Che Guevara

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von mial, 24. Oktober 2007.

  1. LaLoca

    LaLoca Neues Mitglied

    Du kannst nicht alle im Krieg kontrollieren und ich finde es auch schlimm, was manche machen. Aber du kannst als Offizier so gut als möglich versuchen, die Leute unter Kontrolle zu haben, so dass sie nicht angesoffen aufs Feld laufen. Jedoch ist das trotzdem kein Grund sich nicht zu verteidigen, wenn z.B. sein Land angegriffen wird? Sowas liegt bei den grausamen Männern/Frauen selbst. Wo passierte das mit dem Mädchen denn? Während der Revolution wurde Gott sei Dank eh nicht mit der Axt hingerichtet. In erster Linie sollte man aber die Führer hinrichten, weil sie die Wurzel sind. Dann erst sollte man auf die Anderen schauen, statt zuerst einfach wahlos irgendwelche Leute abzuschlachten, durch dessen Tod sich absolut nichts ändert.
     
  2. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Bis auf Blum und Gandhi hat jeder von mir als Beispiel gebrachten Freiheitskämpfer selber gekämpft.
    Aber eben gekämpft, nicht gemordet - diesen Unterschied ignorierst Du durchgehend.

    Es wurden hier einige Beispiele für friedliche Revolutionen genannt.
    Wenn für Dich eine Revolution nur "gilt", wenn das Blut spritzt, ist das Deine Privatdefinition und als solche wenig sinnvoll.

    Nein.
    Zwischen Gewalt durch Kämpfe vor und während einer Revolution und einem Terror hinterher gibt es einen Riesenunterschied.
    Die meisten Revolutionen kommen problemlos ohne Terror aus.
    Die wenigen Beispiele, in denen Terror ausgeübt wurde, haben immer den Hintergrund, daß die "Revolutionäre" eine Diktatur gegen die nächste ausgetauscht haben und sich daher mit Mord und Schrecken gegen den Willen der Mehrheit durchsetzen wollten.

    Es gibt auch überhaupt keinen legitimen Grund, nach einer Revolution Leute "für immer zum schweigen" zu bringen.
    Auch hier: Diese Notwendigkeit haben nur Putschisten, die Kritik fürchten müssen, weil sie außer Gewalt keine Argumente haben.

    Nein.
    Wenn Unschuldige gequält oder ermordet werden, ist das immer falsch.
    Und man kann dann nur schließen, daß die Einstellung dahinter ebenfalls falsch ist.
     
  3. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Du meinst den Paulskirchen-Abgeordneten Robert Blum? "erschossen wie Robert Blum"

    Das habe ich jetzt anders in Erinnerung. Mal heute Abend nachlesen.


    Sonst volle Zustimmung.
    Es wird hier ständig negiert, dass gegen den "Freiheitskämpfer Che" kein böses Wort gefallen ist. Dass ausschließlich seine Rolle als "Blutrichter Che" in der Kritik steht.

    Wozu im ganzen Strang kein Wort der Entlastung gefallen ist. Ja nicht einmal des geringsten Zweifels.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. November 2007
  4. Brushian

    Brushian Gast

    Soviel ich weiß hat sich Blum am Kampf beteiligt.:grübel:
     
  5. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Ja.
    Und Du hast recht mit Deiner Vermutung - auch der hat mitgekämpft (was meinen Standpunkt gegenüber La Loca ja noch weiter bestätigt).
     
  6. LaLoca

    LaLoca Neues Mitglied

    Ich spreche nicht von Unschuldige, sowas ist nicht rechtzufertigen auch wenn ich weiß, dass es passiert ist. Aber ein Mensch der sich bewusst gegen eine Regierung stellt ist nich als unschuldig zu sehen, wenn es als Verbrechen gilt, gegen sie zu sein. Das weiß auch jeder im Staat und weiß somit auch was er eingeht, auch wenn der Trend darin liegt jeden anderen außer sich selbst die Schuld in die Schuhe zu schrieben.
     
  7. mial

    mial Gast

    Du hast auf meinen Eingangsbericht verwiesen, in dem ich alles "weiß gemalt" hätte. Wenn ich dir an Beispielen zeige, dass das so nicht stimmt, meinst du, dass dein Bezug die "Morde danach" gewesen wären. Die habe ich aber gar nicht genannt. Du widersprichst dir. Außerdem habe ich die auch nicht bestritten.
     
  8. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Und genau das ist das Problem.
    Terror richtet sich in erster Linie gegen Unschuldige (eben weil man nicht per ordnungsgemäßer Justiz den Versuch macht, Schuld oder Unschuld festzustellen).
    Und solcher Terror gegen Unschuldige ist eben NICHT das Normale bei Revolutionen.

    Das ist ja nun dünnster Rechtspositivismus.
    Umgekehrt ist es richtig: Gegen eine verbrecherische Regierung darf man nicht nur, man sollte Widerstand leisten. Auch wenn diese Regierung das natürlich verbietet.

    Im übrigen haben sich die Opfer z. B. eines Che zum größten Teil gar nicht "gegen die Regierung gestellt", sondern hatten einfach nur das Pech, zur falschen Berufsgruppe oder der falschen Familie zu gehören.
     
  9. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Richtig. Weiß, oder maximal hellgrau.

    Ja. Weil eben diese Morde einen ganz entscheidenden Aspekt darstellen, ohne den eine Diskussion über Che völlig einseitig wäre.

    Eben.
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Genau das ist der Punkt, Castro und auch Che haben haben dies später mit den Nürnberger Prozessen verglichen, aber das ist eben nicht richtig.
    Die Angeklagten in Nürnberg hatten einen fairen Prozess, nach rechtsstaatlichen Grundsätzen. Was den Opfern in Havanna konsequent verweigert wurde.

    Wodurch Che selbst zu einem Fall für die Justiz wird.


    Wenn hier nachgewiesen wird, dass ich mit meiner Einschätzung zu diesen Prozessen und Ches Beteiligung falsch liege, können wir weiter diskutieren, alles andere ist Zeitverschwendung.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die von seinem Vater Ernesto Guevara Lynch: Mein Sohn Che. Es ist natürlich klar, dass der Vater kaum etwas zum Janusköpfigen seines Sohnes beisteuert sondern eher die positiven Seiten beleuchtet. Trotzdem: gerade aus Kindheit und Jugend sind hier interessante Aspekte geschildert.
     
  12. LaLoca

    LaLoca Neues Mitglied

    Und genau das ist das Problem.
    Terror richtet sich in erster Linie gegen Unschuldige (eben weil man nicht per ordnungsgemäßer Justiz den Versuch macht, Schuld oder Unschuld festzustellen).
    Und solcher Terror gegen Unschuldige ist eben NICHT das Normale bei Revolutionen.

    Das ist ja nun dünnster Rechtspositivismus.
    Umgekehrt ist es richtig: Gegen eine verbrecherische Regierung darf man nicht nur, man sollte Widerstand leisten. Auch wenn diese Regierung das natürlich verbietet.

    Das war ein wertfreies Urteil von mir, was ich hier geschildert habe. Die Regierungen sahen es so wie ich es oben geschrieben habe. Gut, du kannst Widerstand leisten aber auf welche Art und Weise würdest du es machen, vor allem wenn du Angst hast, dass die selben Leute wieder an die Macht kommen könnten? Willst du das mit Kaffee und Kuchen machen? Tja, leider ist "verbrecherische Regierung" eine subjektive Ansicht. Die hier geschilderten Personen, haben nach ihrer Ansicht auch Widerstand gegen eine verbrecherische Regierung geleistet. Du siehst die alltäglichen Opfer einer beispielsweise Monarchie nicht, für viele Menschen war sie unerträglich. Aber du hast trotzdem Recht damit, alle haben Fehler gemacht und mussten auch dafür bezahlen, das sollte eigentlich eine Genugtuung für dich sein. Und man kann nicht unschuldig regieren, was keine Ausrede dafür ist, alles machen zu können aber auf einer Seite ist es eine traurige Wahrheit. Meiner Meinung nach war der größte Fehler von allen zu verlangen, dass alle 100 % ihrer Meinung sind und die, die es nicht sind, sind gleich gegen sie. Das ist nicht so und es gibt keine Menschen die vollkommen die gleiche Einstellung haben.
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Deshalb wurden also auch ehemalige Mitkämpfer aus der Sierra in die Gefängnisse gesteckt...
     
  14. Alevitin

    Alevitin Neues Mitglied

    Ich hätte da eine Frage und zwar was sind den "Leprastationen" ?
     
  15. Helma

    Helma Mitglied

    Stationen, manchmal sogar ganze Dörfer, in denen Leprakranke isoliert und behandelt werden.

    Lepra - Wikipedia

    Der Bezug zu Che Guevara

    Der Film
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Januar 2008
  16. Alevitin

    Alevitin Neues Mitglied

    Ich danke dir Helma für deine Antwort du hast mir damit geholfen. Ich habe nämlich morgen ein Referat.
     
  17. Helma

    Helma Mitglied

    Morgen? Über Che Guevara? Über die Lepra?
    :confused:
     
  18. Alevitin

    Alevitin Neues Mitglied

    Che Guevara darin kommt vor das er in Leprastationen gearbeitet hat und ich wollte wissen was das genau ist ....
     
  19. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Hallo,


    ich bin der Meinung, dass Ernesto „Che“ Guevara eine Typische Historische Revolutionärsfigur ist. Denn wenn man genauere Nachvorschungen anstellt, erkennt man, dass Guevara erst einen Traum hatte, der alle Menschen vom Treiben der Arbeit und des Stresses befreien sollte. Doch wie schon Hitler vor ihm, hat er sich zu sehr hineingesteigert und ist zu einem größenwahnsinnigen Mörder geworden. Hätte man ihm mit zwanzig gesagt, dass es jemanden gibt der Hunderte Menschen umbringt um einen (wenn auch guten)Traum durchzusetzen, hätte er natürlich auch gesagt, dass man diesen Mann stellen müsse.


    Sein Ansatz war hervorragend und meiner Meinung nach auch völlig durchsetzbar. Natürlich wäre es schön in einer Welt zu leben in der man für sein Benzin, für sein Auto oder für den Friseur nichts bezahlen müsste, weil diesen schon das Gefühl etwas erschaffen zu haben, als Zahlung reicht und was man zum Leben braucht vom Staat zu bekommen. Aber im jedem Menschen steckt dieser Drang etwas besonderes sein zu wollen und das lässt sich nun mal nicht in so einer Politik erstreben.
    Ich persönlich bin Che Fan, weil er wenigstens versuchte einen Traum zu verwirglichen, der allen Menschen helfen würde.


    Viel Spaß noch,
    Euer Alex.
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Es wäre mir neu, dass Ernesto Guevara einen Traum vom Schlaraffenland gehabt hätte. Und der Vergleich mit H. ist mehr als daneben.

    Hast Du schon mal eine von Guevaras Schriften gelesen - eines der Tagebücher oder eine theoretische Schrift? Z.B. Der neue Mensch oder Guerillakampf und Befreiungsbewegung? Das Kubanische Tagebuch, das Bolivianische ~ oder das Kongolesische ~?
     

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