Die Ausrüstung und Bewaffnung Österreich-Ungarns im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Armeen.

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von Arnaud28, 30. Juni 2022.

  1. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Mit Russland gab es m.W. nach kein Bündnis oder sonstige Verpflichtung Russlands für Serbien militärisch einzutreten.
     
  2. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Zuweilen sieht es schon danach aus. Ich las gerade in einem Buch über die Geschichte des Funks in der Fliegerei:

    Zu Beginn des Ersten Weltkriegs verfügte England über zwei Luftschiffe und sechzehn Flugzeuge, die mit Bordfunksystemen ausgestattet waren; Frankreich besaß einige Flugzeuge, die mit Funkgeräten ausgestattet waren; Deutschland hatte eine beträchtliche Anzahl von Funkgeräten für Flugzeuge vorbereitet, von denen einige auf Luftschiffen installiert wurden, während die meisten davon darauf warteten, in Flugzeugen installiert zu werden. In Italien waren keine Funkgeräte dauerhaft in Flugzeugen und Luftschiffen montiert.

    Es fehlen Angaben zu Österreich-Ungarn und Russland.

    Österreich-Ungarn war nämlich mW bei Kriegsausbruch technologisch den anderen mindestens in einem Bereich etwas voraus: Die Radiotelegrafie-gestützte Artillerie-Feuerleitung mittels Flugzeug, bei den K.u.k Luftfahrtruppen auch Radioschießen genannt.
    Sie übten das schon vor dem Krieg und setzten es als erste im Januar 1915 vor Gorlice ein.
    Dabei kamen Sender im Flugzeug zum Einsatz, jedoch keine Empfänger. Am Boden gab es einen Empfänger und man kommunizierte über Zeichen mit ausgelegten Tüchern zum Flugzeug, um z.B. ein "Verstanden" mitzuteilen.
    Die k.u.k. Luftfahrtruppe - Die Entstehung, der Aufbau und die Organisation der österreichisch-ungarischen Heeresluftwaffe 1912-1918

    Eigentlich hatten die Luftfahrtruppen mit dem Lohner Pfeilflieger und der Etrich Taube auch hervorragende eigene Aufklärungsflugzeuge, doch den Pfeilflieger modifizierte das Militär bis zur Fluguntüchtigkeit und einem Startverbot im Sommer 1914. Was wiederum zeigt, dass sich zum Können und Wollen manchmal eine unverständliche Misswirtschaft/Schlamperei in der Militärverwaltung und der Industrie gesellte.
    Online Archiv Zeitschrift Flugsport Jahresausgabe 1914
    Abschnitt: Betrachtungen über die Luftschiffahrt in Oesterreich-Ungarn
    sowie: Die österreichische Armee ohne Flugzeuge
    Wer gewisse Erscheinungen in unserem Kriegswesen seit einiger Zeit aufmerksam verfolgt hat, wird die Nachricht nicht als eine durchaus unerwartete betrachtet haben. Fast die gesamte Militärtechnik zeigt seit längerer Zeit in organisatorischer und rein technischer Beziehung ein so eigenartiges Experimentieren, Lavieren und Konfusionieren, daß auch der Mißerfolg auf dem Gebiete des Militärflugwesens nur in das System hineinpaßt.
     
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  3. Arnaud28

    Arnaud28 Aktives Mitglied

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  4. hatl

    hatl Premiummitglied

    Kannst Du Italienisch lesen?
     
  5. Arnaud28

    Arnaud28 Aktives Mitglied

    Sagen wir mal so, es reicht für den Hausgebrauch :) Aber es dauert.
     
  6. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Das ist ein wichtiger Einwand, den ich vertiefen möchte. Das vor allem, weil Diskussionen über die Leistungsfähigkeit und damit auch antizipierte militärische Überlegenheit von Armeen, sich häufig auf das Thema Quantität und Qualität von "Hardware" beschränken.

    Läßt man mal die komplexen ökonomischen, politischen und sozialen Voraussetzung - als Grundlage für eine Kriegsführung - komplett außen vor, dann sind es vor allem die "soften" Faktoren, die die "Kampfkraft" (vgl. Creveld) einer Armee definieren.

    Das umfaßt zum einen die strategischen Planungen, die operativen Doktrinen und die taktischen Umsetzungen. Aspekte, die beispielswiese im WW2 die Überlegenheit der Wehrmacht in Frankreich und im Anfang in der UdSSR begründeten.

    Das letztere, die taktische Umsetzung, fußt dann auch maßgeblich auf dem System der "Auftragstaktik". Und setzt Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere voraus, die ein "Verständnis" der militärischen Situation haben und über den Willen zur Initiative verfügen.

    Das ist ein entscheidender Faktor, der bis heute darüber entscheidet, wie erfolgreich eine Armee agiert. Und an diesem Punkt scheitert nicht selten eine Armee, wie es Kokosin (S. 205ff) bereits 1998 für die russische Armee als zentrales Problem beschreibt.

    Ergo: Die Nutzung der "Hardware" ist nur so erfolgreich wie es die "Software" zuläßt. Einen höheren Grad an letaler Wirkung bedeutet nicht automatisch, dass der Einsatz dieser Waffen automatisch zu einem höheren "Erfolg" bei der Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln, sprich Krieg, führt.

    Kokošin, Andrej A. (1998): Soviet strategic thought, 1917-91. Cambridge, Mass., London: The MIT Press
     
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  7. Arnaud28

    Arnaud28 Aktives Mitglied

    In dem Buch von Afflerbach ist eine Aufstellung, welches Land wieviel Geld pro Soldat investiert hat (Ausrüstung etc).
    Ich meine, Deutschland stand dort mit dem Wert 3.000 und Österreich mit dem Wert 1.200. Ich habe mir leider nur die Zahlen und nicht die Währung etc gemerkt. Aber man kann hier schon den qualitativen Unterschied feststellen.
     
  8. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Du meinst "Auf Messers Schneide"?
     
  9. Arnaud28

    Arnaud28 Aktives Mitglied

  10. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Könntest du Kapitel oder Seitenzahl benennen?
    Ich konnte die Tabelle in meiner digitalen Ausgabe bilsang leider nicht finden.
     

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