Die Athenische Triere

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Quintus Fabius, 14. Januar 2005.

  1. Da ich wegen der Beschäftigung mit der Thermopylenschlacht und den Perserkriegen nun das Buch von J.S. Morrison, Die Athenische Triere selbst erworben habe und dieser Tage gelesen habe möchte ich euch einen Text dazu bieten: Das Buch selbst möchte ich euch hiermit sehr empfehlen, es ist wirklich herausragend gut !!

    Original von LORDanonymus, dem mein Dank für den Text und die Links gilt:

    Hallo Forum

    Auf Grund eines berichtes im N24 kanal den Ich ueber Satteliten empfange,sah Ich einen bericht ueber die Triereme "Olympias" der Griechischen Marine...
    Das Schiff wurde erneuert um fuer die Olympischen Spiele und die eroeffnungs feier das Feuer nach Athen zu bringen.

    ..."The ancient Greek navy was one of the most powerful at the time. While the ancient Greek trireme would be no match for today's cruisers, frigates and destroyers, at the time they represented the best that naval technology had to offer. The trireme was built for speed and mobility. The triremes were 120 feet long, small by today's standerds, and were powered by 170 rowers arranged in three rows. They were built low to the ground, the bottom row of rowers were just 18 inches above the waterline, and very narrow which meant that the triremes were not built to handle open ocean. The rough seas would make short work of a trireme because of its very low weight. The triremes were built for short, close in, battles. They were not made to handle long, open ocean campaigns. However, the triremes were very fast and maneuverable which gave them a critical advantage in the close-in battles that were typical of ancient naval engagements.."

    http://www.richeast.org/htwm/Greeks/kapost/ship.html

    The Trireme (Greek trieres) was the "state of the art" fighting ship designed to be able to cover long distances quickly under oar and sail, and in battle to ram enemy ships with devastating effect. Money from the new vein of silver in Laurion enabled Athens to buy timber from Italy to increase her fleet from 40 in 489 BC to 200 in 480. The polis paid for the ship and its crew: equipment and repairs were paid for by a rich citizen as one of the liturgies (trierarchia - a brilliant Athenian notion which shamed the richest citizens into spending their wealth on the city, without the need for taxation). A full-scale replica of a trireme was launched in 1987, painstakingly reconstructed, using all available ancient evidence (especially the Lenormant relief). Full information about Olympias, the Greek navy's least up-to-date- ship can be found on the official trireme project web site.

    *Overall length: 37 metres (121 feet)
    *Overall beam: 5.5 metres (18 feet)
    *170 oarsmen in 3 files on each side: top file 31, middle and bottom 27 each
    *Oarsmen spaced at 2 cubits (0.888 metres/2 feet 9 inches)
    *One man per oar
    *Oar length 4.2m (13 feet 8”) and 4.0m (13 feet) - short oars at ends of ship
    *Speed: able to cover 184 sea miles at about 7.5 knots without stopping

    http://www.users.globalnet.co.uk/~loxias/trireme.htm

    Einige wunderschoene Bilder ueber die Olympias,unter dem folgendem Link...

    http://www.angelfire.com/art/archictecture/trireme1.htm

    Und wie eine Trireme gebaut wurde...

    http://home-3.tiscali.nl/~meester7/engtrireme.html

    So entspricht etwa der Bremsweg einer Trireme ihrer Schiffslänge. Über einen so kurzen Bremsweg verfügt kein anderes Fahrzeug.
    Übrigens trugen Triremen grundsätzlich weibliche Namen. Wenn ihr mal wissen wollt, was für Namen für Triremen üblich waren, schaut euch mal diesen Link an:
    http://www.users.globalnet.co.uk/~l...riremenames.htm
    Hier noch ein Link, der Infos über Triremen und die Schlacht von Salamis enthält:
    http://www.richeast.org/htwm/Greeks/kapost/ship.html

    The crew of a trireme usually consisted of 203 men, about two-thirds that of a modern destroyer. Obviously, most of the crew were rowers, 170 in all. Most of them were poor Greek citizens of the city-state or hired rowers from elsewhere in Greece. Besides the rowers, a trireme's crew consisted of the following:

    14 Spearmen
    4 Archers
    25 Officers and Sailors

    The captain of a trireme was usually a political appointee who knew very little about naval warfare. This meant that the actual command of the ship usually fell to the "kybernetes", or helmsmen. Next came the "proreus", the lookout who was in charge of the foredeck. The lowest ranked officer on a trireme was the pentecontarchos who was in charge of wages and the administrative duties of running a ship of war. In addition, the trireme had a crew of 25 highly trained sailors, including a carpenter, a necessity on a wooden ship. (Thubron 44)

    Das heist das sie auch eine art "Marines" an bord hatten....
    plus bei der see schlacht in Salamis...waren mehr Hopliten an bord ..die gleich nach der rammung das feindliche schiff unter beschuss nahmen...und es enterten....
    Ich habe einen artikel darueber....der aber leider auf griechisch ist...

    Die Decksbesatzung haben aber in solchen Aktionen auch ganz schönen schaden einstecken müssen. Ich meine mann muss sich mal vorstellen wie nen auto aussieht, wenn es einen auffahrunfall mit einem LKW bei sagen wir 3km/h hatte.

    Ich glaube das der winkel in so einem fall eine enorme rolle spielt ...und somit der aufprall eher leichter fuer den attacker war....
    Salamis ist ein glaenzendes beispiel dafuer...
    Es wurde immer in die "mitte" der gegenrischen schiffe gerammt...
    Der rammkopf war unter wasser und war durch Bronze bedeckt...das heist beim rammen...war sofort der kiel getroffen und nicht das deck...nach dem rammen beim rueckwaerts rudern ...konnten sie sich schliesslich "immer" vom sinkenden schiff entfernen....Das heisst also das der aufprall an sich nicht das groesste problem war...

    The Persian King Xerxes had invaded Hellas in 480 BCE and had taken most of the land. The Persians had destroyed most of the villages and had even taken Athens. All that was left of the Greek military was its navy whcih was anchored in the Bay of Salamis. The Persians attacked the Greeks and suffered a horrible defeat:

    200+ Persian ships lost
    40 Greek ships lost

    http://www.richeast.org/htwm/Greeks/kapost/ship.html

    Eine Buchempfehlung dazu:

    Die athenische Triere
    Geschichte und Rekonstruktion eines Kriegsschiffes der griechischen Antike

    von John S. Morrison, John F. Coates

    Ein interessanter Punkt zu den Triremen ist es, daß man sie nicht richtig versenken konnte, wenn sie durchs Rammen leckschlugen und volliefen, schwammen sie noch, vorausgesetzt die Besatzung verließ das Schiff, zwar sackte das Schiff 2-3meter ab und das Deck war dann plan mit der Wasseroberfläche oder auch knapp darunter, aber die Triremen versanken nicht ganz auf den Grund sondern schwammen an der Wasseroberfläche weiter.

    Das beste Kriegsschiff der Antike ist im übrigen sehr relativ, die Schiffe erfüllten, wie heute auch, schon spezialisierte Aufträge und kämpften unterschiedliche, daher kann man kaum einen Typ als den Besten, allen anderen überlegenen Typen hinstellen. Die letzten großen Triremen Flotten wurden von römischen Liburnen, das sind leichtere und schnellere Biremen versenkt, die Römer setzten aber anfangs zur See auf größere, schwerere Schiffe und den Enterkampf, auch mit dem Corvus, da war die Quinquereme das Standard Kriegsschiff. Zwar konnte man mit einer Trireme einem solchen, schweren Schiff davonfahren und ausweichen, aber schon die Ruder abzufahren, d.h. wegzurammen war gefährlich weil man dann geentert werden konnte.
     
  2. Germanicus

    Germanicus Neues Mitglied

    Athenische Triere

    Als Ergänzung lieber Quintus Fabius:
    Aufteilung der Ruderreihen: In der untersten (thalamite) und zweiten (zygite) Reihe hatten insgesamt 108 Ruderer (54 je Reihe) platz, in der Obersten (thranite) 62 Ruderer. Die Länge einer solchen Triere betrug etwa 39 Meter, überragte die Wasserlinie an der höchsten Stelle um etwa 4,6 Meter und sank etwa 1,2 Meter tief ins Wasser ein.
     
  3. Miltiades

    Miltiades Neues Mitglied

    Danke für die ausführliche Information Quintus und den Buchtipp (hab es mir heute bestellt:) ). Ich kenne bislang Dastellungen von griechischen Trieren mit offenen Verdeck (wie bei deinen Links auch zu sehen ist). Gab es auch welche mit geschlossenem Decks?
     
  4. Ich bin auch gerade dabei das Buch für ein Referat zu lesen. Als Zusatzauftrag dazu soll ich einen Dokumentationsfilm über eben diese nachgebaute Triere finden. Sonst habe ich an Infos praktisch nichts, nur dass der Film nach dem Buch entstanden ist, also nach 1990 und im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Leider ziemlich rar und meine bisherigen Rechercen hatten leider keinen Erfolg. Weiß zufällig jemand etwa davon oder hat eine Ahnung, wo man mehr finden könnte??

    Gruß Matthias
     
  5. Mummius Picius

    Mummius Picius Premiummitglied

  6. Gast

    Gast Gast

    Triere

    Warum machten die drei Ruderreihen die Triere so schnell?
     
  7. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Weil so mehr Kraft entfaltet werden konnte als mit nur einer Ruderreihe; man betrachte das heutige Sportrudern: Ein Achter ist schneller als ein Vierer, da mehr Ruder mehr Kraft übertragen. Da die Länge eines Schiffes durch technische Gegebenheiten begrenzt wird macht es Sinn, mehr Ruder auf dem Schiff unterzubringen, indem man sie auf mehrere Ebenen verteilte.

    Später wurden dann mehrere Ruderer an jeden Riemen gesetzt; ein Bsp hierfür ist die Quinqereme, das "Standard-Kriegsschiff" zZt der Punischen Kriege: Es gab drei Reihen Ruder (wie bei einer Trireme), aber die beiden oberen Ränge waren mit je zwei Ruderern besetzt, so das die drei Ruder eine Duchte von fünf Personen bedient wurden.

    Auf den Galeeren des Spätmittelalter bzw der frühen Neuzeit war dann wieder eine Riemen-Reihe der Standard; allerdings saßen bis zu neun Personen an einem Riemen. Wieso dieses System im antiken Griechenland noch nicht genutzt wurde weiß ich nicht, gehe aber von technischen Fragen aus: Es wird den Hellenen nicht möglich gewesen sein, Schiffe so breit zu bauen, dass mehrere Personen an einem Ruder saßen. Die griechische Triere bspw war extrem schmal für ihre Länge, der Vergleich mit dem Sport-Achter ist gar nicht so abwegig...

    http://www.geschichtsforum.de/f94/superathleten-auf-antiken-kriegsschiffen-14380/

    http://www.geschichtsforum.de/f28/seekrieg-der-antike-aber-wie-15795/
     
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  8. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die Galeeren der Renaisance waren auch nicht breiter gebaut. Bis zum 17. Jh. wurden sie noch schlanker gebaut(Verhältnis Breite zu Länge !:8) um ihr Tempo zu erhöhen. Die Bänke waren nur länger als bei antiken Schiffen und der Mittelgang (Corsia) immer schmaler (ca 80 cm) Bis zur Mitte des 16. Jh. wurden venezianische Galeeren auch noch als Triremen Galea ala Zenzile) gefahren, mit dem Unterschied zur Antike, dass drei Ruderer nebeneinander auf schrägen Bänken saßen und jeder je einen Riemen bediente. Als man dazu überging Sträflinge und Sklaven statt Berufsruderer einzusetzen funktionierte dieses System nicht mehr. Deshalb setzte man mehrere Männer, meist 5 bis 6 nebeneinander an einen sehr langen Riemen (Scaloccio-Riemen). Die Ruder lagen nicht mehr so dicht beeieinander und behinderten sich weniger. Um den Drehpunkt des Riemens weiter nach außen zu verlegen wurden die Ausleger, die auch antike Schiffe besaßen noch ausladender gebaut. Am eigentlichen Schiffskörper änderte sich aber nichts. Bei dieser Rudermethode konnten viel größere Riemenschläge ausgeführt werden, da nicht mehr im sitzen gerudert wurde, sondern die Ruderer einen Schritt nach vorn taten und sich dann wieder zurückfallen ließen.
    9 Ruderer wurden auf Galeassen an einen Riemen gesetzt, was sie aber nicht schneller machte da sie breiter gebaut waren und einen größeren Tiefgang hatten. Der Tiefgang machte sie aber zu besseren Seglern. Eine schlanke Galeere war, gerudert der Galeasse an Tempo weit überlegen.

    Auf griechische Trieren wurde sicher nicht ständig mit allen Riemen gerudert. Auf längeren Marschfahrten werden sich die einzelnen Ruderebenen abgelöst haben um immer einem Teil der Männer Erholungspausen zu verschaffen. Bei Rammangriffen oder Verfolgungsfahrten werden wohl alle Riemen in Aktion gewesen sein.
     
  9. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Die Hellenen konnten natürlich breite Schiffe bauen und haben es auch gemacht, z.B. die großen Siebenruderer oder noch größere Schiffe. Da die Triere nach athenischer Taktik aber vornehmlich dem Rammen diente, man dazu eine Mindestgeschwindigkeit braucht und schmalere Schiffe bei gleicher Verdrängung schneller sind, wurde die Triere eben sehr schmal gemacht.

    In der späteren hellenistischen Zeit war die Triere dann eher "out", da sich das Entern dem Rammen als überlegen gezeigt hatte und die Schiffe, wie die üblichen Fünfruderer, nun mehr gedeckte und breitere Kampfplattformen für Marinesoldaten und Geschütze waren.
     
  10. philistion

    philistion Neues Mitglied

    War das Rammen eigentlich nur in der Schlacht von Salamis "wirklich" erfolgreich?
     
  11. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Gerammt wurde offensichtlich bis in die frühe Byzantinerzeit, da bis dahin der Unterwassersporn ein wichtiger Bestandteil eines Kriegsschiffes war. Ein Rammstoß war aber mit Sicherheit auch eine Gefahr für die Struktur des eigenen Schiffes. Ab dem Mittelalter verlegte man den Rammsporn bei Kriegsgaleeren über die Wasseroberfläche. Jetzt diente er nicht mehr dem Versenken des Gegners sondern als eine Art Enterbrücke. Ab dem 17. Jh. hatte er keine Funktion mehr sondern diente als Dekoration. Die späten Galeeren hatten derart lange und dünne Rammsporne, dass sie beim eindringen in ein feindliches Schiff abgebrochen wären.
    Ob die Entertaktik der Römer nach den punischen Kriegen noch eine große Rolle spielte, kann man bezweifeln, da der Corvus (Enterbrücke) nach dieser Epoche keine Erwähnung mehr findet. Er ist auch auf keiner, der wirklich zahlreichen antiken Abbildungen zu sehen. Nach der Seeschlacht von Aktium diente die Marine ohnehin größtenteils dem Truppentransport und dem Polizeidienst (Piratenjagd) da alle Mittelmeerländer zum Reich gehörten und es keine Gegner mit einer eigenen Kriegsflotte mehr gab. MitSeeräubern wird man wohl kurzen Prozess gemacht haben und hat deren Schiffe, durch einen Rammstoß auf den Grund geschickt
    GALLERIA NAVALE Hier ,für alle Interessierten ein Link zum Museum für römische Marine mit vielen antiken Schiffsabbildungen. Besonders gut sind die farbigen Frescos, da sie perspektivische Darstellungen der Schiffe zeigen.
     
  12. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Das Rammen wurde von den Athenern nicht nur bei Salamis verwendet, sondern in den meisten anderen Seeschlachten auch. Wenn es funktionierte. Für die Manöver (diekplous und periplous) war ein gewisser Seeraum notwendig, der nicht immer zur Verfügung stand. Bei der Endschlacht im Hafen von Syrakus 413 v. Chr. war das z.B. nicht der Fall. Bei einigen der Seeschlachten zum Ende des Peloponnesischen Krieges (Kynossema, Arginusen) war die Rammtaktik wieder hilfreich.

    Entern konnte man nicht nur mit dem mysteriösen römischen corvus. Das große Problem der Rammer war ja, daß man nach dem Rammen ganz nah am, bzw. im feindlichen Schiff war, was für die, die entern wollten, natürlich wunderbar war. Daher verschwand die Triere als ernsthaftes Kriegsschiff bereits lange vor dem 1. Punischen Krieg, da sie keine genügend große Truppe aufnehmen konnte. Die Trieren von Chios hatten z.B. angeblich 40 Soldaten an Bord, verglichen mit den 10 bis 14 an Bord athenischer Schiffe, trotzdem waren auch die 40 relativ wenig und als schwimmende Truppenplattform waren Trieren eigentlich zu schmal. Eine Triere konnte eine Pentere vielleicht rammen und beschädigen, sicherlich nicht versenken, war nach dem Rammen aber hilflos der erheblich größeren Entermannschaft der Pentere ausgesetzt.
     
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  13. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Komisch, ich kann meinen Beitrag nicht ändern, daher der Doppelpost.

    Um Mißverständnissen vorzubeugen, man konnte natürlich auch mit einer Pentere rammen und die Schiffe hatten scheinbar auch alle Rammsporne. Die Kartharger scheinen zu Anfang das Rammen bevorzugt zu haben, sie hatten sehr gut ausgebildete Rudermannschaften, gute Seemannschaft und gut konstruierte relativ schnelle Schiffe. Rammen war aber im 3. Jhr. v. Chr. letztlich zweitrangig geworden, die Mißerfolge der Kartharger gegen die anfangs maritim sehr unerfahrenen Römer sind auffällig.
     
  14. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Zur Zeit der Perserkriege hatten die griechischen Trieren zudem vermutlich kein durchgehendes Oberdeck, was sie für den Einsatz als "Plattform" natürlich weitgehend untauglich machte.
     
  15. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    40 Krieger scheinen mir durchaus realistisch zu sein da sich mindestens 20 von ihnen auf dem Gang zwischen den Ruderbänken aufhalten konnten. Der Rest auf dem geteilten Deck. Es bestand sicher auch die Möglichkeit über die Lücke zwischen den beiden Decks Bretter zu legen und damit die Kampfplattform zu vergrößern. Im Ernstfall konnten auch die Ruderer ,die ja freie Männer waren, zu den Waffen greifen.
    Wenn ein Schiff unter der Wasserlinie gerammt und ernsthaft beschädigt wurde, war es für den Rammenden wahrscheinlich besser , durch rückwärtsrudern schnellstmöglich von dem gerammten Gegner wegzukommen ,da dieser ziemlich schnell volllief und sank. Da wird nicht mehr viel Zeit zum entern gewesen sein. Zum Enterangriff musste man vielmehr längseits gehen und beide Schiffe mittels Enterhaken und Wurfdraggen miteinander vertäuen. Deshalb werden Schiffe mit geringer Kriegeranzahl versucht haben den Gegner, mittels Rammsporn auf den Grund zu schicken und es nicht auf einen Kampf, Mann gegen Mann ankommen zu lassen.
     
  16. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Ich glaube nicht so recht an das schnelle Sinken. Es gibt zu viele Berichte, wonach beschädigte Trieren oder größere Galeeren abgeschleppt und wieder flott gemacht wurden. Außerdem kann man das rammende Schiff durch Haken am Wegrudern hindern. Schade, daß Morrison und Coates keine "Gerammt-werden"-Versuche mit der Olympias angestellt haben. :devil:

    Ich denke auch, daß man 40 Soldaten auf einer Triere unterbringen konnte, aber eine Pentere hatte als Kriegsausstattung wohl 80 bis 120 Mann. Athen hatte im 4. Jhr. immer noch weit mehr Trieren als Tetreren (Vierer) oder Penteren (Fünfer), 360 Trieren, 50 Tetreren und 7 Penteren so um 324 v. Chr., 323 wurde beschlossen, 200 Tetreren und 40 Trieren zu bauen (nach "Die athenische Triere" S. 64, "Ancient Greek Warship", Osprey, S. 38), man erkennt das verschobene Verhältnis. Die Römer am Anfang des 1. Punischen Krieges bauten angeblich 120 Penteren und nur 20 Trieren für die Flotte.
     
  17. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Das kommt ganz auf die Beschädigung an. War ein Schiff unter der Wasserlinie getroffen und vollgelaufen, wird das Abschleppen kaum noch möglich gewesen sein. Auch neigen Schiffe mit einer derart langen und schmalen Struktur dazu in der Mitte einfach durchzubrechen, besonders wenn eine Stelle durch einen Rammstoß geschwächt wird. So gab es im 17. Jh. den Fall, dass die Kommandogaleere der Malteserritter, bei einem plötzlichem Wendemanöver in zwei Teile brach und sank. Ich verstehe auch gar nicht weshalb man glauben kann ,dass antike Schiffe unsinkbar waren. Ein leichtes hölzernes Ruderboot sinkt auch wenn es randvoll mit Wasser gefüllt ist, vielleicht nicht unmittelbar bis zum Grund aber es ist oberflächlich weg.
     
  18. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Die Trieren werden auch Ballast geladen haben, um eine optimale Schwimmlage zu erreichen. Damit wird das Schiff auf jeden Fall Gefahr laufen unter zu gehen wenn ein richtig durchgeführter Rammstoss das Schiff traf. Selbst wenn es nur deutlich absackt wird es Schwierigkeiten bei etwas Seegang gehabt haben, weil es dann ins rollen und gieren kommt. Möchte auf jeden Fall nicht auf einem Schiff sein, welches gerade gerammt wird. Da wird man von den Beinen geholt werden. Gibt es eigentlich Aufzeichnungen oder Berichte über die Seegangsverhältnisse bei Seeschlachten in der griechischen Antike? Meine gelesen zu haben die Schlachten wäre meist in geschützten Gewässern geschlagen worden.

    Apvar
     
  19. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Weiss man eigentlich ob die Rümpfe der Trieren Unterteilungen hatten? Bei den Mittelalterlichen und Neuzeitlichen Galeeren hatte der Rumpf unter den Ruderbänken zumindest ein durchgehendes Deck. Bei einem Leck bleibt da noch ein Weile ein gewisser Auftrieb da die Luft nicht entweichen kann um den eindringenden Wasser platz zu machen. Aber wie sah das in der Antike aus?
     
  20. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Man muß immer im Auge behalten, daß man vieles nicht genau weiß und Interpretationen häufig sind. Üblich war ein Ballast aus losen Steinen. Senkrechte Unterteilungen, also Schotten, sind mir bei Trieren nicht bekannt, die Olympias hat jedenfalls keine. Es gibt auch kein waagerechtes Unterdeck, d.h. unter den thalamioi sind die Rumpfplanken, neben ihnen auf Kopfhöhe der untere Laufgang. Inwieweit die gewählte Konstruktion sicher und allgemein ist, ist fraglich. Größere spätere Schiffe könnten zusätzlich zum durchgehenden Deck evtl. auch ein durchgehendes Unterdeck gehabt haben.

    Trieren waren nicht besonders seetauglich, daher fanden Schlachten eigentlich nur bei angemessenen Wetterverhältnissen statt. Was passierte, wenn das Wetter schlechter wurde, sieht man bei der Arginusen-Schlacht, wo wegen Wind und Seegang keine Rettungsaktionen durchgeführt werden konnten.

    Sicherlich verlor das gerammte Schiff bei einem Volltreffer jede Manövrierfähigkeit, weil es tief ins Wasser sackte. Allerdings war auch das rammende Schiff gefährdet, beschädigt zu werden, wenn nicht nur der Rammsporn abriß, sondern gleich der ganze Bug Risse erhielt. Das konnte passieren, wenn das gerammte Schiff eine gewisse Geschwindigkeit hatte, wenn der Rammsporn auftraf und dann heftig seitwärts beschleunigt wurde.
    Wenn das rammende Schiff nicht sofort wieder loskam, wurde es (wahrscheinlich) mit Haken festgelegt, steckte also im gerammten Schiff, verhinderte dort großen Wassereinbruch und "stabilisierte" das andere Schiff mit. Besser als ein Loch in den Gegner zu rammen, war daher wohl eine Taktik, die schräg von hinten angriff und den Ausleger und die Riemen beschädigte.

    Interessant finde ich die Erwähnung bei der Arginusenschlacht, daß die Peloponnesier zu fliehen begannen, nachdem ihr Anführer Kallikratidas bei einem Rammstoß, den sein Schiff ausführte, über Bord gefallen war (Xenophon, Hellenika I 6, 33). Rammen war eben nicht ganz ungefährlich für beide Seiten...
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2010

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