Besterhaltenes und andere Superlative der Antike

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von lynxxx, 11. März 2007.

  1. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hi,
    ich schaue mir gerne griech./röm. Ruinen an. Dabei ist es bei meinen Anfängen so gewesen, dass nach der 10. Ruine eine gewisse Sättigung eingetreten ist, da mir die Unterschiede nicht so klar waren.

    Dieses änderte sich mit dem Lesen besserer (archäologischer) Reiseführer, wobei mich besonders die Alleinstellungsmerkmale der Ruine, was sie eben von anderen unterscheidet, faszinierte.

    Ich möchte hier mal einen Thread begründen, der aufzeigen soll, wo das besterhaltenste Theater, Buleuterion, Amphitheater, etc. steht, wo der erste Tempel eines Stils, wo der größte Tempel, wo die größte Nekropole, usw.

    Ich fang mal mit etwas Unbekannteren an, Rom, Pompeji, usw. könnt ihr dann ja machen; ich erzähl mal vor allem von denjenigen Stätten, die ich selber besucht habe, später kommen dann mehr dazu, auch aus anderen Ländern:

    Türkei:


    Priene
    ,


    antike ionische Stadt an der Westküste Kleinasiens, ursprünglich gegenüber Milet am Latmischen Meerbusen, später durch das Schwemmland des Mäanders vom Meer getrennt. Die 1895-99 durch deutsche Ausgrabungen freigelegte Ruinenstadt (Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. neu gegründet, im 13. Jahrhundert verödet) mit rechtwinkligem Straßennetz (hippodamisches System) steigt in Terrassen am Bergabhang auf. Wird auch griech. Pompeji der Türkei genannt, da der hellenistische Erhaltungszustand sehr gut ist, besonders außergewöhnlich auch bei den Häusern.

    Athena-Tempel -> Stilbildend
    Erbaut 350-660 v.Chr. von Pytheos, dem Erbauer eines der sieben Weltwunder, des Mausoleums von Halikarnassos/Bodrum. Der Tempel war in seinen Proportionen das klassische Vorbild für den ionischen Peripteraltempel, die gesamte hellenistisch-ionische Tempelbaukunst war durch Pytheos' Bauten beeinflusst und richtete sich in Gliederung und Proportionierung nach seinem Vorbild. Der Tempel wurde für Vitruv maßgebend und kam somit als Musterbau in die Renaissance und dann in den Klassizismus (siehe z.B. Architektur des Alten Museum in Berlin, Priene ist überall.... ;)).

    Buleuterion -> besterhaltenes
    Dieses "Rathaus" gilt neben dem von Milet als besterhaltenes im ganzen griechischem Raum. Ich habe vergessen, ob das freitragende 14,5 Meter breite Holzdach auch noch irgendwas besonderes war.

    http://www.zum.de/geo/griechenland/priene.pdf
    http://web.uni-frankfurt.de/fb09/klassarch/Projekte.html
    http://web.uni-marburg.de/geographi...kei/Folgeseiten/gestern_Meer/gestern_Meer.htm


    Aspendos

    röm. Theater -> eines, wenn nicht das besterhaltenste der Antike

    Bühnenhaus in vollständiger Höhe erhalten. Heute gibt es inzwischen mehr Theater, die einen guten Eindruck des antiken Theater vermitteln, allerdings wurde da in den letzten Jahrhunderten meistens nicht nur Unkraut gerupft, sondern umfangreich restauriert, so wie inzwischen auch bei diesem Theater in weit geringerem Umfang, so dass ich nicht weiß, wie genau der Eindruck bei Entdeckung war.

    http://www.histolia.de/pages/aspendos/page.html
    http://www.anatolia.luwo.be/Aspendos.htm
    http://www.turkeyinphotos.com/gallery/QuickGal.php?album=Aspendos/


    Patara

    Granarium - eines der besterhaltensten, neben dem gleichen von Andriake

    Patara war ein wichtiger röm. Ausfuhrhafen der anatolischen "Getreidekammer"-Provinz. Um das Jahr 280 n.Chr. wird hier der heilige Nikolaus von Myra geboren.
    Von Kaiser Hadrian wohl erbaut ist - außer dem Dach - dieser 60*24m große Getreidespeicher vollständig erhalten, und ähnelt sehr dem Granarium des benachbarten Andriake, der 6000 cbm fassen konnte.

    http://www.histolia.de/pages/patara/page.html
    http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0006%3Aid%3Dpatara
    http://www.turkeyinphotos.com/gallery/QuickGal.php?album=Patara/


    Aphrodisias

    Stadion - das besterhaltenste

    Aphrodisias war durch seine Bildhauerschule im ganzen röm. Reich bekannt. Wird auch das "Florenz" des röm. Reiches genannt.
    Mit seinen ~262*59 m, auf 30 Sitzreihen Platz für ca. 30000 Zuschauer, ist dieses Stadion eines der am besten erhaltenen der Antike, Brockhaus sagt sogar, das besterhaltenste.

    http://www.nyu.edu/projects/aphrodisias/home.ti.htm
    http://www.alte-geschichte.uni-hd.de/ag/forschung/projekte/aphrodisias.htm
    http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0006&layout=&loc=aphrodisias
    http://www.sailturkey.com/panoramas/aphrodisias/


    Sagalassos - eine der besterhaltenen Ausgrabungsstätten der Antike im Mittelmeerraum (lt. belgischem Ausgrabungsteam, siehe belg. Seite unten)

    Sagalassos wurde in hellenistischer Zeit auf ~1500m über dem Meerespiegel gegründet und nach einem Erdbeben im 7. Jahrhundert n. Chr. während der byzantinischen Epoche aufgegeben. Offenbar blieb die Stadt unberührt und ungeplündert bis in die Gegenwart erhalten. Nun fördern die belgischen Archäologen ca. 1 Mio. Objekte pro Jahr zu tage (nach Wiki), und fast jedes Jahr lohnt sich der Besuch, da wieder ein Gebäude vom Schutt befreit wurde.

    http://www.sagalassos.be/pisidie/efr_r1.htm
    http://www.friedmund-hueber.at/saga-bilder.htm
    http://www.archaeology.org/interactive/sagalassos/index.html
    http://www.anatolia.luwo.be/Sagalassos.htm
    http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus:text:1999.04.0006&layout=&loc=sagalassos


    So, das soll's erstmal für heute gewesen sein.
    Mir geht es nicht so in erster Linie, ob was nun das besterhaltendste, größte, schönste, usw. tatsächlich auch ist, da manches Urteil vielleicht z.B. durch nationalem Stolz in Umlauf gekommen ist, sondern eher ne grobe Orientierung, worauf man achten könnte, wenn man eh da ist.


    Viel Spass bei der Sonntagslektüre, LG, lynxxx
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2007
  2. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hi, nicht viel los hier? ;)

    Dann mach ich selber mal weiter, wie oben, weiterhin nur aus der Türkei:

    Izmir

    größte hellenistische Agora


    Die Stadt wurde um 3000 v. Chr. als eine Ansiedlung von Lelegern gegründet. Zeitweise befand sie sich im Einflussbereich der Hethiter und war ab 688 v. Chr. eine wichtige Stadt der Ionier (Smyrna).
    Hat Izmir sonst nicht viel von der Antike zu bieten (außer dem sehr gutem archäologischem Museum), so ist die Agora immerhin eines der Superlative und es wird sogar nach jahrzehntelanger Pause wieder weitergegraben, wie ich jüngst durch Google Earth erstaunt festgestellt habe.
    Sie ist mit 165*200 Metern ein wenig größer, als die ebenfalls gewaltigen Agoren/Agoras von Milet und Korinth.

    weitere Infos:
    http://www-stud.uni-essen.de/~sk0281/heimat/izmir_1.html
    http://www.kultur.gov.tr/DE/BelgeGoster.aspx?48BD9BC89B9B89DA6407999D5EC50F894210F2141CE3DF0E
    http://kisi.deu.edu.tr/murat.kilic/1.pdf


    Ephesos


    Die Geschichte der Stadt Ephesos reicht bis in das Neolithikum zurück, fand ihren Höhepunkt in der griechisch-römischen Antike und erlebte eine letzte Blüte unter der seldschukischen Dynastie der Aydinogulari im 14. Jh.

    Ephesos in Stichworten: lateinisch Ephesus, antike griechische Stadt in Westanatolien, ursprünglich an der Kaystrosmündung (Verlandung in nachchristlicher Zeit); seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. von ionischen Griechen besiedelt; entwickelte sich wegen seiner Lage zum wichtigsten Handelsplatz Westkleinasiens. Seit dem 6. Jahrhundert unter lydischer, dann unter persischer Herrschaft. Um 290 Verlegung der Stadt, als Arsinoeia neu gegründet, war in der Folgezeit seleukidisch, 190-133 pergamenisch und dann römisch (Hauptstadt der Provinz Asia). Verfall seit dem 3./4. Jahrhundert n. Chr.; Versandung des Hafens; vom 4. Jahrhundert bis 1403 Metropolitansitz.

    Um 300 v. Chr. wurden die Bewohner der klassischen Stadt von König Lysimachos auf das mit einer 9 km langen Mauer umgebene Gebiet der späteren römischen Stadt umgesiedelt. Spätestens aus dieser Zeit stammt das rasterartige System sich rechtwinklig kreuzender Straßen. Allem Anschein nach war die hellenistische Stadt, abgesehen von einigen öffentlichen Bauten wie Stadion, Theater und Marktplatz, nicht sehr dicht bebaut. Erst als Ephesos das benachbarte Pergamon als Hauptstadt der Provinz Asia ablöste, setzte ein wahrer Bauboom ein: Unter Kaiser Augustus engagierten sich reiche Privatleute bei der Verbesserung der städtischen Infrastruktur. Aquädukte sicherten die Wasserversorgung, öffentliche Plätze wurden aufgewertet. Diente der hafennahe Markt vorwiegend dem Handel, so fanden in den neu gebauten Verwaltungsgebäuden auf dem »Staatsmarkt« die politischen Geschäfte und der Kaiserkult statt. Zu diesem politischen Zentrum in der Oberstadt führte der Embolos, eine alte Prozessionsstraße, die gesäumt war durch eine fast museal wirkende Aneinanderreihung von Heroengräbern, Ehrenmonumenten oder statuengeschmückten Prachtnymphäen, deren Denkmalcharakter wichtiger war als ihr Nutzwert. Das Bild der hochkaiserzeitlichen Stadt prägten neben herrschaftlichen Wohnhäusern und Säulenstraßen aber vor allem Freizeitbauten: Mindestens sechs luxuriöse Thermenanlagen mit weitläufigen Sportplätzen sind bekannt. Im Zusammenhang mit der kultischen Verehrung des Kaisers entbrannte eine vehemente Konkurrenz zwischen den Städten Pergamon, Smyrna und Ephesos: Jede wollte möglichst viele offizielle Kaiserkulttempel in ihren Mauern beherbergen. Ephesos gelang dies unter den Kaisern Domitian, Hadrian, Caracalla und Elagabal.


    Hanghäuser - besterhaltene private römische Häuser im östlichen Mittelmeerraum
    Die römische Wohnbebauung in der heute sichtbaren Form begann in der römischen Kaiserzeit, ihre Nutzung in der heute sichtbaren Struktur endete mit der Zerstörung des Hanghäuser durch ein Erdbeben im 3. Jh. Das Hanghaus 2 ist vor allem durch seine gut erhaltenen Wandmalereien und Mosaiken bemerkenswert, die zum großen Teil in das 3. Jh. datiert werden.

    (Ich muss mir nochmal den Erhaltungszustand der Häuser in Zeugma anschauen, vor der Überflutung, um diese Aussage zu verifizieren.)

    http://www.ephesos.at/geschichte/index_hanghaus1.html
    http://www.ephesos.at/geschichte/hanghaus2.html

    Artemistempel - größter hellenistischer Tempel


    (Ich hab keinen größeren gefunden)
    Das Artemision von Ephesos zählt zu den sieben Weltwundern, gehört zu den hellenistischen Großtempeln und ist ein wenig größer, als das Olympieion von Agrigent, das Heraion von Samos, der Artemis-Tempel von Sardes und der Apollontempel von Didyma.

    Der erste Tempelbau wurde in den Jahren 560-550 v. Chr. vom lydischen König Krösus im ionischen Stil angelegt. Infolge einer Brandstiftung im Jahre 356 v. Chr. wurde der Bau noch einmal in gleicher Größe, diesmal aber 3 m höher, errichtet. Der Grundriss des Bauwerks hat die Ausmaße 59*115 m. Der durch seine Marmorstatuen berühmte Tempel war der größte Tempel in hellenistischer Zeit. Im Jahre 262 n. Chr. wurde er durch die Goten zerstört und nicht noch einmal aufgebaut.
    Zum Vergleich: Die Grundfläche des Artemistempels ist viermal größer als der Parthenon von Athen und eineinhalb mal so groß, wie der Kölner Dom.

    Leider ist nicht viel erhalten, und wenig ausgegraben, deshalb gleich ins nahegelegene Didyma, um sich einen lebendigen Eindruck eines Großtempels zu verschaffen.

    http://www.oeai.at/ausland/ephesos.html
    http://www.ephesos.at/geschichte/index_hanghaus1.html
    http://homepage.univie.ac.at/elisabeth.trinkl/forum/forum0897/main.htm
    http://www.e-turkey.net/v/izmir_ephesus_efes/
    http://www.turkeyinphotos.com/gallery/QuickGal.php?page=3&album=Ephesus/


    Didyma

    Apollon-Tempel - besterhaltener hellenistischer Großtempel (?)

    Das Orakelheiligtum des Apollon besteht vermutlich schon seit der Wende vom 2. zum 1. Jt. v. Chr. Seine Blüte erlebte es im 6. Jh. v. Chr., in dem ein neuer, diesmal monumentaler Tempel entstand. Nach dessen Zerstörung wurde um 330 v. Chr. ein dritter Apollontempel begonnen, der zu den größten Sakralgebäuden der griechisch-römischen Antike zählt, jedoch nie fertiggestellt werden konnte. In das offene Tempelinnere wurde im 5. Jh. n. Chr. eine Kirche eingebaut, später wurde das Bauwerk zu einer Festung; die umgebende Siedlung bestand vermutlich bis in das 14. Jh.

    Didyma war das Hauptheiligtum der antiken Stadt Milet, mit der es durch eine Heilige Straße verbunden war.
    Das Orakel an der kleinasiatischen Westküste in Didyma war zudem das berühmteste Apollon-Orakel nach Delphi. Die Inschrift, die aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. stammt, ist die Orakelanfrage des Schatzmeisters Hermias. Am Ende sind Waage und Geldbeutel als seine Amtszeichen abgebildet. Die Orakelanfrage lautet:
    "Schatzmeister Hermias stellt die Frage: Der Altar der in deinem Heiligtum verehrten Tyche ist im Paradeisos infolge der ringsum errichteten Gebäude eingeschlossen und wird deshalb von vielen nicht aufgesucht. Ist es daher wünschenswerter und besser und der Göttin willkommener, dass auch dieser Altar zusammen mit den übrigen Götter(altären) in den Altarkreis miteinbezogen wird, oder nicht? Der Gott erteilte das Orakel: Allen den Göttern sei Achtung gezollt und allen Verehrung! Der fromme Schatzmeister Hermias, Sohn des Epagathos."

    Besonders ist an diesem Tempel, dass trotz 500 jähriger Bauzeit, er nie fertiggestellt wurde. Dieses ermöglicht nun einen Tempel mitten in der Bauphase zu besuchen und Bauzeichnungen, ja Bauzeichnungen zu studieren. Denn bevor die Cellawände geglättet und poliert wurden, hat man sie mit Bauzeichnungen versehen, die einmalige Einblicke in die Architektur und Ingenieurskunst geben. Teilweise sind die millimeterdünnen Zeichnungen im Maßstab 1:1.

    http://www.bodrumpages.com/deutsch/Didyma.html
    http://www.dainst.org/index.php?id=...><br /></td></tr> <tr><td><li><a href=
    http://www.livius.org/a/turkey/didyma/didyma01.html
    http://icarus.umkc.edu/sandbox/perseus/pecs/page.1381.a.php
    http://www.turizm.net/cities/didyma/
    http://www.turkeyinphotos.com/gallery/QuickGal.php?album=Didim/


    So, das wär's erstmal.
    Ihr könnt ja weitermachen, mit Paestum, Pompeji, der größten Schotterpyramide/Tumulus in Nemrut Dagi, Palmyra, usw.

    Achja, ich vergaß:
    Neben den Links sind meine Quellen vor allem Kaurs Kulturführer, Baedeckers und Archäologieführer.


    Ade, LG, lynxxx
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. März 2007
  3. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Nemrut Dağı (Berg Nemrut) mit Grabheiligtum

    größter Schottertumulus/-pyramide

    Kommen wir heute mal zu dem vergessenen Königreich von Kommagene:

    Nemrut Dağı, Berg (2150 m über dem Meeresspiegel) in Südostanatolien, rund 60 km südöstlich von Malatya, in der Nähe des antiken Arsameia am Nymphaios, mit einem über 50 m hohen Grabhügel aus Schottersteinen des Königs Antiochos I. von Kommagene (69-34 v. Chr.), zwei Kultterrassen mit riesigen Statuen des Königs und zarathustrischer Götter (1. Jahrhundert v. Chr.) sowie Reliefs (UNESCO-Weltkulturerbe).

    Das Königreich Kommagene lag im Südosten der heutigen Türkei, an den oberen Regionen des Euphrat.
    "Eichen und Platanen bedecken die Hügel, die Täler sind voll Feigen-, Oliven,- Walnuß- und Granatapfelbäumen, Wein und Oleander; der Getreideanbau erzielt die reichsten Ernten." Es ist schwer zu glauben, daß diese Beschreibung vor etwas mehr als hundert Jahren von einem deutschen Reisenden gemacht wurde. Wenn man seinen Bericht liest, meint man die Beschreibung des Garten Eden vor sich zu haben. Tatsächlich wird von vielen Menschen angenommen, daß der Garten Eden hier zu finden war.
    Heute kann von einem Paradies keine Rede mehr sein. Die meisten Bäume wurden gefällt und die Ziegen fressen eifrig die letzten Spuren der Vegetation. Dennoch beginnt die vor kurzem begonnene Bewässerung Erfolge zu erzielen und es werden in letzter Zeit auch Versuche zur Aufforstung gemacht. Der Boden ist immer noch fruchtbar und klares Wasser entspringt aus unzähligen Quellen.
    Früher war Kommagene ein reiches Land, bekannt für seinen Reichtum an Mineralien und Erzen. Ein Teil dieses Reichtum wurde heutzutage wiederentdeckt. Zum Beispiel wurde in den sechziger Jahren im Euphrat erfolgreich nach Gold geschürft.



    Nemrut: Der Thron der Götter
    Der Nemrut gehört zum Taurusgebirge. Mit seiner Höhe von 2.206 m beherrscht er die gesamte umliegende Landschaft. Von welcher Seite man sich ihm auch nähert, sein eigenartiger Gipfel ist schon von Weitem erkennen. Nur in den Sommermonaten kann man auf den Gipfel gelangen. Der Rest des Jahres ist er von Eis und Schnee bedeckt.
    Wahrscheinlich verließ der letzte Priester das Grabheiligtum auf dem Nemrut, als der Aufstand des Königs Antiochos IV. von Rom niedergeschlagen wurde. Fast 2000 Jahre lang störte nur der Wind die Ruhe der drei Könige, die hier bestattet wurden.
    Die christliche Bevölkerung, die später hier lebte, wußte nichts von den Ursprüngen des Heiligtums. Sie hielten es für das Werk des legendären Nimrod aus dem alten Testament. Sie benannten den Berg deshalb nach Nemrud, dem ersten mächtigen Herrscher auf Erden.
    Erst am Ende des 19. Jahrhundert wurde das Heiligtum auf dem Nemrut von dem deutschen Ingenieur Karl Sester wiederentdeckt. Nochmehr als über die eindrucksvollen Ruinen war er darüber erstaunt, daß sie auf keiner Karte Kleinasiens verzeichnet waren.


    Mit der Errichtung des Grabheiligtums wollte Antiochos nicht nur eine Stätte für seine letzte Ruhe schaffen. Hier sollte der Mittelpunkt der neuen, von ihm gestifteten, Religion entstehen. Sein Glaube vereinte in friedvoller Weise die persische Weltsicht der Parther mit der griechischen Mythologie. Vom Gipfel des Nemrut sollte sich seine neue Religion über die ganze Welt verbreiten.
    Auf dem Nemrut wurden drei Terrassen angelegt, die heute als Ost-, West-, und Nordterrasse bezeichnet werden. Um genug Platz dafür zu gewinnen, mußten die kommagenischen Erbauer große Teile des ehemaligen Berggipfels abtragen. Allein für die Ostterrasse wurden 1.500 Kubikmeter massiver Fels eingeebnet. An der zehn Meter hohen Felswand auf der Westterrasse kann man heute noch abschätzen, was für eine gewaltige Anstrengung dies gewesen sein muß.
    Der Grabhügel (Tumulus), der den Gipfel des Nemrud bedeckt, wurde aus unzähligen Schottersteinen zu einer Höhe von 50 m aufgeschüttet. Er hat einen Durchmesser von 150 m und wird von einem alten Prozessionsweg umringt.

    Seine Grabkammer ist immer noch unangetastet, denn wann immer Grabräuber versucht haben zu graben, fielen die Schottermassen wieder in die Grablöcher.



    Infos:
    http://www.nemrud.nl/de/index.htm

    Sehr schönes Fotoalbum, nicht nur zum Nemrut Berg:
    http://www.pbase.com/dosseman/nemrut&page=all

    weitere Infos und Fotos:
    http://www.anatolia.luwo.be/Nemrot.htm

    Ich empfehle ne Sonnenaufgangstour bei Neumond. Sehr beeindruckend, wenn im ersten Morgengrauen die riesigen Köpfe sich langsam abzeichnen.

    Das war's erstmal wieder.
    Aloha, LG, lynxxx
     
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  4. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Zeugma, Seleukaia am Euphrat, Apameia, Belkis

    größter römischer Siegelfund (Bullen) ca. 100000 (zweitgrößter Kreta mit 21000)

    Zweitgrößtes Mosaikenmuseum der Welt (bald größtes) in Gaziantep

    Kommen wir zu Zeugma, einer Zwillingsstadt am Euphrat, die fast dreimal so groß ist wie Pompeji und aufgrund des phantastischen Erhaltungszustandes vor der Überflutung auch als das türkische römische Pompeji bezeichnet wurde (Priene ist ja das hell. "Pompeji", s.o.):

    Seleukaia (röm. Zeugma ) wurde von Seleukos I. Nikator (dem einstigen Statthalter Alexanders d. Gr. und Stammvater des Seleukidengeschlechts) an der Stelle, wo er die erste Ponton-Brücke über den Euphrat bauen ließ, im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Auf der anderen Flussseite sicherte Apameia den strategisch wichtigen Übergang. Nach dem berühmten Geographen Strabon gehört Zeugma (= Brückenstadt - Platz des Überganges) ab Pompeius zum kommagenischen Königreich, danach zur römischen Provinz Syria. In der Antike bildete die Stadt für die West - Ost laufende Seidenstraße die wichtigste Brücke über den Euphrat. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Handels- und Verwaltungszentrum. In ihrer Blütezeit lebten in der von einer römischen Legion (7000 Mann) beschützten Stadt rund 70.000 Menschen. 252 n. Chr. wurde sie von den Sassaniden zerstört, jedoch wieder aufgebaut. Später wurde die Region durch ein Erdbeben verwüstet, dabei rutschte ein Teil eines Berges in der Mitte der Stadt auf Wohnviertel und begrub diese unter sich, wodurch die darunterliegenden Häuser besonders gut erhalten wurden.
    Da sich die Stadt am Kreuzungspunkt der Straßen befand und eine Handels- und Garnisonsstadt war, kam eine große Anzahl an Künstlern nach Zeugma, die auch die einheimischen Künstler ausbildete. Sie schmückten Zeugma mit für uns heute sensationell reichen Bodenmosaiken, Wandfresken und Statuen. So ist die Stadt Zeugma ein gutes Beispiel für das Vorhandensein von Wirtschaftsblüte und Kulturreichtum am Rande des römischen Imperiums geworden.
    In die Medien kam sie vor allem, weil sie zu 30% durch einen Staudamm überflutet wurde. Notgrabungen retteten in letzter Minute unglaubliche Schätze. (Es stellt sich die Frage, warum auf Rettungsanfragen der türkischen Archäologen im Westen 10 Jahre vorher nicht eingegangen wurde? Wahrscheinlich fehlten ihnen Kontakte zu auflagenstarken Medien.)

    Wichtig wurde diese Stadt in den letzten Jahren nicht wegen dem größten römischen Siegelabdruckfund, sondern wegen den prächtigen Mosaiken.

    Und nun wird es ein bischen schwammig, denn es geht um die Bewertung der Mosaiken, die aus ähnlich reichen Häusern stammen, wie die Hanghäuser von Ephesos (s.o.)
    In einer Dokumentation (s.u.), hat der französischer "Mosaikenpapst" (also ein weltweit führender Experte der Mosaikkunst) Jean-Pierre Darmon bei Betrachtung der Mosaiken gesagt, dass z.B. dieses Mosaik eines der schönsten und originellsten römischen Mosaike sei, dass er je gesehen hätte, ähnlich dem berühmten Alexandermosaik aus Pompeji, ein Meisterwerk und in einer ähnlich prächtigen Qualität, wie die in dem Mosaikenmuseum in Antakya (Antiochia) ausgestellten Werke. Künstlerischer gegenseitiger Einfluss sei unverkennbar bei diesem namentlich bekanntem Meister.

    Wie dem auch sein, das nahe gelegene Archäologische Museum von Gaziantep hat schlagartig überregionale, ja, weltweite Bedeutung durch die Funde von Zeugma erlangt, weniger durch die größte und sicher auch interessante Siegelabdrucksammlung, als durch die große Anzahl noch dazu meisterhafte Mosaiken.

    Auf unteren Seiten geht man davon aus, dass das momentan zweitgrößte Mosaikenmuseum der Welt in Gaziantep durch weitere Ausgrabungen zum größten weltweit aufsteigen wird; immerhin sind noch zwei Drittel von Zeugma nicht ausgegraben.

    Fotogalerie von Funden in dem Museum in Gaziantep:
    http://www.pbase.com/dosseman/antepmuseum&page=all
    Neuere Funde:
    http://www.pbase.com/dosseman/new&page=all
    kleinere Fotogalerie von Zeugma:
    http://www.futura-sciences.com/communiquer/g/showgallery.php/cat/579

    engl. Seite mit vielen Infos zu Zeugma:
    http://www.zeugmaweb.com/zeugma/english/engindex.htm

    Dokumentation auf Arte:
    http://www.arte.tv/de/wissen-entdeckung/abenteuer-arte/Diese-Woche/790390.html

    Dokumentation auf BBC:
    http://www.bbc.co.uk/science/horizon/2000/zeugma.shtml

    ein französischer Artikel übersetzt mit Google:
    http://translate.google.com/transla...fe=off&ie=UTF-8&oe=UTF-8&prev=/language_tools

    Das Archäologische Museum von Gaziantep mit vielen Bildern (engl.)
    http://www.gaziantepmuzesi.gov.tr/eng/zeugma.asp

    Eine coole Seite eines TV-Senders mit einem Special zu der Dokumentation, Mosaikenbeschreibung, dramatische Rettungsaktionen, etc.:
    http://www.pbs.org/wgbh/nova/zeugma/
    daraus eine Computersimulation eines restaurierten Zeugmas; Flug durch die Villen! Cool! Hier z.B. der Direktlink zum Quicktime-Flug (Realtime gibt's im Link oben auch):
    http://www.pbs.org/wgbh/nova/zeugma/mosa_q.html

    DIE VILLEN DER TERRASSE A IN ZEUGMA (deutsch) aus Forum Archaeologiae :
    http://homepage.univie.ac.at/elisabeth.trinkl/forum/forum0900/16zeugma.htm

    ein sehr schöner PDF-Artikel mit tollen Bildern!
    RACE AGAINST TIME
    Ancient treasures come to light before disappearing under water




    Und da es hier so schön passt, gleich noch eine kurze Vorstellung von

    Antakya (dem antiken Antiochia) mit dem

    drittgrößten Mosaikenmuseums weltweit

    und der
    älteste Kirche der Christenheit

    Antiochia am Orontes, 300 v. Chr. gegründete Hauptstadt der Seleukiden in Syrien, eine der reichsten Handelsstädte des Altertums mit prächtigen Bauwerken, später Sitz des römischen Statthalters von Syrien. Hier entstand die erste heidenchristliche Gemeinde. - Nach der Eroberung durch die Perser (540 n. Chr.) und Araber (637) verfiel Antiochia, wurde 1098 von den Kreuzfahrern eingenommen und Hauptstadt des christlichen Fürstentums Antiochien. Ab 1268 arabisch, kam 1516 an die Türkei; Nachfolgesiedlung ist das heutige Antakya.

    Bei meinen Recherchen gab es die unterschiedlichsten Beschreibungen des Museums, es wurde gar zum bedeutendsten Mosaikenmuseum erklärt, was nicht heißt, dass das Bardo-Museum in Tunis nicht noch mehr Mosaiken enthielte. Die exorbitante Qualität der Mosaiken von Antakya war wohl dafür ausschlaggebend. Die zuverlässigste Zahl war aber, dass es nach dem Museum in Tunis die zweitgrößte Sammlung enthielt. Dieses war aber vor den Ausgrabungen von Zeugma, so dass es nun auf dem dritten Rang unter den weltweiten Mosaikenmuseen fällt. Trotzdem ist es eine Reise wert, immerhin gibt es in Antakya noch die Petrusgrotte (-kirche) zu bestaunen, wo sich die Christen angeblich lt. Britannica zum ersten mal Christen nannten und die vom Vatikan zur ältesten Kirche ernannt wurde.

    Tolle Bilder der prächtigen Mosaiken und andere Funde im Archäologischem Museum von Antakya:
    http://www.pbase.com/dosseman/antakya_museum&page=all

    Bilder von Antakya, auch von der Petrusgrotte:
    http://www.pbase.com/dosseman/antakya&page=all

    kurze Beschreibung Antakyas und Bilder (engl.):
    http://www.anatolia.luwo.be/Antakya.htm


    und hier als Vergleich kurz zu

    Tunis in Tunesien

    mit der größten Sammlung von römischen Mosaiken

    Hauptstadt von Tunesien, an einer Lagune (El-Bahira) des Golfes von Tunis, 692 800 Einwohner im Stadtgebiet, 1,97 Mio. Einwohner im Ballungsraum; politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Tunesiens; Sitz eines orthodoxen Metropoliten und eines katholischen Bischofs; mehrere Universitäten, Fachhochschulen; Konservatorium, Goethe- u. a. Institute, Nationalbibliothek, -archiv, -museum, zoologischer Garten; Nahrungsmittel-, chemische, metallurgische, Textilindustrie; Stadtbahnnetz (32 km); Kanalverbindung zum Hafen La Goulette; internationaler Flughafen.
    In der Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) zahlreiche Moscheen, u. a. Große Moschee (732 gegründet, v. a. 13.-15. Jahrhundert), Moschee der ehemaligen Kasba (13. Jahrhundert), und Paläste; in der Neustadt u. a. Kathedrale (1882). Zwischen Altstadt und Hafen die von den Franzosen schachbrettartig angelegte Neustadt.
    Im Altertum Tynes, Tunes; erlangte unter arabischer Herrschaft ab 697 Bedeutung; seit 1957 Hauptstadt.

    Das Nationalmuseum von Bardo steht in dem Vorort Bardo im Ballungsraum Tunis.

    Seite des Museums:
    http://www.di.com.tn/museebardo/

    Kurze Beschreibung auf engl.:
    http://lexicorient.com/tunisia/tunis15.htm

    Videotour durchs Museum, cool!:
    http://www.andycarvin.com/archives/2005/12/the_bardo_museu.html


    So, keine Angst, morgen kommt das letzte Superlativ von mir...

    Gute n8 und LG, lynxxx
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 23. März 2007
  5. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    So, mein letzter Post... endlich.

    folgende Stätte ist bekannter, deshalb fasse ich mich ein wenig kürzer:

    Pergamon

    steilstes Theater der Antike


    Pergamos, antike Stadt im Nordwesten Kleinasiens, an der Stelle der heutigen Stadt Bergama, Türkei. Pergamon war Hauptstadt des Pergamenischen Reiches, das, um 280 v. Chr. von Philetairos gegründet, unter König Eumenes II. (197-160/159 v. Chr.) eines der mächtigsten Reiche Kleinasiens war. Der letzte König, Attalos III. (133 v. Chr.), vermachte es testamentarisch den Römern, die 129 v. Chr. die Provinz Asia einrichteten. - Pergamon wurde durch die seit 1878 von C. Humann und A. Conze, später von W. Dörpfeld und T. Wiegand und 1957-68 von E. Boehringer geleiteten Ausgrabungen freigelegt. Die aus einer Bergfeste entstandene Stadt reichte in der Königszeit bis zum Fuß des Berges. Über dem Markt der Oberstadt (obere Agora) erhob sich der Zeusaltar (Pergamonaltar). Oberhalb davon lag der dorische Athenetempel (1. Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr.), das Hauptheiligtum der Stadt, dessen Bezirk Attalos I. mit Bildwerken schmückte (durch kaiserzeitliche Kopien bekannt: der sterbende Gallier, Rom, Kapitolin. Museum u.a.). Eumenes II. umgab ihn mit einer Säulenhalle; hier befanden sich die berühmte Bibliothek (die im 1. Jahrhundert n. Chr. 200 000 Schriftrollen besaß) und die Kunstsammlung. Durch Ausgrabungen weiterer Stadtteile wurden Tempel, Königspalast, Theater (10 000 Plätze, 2. Jahrhundert v. Chr.), Kasernen u. a. freigelegt, auch die römische Stadt in der Ebene mit der »Roten Halle«, einem mächtigen Ziegelbau (später byzantinische Kirche).
    Außerhalb von Pergamon lag das wohl im 5. Jahrhundert v. Chr. gegründete Asklepiosheiligtum (Asklepieion), im 2. Jahrhundert n. Chr. Wirkungsstätte des Arztes Galen(us).

    schöne Seite des D. Archäologischen Instituts:
    http://www.dainst.org/index_650_de.html
    daraus z.B.:
    Pergamon Bau Z
    und
    Pergamon Rote Halle
    weitere Infos:
    Die Chora von Pergamon
    Das Gymnasion von Pergamon
    und
    Elaia


    tolle Fotos, auch aus dem archäologischem Museum in Bergama:
    http://www.pbase.com/dosseman/bergama_turkey&page=all

    weitere Fotogalerien:
    http://perso.orange.fr/istanbul/circuit_turquie_voyage_culturel_asie_mineure/PERGAME/index.html
    http://www.free-travel-photos.org/Turkey/photos/Pergamon/

    Kunst in Pergamon (engl.)
    http://www.mlahanas.de/Greeks/Arts/Pergamon.htm

    kurze Beschreibung mit Karte:
    http://www.hellenica.de/Griechenland/Geo/Pergamon.html



    weiterhin in der Nähe ist das antike "Baden-Baden" zu erwähnen

    Allianoi

    mit seinen besterhaltenen röm. kaiserzeitlichen Thermen

    Allianoi an der türkischen Westküste gilt als eine der besterhaltenen Bade- und Kuranlagen der römischen Kaiserzeit. Knapp 20 Kilometer vom antiken Pergamon entfernt, war es ein luxuriöser Kurbetrieb für die wohlhabende Oberschicht der einstigen Metropole. Erst vor wenigen Jahren wurde der Kurort, dessen Badeanlage allein 9.000 Quadratmeter umfasst, als das antike Allianoi identifiziert.

    http://www.allianoi.org/main/eng/default.asp

    http://www.assos.de/allianoi/page_01.htm

    http://www.stefaniemoehrle.de/Tuerkei/Tuerkei236.htm


    Mehr fällt mir momentan zur Türkei nicht ein; ich werde sicher nicht meine Reiseführer komplett durchlesen, um noch mehr zu finden.

    Ansonsten könnt ihr ja den Thread fortsetzten mit z.B. den wohl besterhaltenen griechischen Tempeln: Concordiatempel in Agrigent, den Poseidontempel in Paestum und den Tempel des Hephaistos in Athen.

    Adieu, lynxxx

    .
     

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    Zuletzt bearbeitet: 23. März 2007
  6. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Vielleicht gibt's ja jemanden, den es interessiert:

    Ich hab mal ne Google Earth-Tour gestaltet, die die oben genannten Stätten anfliegt, so, als wäre man in einem Flieger.

    Ist ganz interessant, weil etliche Ruinen inzwischen hochauflösend zu sehen sind.

    Damit das Ergebnis optimal ist, solltet ihr unter Tools->Optionen die Tour-Bedingungen entsprechend ändern, indem ihr z.B. die Anfluggeschwindigkeit verlangsamt, und die Tourpause auf 10 Sekunden z.B. erhöht, damit Google Earth die Zeit hat, die Bilddaten zu laden, und es nicht ne Weile alles so schwammig aussieht.
    Bewährt hat sich auch die Methode, einmal die Tour durchlaufen zu lassen, ohne hinzusehen, und dann das zweite mal erst zuzuschauen, weil sich dann die meisten Daten schon im Cache befinden und sich das Bild schneller aufbaut. Übrigens nicht vergessen die 3D-Berge einzuschalten - ergibt tolle Panoramen!

    Viel Spass.
    PS: in den Wegmarken gibt es auch weitere Infos und Links z.B. zur Wikipedia, etc.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 26. März 2007
  7. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

  8. Germanicus

    Germanicus Neues Mitglied

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  9. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hi,
    nach längerer Zeit möchte ich euch hier ein weiteres sicher recht unbekanntes antikes Superlativ aus der Türkei vorstellen:

    Oinoanda und die größte Inschrift der antiken Welt

    "Ein neues Projekt der Abteilung Istanbul zur Erforschung der Stadt des Diogenes und seiner berühmten, philosophischen Inschrift.

    Die antike Stadt Oinoanda befindet sich am Rand der Kibyratis in den entlegenen und rauhen Bergregionen des nördlichen Lykiens.
    ...
    Neben der epikureischen Inschrift wurden zahlreiche nicht-philosophische Texte in Oinoanda entdeckt und publiziert. Unter diesen sind besonders die genealogische Inschrift auf dem Mausoleum der Licinnia Flavilla und die sog. Demostheneia-Inschrift zu nennen, welche zusammen mit der Diogenesinschrift zu den bemerkenswertesten inschriftlichen Zeugnissen der griechischen Welt gehören und die besondere Bedeutung von Oinoanda als einem "epigrafischen Eldorado" unterstreichen.
    ..."

    weiter: Oinoanda

    Es gibt zudem Presseberichte über neue spektakuläre Funde:

    "...Zu der Philosophie in Stein kommen weitere aktuelle Funde von Weihinschriften an der antiken Stadtmauer, in denen ein "Höchster Gott" angesprochen wird. Daraus ergeben sich religionsgeschichtlich richtungsweisende Erkenntnisse über die Ausprägung des monotheistischen Kultes, der sich besonders ab dem 1. Jh. n. Chr. im heidnischen Bereich entwickelt. ..."

    weiter: http://www.dainst.org/index_8925_de.html

    Daraus ergaben sich interessante leicht verständliche Artikel wie dieser hier:
    Archäologie: Eine antike Platon-Kritik: Der Fund des Jahres | Nachrichten auf ZEIT ONLINE

    weitere Infos zu Oinoanda mit Lageplan, Karte, Bilder, etc.:
    Die türkische Südküste in der Antike - Oinoanda in Lykien - Beschreibung

    weitere Infos, Bilder, Transkriptionen der Inschrift:
    Livius Picture Archive: Oenoanda (Incealiler)


    Ausschnitte mit Detailinfos und Geschichte, ab S. 188 ff.:

    Klassische Antike Stätten Anatoliens ... - Google Buchsuche


    Viel Spass beim Wochenend-Schmökern.
    LG, und :winke:
     
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  10. Eumolp

    Eumolp Aktives Mitglied

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  11. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Nicht nur das, Hanghaus 2 beherbergte eine spätrömische wassergetriebene Steinsäge, wie wir heute wissen! Eine komplette Monographie ist just erschienen:

    [FONT=&quot]Fritz Mangartz
    Die byzantinische Steinsäge von Ephesos – Baubefund, Rekonstruktion, Architekturteile
    Monographien des RGZM Band 86 (2010)
    113 S., zahlr. s/w-Abb. und 23 Farbtafeln
    ISBN 978-3-88467-149-8, 45,–€[/FONT]
     
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  12. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Also bei uns in Mainz gibt es da gleich 4 Superlative für den transalpinen Raum des Imperiums:

    Das römische Theater in Mainz war mit einem Durchmesser von 116 m und einer Bühnenbreite von 42 m sowie einer Kapazität von ca. 10.000 Besuchern einst das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen .
    Theatrum Mogontiacensium - Startseite

    der Tempel der Isis und Mater Magna in Mainz ist das einzig ausgegrabene, der Isis geweihte Bauwerk dieser Art in Deutschland.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Heiligtum_der_Isis_und_Mater_Magna_(Mainz)

    Der Drususstein ,also der kenotaph desNero Claudius Drusus in Mainz ist das größte noch erhaltene römische Grabmal in Deutschland
    Drususstein ? Wikipedia

    Die älteste und größte sowie aufwändigste Jupitersäule, die bisher im deutschsprachigen Raum gefunden wurde.
    Große Mainzer Jupitersäule ? Wikipedia
     
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  13. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

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  14. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hier fehlt einfach das Pantheon in Rom, ein Gebäude, welches seit 2000 Jahren in Betrieb ist, früher als Tempel aller Götter (pan - Theon), heute als Allerheilgenkirche (Sancta Maria ad Martires).
     
  16. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Es fehlen hier noch viele andere Superlative... :)

    Hier noch die Uniausgrabungsseite seite von Laodikeia:
    Pamukkale University Laodikeia Web Page
    Auf der türkischen Übersetzung der Seite findet man auch laufende Ausgrabungsergebnisse inkl. Fotos, die wenn überhaupt für uns von Interesse sein könnten.
     
  17. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Nun, anläßlich der Wiederbelebung dieses netten Threads muß ich doch mal, ganz uneigennützig, auf ein kleines Städtchen im Libanon hinweisen.

    Der Jupitertempel von Baalbek gilt immer mal wieder als der größte der römischen Welt, über 40 m hoch, wenn man vom Podium bis zum First messen würde. In seinem Podium sind die drei größten Steine der Baugeschichte vermauert, 20 m lang, 4 m hoch, 3, 5 m breit, errechnetes Gewicht ca. 1000 Tonnen.
    Daneben steht der sogenannte Bacchustempel, der einer der am besten erhaltenen Tempel der römischen Welt ist, mit einem Reichtum an Bauschmuck, daß man vor Glück heulen möchte, wenn man sich alles anschaut.
    Daneben der sogenannte Venustempel, ein Rundtempel, der ein außergewöhnliches Prunkstück des "römischen Barock" darstellt, mit fünfseitigen! korinthischen Kapitellen.
     

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