das Jahr 1930-die letzte Chance für die WeimarerRepublik?

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von hansaus, 2. Juni 2011.

  1. hansaus

    hansaus Neues Mitglied

    Guten Abend,

    da ich nicht im der notwendigen Rubrik posten kann, wurde ich freundlicherweise von ursi auf diese Rubrik gewiesen.

    Ich muss gleich raus, deshalb mach ich es etwas kurz :) (Sorry)
    Ich hoffe ihr hilft mir trotzdem:

    • Besuchte Schulart und Klassenstufe: Gymnasium
    • Art der Aufgabe: Referat, 10min, bis nächste Woche
    • Schulfach, für das die Aufgabe erstellt werden soll: Geschichte
    • Genaue Themenstellung: das Jahr 1930-die letzte Chance für die WR?
    • bisheriger Aufwand: Einige Abibücher, Zeitschriften und Internetseite gelesen. Also habe genug Quellen und nen groben Überblick was zwischen 1918-1933 loswar. Problem: meine Gliederung wurde mir abgeraten, weil mein Thema nur eine nebensächliche Rolle gespielt hat. Was ich vor allem benötige: Eine gescheite Gliederung/Aufbau
    • meine erste Gliederung:
    • Die WR
    • ---Allgemeines
      ---Die Krisenjahre
      ---Die „Goldenen Zwanziger“
      ---Der Untergang
    • 1930–die letzte Chance für die WR?
    Freue mich auf eure Hilfe und verbleibe mit freundlichen Grßen
    hansraus
     
  2. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @hansaus

    10 Minuten sind sehr wenig, da kannst Du schlechterdings die ganze Geschichte der WR abhandeln, um dann zu Deiner Kernthese zu kommen: "1930-die letzte Chance für die WR".

    Die These hätte ich so nicht formuliert, aber Du hast sie nun mal gewählt.

    Ich formuliere solche Gliederungen meist polemisch, um den Einstieg in eine folgende Diskussion zu erleichtern.

    Mein Vorschlag:

    1. Die Weltwirtschaftskrise, die ökonomische Folie für das Ende der WR.
    (ca. 2 Minuten)
    2. Artikel 48 der Weimarer Verfassung, der Geburtsfehler einer jungen
    Demokratie?
    (ca. 1 Minute)
    2.1. Notverordnungen und Präsidialkabinette, die Demokratie verabschiedet sich:
    2.1.1 Brüning
    2.1.2. von Papen
    2.1.3 von Schleicher
    (ca. 6 Minuten)
    2.2. Wahlerfolge der extremistischen und antidemokratischen Parteien, der Einstieg in den Untergang der WR. (NSDAP, KP, DNVP, Harzburger Front etc.)
    (ca. 1 Minute), hier am besten mittels Powerpoint-Präsentation die Zusammensetzung des Reichstages darstellen.
    2.3. Außenpolitische Rahmenbedingungen
    - Instrumentalisierung der Außenpolitik für innenpolitische Polarisation, der Young-Plan
    (ca. 1 Minute)

    Wäre so mein Vorschlag.

    Noch ein paar Links:

    Paul von Hindenburg ? Wikipedia

    Die Verfassung der Weimarer Republik

    Präsidialkabinett ? Wikipedia

    Heinrich Brüning ? Wikipedia

    Franz von Papen ? Wikipedia

    Kurt von Schleicher ? Wikipedia

    Notverordnung ? Wikipedia

    Young-Plan ? Wikipedia

    Und hier was zur Verfassungstheorie, falls notwendig.

    Westliche Regierungssysteme ... - Google Bücher

    Good luck für Deinen Vortrag und schöne Ferien.


    M.
     
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  3. hansaus

    hansaus Neues Mitglied

    Danke. Aber wie soll ich da meine Frage einbinden? "die letzte Chance für WR ?".

    Edit: Ich sehe gerade, dass du mein Thema als eine These genommen hast. (Also kein Fragezeichen). Deshalb hast du über die Krise und über die Folgen geschrieben. Aber es ist ja eine Frage. Und fragen muss man ja erörtern soweit ich weiß.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juni 2011
  4. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Irgendwie gibt es ein methodisches Problem. Wenn Du ein Thema als Frage formulierst wie: "1930 - die letzte Chance der WR?" Dann mußt Du in deinem Vortrag versuchen die Frage, die Du stelltest, zu beantworten (rethorische Frage); also warum könnte 1930 die letzte Chance der Weimarer Republik gewesen sein. Das Satzzeichen ist für den Vortragsablauf unwichtig, zumal es dann in einem Vortrag auf die Intonierung ankommt. Du solltest also in Deinem Vortrag diese rethorische Frage positiv beantworten.

    Anders wäre es bei dieser Fragestellung: "Viele Historiker behaupten, daß 1930 die letzte Chance der WR war." Darauf würde eine negative Beantwortung folgen, wie "Demgegenüber bin ich vielmehr der Auffassung, daß die Ernennung des Generals von Schleicher in 1932 eine Involvierung der Reichswehr direkt möglich gemacht hätte, weil ...".

    Denk darüber nach.

    M.
     
  5. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Öhm, naja, nicht ganz, die Frageform impliziert eine Erörterung, also These-Antithese-Synthese, eben ein Gegenüberstellen von Pro und Contra nebst einem entsprechenden Abwägen der beiden.
    Erörterung ? Wikipedia
     
  6. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Lili

    Das war doch gerade das Problem. Eine These kann in Frageform oder als Behauptung aufgestellt werden, dabei ist das Satzzeichen unwichtig.

    Bleiben wir im Thema:

    General von Schleicher wurde in 1932 zum Reichskanzler ernannt. Er hatte Zugriff auf die Reichswehr und via Reichskommissar auf die preußische Polizei. Er nutzte die Möglichkeiten die sich ihm boten nicht, da er die NSDAP und insbesondere Adolf Hitler unterschätzte.

    Das wäre die These.

    Jetzt kämen die Literatur- und Quellenverweise.

    Antithese:

    Diesmal in Frageform:

    Welche Wehrkreiskommandeure der Reichswehr hätten einen Befehl des Reichswehrministeriums zum Ausnahmezustand ohne event. Kontrasignatur von Hindenburg befolgt?

    Welche Regimentskommandeure hätten direkte Befehle des Reichswehrministeriums ohne Kontrasignatur des zuständigen Divisionskommandeurs befolgt?

    Finden sich im Bundesarchiv bzw. den Haupt-und Staatsarchiven resp. Landesarchiven überhaupt Planspiele zwischen Reichswehrführung und Polizei zu einer Exekution des Ausnahmezustandes?

    Will sagen, die klassische Gliederung funktioniert nicht immer.

    Und das ist das schöne an der Geschichte.


    M. :winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Juni 2011
  7. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Im Prinzip versuchte er die NSDAP über Gregor Strasser zu spalten.
     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Tatsächlich gab es wohl solche Überlegungen, jedenfalls werden die in der Literatur zur Reichswehr dargestellt. Die Planspiele zum Ausnahmezustand bezogen sich auf einen gedachten Bürgerkrieg zwischen NSDAP und KPD-Anhängern, gepaart mit einer Bedrohung durch Polen an der Ostgrenze. Die Studie der Reichswehr von Ende 1932 konstatierte, dass man dieser Lage (wenig überraschend) nicht Herr werden könne. Über die Einbeziehung Polens in dieses Szenario kann man spekulieren, es gab aber wohl diesbezüglich a) eine gewisse Hysterie und b) Überlegungen Pilsudskis.
     

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