Der Deutsche Bund

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von KleinerGeschichtler, 20. Januar 2021.

  1. Hallo, ich habe eine Frage zwecks der Mitglieder des Deutschen Bundes. Diese sinkt ja von ca. 40 auf 35 durch Kauf und Erbgang. Was damit gemeint ist weiß ich. Meine Frage ist, welche Gründe hatte man einen Staat zu kaufen? Bzw. wieso kaufte man z.B. als Fürst einen Staat dazu?
    Vielen Dank schonmal im vorraus! Ich hoffe auf schnelle antworten :)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. Januar 2021
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Pauschal: Aus strategischen Interessen. Das kann Erbfolge sein, aber auch der Wunsch, ein räumlich nicht zusammenhängendes Staatsgebiet zu arrondieren. Oder durch den Zugewinn, einen nicht behinderten Zugang zu anderen Gebieten zu erhalten.

    Tipp: Sieh Dir mal Preußen im 19. Jahrhundert an.
     
  3. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Welche Länder des Deutschen Bundes wurden denn gekauft?

    Wenn ich das richtig sehe, dann handelt es sich um

    • Hohenzollern-Hechingen
    • Hohenzollern-Sigmaringen

    Diese beiden Kleinstaaten überlebten die Mediatisierung 1806 doch sehr überraschend. Das benachbarte

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fürstentum_Fürstenberg

    wurde dagegen überwiegend dem Großherzogtum Baden zugeschlagen. Und dies hatte eine größere Bevölkerung als die beiden Kleinstaaten zusammen. Ich habe mich mit der Geschichte dieser Region nie befasst. Aber ich vermute mal, dass das Königreich Preußen eine schützende Hand über die beiden Staaten hielt.

    Wurde noch ein Staat insgesamt an einen anderen verkauft? Ich wüsste keinen. Es gab ein Gebietskauf von Preußen bei Oldenburg. Dies sollte jedoch militärisch dem Deutschen Bund insgesamt zu Gute kommen. Preußen baute in dem erworbenen Gebiet den Kriegshafen Wilhelmshaven. Dadurch kam Preußen nach den napoleonischen Kriegen wieder als Nordsee-Anrainer zurück. 1806 war Ostfriesland und damit der Hafen Emden von den Preußen an die Niederlande verloren worden.

    Nun stellt sich die Frage, warum gingen die beiden hohenzollernsche Fürstentümer an den Staat Preußen? Eine große Entscheidung spielte die Revolution von 1848/49. Im Frankfurter Parlament wurde darüber diskutiert, solche Kleinstaaten ihren größeren Nachbarn anzuschließen. Die Bürger revoltutierten gegen ihre Fürsten. Da könnte es für die beiden Fürstenhäuser vorteilhaft gewesen sein, sich unter die Fittiche des preußischen Adlers zu begeben. Insbesondere weil die Fürsten als verwandtes Adelsgeschlecht des preußischen Herrscherhauses eine herausragende Stellung in der preußischen Aristokratie bekamen. Und preußische Bajonette sorgten dann dafür, dass die nicht mehr souveränen Hohenzollern ihren Reichtum und Pensionen genießen konnten.

    Anzumerken ist, dass die Aufgabe der Souveränität erst erfolgte, als die Revolution schon gescheitert war. Aber man kann schon vermuten, dass den Herren Fürsten ein ordentlicher Schreck in die Glieder gefahren war.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2021

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