Bismarcks Politik im Urteil eines liberalen Gegners

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von minniemanu, 27. Dezember 2008.

  1. minniemanu

    minniemanu Neues Mitglied

    im Anhang der Text dazu. es handelt sich um einen Text von Eugen Richter.

    alle anderen Fragen konnte ich, zwar nicht gerade mühelos, beantworten.
    die Frage Nr. 5 "Halten Sie die Beurteilung Bismarcks durch Eugen Richter in allen Punkten für stichhaltig? Wo liegt möglicherweise eine Überezeichnung vor?":S ...konnte ich allerdings nicht beantworten!

    vielleicht könnt ihr mir ja einen Anhaltspunkt geben.
    herzlichen Dank
     

    Anhänge:

  2. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Vergleiche Bismarcks Innenpolitik (bis zu "...politisch unerfahrenen General Leo von Caprivi." lesen) als Reichskanzler mit den Auslassungen des Liberalen Eugen Richter.
     
  3. minniemanu

    minniemanu Neues Mitglied

    hi nochmal,

    ich hab mir das jetzt durchgelesen, nur leider weiß ich wieder mal nicht wo ansetzen...
    vielleicht könntest du mir ja genauere hinweise geben, bitte!!!
    danke dir
    ps: ich hoffe, du bist gut im neuen jahr gelandet!? und nicht auf glatteis bei den temperaturen...?
    lg manu
     
  4. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Ich habe das Gefühl, dass ich Abitur bei der SGD mache. ;)
    http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/pdf/deu/525_Webers%20Reflektionen%20zur%20Zusammenarbeit_168.pdf
    ps: danke, ich bin ohne Schaden ins neue Jahr gekommen, kein Glatteis hier.
     
  5. minniemanu

    minniemanu Neues Mitglied

    ahhhhh......:weinen:, ja ich weiß! es tut mir leid...leider is das fast bei jeder Hausarbeit so, aber immer nur bei den Frage wo ich mich selbst dazu äußern soll!
    den Rest schaff ich immer ohne Probleme! Ich muss dazu sagen, dass das jetzt auch erst das 3. Heft is, was ich mache....und mindestens 12 oder so hab ich noch....also, da bin ich dann guter hoffnung dass ich es doch noch irgendwann verstehen wird! und ehrlich gesagt, bin ich ja schon höchst zufrieden mit mir, wenn man bedenkt, dass ich noch vor einem Jahr überhaupt nichts über Geschichte wusste....doch da bin ich jetzt schon ein ganz kleines bisschen stolz auf mich, denn alle anderen frage konnte ich ja beantworten....
    aber danke dir !!!:red: lg manu
     
  6. minniemanu

    minniemanu Neues Mitglied

    hmmmm...:autsch:..ich hab mir das ganze (Innenpolitik und den anderen link) in etwa 10 mal durchgelesen:fs:...kann aber noch immer nicht erkennen was genau mir das sagen soll, zumindest nich auf die eigenltiche frage hin.

    ich kann da nicht erkennen welche von richters aussagen hier übertrieben worden is! (also in dem dazugehörigen text s.o.) :confused:

    naja...ich kanns verstehen wenn du keine lust mehr hast dich mit mir abzuplagen....hast mir eh schon viel geholfen...
    ich werd den aufgaben einfach ohne der frage einschicken -auch wurscht!
    also dann...
    man hört bzw liest sich
    lg manu
     
  7. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

  8. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Aufgabenstellung ist "übertriebene Darstellung" von Eugen Richter sein könnte. Eugen Richter war Nationalliberaler. Also die Partei, die Bismarck als Koalitionär im Parlament hatte. Verstehst jetzt?
    Weber diagnostiziert Bismarcks Koalition mit den Nationalliberalen als eine Art kurzzeitigen Mehrheitsbeschaffer. Nationalliberale Ideen und Gedanken fanden trotz Regierungskoalition laut Richter kaum oder nicht statt. Das, so schreibt Weber, war bei weitem nicht so (siehe Weber-Link, --->
    Das waren liberale Anträge, die auch von Bismarck umgesetzt wurden.

    Wenn was besonderes machen willst, druckst dir folgende Zeichnung aus und schreibst die liberalen Politikernamen dazu, die im Link weiter unter der Zeichnung stehen.
    http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=1416
    Englisch wirst ja können, wenn du auf top row, left to right und bottom row, left to right stösst.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. Januar 2009
  9. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Richter war sicher in seinem Urteil gegenüber Bismarck auch nicht unbedingt objektiv. Ende der 1870er hat er ja auch schließlich als Nationalliberaler miterlebt, wie Bismarck das Bündnis mit Richters Partei beendet hat. Bismarck hat auf seiner politischen Tagesordnung ganz oben Schutzzölle gesetzt, eine ganz schöne Kröte für die Nationalliberalen, die Verfechter einer liberalen Wirtschaftsordnung waren, und obwohl der Fraktionschef der Nationalliberalen Benningsen es geschafft hat, seine Fraktion zu einer Zustimmung zu bewegen, hat Bismarck das Gesetz primär mit dem Zentrum gemacht. Das war ein harter Schlag für die Nationalliberalen, die dann etwas später in der Folge auch zur Abspaltung des linken Flügels unter Lasker führte. Und das schlug sich dann auch in den Ergebnis der Reichstagswahlen nieder. Warum Bismarck nun den Bruch herbeigeführt hat, ist eine ganz andere Geschichte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2009
  10. minniemanu

    minniemanu Neues Mitglied

    sorry, dauert noch ein bisschen...hatte leider noch keine zeit!
    lg
     
  11. Donnersberg

    Donnersberg Gesperrt

    Eugen Richter war kein Nationalliberaler, sondern einer der bekanntesten Vertreter des Linksliberalismus, damals Freisinn genannt.

    Er bekämpfte ganz entschieden die staatliche Sozialpolitik, wandte sich gegen den Schutzzoll und hoffte auf eine parlamentarische Monarchie, wobei er - wie viele Linksliberale des Kaiserreiches - in diesem Punkt nicht ganz konsequent dachte. Denn die "Gefahren", die aus seiner Sicht durch die SPD drohten, zwangen den Monarchisten Richter immer wieder zu halbherzigen Kompromissen. Man darf auch nicht übersehen, dass der Linksliberalismus im Kaiserreich nur bedingt demokratisch war. Richter und seine Parteifreunde sprachen zwar immer vom "Volk", aber die sozialdemokratische oder katholische Arbeiterschaft wurden wie irre geleitete Kinder betrachtet. Richter wollte allerdings nicht mit Ausnahmegesetzen und dem Polizeiknüppel gegen die Partei von Bebel und dem älteren Liebknecht vorgehen. Auch den ersten Ansätzen zu einer Kolonial- und Flottenpolitik stand Richter ablehnend gegenüber.

    Wenn ich den Text richtig gelesen habe - die Vergrößerung war sehr schlecht - dann kritisiert Richter vom linksliberalen Standpunkt aus die Art und Weise, wie Bismarck mit dem Reichstag umgegangen ist. Er fordert die Deutschen auf, politisch mündiger zu werden und nicht alles Heil von oben, also von der Regierung, zu erwarten.

    Natürlich ist jede Quelle subjektiv. Aber der freisinnige Politiker brachte zum Ausdruck, was auch viele Historiker Bismarck vorwerfen: Die Sozialistengesetze radikalisierten die Sozialdemokratie und führten dazu, dass die sozialdemokratisch orientierten Arbeiter dieses Kaiserreich nicht als ihr Vaterland betrachteten.

    Die Parteien sahen sich in der Regel als Interessenparteien und wurden von Bismarck gegeneinander ausgespielt. Für Richter sind die Jahre 1871 bis 1890 letztlich eine Zeit der innenpolitischen Stagnation. Fraglich ist nur, ob es das liberale Volk, von dem Richter da träumt, 1890 noch so gibt. Richter hofft wohl immer noch, dass der Linksliberalismus nun die Chance erhält, zu einer gestaltenden Kraft zu werden.

    Zu Eugen Richter und dem deutschen Liberalismus geben zwei Monographien gute Auskünfte:

    Einmal James Sheehan in seinem Buch über den deutschen Liberalismus, das 1983 im Münchner Beck-Verlag erstmals erschienen ist, und zweitens Dieter Langewiesche, der in den achtziger Jahren ebenfalls eine Überblicksdarstellung übder den deutschen Liberalismus vorlegte.
     
  12. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Im Jahre 1875 wurde Richter Nachfolger von Hoverbeck an der Spitze der Fraktion der Deutschen Fortschrittspartei. Erst im Jahre 1881 war Richter Fraktionschef der Der Deutschen Freisinnigen.

    Richter war ein heftiger Kritiker Bismarcks. Hier kannst du in einer zeitgenössischen Zeitung lesen, wie er über die Bismarcks „von Leder zieht“.

    http://blog.freisinnige-zeitung.de/archives/3125

    Und hier eine Reichstagsrede anlässlich Bismarcks Geburtstag und der damit verbundenen Ehrung.

    http://www.eugen-richter.de/Archiv/Reden/Reichstag_23_03_1895.html

    Richter hat es nicht verstanden, den Linksliberalismus neue Wählerschichten zu erschließen; im Gegenteil die Spaltung der Partei ist nicht zuletzt auf Richter zurückzuführen. Von ihm ist anlässlich einer Laudatio für Rudolf Virchow die Aussage überliefert:“Es gereicht uns zur Ehre, weil wir deshalb weniger geworden sind, weil wir uns niemals eingelassen haben auf Kompromisse."
     

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