Das Deutsche Reich in China

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von Stephman, 2. Juni 2009.

  1. Stephman

    Stephman Gast

    Hallo, ich muss etwas über die Rolle von Deutschland in China herrausfinden.Vor dem ersten Weltkrieg.Aber ich habe dazu nichts gefunden. Könnt mir vielleicht weiterhelfen?Oder mir irgend einen Link zu einer Quelle sagen?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Forsche mal nach:
    Tsingtao (Tsing Tao, Tsingtau, Tsing Tau, Qingdao, Qing Dao)
    Hunnenrede
    Boxeraufstand
     
  3. Arne

    Arne Premiummitglied

    Und als Ergänzung:
    Tsingtau - Auf deutschen Spuren in China
    3Sat, 8.Juni 2009, 13.15 Uhr. Doku von 2008, 45 Minuten.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Zufällig habe ich bei Ludendorff (Kriegserinnerungen, S. 60) gelesen, dass 1914 behauptet wurde, das japanische Ultimatum 1914 betreffend Tsingtao habe "fast wörtlich" einem deutschen Schreiben vor dem Frieden von Shimonoseki (zu Port Arthur) geglichen. Daraus sei die Revanche ersichtlich.

    Weiss da jemand mehr?
     
  5. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Damit ist wahrscheinlich nur das gemeint, was wir bereits in http://www.geschichtsforum.de/f58/japan-23259/index2.html#post401791 (ab #57) diskutiert haben, nämlich die deutsche Beteiligung an der Drei-Mächte-Intervention 1895. Japan wurde damals der freundliche Rat ("friendly advice") erteilt, sich von einem Teil seiner Kriegserfolge wieder zu trennen, und genau so erteilte 1914 die japanische Regierung der deutschen den freundlichen Rat, Tsingtau an Japan zu übergeben (englischer Text z. B. in III, 179. Schreiben des japanischen Botschafters an Grafen Berchtold, 20. August 1914 - World War I Document Archive).
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    @jschmidt: vielen Dank.

    Ja, das ist der Hintergrund.

    Besonders interessant fand ich nun den Hinweis auf das "wörtlich"; Ludendorff führt aus, dass hierdurch die Quittung für 1895 plastisch würde.
     
  7. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Irgendwie ließ mir die Sache doch keine Ruhe, Nachdem ich deshalb bei Rolf-Harald Wippich (Japan und die deutsche Fernostpolitik 1894-1898) nachgeschaut habe, folgende Ergänzung:

    Der "freundschaftliche Rat" wurde deutscherseits doppelt erteilt, einmal als Beteiligter an der Tripelintervention vom 23.4.1895, aber schon vorher im Alleingang! "Am 6. März entschied sich das Auswärtige Amt ..., das Tokioter Kabinett in Form eines 'freundschaftlichen Rats' auf eine drohende Intervention hinzuweisen und ihm 'Beschleunigung des Friedens und Mäßigung in den Bedingungen' anzuraten." (S. 108)

    Der Gesandte Gutschmid übergab diesen Rat am 8.3. an den Vize-Außenminister Hayashi, welcher im Namen der japanischen Regierung "für die ihre gemachten außerordentlich wertvollen Mitteilungen dankte" (S. 109). Japanischerseits lag hierbei ein Mißverständnis vor: Man glaubte, "daß der Rat nur eine Warnung vor Rußland darstelle. Da Japan sich inzwischen mit Rußland über die Unabhängigkeit Koreas geeinigt hatte, glaubte das Kabinett, dem Rat keine weitere Beachtung schenken zu müssen" (ebd.).
     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Zuletzt bearbeitet: 6. Juli 2009
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    derzeit freier download im Journal of Enterprise and Society, Dez. 2019: Besprechung der (mit Preisen ausgezeichneten, und als Paper schon auf mehreren Konferenzen vorgestellten) Dissertation zur Falldarstellung der Deutsch-Asiatischen Bank.

    Publikation:
    Networks of Capital: German Bankers and the Financial Internationalisation of China (1885–1919) | Enterprise & Society | Cambridge Core

    Klingt sehr interessant. Wohl ein neues "Muss" zur deutschen Kolonial-, Wirtschafts- und Imperialismusgeschichte des Kaiserreichs.
     

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