Chronologiekritik / Uwe Topper

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Vineta, 31. Mai 2007.

  1. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Dazu muß ich jetzt auch noch etwas anmerken...

    Das ist ja in höchstem Maße interessant: ursprünglich fing es bei Illig einmal mit knapp 300 Jahren erfundener (frühmittelalterlicher) Geschichte an. Nachdem auf die Kritikpunkte an dieser These kein Chronologiekritiker eine auch nur halbwegs wissenschaftliche Antwort geben konnte, scheint es bei jedem weiteren Protagonisten eine stetige Erweiterung des angeblich gefälschten bzw. erfundenen Zeitraums zu geben. Topper sieht gleich einmal die gesamte Geschichte vor 1500 als gefälscht/erfunden an, und bei Pfister sind wir nun mittlerweile schon dort angelangt, daß alles vor 1700 komplett erfunden sei.

    Ist ja auch kein Problem: sind die durch die Wissenschaft aufgezeigten Dissonanzen des aktuell als gefälscht/erfunden betrachteten Zeitraums zu groß, wird einfach der Zeitraum erweitert - und schon ist man aus dem Schneider...
    Wenn das so weitergeht, daß nach weiteren wissenschaftlichen Argumenten gegen diese und ähnliche Theorien Chronologiekritiker keine Antwort geben können, die über rhetorische Ausweichmanöver hinausgehen, dann müssen die betreffenden Herren aber aufpassen, daß sie nicht irgendwann in einer Gegenwart herauskommen, die es nach ihren Theorien gar nicht gibt.
    :ironie:

    Dazu sage ich nur: wer lesen und über das Gelesene nachdenken kann, dem sollte doch die fundamentale Schwäche sämtlicher Chronologiekritiken auffallen...
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Dann sollten wir unser Forum bald schließen, da all unsere Beiträge lediglich wirre Fieberträume waren ... :D
     
  3. Strupanice

    Strupanice Neues Mitglied

    Und wie werden die mittels chemischer Analyse auf ihr Alter bestimmten Schriftstücke vor 1582 eingestuft ?
    Grundproblem vieler Publizisten ist, daß sie nur selten ein Archiv besuchen und Primärquellen studieren. Wie wäre es sonst möglich, daß Laien wie z.B. Heimatforscher Schriftquellen entdecken, die der Historikerwelt bislang unbekannt waren ?
     

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