Das Manhattan-Projekt des 18. Jahrhunderts

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Repo, 22. Oktober 2010.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Als eine Forschergruppe unter Führung von Tschirnhaus, Böttger und Papst von Ohain im staatlichen Auftrag das Porzellan "nacherfanden".
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2010
  2. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Ich steh grad auf dem Schlauch - Porzellan als Waffe?
    Ok, es soll ja in den besten Familien vorkommen, das Frau in Ermangelung anderer Wurfgeschosse auch mal das Meissner benutzt, aber gleich als Massenvernichtungswaffe? :S
     
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  3. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Wieso Waffe?
    Staatliche Auftragsforschung einer ganzen Forschergruppe.
    Eines der frühesten Beispiele.
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Meist wird ja kolportiert, dass der Böttger Gold machen wollte, und ihm "nebenbei" oder aus Versehen, die Erfindung des Porzellans gelungen wäre.

    Das ist natürlich Unsinn.

    Böttger versuchte Gold herzustellen. Seine Versuche sollte Tschirnhaus für den sächsischen Kurfürsten begutachten.
    Tschirnhaus, einer der bedeutendsten Wissenschaftler jener Zeit, befasste sich seit längerem in staatlichem Auftrag mit der Porzellanherstellung.
    Er erkannte das Talent Böttgers in der "experimentellen Forschung" und nahm in mit in die Forschungsgruppe.
     
  5. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

  6. Repo

    Repo Neues Mitglied

  7. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Tschirnhaus befasste sich seit längerem mit der Porzellanherstellung. Die in Sachsen vorhandenen Mineralien, Metalle und Erden untersuchte er in systematischen Versuchsreihen. Es ist ihm wohl schon vor 1700 gelungen im Laboratorium eine "porzellanähnliche Masse" herzustellen. Aber eben noch kein Porzellan.
    1704 erhielt er zusammen mit Papst von Ohain von August dem Starken den Auftrag die "Goldmacherversuche" Böttgers in Meißen zu überwachen.
    Ob Tschirnhaus und Ohain an die Goldmacherei glaubten oder nicht, ist unbekannt. Auf alle Fälle erkannten die beiden "Überwacher" Böttgers Genius und veranlassten ihn, mit Wissen Augusts, keramische Versuche zu unternehmen. (Die Goldmacherei lief aber bis mindestens 1713 weiter)

    Im Herbst 1705 begannen die systematischen Versuche Böttgers mit einigen Freiberger Berg- und Hüttenfachleuten auf der Albrechtsburg. Unter Mitwirkung von Tschirnhaus und Ohain wurden gezielte Versuche mit den unterschiedlichsten Erden vorgenommen. Bereits im Frühjahr 1706 war das Herstellungsprinzip des chinesischen Porzellans entschlüsselt. Ende 1707, inzwischen in Dresden, gelang den Beteiligten die Erfindung des europäischen Hartporzellans.

    Man beachte: In rund 2 Jahren gelang der Forschergruppe, zusammengestellt aus allen relevanten Bereichen, die Lösung der Aufgabe.

    Die herausragende Bedeutung wird vielleicht erst klar, wenn man dies mit anderen Bereichen und Forschungsfortschritten in der gegebenen Zeit vergleicht.
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ich hatte einmal einen Physik-Lehrer, der gleichzeitig Hobby-Historiker war.
    Der nannte irgendwann einmal den Namen Leibnitz, als letzten, der alles relevante Wissen der Naturwissenschaften seiner Zeit hatte.

    Die Richtigkeit dieser Aussage, nicht festgemacht am Namen Leibnitz, bestätigt diese erfolgreiche Auftragsforschung durch ein Forscher-Team.
    Wobei, im Prinzip steht ja Böttger, der Goldmacher ja noch mit einem halben Bein im Mittelalter.
     
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Noch ein Menschenalter später hat man in Mitteleuropa Hexen verbrannt.
     

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