Die Fabrik

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von LukasS, 24. März 2008.

  1. LukasS

    LukasS Neues Mitglied

    Hallo,
    ich muss bald ein Referat halten über die Fabrik halten. Dazu fehlen mir noch 2 Punkte die ich unbedingt abhandeln will, aber im Internet nichts finde.
    1.Wie waren die damaligen Verhältnisse in der Bevölkerung??
    2.Wie war eine Fabrik damals aufgebaut (räumlich) evtl. Bilder??

    Danke schon mal im voraus.

    Lukas
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    In welchem Land?

    Was für ein Fabrik?
     
  3. Hurvinek

    Hurvinek Gast

  4. TGDarmstadt

    TGDarmstadt Neues Mitglied

    Zur Bevölkerungsstruktur

    Im Grunde durchläuft jedes Land in der Industrialisierung die selben, demographischen Veränderungen:
    Vor der Industriealisierung lebt der Großteil der Bevölkerung als Bauern auf dem Land. Mit der Industrialisierung setzt dann die Landflucht ein, d.h. viele arme Bauern ziehen in die Städte, wo es Arbeit in den Fabriken gibt. Am Ende der Industrialisierung lebt der Großteil der Bevölkerung in den Städten.
     
  5. LukasS

    LukasS Neues Mitglied

    @ursi
    Gemeint sind die verhältnisse in deutschland im 18 Jh

    ich würde sagen eine textilfabrik da die so die ersten waren
     
  6. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Stimmt schon, die Textilfabriken waren die ersten.
    Aber ich wage mal die Schätzung, ohne lange nachzuschlagen, dass es davon in Deutschland am Ende des 18. Jahrhunderts vielleicht ein Dutzend gab.
    Ich würde das Referat auf den Anfang des 19. Jahrhunderts ausrichten. Da ist wenigstens dann was zu finden.

    Die Unterscheidung Manufaktur - Fabrik ist geläufig?

    Noch in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist so manches Unternehmen, das sich Fabrik nannte, eher als Manufaktur zu bezeichnen.
     
  7. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Die Industrialisierung in Deutschland fand erst im 19. Jahrhundert statt. Im 18. Jahrhundert begann die Industrialisierung nur in England.
    Im 18. Jahrhundert gab es in Deutschland noch Manufakturen. Erst die Einführung von englischen Maschinen schaffte die Manufaktur ab und es begann eine maschinelle Produktion in Deutschland.
     
  8. LukasS

    LukasS Neues Mitglied

    Ok danke das hat mir schon sehr weitergeholfen.
    Das einzige was ich noch nicht ganz versteh ist WARUM die Bauern vom Land in die Stadt gezogen sind? Sie hatten doch Arbeit und die Arbeit in der Fabrik war ja schlecht bezahlt.
     
  9. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Wussten die Landarbeiter von der Höhe der Löhne oder bloß von der Möglichkeit zu arbeiten?
    Ist die Idee einer Arbeit mit festem Lohn nicht attraktiver als jedes Jahr vom Umfang der Ernte abhängig zu sein?
    Du kannst die Frage teilweise mit der Theorie der Push- und Pullfaktoren (für die Gegenwart entwickelt aber auch auf die jüngere Vergangenheit anwendbar) beantworten. Leider fand ich darüber keine brauchbaren Links. Ansatzweise hilfreich sind:
    Push-/Pull-Faktoren – Wikipedia (nur Auflistung)
    Hausarbeiten.de: Migrationsmodelle - Hausarbeit. Seminararbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Referate - Hausarbeit, Referat, Diplomarbeit oder Magisterarbeit veröffentlichen! (sehr theoretisch geschrieben)
     
  10. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Davon kann man wohl ausgehen.
    Es wird eine ganze Reihe (vor allem familiär begründeter) Kontakte gegeben haben zwischen denen, die zuerst den Sprung ins Fabrikarbeiterleben gemacht hatten und den zurückbleibenden Landarbeitern.
    Wie auch heute bei Migrationen üblich kommt die Masse der Neulinge recht gezielt in Orte, wo schon Bekannte oder Verwandte arbeiten und sind in groben Zügen über die Arbeitsbedingungen informiert.
    Was nicht ausschließt, daß es eine Reihe von Überraschungen gibt, weil man sich viele Sachen aus ländlicher Perspektive gar nicht richtig vorstellen kann.
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das ist auch eine Frage.
    Bei Krupp muss es in den 1840er Jahren z. b. eine jährliche Fluktuation von ca. 100% der Beschäftigten gegeben haben. (Da ein gewisser Teil bestimmt länger blieb, muss mancher Arbeitsplatz 3-4mal pro Jahr neu besetzt worden sein)
    Die Leute haben das regelmäßige Arbeiten schlicht nicht ausgehalten. Gewohnt von der Landwirtschaft, dass es Zeiten gibt in denen man wenig oder gar nichts tat.
     
  12. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Bzw. sie haben die Notwendigkeit weiterer Arbeit nicht eingesehen, wenn sie doch für den Augenblick genug Geld verdient hatten.
    Da die Fabriklöhne ja höher waren als die in der Landwirtschaft, konnte man sich ja - solange man noch den alten Lebensstandard behielt - leicht Überschüsse ansparen, von denen man dann wieder einige Zeit ohne Arbeit leben konnte.
    So kurzfristig denkendes Wirtschaften ist ja nicht unüblich in vorindustrieller Lebensweise.
    So als Vergleich der Fischer, der einen guten Fang an Land zieht - und deswegen den nächsten Tag zu Hause bleibt.
     
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Man kann es sich kaum vorstellen, aber die abhängige Arbeit mit regelmäßige Einkommen ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts.

    Aber ich denke mal, dass auch die Obrigkeit hier mit Druck ausgeübt hat.
    Noch am Anfang des 20. Jahrhunderts galt einem württ. Landjäger (Gendarm) eine Person die "über den kommenden Tag nicht entschieden hat" als Landstreicher der zuerstmal einzusperren und ins "Arbeitshaus" zu bringen war. wo ihm die regelmäßige Arbeit beigebracht wurde.
     
  14. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ob das mit den Überschüssen so leicht war, wage ich zu bezweifeln. Das Einkommen mag höher gewesen sein, aber auch die Ausgaben.
    Weniger aufgrund der Kosten als deshalb, weil in den ländlichen Gebieten noch vieles selbst hergestellt wurde, was sich der Städter kaufen musste (mir fielen hier Nahrungsmittel und Tuche ein. Gewebt wurde doch lange Zeit zu hause?!).
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Gewoben wurde schon zu Hause, aber für den Eigenbedarf hätte sich der Webstuhl nie gelohnt. Die Dinger waren auch gar nicht so klein, da musste ein seperater Raum dafür herhalten. Oftmals war das aber tatsächlich Nebenerwerb, insbesondere in Gegenden in denen die Landwirtschaft nicht soviel abwarf. Recht interessant organisiert schon seit dem 17. Jahrhundert über Agenten, aber das wäre hier OT.

    Mein Urgroßvater, verstorben 1912, von Beruf Uhrmacher, hat in den Wintermonaten, wenn es außer den städtischen Turmuhren nicht viel zu reparieren und richten gab, auf einem speziellen Webstuhl "Band" gewoben, in den Steuerakten wird er als Uhrmacher und Bandweber bezeichnet.
     
  16. LukasS

    LukasS Neues Mitglied

    Also dann nochmal danke an alle. Ihr hab mir wirklich sehr weitergeholfen.

    Lg Lukas
     
  17. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Jein.
    So etwas gab es natürlich vorher auch schon - aber nur bei wenigen Berufen und Beschäftigungen.
    Dieses Modell als allgemeine Normalität - das war m. E. die Neuerung.
     
  18. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Deswegen habe ich geschrieben "solange man noch den alten Lebensstandard behielt".
    Wobei das natürlich nur teilweise möglich ist, wenn z. B. Lebensmittel im städtischen Umfeld der Fabrik teurer gewesen sein sollten (was ich vermute), muß man diese Ausgaben eben tätigen.

    Ansonsten kann man aber einen Teil der höheren Einnahmen ansparen, wenn man die dem Fabrikarbeiter möglichen (und bald dann auch normal genutzen)
    Verbesserungen im Lebensstandard wegläßt und noch auf dem Niveau des armen Landarbeiters bleibt.
     
  19. Repo

    Repo Neues Mitglied


    "ansparen"
    Da gibst Du das nächste Stichwort, Sparen kann man nur, wenn man eine Kasse hat, die das Geld entgegennimmt und verwaltet.
    In die selbe Zeit fällt die Geburtsstunde der Sparkassen. Oberamtssparkassen, Bezirkssparkassen usw.

    Für die Gewerbetreibenden die Gewerbebanken, Volksbanken, Raiffeisenbanken.
    Schultze-Delitzsch und F. W. Raiffeisen kommen hier ins Spiel.

    Auch die Versicherungen entstehen in jener Zeit. Wer etwas hat, will sicher sein, dass es nicht beim nächsten Feuer futsch ist.
     
  20. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ich führte die höheren Ausgaben nicht auf den höheren Lebensstandart zurück, sondern darauf, dass man in der Stadt ganz andere Sachen braucht. Ich glaube, dass ein Landarbeiter einiges an Nahrungsmitteln selbst produzierte (und Stoffe auch, alles wird ja nicht an die Verleger abgeführt worden sein. Danke Repo, dass Du das Weben noch als zusätzliche Verdienstmöglichkeit einordnetest).
    Ich bin mir nicht sicher, wie ein solcher Landarbeiter wohnte, vermute aber, dass dies nicht über geldliche Mietzahlungen lief (im nächsten Semester belege ich ein Seminar zu sozialer Ungleichheit, vielleicht finde ich sowas dabei heraus).
     

Diese Seite empfehlen