Deutsch-Französische Beziehung zur Barockzeit (1600-1770)

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Gast, 1. März 2008.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo,
    wie der Titel schon sagt, es geht um die Beziehung zwischen Frankreich und "Deutschland".
    Ich finde leider keine konkreten Informationen, nur so etwas wie: Beide kämpften um die Macht in Europa...

    Weiß jemand mehr? Mit Quellen/Texten denen ich das entnehmen könnte? Irgendwas?
    Ich wäre euch sehr dankbar.
    Lara
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Die Frage ist etwas schwierig. Da Du Deutschland schonmal in Klammern setzt, scheint mir zu verdeutlichen, dass Dir die Problematik bewusst ist, dass Deutschland zwar als übergeordnete Macht in gewisser Weise noch das Heilige Römische Reich hatte, aber dennoch zugleich in viele einzelne Staaten zerfiel, welche im 17.Jh. zusehends Einzelinteressen entwickelten, welche denen des Kaisers des HRR entgegen stehen konnten. So orientierten sich lange Zeit nach dem 30-jährigen Krieg deutsche Fürsten an Frankreich und schlossen sich zu Bündnissystemen (z.B. Rheinbund im Devolutionskrieg) zusammen, welche Frankreich als starken Partner hatten. Ab dem Ende des 17.Jh. änderte sich dies zusehends und als immer wieder auftretender Alliierter Frankreichs im Reich blieb nur noch der Wittelsbacher Machtblock. So kämpften Kurköln und Kurbayern, welche von Wittelsbachern regiert wurden, noch im Spanischen Erbfolgekrieg an der Seite Frankreichs gegen den Kaiser. Um die Mitte des 18.Jh. schwanden dann die Einflüsse Frankreichs auf das Reich weiter dahin, dass auch die Mittelmacht Kurpfalz die fast traditionellen Subsidienverträge mit Frankreich nicht mehr verlängerte, so dass Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld einer der letzten festeren Verbündeten Frankreichs blieb.

    Neben diesen Verbindungen deutscher Fürsten gab es natürlich auch die Politik des Kaisers, welche bis auf das kurze Kaisertum des Wittelsbachers Karl VII. zumeist feindlich der französischen gegenüber stand. Als Lenker des Reiches hatte der Kaiser gewisse geringe militärische Kräfte im Rahmen der Reichsarmee zu Gebote, wichtiger war aber sicherlich die Einflussmöglichkeit auf die kleineren und mittleren Mächte, um welche die Habsburgerkaiser bemüht blieben. Der Krieg gegen Frankreich konnte immer wieder zum Verteidigungskrieg des Reiches deklariert werden, das bedeutete, dass die Kräfte des Reiches zur Abwehr des Reichsfeindes aufgeboten wurden.

    In Folge des Siebenjährigen Krieges und des sozusagen Frankreich durch das englisch-preußische Bündnis aufgezwungene Allianz mit Österreich änderte sich die kaiserliche Politik schlagartig. Hatte Frankreich ab 1733 noch im Zuge des Polnischen Thronfolgekrieges den Anschein des Agressors erregt, dem es dann 1766 endgültig gelang die Herzogtümer Lothringen und Baar an sich zu binden und aus dem Reichsverband herauszulösen, überlagerte nun der Streit zwischen Österreich und Preußen den alten französisch-österreichischen Konflikt, der wie aufgezeigt seine Auswirkungen auf die Reichspolitik haben musste, da die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches bis auf eine Ausnahme in dieser Zeit allesamt Erzherzöge von Österreich bzw. verbunden mit Österreich (Franz I.) waren. Diese Entspannung des Konfliktes zwischen Frankreich und dem Reich gipfelte in der Vermählung des Dauphin Louis Auguste mit der Erzherzogin Maria Antonia 1770.

    Gerade zum Rheinbund findet man viel in "Höfe und Allianzen" von Heinz Schilling. Ansonsten auch hier: Rheinischer Bund - Wikipedia
     

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