Die Japaner waren auch die letzten, die 1922 sich zurück gezogen haben.

    Russian Sideshow: America's Undeclared War, 1918û1920 - Robert L. Willett - Google Books

    Zu 2. Es ging sicherlich auch um kriegerische Aspekte in Bezug auf den WW1. Es war aber auch die direkte Intervention in den Bürgerkrieg. Die mit etwas mehr Engagement, vor allem im Norden, zu weiterführenden Ergebnissen hätte führen können wie Mawsdley deutlich illustriert. Den alliierten Truppen aus dem Norden konnten die Bolschewiken keine systematische militärische Gegenwehr entgegensetzen und es kam in Peterburg bereits zu Panikreaktionen, auch von Lenin.

    Stamping Out the Virus: Allied Intervention in the Russian Civil War, 1918-1920 - Perry Moore - Google Books

    Zu 3. Die Befreiung der Tschechischen Legion stand eigenlich nicht auf der Agenda, soweit ich weiss. Der Konflikt zwischen ihr und den Bolschewiken entstand eher aus einer Reihe von Mißverständnissen. Er wäre zu verhindern gewesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Dezember 2013
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  7. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    :)Meine Gedächtnis scheint mir ein Streich gespielt zu haben.

    Ich habe gerade bei Richard Pipes "Die Macht der Boschewiki", Band 2, Seite 535, nachgeschlagen.

    Der Oberste kriegsrat der Alliierten gab Poole ua. den Befehl Archangelsk zu halten, Fühlung mit der Tschechischen Legion herzustellen und ein entenefreundliche Armee aufzustellen. Aus dem Bürgerkrieg sei sich herauszuhalten; das sei eine innerrussische Angelegenheit.
     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Irgendwo hatte ich mal im Forum die französischen (und britischen?) Forderungen gegen Russland aufgelistet, dass waren etliche Milliarden, zusammengesetzt aus Kapitalexporten bis 1914 und Kriegslieferungen. Diese Forderungen waren durch den Bürgerkrieg gefährdet (sie wurden später auch nicht beglichen).

    Das dürfte auf Seiten der Westmächte eine Rolle für die Intervention gespielt haben.

    Erstaunlicherweise findet man zu diesem Motiv der Intervention nur wenige Hinweise.
     
  9. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    1. Beim Halten von Archangelsk wurde gleich noch Murmansk mit besetzt.

    Und von Archangelsk hat man sich entlang der Dvina Richtung Vologda bewegt, möglichweise um Kontakt zur TL aufzunehmen, die zwischen Perm und Ufa stand (vgl. S. 92-94).

    In Richtung Petrograd ist man bis Olonets vorgestoßen und hatte fast den Ladoga See erreicht.

    Zeitgleich griff der frühere zaristische General Yudenich im September 1919 von Estland kommend Petrograd an. Er stieß bis auf Sichtweise an Petrograd heran. Dabei wurde er durch maritime Einheiten der Briten und Franzosen artilleristisch unterstützt! Er schaffte es dabei nicht die strategisch wichtige Bahn nach Moskau zu unterbrechen und ermöglichte so Trotzky die Verlegung von Soldaten nach Petrograd und konnte so die Stadt für die Bolschewiken sichern.

    2. Gemessen am Umfang der Intervention und an der direkten Unterstützung der Gegner der Bolschewiken kann man kaum davon sprechen, dass sich die West-Alliierten aus dem Bürgerkrieg raushalten wollten. Die umfangreichen finanziellen Interessen können dabei ein zusätzlicher Faktor gewesen sein.

    The Routledge Atlas of Russian History - Martin Gilbert - Google Books

    Insgesamt ist jedoch wohl auch zu konstatieren, dass die Lage sehr unübersichtlich für alle Parteien war und es von den Kräften, die die Bolschewiken bekämpften, keine systematische gemeinsame Zielsetzung gab. Vielmehr hat man sich teilweise noch untereinander bekämpft.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Dezember 2013
  10. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Die Deutschen wurden noch hier noch nicht genannt.
    Deutsche Freikorps (teils reichsdeutsche, teils baltendeutsche, teils nichtdeutsche Freiwillige) kämpften 1918/1919 im den jungen Republiken Estland und Lettland die Rote Armee und deren regionalen Vertreter.

    Auch die Türken sollen nicht vergessen werden.
    Sie unterstützten aus turanischer Wahlverwandtschaft die Basmatschi in Zentralasien.

    Die Griechen waren sogar mit regulären Truppen vertreten. Sie landeten zusammen mit den Franzosen auf der Krim.
    Auch Rumänien beteiligte sich und Polen natürlich auch.

    Sie Entente-Mächte versuchten jene Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen, die Russland im Frieden von Brest-Litosk an das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn abgetreten einzunehmen, nach die nunmehr geschlagenen Mittelmächte diese wieder räumten und daher schutzlos den Russen überließen.

    Der Begriff "Ende des 1. Weltkrieges" erscheint so schnell als leere Worthülse.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Dezember 2013
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