Christianisierung der Wikinger

Dieses Thema im Forum "Die Wikinger" wurde erstellt von William Wallace, 6. August 2005.

  1. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Wann und wie wurden die Wikinger Christen. Muss sich nicht unbedingt auf Wikinger beziehen, aber generell auf die skandinavischen Länder (vor allem Island). Trieben sie Handel mit christlichen Reichen, oder wurden sie ganz normal von einem Missionar missioniert? Aber wie konnten die Wikinger auf Island missioniert werden? Island war doch damals nur den Wikingern bekannt.
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Die Missionare waren ganz linke Brüder, die haben sich hinter die Frauen gesteckt! sonst könnten wir immer noch auf Walhalla hoffen, mit Walküren auf dem Schoß und ordentlich Met in den Krügen... Und mordsmäßige Lügengeschichten erzählen...

    Aber Spass beiseite, die Frau Erik des Roten z. b. war bereits Christin, er blieb aber bis zu seinem Tode Wotan-Anhänger.
    Für die Mission der Skandinavier und auch Islands war das Bistum Bremen zuständig.

    Falls sich keim Kompetenterer meldet, suche ich heute abend näheres heraus.

    Grüße Repo
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. August 2005
  3. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Waren das "einfache" Frauen, oder Frauen von wichtigen Personen, wie Häuptlingen?
     
  4. Chriss

    Chriss Neues Mitglied

    Wenn für die Missionaresirung der Skandivaischen Ländern Frauen misbraucht wurden, würde ich davon ausgehen, das "einfache" sowie "wichtige" Frauen benutzt wurden, aber mann kann auch davon ausgehen das wichtige Frauen vorgezogen wurden.
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das mit den Frauen war "halbernst" gemeint.
    Von den "einfachen" Leuten weiß man so etwas nach 11-12hundert Jahren leider nicht mehr.

    Grüße Repo
     
  6. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Frauen wurden keineswegs mißbraucht!:motz:
    Ausgehend von heute nehme ich auch eher an, dass "mann" die "hübschen" den "wichtigen" Frauen vorgezogen hat.
    Wobei mir im moment nicht geläufig ist, in wie weit die Missionare des Nordens schon dem Zölibat unterlagen.

    Ich hatte das wirklich höchstens "halbernst" gemeint, als "joke" sozusagen.

    Also bitte nicht so ernst nehmen. Wobei die Tatsache, dass Erik des Roten (der Erstbesiedler von Grönland) Frau Christin war, und er nicht, ist verbürgt.

    Ich suche jetzt mal meine Literatur durch, und werde dann versuchen noch etwas vernünftiges zum Thema zu bringen.
    Versprochen.

    Grüße Repo
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Laut Ploetz erfolgte die Missionierung Skandinaviens ab ca. 820/25 von Bremen aus. Die wenig später erfolgende Eroberung Englands durch die Dänen führte auch zu einer Christianisierung von England aus.
    Auf Island sind ab ca. 800 irische Mönche nachgewiesen.
    Bei der Landnahme Islands waren bereits Christen beteiligt. Der erste Bischof Islands war der aus Norddeutschland stammende Friedrich.
    Im Jahr 1000 übernahm Island das Christentum als allgemeinverbindlich.

    Ich hoffe das war nun vernünftig genug.

    Grüße
    Repo
     
  8. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    War vernünftig genug.
    Aber was mich noch interessiert: Wurde von den Wikingern nur England erobert oder auch Wales und Schottland. Im Internet ist immer nur England gestanden.
     
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Weiß ich im Detail jetzt nicht, (sitze im Büro, muss die Zeit wieder reinarbeiten, die ich in diesem Forum verbringe)
    werds mal nachlesen.

    Persönlich halte ich das Internet eher für eine unzuverlässige Quelle!
    Will sagen, ich würde an Deiner Stelle Bücher vorziehen.

    Grüße Repo
     
  10. H. von Salza

    H. von Salza Neues Mitglied

    Das Danelag erstreckte sich grob skizziert über den gesamten Osten Englands, von York bis nach London. Andere Teile Englands sowie Wales und Schottland waren mehr oder weniger eigenständig, wenn man von temporären Tributzahlungen einiger Fürstentümer absieht.
     
  11. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Bei der Christianisierung wurden die Missionen (Ansgar und Adam v. Bremen) schon richtig erwähnt. Allerdings waren sie nur bedingt erfolgreich. Nicht außer Acht lassen darf man den Kontakt mit christlichen Reichen. Diese handelten und unterstützten lieber Christen als "Heiden". So ließen sich vertriebene Wikinger des öfteren taufen um mit fränkischer Hilfe zurückzukehren. Auch muß man die Christianisierung von französischen und britischen Wikingern beachten. Ihre Christianisierung hatte auch Rückwirkung auf Skandinavien.

    Zur Christianisierung eine schöne Geschichte (leider ohne Quellenangabe): Die Priester verschenkten bei der Taufe von skandinavischen Heiden seidene Taufgewänder. Es ließen sich aber so viele taufen, daß bald nur noch einfache Leinenhemden ausgeteilt werden konnten. Da beschwerte sich ein Germane:" Jetzt hab ich mich schon so viele Male von euch waschen lassen, aber so einen Schund hab ich noch nie dafür bekommen!"
     
  12. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Ich hab jetzt in einem historischen Weltatlas nachgesehen, und Schottland ist nicht von den Wikingern geplündert worden.Irland, Wales aber schon. Weiß irgendwer warum?
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dann hast Du vielleicht einen schlechten historischen Weltatlas.
     
  14. H. von Salza

    H. von Salza Neues Mitglied

    Das ist so nicht richtig, William Wallace.

    Gerade die ständigen Wikingerüberfälle am Anfang des 9. Jahrhundert können imho als Geburtsstunde des eigentlichen Schottland angesehen werden, da sich aufgrund dieser das Königreich der Scoten (die ursprünglich aus Irland kamen) und das der Picten in den Highlands zusammenschlossen, um geeint - naja, eigentlich unter Führung der Scoten, was ja auch der Name Scotia, später Scotland, andeutet - die Nordmänner abzuwehren.
     
  15. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Es kann durchaus sein, dass die Wikinger Schottland angegriffen haben. Wenn man nach meinen Atlas geht ist es so: Wikinger aus Norwegen besiedelten den Norden Schottlands(ob firedlich oder nicht weiß ich nicht), aber sie plünderten keine Stadt in Schottland.
     
  16. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Schottland war über Jahrhunderte teilweise durch norwegische, dänische oder schwedische Wikinger beherrscht bzw. beeinflusst. Dazu habe ich u. a. folgende Angaben gefunden:
    „In der Wikingerzeit hinterließen die Skandinavier in einigen Ländern Europas ihre Spuren, die man auch heute noch finden kann.
    So z.B. an den Ortsnamen und Landschaftsnamen in England und Schottland und auf Island.
    Im Gebiet des ehemaligen Danelag deuten Ortsnamen mit Endungen "by" auf dänische Besiedlung hin - Derby, Whitby.
    Dort, wo die norwegischen Wikinger sich niederließen, findet man Ortsnamen mit Endungen "vik" oder "wik" - Jorvik (York), Wick, County District Sutherland (Suderland), Dandwich, Harwich, Reykjarvik.
    ca. 750 Besiedlung Schottlands durch Wikinger
    Um das Jahr 750 begann die friedliche Besiedlung durch Wikinger im Norden Schottlands.
    Die Inseln Orkney und Shetland standen nur formal unter norwegischer, später das Gebiet Caithness und Sutherland formal unter schottischer Herrschaft.
    Regiert wurde der Norden Schottlands durch „Jarle“, meist Angehörige oder enge Vertraute der norwegischen Könige
    795, 802 und 806 Überfälle auf die Insel Iona
    Das Kloster auf der Insel Iona, Schottland, wurde gleich dreimal hintereinander von Wikingern überfallen.
    870 Wikinger aus Dublin nehmen Dumbarton / Strathclyde ein
    937 Schlacht bei Brunanbourgh
    Während der Regierungszeit von Aethelstan, König von Wessex, kam es im Norden von England zum Aufstand, den Aethelstan mit einer Militärexpedition gegen den schottischen König Constantin bestrafen ließ. Constantin fiel darauf mit seinen verbündeten Wikingern in Northumbrien ein. In der Schlacht von Brunanbourgh gelang Aethelstan und seinem Bruder Edmund der Sieg gegen die feindliche Allianz.
    1089 Kintyre, Iona und westliche Hebriden offiziell in norwegischem Besitz
    Durch einen Vertrag zwischen König Edgar von Schottland und König Magnus Barfot (Barefoot) von Norwegen im Jahr 1089 gingen die Halbinsel Kintyre, die Insel Iona und die westlichen Hebriden offiziell in den Besitz Norwegens über - doch schon lange Jahre zuvor hatten die Norweger die Inseln beherrscht.
    1263 Schlacht von Largs
    Im Jahr 1263 besiegte der schottische König Alexander III den norwegischen König Haakon IV in der Schlacht von Largs.
    1266 Hebriden und Isle of Man fallen an Schottland
    Nach der verlorenen Schlacht von Largs verloren die Norweger auch ihre Herrschaft über die Hebriden und die Isle of Man, welche nun zu Schottland gehörten.“
    (aus: http://www.madron-die-wanderin.de.vu/)

    Weitere Angaben findet man z. B. unter
    www.wissenschaft.de/wissen/news/154671.html
    www.br-online.de/politik-wirtschaft/ mittagsmagazin/dynamisch/2005/01/20050128135201.htm
    www.scandinavica.com/de/shet-ork.htm
    usw. unter der Begriffskombination „Schottland+Wikinger“.
     
  17. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Danke für deine ausführliche Antwort.
    York wurde doch von den Römern gegründet. Wie kann der Name dann von den Wikingern stammen?
     
  18. hyokkose

    hyokkose Gast

    Der Name geht auf das keltische "Eborakon" zurück, wurde dann zu "Eburacum" latinisiert, dann von den Angelsachsen zu "Eoforwīc" verballhornt und schließlich von den Wikingern in "Jórvík" umbenannt, woraus nach der normannischen Eroberung "York" wurde.

    http://en.wikipedia.org/wiki/York
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. August 2005
  19. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Laut deinem Link wurde York von den Römern gegründet. Wieso konnte dann der keltische Name Eborakon zu Eburacum latinisiert werden? Wenn es so wäre müsste York ja von den Kelten gegründet worden sein.
     
  20. hyokkose

    hyokkose Gast

    Ich weiß nicht, was vor den Römern dort war. "Eburakon" wird ja als "Platz der Eiben" übersetzt. Ein Eibenhain? Ein Baumheiligtum? Ein Dorf? Es muß ja keine Stadt gewesen sein.
     

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