Amerikanische Kultur im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von Kreuzritter, 5. April 2009.

  1. Kreuzritter

    Kreuzritter Neues Mitglied

    Hallo alle zusammen:winke:

    Ich bin noch relativ neu hier. Für ein Essay brauch Ich noch einige Infos zum Thema Vietnamkrieg und Amerika. Die Frage bezieht sich darauf inwiefern Amerikanische Popkultur Kritik am Krieg in Vietnam ausdrückte. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher wie Ich am Besten an dieses Thema rangehe. (Quellen vorzugsweise auf Englisch bitte)

    "American popular culture (text, images, and music) expressed a
    legitimate criticism of an unpopular war." To what extent would you agree or
    disagree with this statement?


    :confused:
     
    1 Person gefällt das.
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Fang doch mal mit Bob Dylan und Blowing in the wind an.
     
  3. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied


    Ein Beispiel wäre das Musical "Hair" :) Kurzer Anriss: Die Hauptfigur Claude kommt aus einem kleinen Dörfchen und will zur Armee, um heldenhaft für sein Land zu kämpfen. Dabei laufen ihm dann in der Stadt einige Hippies übern Weg und er läuft mit denen ein Bisschen herum. Nebenbei sieht er ein Mädchen aus gutbürgerlichem Hause und verliebt sich in sie.
    Dennoch geht er zur Armee und seine Hippiefreunde versuchen, ihn mit dem Mädchen zusammenzubringen. Irgendwie schaffen sie es, dass einer von ihnen mit Claude für einen Tag die Plätze tauscht. Und prompt an dem Tag muss die Kompanie ausrücken - der Film zeigt am Ende einen der berühmten großen Friedhöfe mit tausenden weißer Kreuze (Dazu werde ich mich später noch äußern), wo das Kreuz des gefallenen Freundes steht.

    Wäre evtl. eine Erwähnung wert, wenn du nicht gerade das Musical an sich sondern nur den Film heranziehen kannst, auch gut, er ist meiner Ansicht nach wirklich gut gemacht.

    Fakt ist, dass es viele Aktionen gegen den Vietnamkrieg gegeben hat, speziell, als die Bevölkerung feststellte, dass ihre Brüder, Väter und Söhne eigentlich nur als Kanonenfutter dienten. Hinzu kamen dann noch Traumata wie das Massaker von My Lai, die, als sie bekannt wurden, die Bevölkerung erst recht gegen die eigenen Politiker aufbrachte. Was auch wenige wissen (weil es gerne verschwiegen wird - ich habs in einem Veteranenforum gelesen, es ist aber nicht mehr auffindbar, leider :( ) ist, dass ca. 800.000 der Gräber auf den Gräberfeldern Soldaten angedacht sind, von denen man nichteinmal weiß, ob sie noch leben - weil man sie zurückgelassen hat. Ich kann mich noch daran erinnern, dass der User, der in dem Forum schrieb, erzählte, dass teilweise ein Teil einer Truppe mit dem Hubschrauber abgeholt wurde, zu den anderen gabs nur die Ansage "Ihr bleibt erstmal hier"... nur aus dem "erstmal" wurde dann ein "für immer".

    Bei mir in den Kulturstudien damals hat unser Dozent den Vietnamkrieg zwar Thematisiert, aber auch nur sachte, weil es für ihn selbst, obwohl kein Veteran, ein heikles und emotional geladenes Thema ist.

    Ich hab hier noch ein oder zwei Links für dich, vielleicht kannst du damit etwas anfangen:

    ART FOR A CHANGE - Artists and the Vietnam War.

    Late 1960s and early 1970s anti-Vietnam war protests, social and political background notes and a discussion of rock 'n roll music.

    Gegebenenfalls könntest du dich auch mit der "Bring the Boys home!" Bewegung auseinandersetzen.

    :winke:
     
    1 Person gefällt das.
  4. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied


    Ich meinte natürlich, ob sie wirklich tot sind. Tut mir Leid.
     
  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Also Vermisste? Dann kann die Zahl aber nicht stimmen, sie ist eine Zehnerpotenz zu hoch.
     
  6. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied

    Nicht vermisst. Für tot erklärt, zum Großteil. Sonst würden ja keine Grabsteine/Kreuze da stehen. Fakt ist allerdings, dass man sie zurückgelassen hat und niemand weiß, ob sie wirklich tot sind. Man hat sie schlicht für tot erklärt.
     
  7. 19.25

    19.25 Gast

    Vietnam-Krieg gesellschaftspolitisch

    Hallo,

    Ich wollte fragen, warum der Vietnam-Krieg gesellschaftspolitisch so wichtig war für die amerikanische Regierung und die Amerikaner selber.
    Ich lese gerade für die Schule ein Buch, das zu dieser Zeit handelt. Da dieses Thema im Geschichteunterricht nicht behandelt wurde, kenne ich mich kaum aus.
    Vielleicht könnt ihr mir ja das Wichtigste erklären...

    Danke schon mal im Vorraus!!!

    Lg
     
  8. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Eine ausführlichere Darstellung des Konflikts, auch die Bedeutung für die USA, wie bei Wikipedia, wirst Du schwerlich finden.

    Relativ weit unten im Artikel wird auch Deine Frage behandelt.

    Vietnamkrieg ? Wikipedia

    Es sei denn, Du liest weitere Bücher.
     
  9. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Vielleicht ist dies noch für dich interessant:

    Robert McNamara: Vietnam - Das Trauma einer Weltmacht

    McNamara war bis Ende 1967 der Verteidigungsminister der USA.

    Henry Kissingers Buch "Die Vernunft der Nationen" enthält einen größeren Abschnitt zum Thema Vietnamkrieg.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. August 2011
  10. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    Einige Stichpunkte:

    Der Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern des Vietnamkrieges war auch ein Generationenkonflikt, wie er überall in den 60er Jahren zumindest in der westlichen Welt besonders ausgeprägt war. Das Unverständnis zwischen der Elterngeneration, die den 2. Weltkrieg und meist auch schon die Depression der 30er Jahre durchlebt hatten, und den 'Baby Boomers', die im Nachkriegswohlstand aufgewachsen waren und ihre Freiheit mit Rockmusik, langen Haaren, Drogen und sexueller Freizügigkeit auslebten, fand in der Haltung zum Vietnamkrieg einen Kristallisationspunkt.

    In den USA herrschte bis 1973 noch die Wehrpflicht. Junge Männer, und damit auch ihre Familien, waren also von dem Thema ganz unmittelbar und existentiell betroffen. Vor diesem Hintergrund konnte praktisch niemand sich auf die Position zurückziehen, ihn ginge das Problem nichts an, wie bei den späteren von Berufssoldaten geführten Kriegen der USA.

    Der Krieg war der erste, der praktisch live im Fernsehen zu verfolgen war. Amerikanische Reporter konnten im Vergleich zu heute relativ frei berichten und lieferten Bilder, die sich ins kollektive Bewußtsein brannten: Der Polizeichef von Saigon, der einem gefangenen Vietcong in den Kopf schießt, das nackte vietnamesische Mädchen, dass von Napalm getroffen eine Straße entlangrennt. Darauf mußte jeder Zuschauer, der nicht völlig abgestumpft war, unmittelbar reagieren. Ein Grund dafür, warum das Militär seitdem so energisch versucht, die Bilder zu kontrollieren, die über seine Aktionen verbreitet werden.

    Das politische Klima in den USA war in den 60er Jahren ohnehin extrem aufgeheizt und von einer für die Zeitgenossen verstörenden Gewalttätigkeit geprägt: Die Morde an John F. Kennedy, Malcolm X, Martin Luther King und Robert Kennedy, Unruhen in schwarzen Ghettos (Watts 1965 und nach dem Mord an Martin Luther King), die z.T. gewalttätigen Reaktionen in den Südstaaten auf die Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner.

    P.S. - Welches Buch liest Du denn?
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. August 2011
    1 Person gefällt das.
  11. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Von Turgot wurde bereits auf das Buch von McNamara hingewiesen. Er stellt dar und gesteht ein, dass damals problematische außenpolitische Entscheidungen getroffen wurden.

    Die Ursache für dieses Entwicklung verortet er in der "Säuberung" des US-State Departments während der McCarthy, in der fähige Regional-Kenner wegen des Verdachts, Kommunist zu sein, entfernt worden sind.

    Ein Mechanismus, der immer wieder gerne greift. Man beschäftigt sich mit Kommunismus, Marxismus, Leninismus oder auch mit Stalinismus und schon ist man der Vermutung ausgesetzt, das man zu einer Rechtfertigung übergeht. Auch wenn man lediglich Vorurteile hinterfragt.

    McCarthy-Ära ? Wikipedia

    Außenministerium der Vereinigten Staaten ? Wikipedia

    Vor diesem Hintergrund konnten keine kompetenten Expertisen zum Charakter der Befreiungsbewegungen in Indo-China erstellt werden. Und mit der Konsequenz, dass der innere Entscheidungszirkel um Kennedy sich für eine Ausweitung des militärischen Engagements aussprach.

    Eine fatale Entscheidung aufgrund von unzureichenden und falschen Informationen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. September 2011
  12. Skanatic

    Skanatic Neues Mitglied

    Wenn du Bezug nehmen musst auf die Popkultur, die den Vietnamkrieg thematisiert und auch bewertet, würde ich meinerseits erstmal Filme heranziehen. Unter Liste von Kriegsfilmen ? Wikipedia
    findest du eine Liste der Filme die die Thematik des Vietnamkriegs aufnehmen.

    Ansonsten kann ich dir keine genaueren Quellen geben. Nur die Studentenbewegungen spielen eine enorme Rolle und da die "68er-Bewegung" nicht fern war, werden auch da bekannte Muster und vor allem die Musik eine enorm große Rolle gespielt haben. Kritik wurde über Songs, Filme und auch Kunst transportiert. Ich denke, dass ist das was du unter Popkultur findest.
     

Diese Seite empfehlen