Autoren über Faschismus

Dieses Thema im Forum "Die Zeit zwischen den Weltkriegen" wurde erstellt von Ollo, 12. Februar 2013.

  1. Ollo

    Ollo Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    für ein Essay an der Universität habe ich die Aufgabe erhalten einen Vergleich zwischen verschiedenen Auffassungen des Faschismusbegriffes durchzuführen. Dabei spielt gerade die zeitliche Dimension eine große Rolle. Vor dem Dritten Reich hatte man bspw. eine andere Konnotation als die Forschung heute.

    Schwer wird es jedoch dadurch, dass ich bestimmte Personen gegenüberstellen soll, die sich selber nicht unbedingt mit dem Faschismus als Begriff selber beschäftigt haben, jedoch eine bestimmte Vorstellung von dem Begriff hatten und diese mit in ihre Schriften einfließen lassen haben. Man soll sozusagen zwischen den Zeilen lesen.

    Kennt jmd. Personen, Autoren etc, aus dessen Schriften man Vorstellungen von Faschismus einer jeweiligen Zeit ableiten kann. Hitler möchte ich an dieser Stelle ausklammern.

    Ich bedanke mich bereits im Voraus,
    Ollo
     
  2. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Wenn ich die Frage richtig verstehe (?), braucht man doch eigentlich nur bei wiki den Namen von faschistischen Führern einzugeben und man findet dann unten dazu Literatur.
    Mir fällt da so Ad hoc ein:
    • Ion Antonescu,
    • Miklos Horthy,
    • Ante Pavelic und andere.

    Mit all diesen Personen setzte man sich nach 1945 vorrangig in dem jeweiligen Land auseinander.
    Zum Beispiel bei Antonescu lese ich unter anderen, William Totok.
     
  3. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Vermutlich sind da auch Vorstellungen von Nicht- und Antifaschisten gefragt.
    Dass die Nazis (zumindest in Osteuropa) auch unter Faschismus fielen, ist ja keine Eigenbeschreibung oder -zuschreibung.
    Auch der Begriff "Sozialfaschismus" könnte zu berücksichtigen sein.
     
  4. Ollo

    Ollo Neues Mitglied

    Danke zunächst für die schnellen Antworten!

    Gerade der Tipp einfach mal die Wikipedia-Seiten zu durchstöbern ist ehr hilfreich. Tatsächlich gibt es dort Auflistungen von verschiedenen Schiften der jeweiligen Personen.

    "Sozialfaschismus" - ist ebenfalls ein guter Stichpunkt!

    Ich hoffe noch auf einige Autoren zu stoßen, die "Nicht- bzw. Antifaschistisch" geprägt waren.
     
  5. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Es gibt ein Reclam-Bändchen: Der Faschismus in Europa 1918 - 1945 von Arnd Bauernkämper. Der Autor beschäftigt sich auf gut 30 Seiten mit der Frage "Was ist Faschismus? Kontroversen und Interpretationen"
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du meinst im Prinzip Autoren der 20er Jahre bis 1933, ja? Schau doch mal in die Tagebücher (und Briefe) von Brecht, den Manns, Feuchtwanger, Tucholsky (und andere Autoren der Weltbühne) etc. also die Intellektuellen jener Zeit verschiedener politischer Couleur.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Februar 2013
  7. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Drei Männer haben mit einer unterschiedlichen Qualität der Analyse sich mit dem Nazismus bereits vor 1939 auseinandergesetzt und ihre Sichtweise war für die "Große Politik" relevant.

    Dabei erscheint es angemessen, statt dem Faschismusbegriff, den präziseren Begriff des "Nazismus" zu wählen, da es zwar Gemeinsamkeiten zwischen dem Faschismus, italienischer Prägung, und dem Nazismus gibt, aber auch Unterschiede.

    1. Ein sehr kritischer Zeitgeist aus britischer Sicht war Vansittart, der die Distanz von GB zum NS-System aus der "zweiten Linie" mit geprägt hat.

    beispielsweise
    Vansittart - Jörg Später - Google Books

    2. Sehr frühzeitig hat Trotzki den Blick auf die Gefahr des Nazismus gelenkt und ihn versucht begrifflich zu fassen. Und hat somit auch frühzeitig indirekt die Sichtweise von Stalin zur Notwendigkeit einer beschleunigten Modernisierung / Tiefenrüstung der sowjetischen Wirtschaft beeinflußt.

    Leo Trotzki: Wie wird der Nationalsozialismus geschlagen?

    3. F.D. Roosevelt war ein expliziter Gegner der Ambitionen eines nach Autarkie strebenden NS-Staates. In seiner Quarantänerede bezog er Position zum Nazismus.

    http://www.geschichtsforum.de/279227-post36.html

    Drei Positionen, die durchaus die aggressiven Dimensionen des Nazismus begriffen haben, allerdings nicht den Holocaust antizipiert haben. Die Verweise sollen natürlich lediglich Beispiele sein und müßten systematisch erweitert werden.

    Nachbemerkung: Ob die zusätzlich Behandlung der "Sozialfaschismus-Theorie" in diesem Kontext wirklich sinnvoll ist, erscheint mir zumindest zweifelhaft. Ein "Ausfasern" der Thematik hat bisher selten der Stringenz einer Argumentation geholfen .
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Februar 2013
  8. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

  9. Ollo

    Ollo Neues Mitglied

    Das Reclam Heft von Arndt Bauerkämper war sehr hilfreich um zunächst einmal den Begriff Faschismus genauer zu definieren.

    Habe mich jetzt schlussendlich auf die Aussagen von Thomas Mann, Georg Lukacs und Mussolinis bezogen und damit 3 sehr unterschiedliche Auffassungen von Faschismus erhalten. Auf der Grundlage der Literatur von Ernst Nolte und Hans Ulrich Thamer konnte man diese ganz gut einordnen.

    Die Tipps waren alle sehr hilfreich ich habe vielfach zu danken!!
     

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