Aufenthalten in Sparta

franzii

Neues Mitglied
Hallo Zusammen! Ich habe bald eine Prüfung über Sparta und könnte dringend eine Antwort gebrauchen! Wir haben uns erst vor kurzem im Unterricht angeschaut, wo sich die Frauen/Männer/Methöken in Sparta aufhalten durften, konnte mir aber nicht alles abschreiben.

Szenario so: Es gibt ein Gerichtshaus, einen Tempel, den Marktplatz und ein bisschen Land für das Anbauen? Durften sich gewisse Leute an gewisse Orten nicht hingehen? Also zbsp. Frauen durften nicht ins Gerichtshaus gehen?

Danke viel mals für jegliche Antworten!
 
In Sparta durften sich nicht alle Menschen an allen Orten gleich frei aufhalten. Politische Gebäude und Gerichtshäuser waren nur für männliche Spartiaten bestimmt; Frauen, Methöken und Heloten hatten dort keine politische Teilhabe. Tempel durften von Männern und Frauen besucht werden, Methöken meist ebenfalls, da Religion öffentlich war. Auf dem Marktplatz (Agora) hielten sich Spartiaten, Frauen und besonders Methöken auf, da diese für Handel und Handwerk zuständig waren; Heloten waren dort nur im Auftrag ihrer Herren. Das Land gehörte den Spartiatenfamilien, wurde aber von den Heloten bewirtschaftet; bemerkenswert ist, dass spartanische Frauen Land besitzen und verwalten durften.
 
Zu deiner Frage kann ich leider wenig sagen. Frauen waren im antiken Griechenland stark eingeschränkt, aber gerade Sparta galt in der Hinsicht als ausgesprochen liberal. In Athen wären Frauen in vielen "Männer-Orten" wie Gymnasien nicht willkommen, oder zumindest "ehrbare" Frauen nicht... In Sparta hingegen trieben Frauen bspw Sport ähnlich den Männern, wenn auch getrennt. Auch manche religiösen Zeremonien können auf ein Geschlecht beschränkt gewesen sein (die eleusischen Mysterien bspw auf Frauen, aber das war auch Athen...), oder waren von vorne herein nur Gemeindemitgliedern/Initiierten zugänglich. Sry, das mir da für Sparta die Details fehlen. Eine Korrektur allerdings:

Es gab keine Metöken in Sparta. Der Begriff wurde in Athen genutzt, um in Athen lebende freie Nicht-Athener zu bezeichnen; also quasi "Ausländer" mit Wohnrecht in Athen, die aber nicht die Bürgerrechte genoßen. Da es keine Möglichkeit der Einbürgerung gab, blieben die über Generationen hinweg Metöken.

In Sparta gab es Periöken. So wurden Menschen genannt, die zwar frei waren (keine Heloten), aber auch keine Spartiaten, also spartanische Vollbürger. Rechtlich also ein vergleichbarer Status (frei, aber kein Bürger), aber mit völlig anderem Hintergrund. Da das spartanische Bürgerrrecht viel exklusiver war, gab es eine große Gruppe der angestammten Bevölkerung, die davon ausgeschlossen war (neben den unterworfenen Heloten eben die Periöken).

Dabei kann Periöke mit "Umwohner" übersetzt werden, da sie (zumindest en masse) nicht in der Stadt Sparta selbst, sondern den umliegenden Orten lebten. Sparta beherrschte ja den halben Peloponnes, also ein recht großes Territorium für eine polis, und mit mehr als einer Siedlung. Diese "Periöken-Orte" hatten eine innere Selbstverwaltung als Kommune (und in dieser die Periöken vermutlich auch entsprechende Rechte), aber die Gesamt- und va Außenpolitik Spartas wurde allein von den Spartiaten und ihren Institutionen gemacht.

Periöken war es dabei mWn nicht verboten, die Stadt Sparta zu betreten, aber sie durften dort kein dauerhafte Wohnung nehmen, glaub ich.

Und schau nochmal nach, ob du Periöken und Metöken verwechselt hast, oder Athen und Sparta... Glück & Gruß & so... ;)
 
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