Antike Reitervölker

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Legat, 17. November 2007.

  1. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Ich lese gerade ein Buch über die Skythen udn dort werden auch die Völker außerhalb ihres Gebietes nördlich des Schwarzen Meeres genannt. Sarmaten, Sauromaten, Saken, Yuezih, Massageten, Argrippäer, etc...

    Wemdiese Namen was sagen für den ist dieser Thread bestimmt um sich über die antiken Reitervölker auszulassen. :)

    Anscheinend gab es damals viel Bewegung in den asiatischen Steppen. Schwer da einen Überblick zu behalten, aber mindestens so spannend wie die europäische Völkerwanderung :)
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast


    Würde es Dir etwas ausmachen, Verfasser, Titel und eventuell Erscheinungsort und -jahr zu nennen?



    EDIT: Ich glaube, ich weiß schon:

    Hermann Parzinger, Die Skythen, München 2004.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. November 2007
  3. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    "Die Skythen" von Hermann Parzinger
    C.H. Beck Verlag von 2004 Reihe C.H.Beck Wissen.

    Das Buch gibt einen netten Überblick, aberkratzt vieles nur an.
    Hab bei den genannten Völkern auch bei Wikipedia nachgelesen. Allerdings ist die Fülle der Völker und deren Verpflechtungen untereinander erschlagend.
    So kommt sich wohl ein Amerikaner oder Asiate vor, wenn er sich mit europäischer Geschichte befassen will und bei Null anfängt :D
     
  4. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Parzinger ist wohl der wichtigste deutsche Experte zu diesem Themenbereich.

    Die große Ausstellung "Im Zeichen des Goldenen Greifen" zu den Skythen und anderen Reitervölkern in Berlin ist leider schon vorbei - aber wer sich dafür interessiert, kann bei iTunes noch einen guten Podcast dazu laden.
     
  5. Steuermann

    Steuermann Neues Mitglied

    Die Ausstellung ist derzeit in München. Wer also aus dem Süden kommt, hat hier nochmal die Möglichkeit.
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Man könnte deine Aufzählung noch durch weitere Stammesnamen anreichern, z.B. durch Alanen, Saken oder Kimmerier. Es handelt sich bei diesen Gruppen um iranische Nomadenvölker, die vielfach untereinander verwandt sind, sodass die Namensfülle ein wenig täuscht.

    Interessant finde ich, dass Völker wie die Skythen auch eine hochstehende künstlerische Produktion hervorbrachten, die man von einem Nomadenvolk eigentlich nicht erwartet. So zählt für mich der berühmte "skythische Tierstil" mit seinem stlilisierten und ornamentalisierten Schmuck zu den schönsten Beispielen der Kunstgeschichte.

    Die Skythen sind eng verwandt mit den Saken, Sarmaten und Massageten. Und ziemlich gleichartig ist auch die Lebensweise, die durch reiche archäologische Funde gesichert ist. Allerdings wäre bei den Skythen hinzuzufügen, dass sie zum Teil sesshaft und zum Teil nomadisch lebten, dass sie Wälle und Burganlagen schufen, wie sie nicht bei allen Nomadenvölkern üblich sind.
     
  7. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Dieser wunderschöne Tierstil (Ja, ich stimme dir voll zu) ist auch bei den Germanen zu finden. Vermutlich durch Beeinflussung aus der Steppe. Ein schönes Beispiel ist der Hiddenseer Goldschmuck, der vermutlich einmal einer hochgestellten Persönlichkeit bei den Wikingern gehört hat. Und die Goten sind ja gerade bekannt für ihre Adlerfibeln etc.

    Um auf das Thema zu kommen: Bisher hat noch niemand, in keinem Thread, auf die DDR-Bücher von B. Brentjes hingewiesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. November 2007
  8. Legat

    Legat Aktives Mitglied

  9. Legat

    Legat Aktives Mitglied

  10. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Eine Anmerkung zu dieser Seite: manche der dort geführten Aussagen kann man jedoch durchaus - vorsichtig formuliert - mit einem Fragezeichen versehen.
    Bspw. von Steppengeschichte
    Vgl. dazu nämlich aus Marcus Junkelmann: Veröffentlichungen zum Reitwesen - Teil 1
    Anm.: Kürzer ging die relevante Passage zur Verdeutlichung des Fehlers auf der Steppenreiterseite nicht; ich bitte deswegen um Nachsicht.
     
  11. Steuermann

    Steuermann Neues Mitglied

    Hat eigentlich jemand Literatur zu den Beginnen des Reitens und der Pferdedomestikation?
    Das ist ein Teil meiner Magisterarbeit und bisher habe ich nur Drews und Wiesner dazu.
     
  12. Die_Schweigende

    Die_Schweigende Neues Mitglied

    Hallo Steuermann,

    konkrete Literatur zum Thema habe ich selbst nur bedingt anzubieten, eine Datenbankrecherche ergab allerdings einige Titel, die für Dich vielleicht von Interesse sein könnten:

    Horn, Valentin: Das Pferd im Alten Orient, Hildesheim: Documenta Hippologica, 1995.

    Matelly, Marie-Agnes, Un Ostracon de Cavalier, Kairo:BIFAO, 1997, 193-200.

    Heidorn, Lisa A., The Horses of Kush, Chicago: JNES, 1997, 105-114.

    Raulwing, Peter, Pferd und Wagen im Alten Ägypten, Göttingen: GM, 1993, 71-83.
    (Habe ich gelesen, geht auch auf andere antike Reitervölker, etc. ein)

    Empfehlen könnte ich Dir ansonsten nur noch eine Literaturrecherche bei Aigyptos. Zwar handelt es sich dabei vordergründig um eine Datenbank mit ägyptologischer Fachliteratur, man findet dort in der Regel aber auch stapelweise Daten zu Literatur, die sich mit anderen Kulturen des antiken Orients bzw. generell altertumswissenschaftlich relevanten Themen befasst.

    AIGYPTOS - Eine Datenbank zur Literaturrecherche im Fachgebiet Ägyptologie

    LG
    Die_Schweigende
     
  13. Caecilia

    Caecilia Gast

    Dazu wollte ich - leicht themenfremd, aber doch auf Parzinger bezogen - schon eine Frage stellen, bin aber fündig geworden, jetzt möchte ich Literatur, also richtige Bücher, dazu:
    Ausgrabungen in Arisman: Frühe Metallgewinnung und Metallverarbeitung im westlichen Zentraliran So interessant.

    Entschuldigt das OT, aber ist ja kein neues Thema wert wenn es hier schon um Parzinger geht hänge ich mich da mal einfach so ran. Hoffe das ist okay.

    Publikation wird vorbereitet ist dort zu lesen, fein...ich warte.

    Und nun weiter in die Steppe! :)
     
  14. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  15. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Wow. Ein klasse Fund. Damuss ich mich erst mal durchackern :)
     
  16. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    ja, ich fand es sehr übersichtlich, und auch nicht sooo lang, da für uns eigentlich eher die zweite Hälfte des Skripts am interessantesten sein dürfte, also die Geschichte, die Ethnogenese und Sprachen und die Religionen.
    Und dazu ein paar interessante Bücher zum Weiterlesen, oder für den Weihnachtsmann... ;)
     
  17. Servus

    Servus Neues Mitglied

    Mir fallen nur die Hunnen ein als "Reitvolk" aber ob sie in der Antike lebten weis ich nicht.
     
  18. Dr. Iotchev

    Dr. Iotchev Neues Mitglied

    Hier ist mal die Aussage gefallen, dass die Skythen eine Kunstfertigkeit gezeigt haben, die man von Nomaden nicht erwarten würde. Mit ähnlicher Logik probieren heute viele Historiker zu beweisen, dass einige Reiterkulturen garnicht nomadisch waren, weil ja ihre Kultur dafür zu hoch sei. Wir dürfen diesem Fehlschluß nicht folgen. Aus unserer heutigen Perspektive können wir uns unmöglich vorstellen, dass ein Nomade einen besseren Lebensstandart haben könnte als ein Seßhafter Mensch, aber genau dies war in der Tat oft der Fall. Nomaden sind viel gereist, konnten viel Handel betreiben und Kontakt zu vielen verschiedenen Kulturen aufbauen. Die Diversität an Einflüssen die sie dadurch aufnahmen sorgten wiederum für steigende Qualität im Bereich ihrer materiellen Kultur.
     
  19. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Mobiler zu sein, als sesshafte Völker ist ja auch noch lange kein Grund sich nicht mal einige Tage am selben Ort aufzuhalten um zB einen Hochofen zur Eisengewinnung zu bauen und sich Werkzeuge/Waffen zu schmieden.
    Ein nomadisches Leben zu führen bedeutet nicht jede Nacht an einem anderen Ort zu verbringen.
     
  20. argisti

    argisti Neues Mitglied

    Hallo,
    ich hoffe, meine Frage passt hier her:
    Ich habe ja schon öfter, unter anderem hier im Forum, gehört, Pferde wurden erst im 1. Jahrtausen v.Chr. geritten. Nun lese ich aber zu meiner Verblüffung in "In Search of the Indoeuropeans" (J.P. Mallory, 1989, S. 199):
    Sredny stog? Da wären wir doch in der Zeit zwischen 4500 - 3500. Kann das sein?
     

Diese Seite empfehlen