Bewegung in den 30er Jahren

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von F. von Gentz, 8. Dezember 2010.

  1. F. von Gentz

    F. von Gentz Neues Mitglied

    Liebe Experten,

    ich bereite eine Arbeit zu der Opposition von Bewegung und Stillstand vor. Ab der Juli-Revolution von 1830 wird Bewegung zu einem Schlüsselthema in den Ländern des Deutschen Bundes. Zum einen werden Parteien über ihre Bewegungsformen beschrieben (wie zB Gehen, Rückwärtsgehen, Stillstehen, Fortschreiten). Die Liberalen nennen sich die Bewegungspartei. Zum anderen ist Bewegung eine Art Code-Wort für Veränderung und Revolution.

    Friedrich Rohmer schreibt 1844 in seinem Aufsatz "Die vier Parteien": „Wenn wirklich nur zwei Prinzipien die Welt konstituieren, das der Bewegung und der Ruhe, deren jedes, wie Gentz sie hinstellt, in sich gut und heilsam wäre, so ist nicht abzusehen, woher das Übel in der Welt entsteht … dann darf jede Partei zum Extrem gehen.“


    -> Auf welchen Text von Friedrich von Gentz bezieht sich Rohmer?


    In dem Wikipedia-Artikel zu Gentz steht:
    "Gentz war sich jedoch der Diskrepanz von statischer politischer Ordnung und geschichtlicher Dynamik bewusst. Deshalb plädierte er für ein Gleichgewichtssystem, das sowohl außen- als auch innenpolitisch Krieg und Revolution abwehren könne. 1830 schrieb er über die politische Lage. Er erkannte, dass die durch die fortschreitende Industrialisierung die Lage der unteren Volksschichten immer unerträglicher werden wird. Damit ahnte er die Revolution von 1848 voraus."


    -> In welchen Texten plädiert Gentz für ein Gleichgewicht von statischer Ordnung und geschichtlicher Dynamik?


    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier auf Geschichts-Experten und Begeisterte der Mitte des 19. Jahrhunderts stoßen würde.
    Mit vielen Dank und besten Grüßen


    Matthias
     
  2. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Matthias

    So ganz erschließt sich mir der Inhalt Deiner geplanten Arbeit nicht. Mag aber an mir liegen. Zum Geichgewicht bei Gentz, schau mal hier:

    http://www.europa.clio-online.de/Portals/_Europa/documents/B2009/Q_Kronenbitter_Gentz.pdf

    Allerdings bezieht sich das eher auf das außenpolitische Gleichgewichtsverhältnis der Staaten untereinander (inkl. Deutscher Bund).

    Was mich auch irritiert, ist Dein Postulat, daß "Parteien über ihre Bewegungsformen beschrieben werden". Irgendwie schimmert da Hegel durch, jedenfalls mit einiger Phantasie.

    Übertrieben, der "vierte Stand" schreitet voran, geführt vom "Bund der Geächteten".

    Also ich habe da meine Zweifel, allein schon bei dem "Parteienbegriff" in den 1830' er Jahren.


    M.
     

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