Deutscher Antisemitismus vor 1933

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Mondano, 5. Juni 2013.

  1. Mondano

    Mondano Gesperrt

    Hallo,

    ich wollte mal wissen was ihr mir zum Antisemitismus in Deutschland
    vor 1933 sagen könnt.

    Einerseits steht man immer im Eindruck des Holocaustes wenn man speziell über
    den deutschen Antisemitismus auch vor 33 nachdenkt, andererseits erfährt man das
    Juden in den 20er Jahren in Deutschland noch relativ gut leben konnten und ja teilweise selber nicht an kommende Gräueltaten glauben konnten.

    -Wie stark ist Antisemitismus vor den Nazis in Deutschland verbreitet?

    -Gibt es einen Unterschied zwischen Deutschland und anderen Ländern?

    -Welche Gründe gibt es für den Antisemitismus in der Bevölkerung?
    Neid, Rassismus wie b. d. Nazis, oder andere Dinge?

    Abschließend möchte ich noch Fragen:

    -Wie groß ist der gesamte Einfluss der Nazis am Antisemitismus der Bevölkerung der bis zur "Endlösung" führt?

    Vielen Dank im Vorraus für die Antworten
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ja Antisemitismus war in der Weimarer Republik und auch in der Kaiserzeit verbreitet. Das ist kein Phänomen der Nazizeit.

    http://www.geschichtsforum.de/457447-post2.html

    Nein einen unterschied gibt es da nicht. Ausser das was im Dritten Reich geschah. Aber davor war der Judenhass in etwa überall gleich. In Russland gab es während dem Zarenreich Pogrome, das führt dazu dass viele Juden aus dem Osten in den Westen auswanderten.

    Hier ein Beispiel aus der Schweiz:

    http://www.geschichtsforum.de/f73/einf-hrung-die-j-dische-geschichte-der-schweiz-38807/#post590758

    Um das genauer zu beantworten müsstest du die Zeit wohl eingrenzen. Dann kann man einen Ländervergleich machen. Einfach so ins blaue hinaus bringt es nicht sehr viel.


    Der Anisemitismus ist die Steigerung des Antijudaismus. Der Antijudaismus ist religiös geprägt. Gründe dafür findest im Antijudaismus:

    http://www.geschichtsforum.de/490543-post33.html

    Abschließend möchte ich noch Fragen:

    Der Einfluss war zumindest so stark, dass die Nazis die Enteignungen und Deportationen ohne grosse Störungen durchführen konnten.

    Zum weiterlesen:

    http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37944/was-heisst-antisemitismus

    Werner Bergmann: Geschichte des Antisemitismus. Beck Wissen

    Wolfgang Benz: Was ist Antisemitismus. Beck Verlag

    Steven Beller: Antisemitismus. Reclam Verlag
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Juni 2013
    1 Person gefällt das.
  3. Kilon

    Kilon Gesperrt

    Weit verbreitet, dem liegt der Neid zugrunde. Die Juden haben in der Wahrnehmung der meisten Menschen höhere Titel, bessere Berufe usw. gehabt. Ich denke es war sogar so, dass ein größerer Anteil von Juden z.b. Mediziner waren oder Juristen, Personen für die Buchhaltung eines Unternehmens usw.

    Dann musst du dir nur eine bittere Armut bei einem Großteil der Deutschen vorstellen , wir leben da wirklich wie in Paradies, selbst die Hartz4-Empfänger leben da seeeeeehr gut. Ab 1929 verschärfte sich das als die US-Banken ihr Geld aus Europa und v.a. Deutschland abzogen und Deutschland bekam kaum frisches Geld und schon gar nicht zu Konditionen die akzeptabel waren, deutsche Staatsanleihen wollte niemand. Wer dann zu dieser Zeit (Zahn-)Arzt, Anwalt, Steuerprüfer, Händler/Juwelier war, der kam noch leichter durch diese Zeit.

    Jeglicher Aufschwung ab 1933 basierte auf rücksichtsloser Aufnahme von Anleihen, auch wenn sie noch so extrem verzinst waren, bis niemand mehr deutsche Anleihen wollte, zu der Zeit jedoch hat man bereits eine weitere Einnahmequelle gefunden: Juden. Man nahm ihnen alles weg wenn sie gehen wollten, man nahm ihnen auch alles weg wenn sie blieben, nur etwas zeitverzögert. Deutschland befand sich aber ab 1938 rum in ernster Gefahr eines Staatsbankrotts, eines kompletten!

    Das bestärkte den vorher dagewesen Antisemitismus nur:

    - Juden sind "weg" oder dürfen nicht mehr wirklich arbeiten und "uns" (Deutschen) geht es viel besser! Von Staatsverschuldung usw. wusste der Normalbürger doch nichts.

    - Die Maßnahmen von Hitler waren gezielt ausgelegt um Menschen zu beschäftigen, ich mein es gab in den 30ern natürlich auch schon Bagger, aber bevor man auch nur einen Bagger genommen hätte, hat man zig Menschen eine Schaufel gegeben. Das war ja nicht nur die Autobahn, z.b. ganz Berlin sollte neu gebaut werden. Sprich wie heute in den "MAE-Maßnahmen", die Arbeitslosen beschäftigen. Nur kann man das nicht wirklich vergleichen da es Heute auch ohne MAE eben Hartz4 gibt, damals nicht. Sprich da war auch eine schlecht bezahlte Arbeit auf einer Baustelle ein echter Fortschritt.

    - Rüstungsindustrie, Deutsche Bahn, Bergbau, Kraftwerke, Hydrierwerke, Werfen: Das 3. Reich hat für jeden Liter Benzin der ab 1935 getankt wurde drauf gezahlt, weil Öl aus den USA, Persien usw. günstiger war, aber das 3. Reich ließ es sich Unmengen Kosten synthethischen Treibstoff auf Kohlebasis herzustellen für die kommenden Kriege die ja schon lange geplant waren.

    Alleine die Bereiche oben beschäftigen mehrere Millionen Arbeiter. Hunderttausende "Kumpel" gewannen Kohle, die dann von unzähligen Bahnangestellten in die Hydrierwerke und zurück zu den Ölfirmen transportiert wurde. Dann muss so eine große Bahngesellschaft natürlich viele Arbeiter haben, welche für Wartung oder als Schaffner, Fahrer, Weichensteller?! etc. zuständig sind. Dazu kommt die Produktion von neuen Zügen weil das Frachtvolumen "explodierte" und man sowieso alle paar Jahre neue Züge braucht.

    Es gab zu der Zeit noch eine große Anzahl von Juden in Europa, auch in Deutschland, da diese jedoch von diesen neuen Arbeiten ausgeschlossen waren und auch ihre Posten als Lehrer, Beamte etc. räumen mussten rückten eben "Deutsche" nach. Langzeitarbeitslose bekamen wieder eine Arbeit und jegliches Medium im Land suggerierte ihnen "Das hast du der NSDAP, dem Führer zu verdanken!"

    Die Menschen sahen sich also bestätigt. Dass dieses System quasi ein "Schneeballsystem" war und Deutschland bis zum 1. September 1939 zahlungsfähig blieb war nur durch die Devisen Österreichs, des Sudetenlandes sowie der Tschecheslowakei möglich die man annektierte, also notfalls mit Gewalt dem eigenen Land anschloss, selbst für Österreich lagen Militäroperationen vor falls es Widerstand gäbe.

    Bei allen 3 Beispielen waren ganz vorne mit dabei Kommandos die schon ewig exakte Pläne hatten wo in den jeweiligen Ländern (Zentral)Banken, Lagerstätten von Gold-, Silber- und anderen Edelmetallen lagen oder sonstige private Vermögen, besonders von Juden. Wer als Jude in Österreich beim "Anschluss Österreichs" bei einer Bank Devisen lagerte oder z.b. Staatsanleihen aus den USA, Großbritannien, Aktien etc. der hatte Pech. Das selbe dann in Polen, Frankreich, Belgien, Holland, Norwegen, Dänemark. Die Schweiz wurde erpresst und "arbeitete" daher etwas für Deutschland.

    Für die Personen die schon vorher Antisemiten waren, war es jedoch eine Bestätigung. Sie wussten das alles ja nicht so genau, sie wussten nur es geht ihnen jetzt besser und die Juden sind weg oder massivsten Einschränkungen unterworfen. Wer vorher kein Antisemit war, also da waren glaub ich nur relativ wenige Erwachsene die dann welche wurden nach 1933.

    Richtig massiv Antisemiten geschaffen hat das Reich glaube ich nur bei Kindern die eben in der Schule das lernten, wer jedoch schon Erwachsen war, der "machte die Augen zu" und wurde meist Parteimitglied weil man nur so etwas erreichen konnte. Die Nazis haben auch nie in einer Wahl die Zustimmung des Volkes erhalten. Ich glaub die Wahlergebnisse lagen so bei 30-35 Prozent für die NSDAP, daher ja dann auch die Auflösung des Reichstages (bei absoluter NSDAP-Mehrheit unnötig).

    Die Deutschen waren einfach... ängstlich, feige... später lässt sich immer leicht urteilen. Solange sie selbst nicht betroffen waren hielten 99% den Mund. Viele Aspekte (z.b. Einheitskleidung in der Schule) der Nazizeit sind ja auch sinnvoll gewesen. Die HJ ansich wäre auch keine schlechte Sache gewesen, wenn es wirklich nur eine Jugendorganisation gewesen wäre und nicht noch dazu den Kindern den Judenhass beigebracht hätte...
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2013
  4. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Kilon

    Dei Beitrag ist aus historischer Sicht suboptimal, manches unscharf, manches auch schlichtweg falsch. Aber hinsichtlich Deiner Einordnung der HJ: "...Die HJ ansich wäre auch keine schlechte Sache...", o.k., Du schränkst dann ein: "... nicht noch dazu den Kindern den Judenhass beigebracht hätte...", aber die HJ hat als Einheitsjugendorganisation neben dem "Judenhass", eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen mit der ns-Ideologie indoktriniert - das war auch an sich, "..keine gute Sache.."! Es sei denn, man findet Erziehung zum Völkerhass, "Führerkult", Militarismus, Hass auf Andersdenkende, Abscheu vor unheilbar Kranken, "Herrenmenschentum", "Glorifizierung von Gewalt", "Anstifttung zur Denunziation" etc., akzeptabel.

    M.
     
    2 Person(en) gefällt das.
  5. Decurion

    Decurion Neues Mitglied

    Auch wenn ich die vorangegangenen 5-Milliarden-Zeichen-Beiträge nicht gelesen habe (mea culpa!), hätte ich doch die Frage, was unter der "Zeit vor 1933" verstanden wird?

    Vor 1933 liegen immerhin mehr oder minder 1933 Jahre seit dem Jahre 0 und seither dürfte auch in den deutschen Landen viel passiert sein. Ich nenne einfach mal Martin Luther, der jetzt auch nicht so unbedingt der Judenfreund schlechthin gewesen war, sondern auch durchaus als Antisemit angestuft werden kann (obwohl es bei ihm eher weniger mit Pogromen eiherging).
     
  6. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Das was Martin Luther in seinem Pamphlet "Von den Juden und ihren Lügen vorschwebte, geht eigentlich schon in die Richtung Pogrom, Enteignung und Vertreibung. Er schlug vor:
    -Synagogen nieder zu reißen oder zu brennen
    -Judenhäuser zerstören und sie (die Juden) in Ställen und Scheunen wohnen zu lassen wie Zigeuner.
    -Ihnen ihre heiligen Schriften, gebetbücher und Talmudim wegzunehmen, da sie ohnehin nur Abgötterei pflegten
    - Rabbiner des Landes zu verweisen und ihnen jede Lehrtätigkeit mit Androhung der Todesstrafe zu verbieten.
    jüdischen Händlern freies Geleit und Wegerecht zu nehmen, ihnen jedes Geldgesdchäft und Wucher zu verbieten
    - Ihnen das gesamte Vermögen abzunehmen
    - und schließlich die arbeitsfähigen Juden schwere arbeiten verrichten zu lassen und sie ihr Brot im Schweiß des Angesichts verdienen zu lassen.

    Das Jahr 0 gibt es gar nicht. Dem Jahr 1 v. Chr folgt das Jahr 1 n. Chr.
     
    1 Person gefällt das.
  7. Decurion

    Decurion Neues Mitglied

    Als Pogrom kann man dies meines Erachtens nach nicht bezeichnen, denn Pogrom schließt für mich eine gewalttätige Handlung mit ein. Dies ist erstmal nur ein Pamphlet mit antijudaistischen bzw. antisemitischen Inhalten.

    Und das Jahr 0, ob es nun war oder nicht, habe ich als bloßes Symbol genutzt, um die Reichweite der Zeit vor 1933 auszudrücken; keinerlei historischer Anspruch.
     
  8. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Luther hat durchaus betont, dass Jesus, Paulus und die Apostel Juden waren, und er hoffte, die Juden dazu bewegen zu können, zu konvertieren . Als die jüdischen Gemeinden sich aber von seiner Theologie wenig angetan zeigten und sich Konvertierung widersetzten, wandelte sich Luther zu einem radikalen Antisemiten.
    Wenn man sich Reden und Tischgespräche Luthers ansieht, so wird man feststellen können, dass er sich sehr polemisch über Juden äußerte und dabei auch nicht davor zurückschreckte, Bibelzitate für antisemitische Äußerungen zu funktionalisieren. Luther sagte aber auch, dass man als braver Christ den Juden nichts tuen solle, obwohl sie Brunnen vergiften, Kinder abschlachten, Wucher treiben und Christen betrügen. Luthers Ansehen trug dazu bei, dass spätere Antisemiten sich auf den Reformator beriefen.
     
  9. Maelonn

    Maelonn Gesperrt

    Eben. Er verehrte sie aber nur deshalb, weil sie zwar ursprünglich Juden waren, dann aber keine Juden mehr sein wollten. Sprich: In Luthers Augen machte erst die Abkehr vom Judentum einen Juden zu einem akzeptablen Menschen. Wie Christus selbst. Der war ja auch "anfangs" Jude. Nur zur Sicherheit: Das ist NICHT meine Meinung! Ich habe selbst jüdische Vorfahren! Jedenfalls einige.

    Zur Ausgangsfrage:

    Antisemitismus ist kein deutsches Phänomen. Das gab und gibt es weltweit. Seit es das Christentum gibt und vor allem seit das Christentum Staatsreligion wurde.

    Historisch betrachtet, sehe ich dafür unter anderem die folgenden drei Gründe:

    1. Die Christen mochten die Juden nicht leiden, weil die Juden Christus gekreuzigt haben. Jedenfalls steht das so in der Bibel.

    2. Aus religiösen Gründen war es den Christen in Europa verboten, Geld zu verleihen und Zinsen dafür zu nehmen (Zinsverbot seit dem frühen 12. Jahrhundert). Was aus religiösen Gründen verboten war, war jedoch aus ökonomischen Gründen unerlässlich. Man brauchte ein Kreditsystem. Da "bediente" man sich der Juden, die hinsichtlich Geldverleih keinen religiösen Restriktionen unterlagen. Folge: Nicht alle Juden in Europa waren Geldverleiher, aber alle Geldverleiher waren Juden. Und Geldverleiher, denen man Zinsen zahlen muss, kann man im Allgemeinen nicht leiden. Literarischer Beleg: Shylock aus dem "Kaufmann von Venedig", der erbarmungslos sein "Pfund Fleisch" einforderte.

    3. Die jüdischen Gemeinden in Europa zeichneten sich immer durch ein gewisses Maß an Segregation aus. Hier auch wieder eine Klarstellung: Ich werte das nicht! Schon gar nicht negativ! Es ist aber ein Faktum, dass es die jüdische Kultur schon seit Jahrhunderten nicht mehr geben würde, wenn sich das Judentum in Europa nicht in gewisser Weise von der übrigen Gesellschaft abgegrenzt hätte - zum Beispiel durch die bis heute bekannte Institution der jüdischen Heiratsvermittler.

    Diese drei Faktoren führten dazu, dass Juden ausgegrenzt wurden, dass infolge der eingeübten Ausgrenzung Juden als "fremd" empfunden wurden und dass man ihnen oft mit Abneigung begegnete. Nicht nur in Deutschland. In ganz Europa. Diese Abneigung hat sich tradiert. Alle diese Faktoren sind wirksam gewesen lange bevor es Nazis gab. Hier mal ein Link, in dem es um eine antisemitische "Tradition" in Mittelhessen geht:

    Jüdische Gemeinde Marburg ? Wikipedia

    Jene "Alte Synagoge", die in dem Text erwähnt wird, liegt an einer Gasse, die im Volksmund noch heute als "Dreckloch" bekannt ist. Das bezieht sich nicht etwa auf die dort ehemals ansässige jüdische Gemeinde. Es bezieht sich auf den Umstand, dass in mittelalterlicher Zeit die Abwässer vom Schloss in einem offenen Kanal direkt an der Synagoge vorbei in Richtung Lahn runterrauschten. Um zu verstehen, was das bedeutet hat, muss man sich klarmachen, dass Synagogen gemäß den Vorschriften der jüdischen Religion in der Nähe von frischem, reinem Wasser errichtet werden müssen.

    Der deutsche Antisemitismus, der ab 1933 so "wirksam" wurde, fußt auf diesen "Traditionen". Was Deutschland "einzigartig" macht, sind die folgenden beiden Punkte:

    1. Anders als alle Völker der Welt haben die Deutschen in der Nazizeit ein System ersonnen, industriell organisierten Massenmord an den Juden zu begehen.

    2. Es bestand überhaupt kein "Anlass" mehr, Abneigung gegen Juden zu empfinden. Meiner Ansicht nach gab es kein anderes Land in der Welt, in dem Juden so sehr Teil der Gesellschaft geworden waren. Das hat die Nazis aber nicht interessiert. Die haben auch Leute in die Gaskammern gezerrt, die noch ihre Orden aus dem Ersten Weltkrieg trugen. Auch hier wieder die Klarstellung: Ich halte keinen denkbaren "Anlass" für hinreichend, Menschen zu ermorden. Ich will damit nur sagen, dass mir bis heute unerklärlich ist, wie es den "Gasmännern" damals gelungen ist, eine völlig unauffällig Bevölkerungsgruppe zu Feinden zu erklären.

    MfG
     
  10. Decurion

    Decurion Neues Mitglied

    Habe ich da etwas verpasst? Seit wann wollten die Apostel keine Juden mehr sein? Das Christentum, die Alte Kirche oder einfach die nachösterliche Gemeinde bestand aus Juden- und Heidenchristen und am Anfang nur aus Juden, die eine kleine unbedeutende Sekte innerhalb des Judentums führten. Ich wüsste nicht, dass je ein Apostel zu einem nicht existenten Christentum gewechselt wären.

    Ich denke eher, dass Luther die Apostel verehrt hat, weil sie Apostel, also Zeugen des Lebens und Wirkens Jesu Christi waren und zentrale Personen des Neuen Testamentes sowie der christlichen Lehre (egal welcher Konfession).
     
  11. Maelonn

    Maelonn Gesperrt

    Ich präzisiere: Luther hat sie als "nicht mehr jüdisch" aufgefasst, da sie der Bibel zufolge die ersten Anhänger und Jünger von Christus waren. Glaubt man der Bibel in dieser Hinsicht, waren Christus und seine Jünger in der Tat keine Juden mehr. Sie hatten sich von diesem Glauben gelöst und sind entsprechend nicht mehr als Glaubensbrüder behandelt sondern verfolgt worden.

    Du schreibst es selbst: zentrale Personen des Neuen Testaments. An der Stelle spalteten sich Judentum und Christentum.

    MfG
     
  12. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    es gibt ja in der Apostelgeschichte eine Passage vom Traum des Petrus, der die mosaischen Speisegesetze aufhob, und Paulus konzentrierte sich früh auf die Heidenmission in Kleinasien. Bereits Ende der 30er Jahre des 1. nachchristlichen Jahrhunderts etablierten sich christliche Gemeinden. Als zentrale Zäsur, nach der Christentum und Judentum getrennte Wege gingen, würde ich allerdings die Zerstörung des Tempels im Jahre 70 ansehen.
     

Diese Seite empfehlen