Der Sezessionskrieg und die technische Entwicklung

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Superwicht, 24. Mai 2012.

  1. Superwicht

    Superwicht Neues Mitglied

    Hallo,

    ich muss für mein Seminar vom "Amerikanischen Bürgerkrieg" eine Hausarbeit zum Thema "Technik im Sezessionskrieg" schreiben, d.h. überwiegend über die Waffenentwicklungen dieser Zeit, aber auch andere technische Entwicklungen, wie z.B. die Eisenbahn, Panzerschiffe oder auch Telegraphen.

    Im Internet findet man dazu natürlich viele Infos, jedoch brauche ich Literatur dazu, da unser Prof Quellen aus dem Internet nicht so gerne hat.

    Hat dazu jemand vielleicht Literaturtipps? Die industrielle Revolution in den USA wäre da sehr interessant, aber auch zur Waffenentwicklung.

    Danke schonmal
    Alex
     
  2. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Weapons of the American Civil War, von Ian v. Hog. Es handelt nicht nur über Waffen im eigentlichen Sinne sondern auch über Eisenbahn, Telegraph, Dampfschifffahrt.
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Grob gesagt: Beschleunigungseffekte, Preiseffekte, Auswirkungen auf die Faktoren Arbeit und Kapital.

    Als Empfehlung kann auf die entsprechenden Kapitel in Faulkners American Economic History verwiesen werden.
     
  4. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Das ist das richtige Stichwort, wobei die US-amerikanischen Konstruktionen nie wirklich über Inovationen hinauskamen und auf der Werkbank der Prototypen aus der Not heraus entstanden.
    Ich für meinen Teil finde den US-amerikanischen Panzerschiffbau in seiner Entstehungsphase im Bürgerkrieg total überbewertet, denn schon nach diesem Krieg geriet der US-amerikanische Panzerschiffbau in die Bedeutungslosigkeit und gelangte erst wieder mit dem Navalismus um 1900 an Bedeutung.

    Für wichtiger erachte ich die Erkenntisse für den Panzerschiffbau im Krimkrieg. Interessant wäre die Frage, nach der Erkenntnis aus den Binnensee-Panzerschiffen, wie dem Monitor, für den Kriegsschiffbau, war dieser Typ doch ein Sackgasse.
     
  5. Superwicht

    Superwicht Neues Mitglied

    Danke für die ganzen Tipps! Das Buch von Hog klingt mal ziemlich vielversprechend, jedoch kann ich das nirgends finden, weder bei amazon.de noch bei amazon.co.uk. Unsere Bib ist dahingehend leider schlecht ausgestattet. Wo könnte ich das Buch denn erwerben?
     
  6. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Marcus Junkelmann ist ein vielseitiger Autor, zu seinen früheren Werken gehört eines über den Amerikanischen Bürgerkrieg:

    Marcus Junkelmann, "Morgenröte am Potomac"
     
  7. Broken Arrow

    Broken Arrow Neues Mitglied

    Repetiergewehr und -karabiner

    Repetiergewehr und -karabiner

    :fs:

    Im Amerikanischen Bürgerkrieg kam ess erstmal zum massiven Einsatz von Hinterladerrepetiergewehren- und Karabinern. Die Einführung der siebenschüssigen Model 1860 Spencer Rifle trug erheblich zum Sieg der Union bei. Die Waffe mit dem Spitznamen „ The Horizontal Shot Tower “ wurde manuell mit einem Hebel betätigt und mit Patronen aus einem röhrenförmigen Magazin im Kolbenfuß bestückt. Die Kavallerie der Unionsarmee verwendete den kürzeren und leichteren Spencer-Karabiner. Man stellte auch Versionen her, die mit dem Dreikant- oder dem Schwertbajonett kompatibel waren.
    Zur Betätigung des Spencer Gewehrs und Karabiners musste zunächst der Betriebshebel nach unten gestellt werden. Durch diese Bewegnung wurde die zuvor abgefeuerte Patrone ausgeworfen und die nächste in Position gebracht, um mit dem Schließen des Verschlussstückes dem Lauf zugeführt zu werden. Wollte der Schütze das Gewehr als einschüssige Waffe verwenden und in Reserve halten, betätige er die sogennante Stabler-Sperrvorichtung.
    Hatte man den Hahn von Hand gespannt, war das Gewehr feuerbereit. Das zylinderförmige Magazin, das die Randfeuerpatrone dem Patronenlager zuführte, befand sich im Kolbenfuß. Dieses Magazin enthielt sieben Randfeuerpatronen und funktionierte mit einer Spiralfeder. Ein erfahrener Schütze konnte mit sieben gezielten Schüssen in weniger als zehn Sekunden abfeuern.
    Für die Treffgenauigkeit des Spencer-Gewehrs sorgte ein Klappblattvisier auf einer gebogenen Federbasis 8,6 cm vom hinteren Laufende entfernt sowie das Korn der Mündung.
    Nach der Einführung von Blakeslee-Patronentaschen gegen Ende des Bürgerkriegs - bei den Truppen als „ Schnelllader “ bekannt - stand dem mit einer Spencer ausgerüsteten Soldaten zusätzlich Munition zur Verfügung. Die Kavallerieversion enthielt zehn Magazinröhrchen, die Infanterieversion dreizehn. Dies bedeutete, dass der Schütze 70 bzw. 91 Schuss zusätzlich abfeuern konnte.
    Der größte Posten Hinterlader, den die Union während des Bürgerkriegs anschaffte, belief sich auf 11.472 Spencergewehre vom Kaliber 52. Diese Waffe hatte ein gewicht von 4,5 kg und eine Gesamtlänge von 119 cm. Der 76 cm langeLauf war mit dem kantigen Bajonett kompatibel.
     
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  8. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Es wurden zwar zahlreiche Hinterlader verwendet aber relativ wenige Repetierer. Von "massiven" Einsatz kann man m.E. nicht sprechen. Die überwiegende Menge der Soldaten auf beiden Seiten war weiterhin mit Vorderladern bewaffnet.

    Das ist ebenfalls maßlos übertrieben. M.W. Gab es eine einzige Schlacht die durch den Einsatz von Repetierern entscheiden wurde, das war die Schlacht von Hoover´s Gap, ein untergeordnetes Ereignis.


    Das Blakeslee Magazin wurde zwar 1864 bestellt, in nennenswerten Mengen wurde es jedoch erst 1866 geliefert, als der Krieg schon vorbei war.

    Und 50.000 Karabiner für die Kavallerie. Aber das sind trotzdem knapp 60.000 Gewehre bei einer Truppenstärke auf Seiten der Union von über einer Million Mann und ca. einer halben Million in den Südstaaten.
     

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