Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Barbarossa, 20. Oktober 2010.

  1. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Man muß0 keinen "Marsch auf Berlin" veranstalten, um einen Staat im Chaos versinken zu lassen. Die Angriffe auf die Asylberwerberheime waren nur der offizielle Anlaß. Das hat man gesehen, als die Asylberwerber in Rostock evakuiert waren ging es ausschließlich gegen die dort stark zusammengezogene Polizei weiter. Man lieferte sich mehrere Tage weiterhin stundenlange Straßenschlachten - es wurden aus parkenden Autos Barrikaden errichtet und diese angezündet. In dieser Schlußphase der "Schlacht in Rostock" (so würde ich es jetzt einmal nennen) kippte auch die Stimmung der Bevölkerung gegen die Aktionen der Rechten.
    Daß die Polizei die Ordnung an Ende wieder herrstellen konnte, lag an der zahlenmäßigen Überlegenheit derselben gegenüber den Rechten - in Zahlen: bis zu 1000 Radalierer : ca. 1500 eingesetzte Polizisten.
    Doch wie gesagt, es liefen parallel noch weitere rechte Aktionen - also insgesamt eine aus meiner Sicht schon beklemmende Situation, in der sich der Staat damals befand.
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Solche Aktionen haben mit dem Begriff rechtsradikal wenig bis nichts tun. Es handelt sich wie bei den Hooligans lediglich um gewaltbereits Leute, die einmal "die Sau" rauslassen und tüchtig auf den Putz hauen möchten. Solange hinter solchen Attacken nicht eine lenkende intellektuelle Gruppe steht, die das auf ihre Mühlen lenkt, ist kein rechtsradikales Raster zu erkennen.
     
  3. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Die Randale gingen ja eine ganze Woche lang jede Nacht. In meinen Videomitschnitten - vor allem Nachrichten und Liveberichte - wird stets von "rechtradikalen Randalierern" oder "-Chaoten" o.ä. gesprochen. In einem Bericht gehen bzw. fahren eben diese Krawallmacher auch durch die Straßen, die Hände zum Nazigruß erhoben und Naziparolen und auch Parolen wie "Wir kriegen euch alle!" rufend. Das ist ein klarer Beweis für eine rechtradikale Gesinnung.

    Hier muß ich klar einräumen, daß in keinem der Berichte erwähnt wird, welche Gruppierung dahinter stand, aber einer der Rechten meinte, jemand würde ihnen Zettel in den Briefkasten werfen, wo drin steht, wo sie hinkommen sollten. Das ganze war durchaus zentral geplant, lief aber quasi anonym ab - ist eigentlich auch klar, da keine bisher legale Partei oder Organisation ein Verbot und juristische Verfolgung riskieren wollte. Der Rechte wollte den Zettel auch nicht zeigen.
     
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  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich habe die Krawalle in Rostock 1992 ebenfalls verfolgt und es folgte ja auch ein kollektives Erschrecken in deutschen Landen.

    Trotz Hitlergruß und grölendem Pöbel widerstrebt es mir, in diesen Leuten typische Rechtsradikale zu sehen. Das waren 1992 in Rostock lediglich arbeitslose, desillusionierte und frustrierte Ostdeutsche, die Zeuge davon waren, wie ein ganzer Staat versank, einst glänzende Biografien plötzlich nichts mehr galten und alle bisherigen Autoritäten vom Elternhaus bis hin zur Politik demontiert waren. Diese Chaoten haben sich lediglich ein pseudorechtes Mäntelchen umgehängt, weil sie wussten, dass sie mit Hitlergruß und Parolen die deutsche Öffentlichkeit am ehesten schocken und auf sich aufmerksam machen konnten.

    Anders sieht es aus, wenn bei uns im nächsten Jahr die NPD wieder einen Demonstrationszug durch die Stadt veranstaltet, was diese leider juristisch nicht verhindern konnte. Das sind echt rechtsradikal indoktrinierte Leute, die in großer Mehrzahl sehr wohl wissen, wer Hitler überhaupt war und was die NS-Diktatur angerichtet hat. Bei den zitierten Rostocker Leuten des Jahres 1992 bezweifle ich das.

    Die NPD-Leute sind durchaus diszipliniert und vielfach fähig, ihre Sache argumentativ zu vertreten, was sie viel gefählicher macht - oder machen könnte. Gegenwärtig sehe ich angesichts der mickrigen Stimmanteile rechtsradikaler Parteien bei Wahlen keine Gefahr. Hin und wieder gelingt es einer solchen Partei, in einen Landtag wie Sachsen oder vormals Sachsen-Anhalt oder Bremen zu kommen. Dort bleiben sie für eine Periode und verschwinden dananch sang- und klanglos von der Bildfläche.
     
  5. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Daß die Jugend oft Dinge tut, um zu provozieren, ist schon klar. Wieviel jeder von historischen Ereignissen weiß, liegt an jedem selbst und eben daran, wie aufmerksam er im Geschichtsunterricht war.
    Ein Satz bei einer Veranstaltung - ich weiß jetzt nicht mehr welche Partei/Organisation es war - ist jedoch bei mir hängen geblieben. Es wurde klar gesagt: "Die SA war der Schlägertrupp der NSDAP und die Hooligans sind heute unser Schlägertrupp."
    Einer dieser Schläger hingegen meinte im Interview jedoch, er sei "kein Neonazi aber rechts", was auch immer der Unterschied sein mag. :confused:
    Bei den applaudierenden Bürgern sehe ich auch keine rechte Gesinnung, aber die Schläger würde schon in dieses Millieu einordnen, zumal sie offensichtlich bei echten Naziorganisationen oder -parteien bekannt waren und von ihnen Post/Flugblätter in den Briefkasten gesteckt bekamen, wobei hier aber anscheinend nur eine freiwillige und sehr lose Verbindung vorlag.

    Was die Wahlen angeht, so sehe ich hier auch keine Gefahr von rechts. Da stimme ich dir zu.
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Da möchte ich dir zustimmen, wobei zu bedenken ist, dass sich hinsichtlich des Rechtsradikalismus in Ostdeutschland zwischen 1990 und 2010 ein Klärungsprozess vollzogen hat.

    Was man heute an "Freien Kameradschaften" und anderen so genannten „nationalrevolutionären“ Kräften im Umfeld des rechtsextremen Spektrums findet, hat sich nicht verirrt, sondern weiß genau, was es tut. Das gilt natürlich nicht nur für Ostdeutschland, nur konnte man dort das Wachsen dieser Gruppen in den letzten zwei Jahrzehnten wie unter einem Brennglas beobachten und dabei gut erkennen, welcher Methoden, Mittel und Argumente sich dieser neonazistische Bodensatz bedient.
     
  7. Eastman

    Eastman Mitglied

    Die Situation Anfang der 90s in Rostock war genau vom Gegenteil getrieben, wie einer gezielten Aktion. Hier kamen m.E. mehrere Punkte zusammen.

    1. Der DDR Bürger wurde durch die "Einmauerung" und dem Fernhalten allem Fremden über Jahre regelrecht zur Fremdenfeindlichkeit erzogen.
    2. Diese Mischung aus Fremdenfeindlichkeit und neuer Freiheit mit allen Konsequenzen überforderte die Bürger dieser Region oder besser gesagt, diesen Stadtteils.
    3. Die Euphorie der Wende war schon ab 91 verflogen und die Realität der sozialen Marktwirtschaft hat auch viele in den Wohn-Ballungszentren Rostocks aus der Bahn geworfen. Diese Ohnmacht, gestern noch vom System gegängelt worden sein und danach durch z.B. Arbeitslosigkeit wieder am Rand der Gesellschaft zu stehen, bot fette Nahrung für Fremdenangst oder gar Fremdenhass.

    Genau aus diesen niederen Gründen oder einfach nur aus der Angst, abgehängter der Gesellschaft zu sein oder ganz unten zu stehen, noch tiefer als Zuwanderer, hat in Rostock auch den ganz normalen Bürger zu einem Brandstifter werden lassen.
     
  8. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Das ist natürlich schon eine ziemlich Frechheit, den "normalen Bürger" zum Brandstifter abzustempeln. Diese Form der pauschalen Stigmatisierung von "Rostockern" ist schon ausgesprochen grenzwertig und viele Rostocker würden Dir vehement widersprechen und eine sehr klare Linie zwischen diesem kriminellen Mob und sich ziehen. Zumal Belege für diese Behauptung natürlich nicht geliefert werden.

    Zudem ist die Argumentation insgesamt sehr dubios, da sie suggeriert, dass das subjektive Empfinden von Frustration natürlich völlig ausreicht, eine Straftat zu begehen, die billigend den Tot von Menschen in Kauf genommen hat. Das hat nichts mit einer Form von legitimer geschweige denn legaler "Selbstverteidigung" zu tun, den der Beitrag von "Eastman" suggerieren möchte. Und diesen Anspruch hätte die überwältigende Mehrheit der Rostocker auch sicherlich nicht formuliert, da die überwältigende Mehrheit den Rechtsstaat und seine Gesetze achtet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Dezember 2019
  9. Eastman

    Eastman Mitglied

    Waren es damals vor den Wohnblöcken in Rostock alles nur Rechtsradikale?
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Argument hat mir gegenüber mal ein Dresdner gebracht, man müsse die Fremdnfeindlichkeit der Sachsen verstehen, die hätten ja nicht dieselben Erfahrungen mit Ausländern wie "die Wessis" (interssanterweise höre ich die Distinktion in "Wessis" und "Ossis" fast ausschließlich von Sachsen, scheint da irgendwie nach wie vor mehr ein Thema zu sein, als sonstwo in Dtld.).

    Ich halte nicht viel von. Natürlich gab es im Westen eine stärkere Zuwanderung, aber auch in der DDR gab es Ausländer: Mozambiquaner, nach 1973 jede Menge vor Pinochet geflüchtete Chilenen, Angolaner, Algerier, Vietnamnesen, auch Syrer dürfte es eine zeitlang gegeben haben, zumindest als Hafiz al-Assad noch mit der SU liebäugelte, Kubaner... Dass die DDR, weil eingemauert, "ausländerfrei" gewesen sei, stimmt also nicht.

    Es mag Gründe für Wut geben, die mit dem Systemwechsel zu tun haben und auch damit, dass die DDR-Bürger von Westdeutschen über den Tisch gezogen wurden oder dies zumindest so wahrnahmen (es gab ja beides, westdeutsche Firmen, die ihre ostdeutsche Konkurrenz aufgekauft haben, um sie zu vernichten und solche, die gezielt Aufbauhilfe geleistet haben und heute z.T. ihren Hauptsitz (wieder) im Osten haben). Diese Gründe rechtfertigen und erklären aber keine rassistischen Übergriffe.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wer applaudiert, wenn Menschen den Hitlergruß zeigen und Brandsätze auf eine Asylunterkunft geworfen werden, muss sich gefallen lassen, als rechtsextrem bezeichnet zu werden.
     
  12. Eastman

    Eastman Mitglied

    Das war auch nicht als Relativierung gemeint oder als Ausrede für diverse Handlungsweisen.
    Ich bin einfach nur davon ausgegangen, wie ich die Situation Ende der 80s und Anfang der 90s als "Ossie" wahrgenommen habe. War bei mir erlebte Geschichte.
    Natürlich ist dann meine damalige Wahrnehmung und auch meine Erkenntnisse daraus sicher nicht standhaft, gegenüber der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung.

    Aber das macht doch eine Diskussion aus, oder nicht?
     
  13. Eastman

    Eastman Mitglied

    Ja klar, wer sowas unterstütz ist rechtsextrem aber sind dann doch die normalen Bürger auch Brandstifter? Darf ich das so nochmal fragen, weil es wurde ja jetzt schon angemahnt.
     
  14. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Natürlich war das grundsätzliche Vorgehen, wie es sich in Teilen der ehemaligen DDR, so auch Rostock vollzog eine geplante Aktion rechtsradikaler Gruppen.

    Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen – Wikipedia

    Hier findet sich unter dem Punkt "Ausländerfeindliche Überfälle in Mecklenburg-Vorpommern" dankenswerter Weise eine Auflistung vergleichbarer Ereignisse der selben Zeit, mit grobem Rekurs auf die Täter.
    Wen Gruppen von 5 oder 10 oder 20 Mann, teils in vermummter Weise gezielt gegen eine Person oder eine Einrichtung vorgehen und zufälliger Weisenoch Brandmittel oder Waffen dabei haben, kann man wohl von nichts anderem, als einer geplanten Aktion sprechen.

    Also angesichts der Tatsache, dass man kontinuierlich reichlich Kader und militär aus der Sowjetunion im Land hatte, wie auch, dass die vietnamesischen Vertragsarbeiter etc. nicht vom Himmel gefallen sind, passen da nicht so ganz zum "Fernhalten alles Fremden".
    Zudem, die Masse der DDR-Bürger wollte ja eben aus diesen Verhältnissen heraus, sonst wäre die Mauer 1989 wohl kaum gefallen. Die Forderung nach Reisefreiheit, passt so gar nicht zu einer Grundhaltung sich alles Fremde auf Diestanz halten zu wollen.

    Ne, das sind ein wenig sehr billige Entschuldigungen. Der Normalbürger wechselt, wenn er mit seiner Wohnsituation nicht klar kommt, den Aufenthaltsort, aber er zündet deswegen keine Wohnanlagen an.
    Die Westdeutschen Neonazis wiederrum, die neben diversen Kadern aus dem Osten im Verlauf der Ausschreitungen anreisten waren ebenfalls sicherlich nicht von der Lebenssituation in Rostock überfordert.


    Nö. Normaltickenden Menschen bot es das durchaus nicht. Was konnten die ehemaligen vietnamesischen Vertragsarbeiter, die schon zu DDR-Zeiten da waren dazu, dass die Wende nicht in der Form verlief, wie sich das im Osten viele erträumt hatten und dass es dabei auch entsprechende Verlierer gab?
    Ich würde das Argument nachvollziehen können (was ich hier keines Falls aus Beführworten verstanden haben will), wäre es in dieser Zeit zu einem größeren Einwanderungsschub in die EX-DDR gekommen, so dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt durch neue Konkurrenz zustäzlich verschärft worden wäre, aber das war hier nicht der Fall, mindestens nicht bei der konkreten Situation in Rostock.

    Die Ausschreitungen richteten sich gegen Personen die längst da waren und mit denen die Bevölkerung vorher keine derartigen Probleme hatte, dass sie meinte Gewaltorgien und Mordanschläge verüben zu müssen.
    Das Argument der Überforderung durch neue Freiheiten zieht ebenfalls nicht.
    Die Möglichkeit der politischen Partizipation steht viel mehr den Anlass zu Gewalteruptionen diametral entgegen. Anlass gibt es, wenn die Umstände drückend sind und die Partizipation verwehrt wird und nicht wenn man Möglichkeiten hat auf friedlichem Weg Einfluss zu nehmen.

    Was ich als Argument für Frustration und eine gesteigerte allgemeine Gewaltbereitschaft nachvollziehen kann, ist der Verlust an persönlicher materieller Sicherheit.
    Der hätte sich aber konsequenter Weise, nicht gegen ohnehin bereits anwesende Ausländer, sondern gegen die Bonner Regierung und ggf. die Treuhandanstalt richten müssen, denn wenn der Verlust der Existenzsicherheit von irgendwem verschuldet wurde (wollen wir diese Sicht einmal annehmen), dann wohl eher von diesen Adressaten.

    Ne, Entschuldigung, dass ist ein wenig einfach. Wenn man das als natürliche Reaktion hinnehmen würde, müsste man z.B. fragen, warum sich die ganze Angelegenheit etwa im Zuge der Agenda 2010 nicht wiederholt hat, denn die sorgte bekanntich auch für das Gefühl sozialer Deklassierung bei den Betroffenen.
    Mal ganz davon abgesehen, dass ich es für unangemessen halte im Bezug auf Straftäter, die die Tötung ihrer Opfer mindestens billigend in Kauf genommen haben, noch vom normalen Bürger zu sprechen.
    Jemand der so handelt hat den Weg und die Handlungslogik des Normalbürgers offensichtlich längst verlassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Dezember 2019
    thanepower und silesia gefällt das.
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Es ist mir relativ egal, was statthaft ist. Aber du musst eines wissen: "Der Historiker ist der größte Feind des Zeitzeugen."*
    Nein, ernsthaft: Du kannst aus deiner subjektiven Erfahrung heraus berichten, mein vorletzter Beitrag ist nichts anderes als eine subjektive Erfahrungsbeschreibung. Aber subjektives Erleben ist eben vor allem das: subjektiv.
    Die Kollegen Thanepower und Shinigami werden das ganze eher aus einer soziologischen bzw. empirischen, also objektiveren Warte betrachten.


    *ist natürlich ein Bonmot und gilt genauso auch umgekehrt. Je nach Sichtweise und was man ausdrücken will.
     
  16. Eastman

    Eastman Mitglied

    Oh!
    Ja, was kann ich dagegen noch sagen.
     
  17. Eastman

    Eastman Mitglied

    Noch ein Gedankengang:
    Nun ja, die Vertragsarbeiter aus dem Ausland in der DDR bis 89 waren nur auf max. 5 Jahre im Land und der es gab im seltensten Fall ein Begegnung mit der Einheimischen Bevölkerung. Wahrscheinlich aus dem Grund heraus, die Menschen der DDR auch weiter hinter dem Eisernen Vorhang unwissend zum Westen zu halten ...
     
  18. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Wäre es möglich, das Thema "Rostock" beginnend ab #62 auzugliedern. Es ist ein separates historisches Ereignis und ein eigenständiges Thema, das den spezifischen Zusammenhang zwischen Ausländerfeindlichkeit und der post-DDR-Gesellschaft betrifft. Weniger die Kontinuität der rechten Ideologie und ihre Erklärung betrifft.
     
  19. Eastman

    Eastman Mitglied

    Warum sollte man die Problematik von Rostock 92 hier ausgliedern?
    Es zeigt eindeutig auf, wie aus augenscheinlich kleinen Problemen der Bevölkerung die Möglichkeit besteht, auf etwas extremes um zuschlagen. Hier noch im überschaubaren Kreis, Ende der 20s gab es da m.E. vergleichbare parallelen die sich letztlich aber durch andere politische "Steigbügelhalter" ganz andere Dimensionen erreichten.

    Der Weg des Rechtsextremismus in Deutschland hat sich ja nicht wirklich nach 45 verändert. Bis heute.
     
  20. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    1. Weil zu dem Thema genug "Meinung" vorhanden ist und die Meinung von irgendjemand nicht wiederlegbar ist, weil sie nicht "wahrheitsfähig" ist. Und da kann man weiter lustig Meinungen austauschen. Wie z.B. dieser Einsteig in das Thema:

    2. Weil das Thema "rechtsextreme Einstellungen" demgegenüber einen starken Bezug zur Forschung hat, die im Gegensatz dazu deutlich wahrscheinlicher "wahrheitsfähig" ist, da sie einem theoretischen und/oder empirisch angeleiteten Diskurs unterliegt.
    3. Weil 1. zudem ereignisbezogen ist und Gefahr läuft in die Tagespolitik abzugleiten
    4. Weil 2. durch seine analytische Sicht von Ereignissen von tagespolitischen Bezügen möglichst abstrahiert.

    Und das deswegen, weil es Forenregeln gibt, die tagespolitische Betrachtungen nicht so gerne sehen.

    Zudem sollten Themen möglichst homogen sein und es macht wenig Sinn in einem Thread völlig unterschiedliche Themen zu diskutieren. Das fördert die Lesbarkeit und das Verständnis. Immer vorausgesetzt, dass man noch weis, was man gerade 2 Postings vorher geschrieben hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Dezember 2019

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