"Ausbildungskosten" in Assyrien

Dieses Thema im Forum "Hochkulturen Mesopotamiens" wurde erstellt von Antiqua, 29. Juli 2012.

  1. Antiqua

    Antiqua Neues Mitglied

    Hallo!

    Hat jemand schon einmal etwas darüber gelesen, wie viel eine Ausbildung in etwa "gekostet" hat?

    Also konkret: was "kostet" ein zusätzlich Essender im Monat/Jahr?

    Wog die hinzugewonnene Arbeitskraft die Kosten für Nahrung (und Unterkunft) auf?

    Sicherlich war dies von Berufsgruppe zu Berufsgruppe untschiedlich...

    Danke!
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich bin kein Kenner der altvorderorientalischen Kultur, habe aber dennoch den vielleicht falschen Eindruck, dass du moderne Vorstellungen von Regelschule und betrieblicher Ausbildung in diese ferne Vergangenheit zurückprojezierst. Es ist wohl eher davon auszugehen, dass Kinder von Kleinauf das Handwerk der Eltern erlernten und zwar learning by doing. Waren die Eltern Bauern, lernten die Kinder mit den Tieren umzugehen, bei der Aussaat und Ernte zu helfen etc., waren sie Gerber, werden sie frühzeitig mit der Bearbeitung von Tierhäuten und Urin in Kontakt gekommen sein, waren sie Töpfer, werden sie frühzeitig eingesetzt worden sein, bestimmte Gefäße zu töpfern.
    Der betriebswirtschaftliche Nutzen - nachdem du implizit fragst - ist dabei kaum messbar. Es wird halt gegessen, was auf den Tisch kommt und maximal so viel, wie auf den Tisch kommt. Wie dabei die Nahrungsmittel verteilt werden - paritätisch oder nach Rang in der Familie - ist eine weitere Frage, die, wie ich lediglich vermuten kann, aus den vorhanden Quellen nur sehr schwer zu beantworten sein wird. Ein Kind isst eher weniger als ein Erwachsener - vielleicht abgesehen von Pubertierenden - es kann aber noch nicht so viel produzieren (wobei die frühesten Arbeiten wohl eher Hilfsarbeiten sind). Der Pubertierende wird seinen Eltern dagegen schon als Fachkraft zur Hand gehen können.
     
  3. Antiqua

    Antiqua Neues Mitglied

    Danke für Deine Nachricht!

    Ja, moderne Vorstellungen und alte Welten, das ist ein wohl ewiges Problem... kann gut sein, dass ich da ein zu "modernes" Bild habe.

    Aber z.B. waren die Assyrer doch bekannt für ihre wirtschaftliche Umtriebigkeit. Es gibt z.B. im 6 Jh. einige -ja- Familien, die zu größeren Handelsdynastien aufgestiegen sind.
    Solche Unternehmen -oder vielleicht besser: Unternehmungen (die es meines Erachtens auch schon früher gegeben haben muss) brauchen doch bestimmt einige Arbeitskräfte, die evtl. nicht aus den Reihen der Familie gestellt werden können.
    Und diese müssen auch irgendwie ausgebildet worden sein.

    ... Daher weht also der Wind.

    Würd mich freuen, wenn mir da jemand weiterhelfen könnte. Der Hinweis auf die innerfamiliären Strukturen war schon durchaus erinnernswert! Danke!
     
  4. Antiqua

    Antiqua Neues Mitglied

    Oder "ganz simpel" - was passierte z.B., wenn eine Familie (aus welchen Gründen auch immer) keine Kinder bekam?

    Es gibt recht viele Adoptionsverträge... d.h. es muss sich schon irgendwie gelohnt haben, jemand familienfremdes auszubilden.

    Die Frage ist nur: wann und inwiefern.
     
  5. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Der klassische "Lohn" die nächste Generation auszubilden, war neben der kurzfristigen Hilfe, die langfristige Versorgung im Alter. Warum sollte das bei den Assyrern anders gewesen sein?
     

Diese Seite empfehlen