Die Gaia-Theorie

Dieses Thema im Forum "Kultur- und Philosophiegeschichte" wurde erstellt von Kassandra, 21. November 2004.

  1. Kassandra

    Kassandra Neues Mitglied

    Die Gaia-Theorie wurde von dem Chemiker, Biophysiker und Mediziner James Lovelock Mitte der 60er entwickelt. James Lovelock ist unabhängiger Wissenschaftler, Umweltschützer, Schriftsteller und Forscher. Er wird seit einigen Jahrzehnten als einer der wichtigsten ideologischen Führer angesehen, wenn nicht sogar als der bedeutenste in der Geschichte der Entwickung des Umweltbewußtseins. James Lovelock ist noch heute einer der wichtigsten Autoren auf dem Gebiet der Umweltforschung und des Umweltschutzes.


    Seine Theorie besagt, dass die Erde kein gigantischer toter Felsbrocken ist, der von lebenden Organismen bevölkert wird, sondern selbst ein riesiger Organismus, den man als ein vollkommenes, sich selbst regulierendes System bezeichnen kann. Begründet wird dies damit, dass die Gesamtheit aller lebenden Organismen und aller nichtlebendigen Teile der Erde Teile eines dynamischen Systems sind, das die gesamte Biosphäre durch Rückkopplung stabil hält. Das bedeutet, dass die Erde ein Lebewesen ist, dass sich genau die Umgebung schafft, die es braucht.


    Die Theorie wurde nach der griechischen Göttin Gaia benannt. Gaia war eine sanfte, weibliche Gottheit die aber auch unnachsichtig war, mit allen, die nicht im Einklang mit der Natur lebten. In alten Kulturen war das Bewußtsein, dass die Erde ein lebendes, bewußtes Wesen ist selbstverständlich. Mit der Materialisierung der Naturwissenschaften und der Medizin, die vor einigen Jahrhunderten begann, ging dieses Bewußtstein jedoch verloren und die Erde wird von vielen Menschen heute nur noch als Mittel angesehen, ihre materiellen Bedürfnisse zu befriediegen. So haben sich vor allem im Zeitalter der Industrialisierung zunehmend Raubbau, Ausbeutung, Umweltverschmutzung und -zerstörung in einem Ausmaß entwickelt, welches den Fortbestand des Lebens, sow wie wir es heute kennen, ernsthaft gefährdet. Erst allmählich setzt sich allerdings auch in der heutigen Zeit das Bewußtsein von "Gaia" Der Mutter Erde, wieder durch.


    Lovelock stellte bei seinen Untersuchungen fest, dass die Erde ähnliche Bauelemente wie der menschliche Körper: Nervengeflecht, Organe, Lungen etc. So sind z.B. die Flüsse der Erde die Adern des Menschen und die Erderwärmung kann als Fieber der Erde bezeichnet werden. Das Zusammenspiel der Bausteine ist allerdings so kompliziert, dass wir es nie vollständig erforschen werden. Auch dürfte es schwierig sein, die wirklichen empfindlichen Stellen von Mutter Erde ausfindig zu machen. Offensichtlich schaden ihr manche Verschmutzungen und Verletzungen, die wir ihr zumuten und die wir für gravierend halten, weit weniger als angenommen; andere, von uns weniger ernst genommene, könnten für sie tödlich sein.


    Weiterhin behauptet die Gaia-Theorie, dass die Evolution des Lebens nur aus der aktiven Kooperation der Sphären, der vier Grundelemente des Erdbodens (Lithosphäre), des Wassers (Hydrosphäre), der Luft (Atmosphäre) und des Lebens (Biosphäre) erklärbar sist. Nach Lovelocks Gaia-Theorie sind die etwa vier Milliarden Lebensarten auf unserem Planeten durch Koevolution und Rückkoppelung derart koordiniert, dass der gesamte Planet ein sich selbst organisierendes System darstellt.

    Wenn Gaia wirklich existiert, kann sich der Mensch nicht länger als Herr der Natur begreifen. Er ist ein Teil der Ganzheit, deren Regeln er sich anpassen muß, wenn er nicht als Spezies verschwinden will. Die Gaia-Theorie fordert eine globale Perspektive. Entscheidend ist die Gesundheit des ganzen Planeten und nicht die einzelner Organismen.

    Die Gaia-Theorie ist ein Werkzeug der Wahrnehmung, sie eröffnet eien neue, nie dagewesene Perspektive. Die Erde ist kein Zufall oder Wunder, sondern gemacht.

    Gaia ist weder als die gütige, alles verzeihende Mutter, noch als eine zarte zerbrechliche Jungfrau anzusehen, die einer brutalen Menschheit hilflos ausgeliefert ist. Vielmehr ist sie streng und hart. Denen, die ihre Regeln einhalten, verschafft sie eine stets warme, angenehme Welt. Auf der anderen Seite vernichtet sie aber auch unbarmherzig jene, die zu weit gehen. Ihr unbewußtes Ziel ist ein Planet, der für das Leben bereit ist.

    Die Menschen auf der Erde mögen zwar als Individuen intelligent sein, als soziale Kollektive verhalten sie sich jedoch derzeit flegelhaft und ignorant. Sie sind wie krankheitsauslösende Mikroorganismen oder neoplastische Krebszellen. Wie bei einer Krankheit des Menschen gibt es vier Möglichkeiten: Zerstörung des Krankheitserregers, chronische Infektion, Zerstörung des Wirts und Symbiose, also eine Beziehung zwischen Wirt und Eindringling zu beiderlei Nutzen.

    Diese lebende Erde (Gaia) verschafft sich laut Lovelock die Umwelt, die sie zum Leben braucht. Daher gibt es für den Menschen nach dieser Theorie nur zwei Möglichkeiten:
    1. Er daf sich nicht länger als Herr der Natur, sondern als Teil der Ganzheit ansehen, deren Regeln er sich anpassen muss!
    2. Der Mensch wird als Spezies verschwinden!


    Um das Ganze zu verdeutlichen hier noch ein verdeutlichendes Beispiel:




    EINE KURZE GESCHICHTE VON GAIA
    Die Erde ist rund 4,6 Milliarden Jahre alt. Verkürzen wir zum besseren Verständnis diese Zeitspanne auf 46 Jahre. Die Jugendjahre von Gaia liegen im Dunkel der Geschichte, erst mit 42 Jahren begann sie zu erblühen. Nach etwa 44 Jahren bevölkerten Dinosaurier den Planeten. Vor knapp acht Monaten entwickelten sich die ersten Säugetiere, und im Verlauf der letzten Woche entstanden hominide Wesen, seit vier Stunden erst gibt es den modernen Menschen. Vor sechzig Minuten hat er den Ackerbau erlernt, und vor einer Minute begann die industrielle Revolution. In diesen letzten sechzig Sekunden hat der Mensch Gaia in eine Müllhalde verwandelt, Tausende von Pflanzen- und Tierarten ausgerottet, Hunderte von Millionen seiner eigenen Spezies umgebracht, die Rohstoffreserven des Planeten geplündert, Boden, Luft und Wasser vergiftet und künftige Generationen mit strahlendem Abfall belastet. In den nächsten Sekunden werden wir alle mitentscheiden, ob wir es zulassen, unser Leben auf Gaia überhaupt unmöglich zu machen, oder ein Bewusstsein entwickeln, das uns eine zukünftige Existenz mit Gaia erlaubt.



    Soviel zur Gaia-Theorie. Ich persönlich halte diese Theorie für sehr interessant. Und sollte sie wirklich zutreffen, würde das bedeuten, dass sich der Mensch nicht mehr als Krone der Schöpfung sehen kann, sondern als Teil eines komplexen Systems, dem er sich anpassen muss.



    Quellen:
    http://home.snafu.de/gb.sl/index00/gaia02.htm
    http://www.av.fh-koeln.de/professoren/rueckert/scripten/Gaia.pdf
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gaia-Hypothese
    http://www.ecolo.org/lovelock/lovebiode.htm#homage




    Habt ihr auch eine Meinung zu Gaia? Ist diese Theorie tragbar oder nicht? Gibt es Gaia oder nicht? Ist die Erde ein lebender Organismus oder doch nur ein toter Felsbrocken, der von Leben bevölkert wird?
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. November 2004
  2. sakk

    sakk Neues Mitglied



    bin der meinung, dass es weder das eine noch das andere zu 100 % ist....

    ...naja....ich kann dem nicht so ganz glauben, denn ob die erde die intention verfolgt, die spezies mensch zu "vernichten" halte ich eher für unwahrscheinlich, sondern eher, dass die menschen dies selbst tun....
    ob die erde da einen einfluss ausübt wage ich mal zu bezweifeln....
    .....


    warum nur wenn diese theorie zutrifft....das sollte man unabhängig sowieso in frage stellen bzw. mit nein beantworten...


    sakk :)
     
  3. Kassandra

    Kassandra Neues Mitglied

    Hier noch 2 Bilder.

    1. Darstellung von Gaia
    2. James Lovelock

    Grüße

    Kassandra
     

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  4. Kassandra

    Kassandra Neues Mitglied

    Noch einige Darstellungen von Gaia!
     

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  5. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Meine Meinung? Was fuer ein Murks...
     
  6. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Moin, moin

    Ich will es mal so ausdrücken: Es ist für alle Beteidigten am gesündesten, wenn wir die Erde als Lebewesen sehen würden, ob dies nun stimmt oder nicht. Es setzt eine anderen Umgang mir ihr vorraus.

    Gruß
    Cassandra
     
  7. Kassandra

    Kassandra Neues Mitglied

    Huhu,

    danke für eure Meinungen.

    @Cassandra:
    Ich finde, du hast den Kern genau getroffen. Ob es wahr ist oder nicht, es wäre besser, wir würden es so sehen, um anders mit der Erde umzugehen.
    Es ist eigentlich ein Aufruf, besser auf die Umwelt zu achten, um zu verhindern, dass wir uns irgendwann selbst zerstören. (Müllproblem, Überbevölkerung etc.)



    Lovelock hofft, daß die Menschheit vom Pol der totalen Ichbezogenheit, in dem wir uns befinden, herauskommt und ein weltumspannendes Wir- Bewußtsein entwickelt. Er glaubt, daß wir letztendlich eine verantwortungsbewußte Art sind. Unser Problem sei nur, daß wir anfangs verwirrt und insgesamt langsam reagieren.

    Ein Zitat von Lovelock: "Wenn wir die Welt als Superorganismus betrachten in dem wir ein Bestandteil sind, nicht dessen Besitzer, noch dessen Mieter und auch nicht sein Passagier, könnten wir noch eine lange Zeit vor uns haben und unsere Spezies könnte für ihre zugwiesene Zeitspanne überleben. Es hängt alles allein von Ihnen und mir ab."

    Damit hat er wohl seine Kernaussage getroffen.

    Hier noch einige Bücher zu Gaia von James Lovelock:
     

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  8. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Ich denke durchaus das man die Erde als Orgnismuß verstehen kann. Dafür gibt es einfach viele Anzeichen.
    Nur weiß ich nicht so ganz was die Nervenverbindungen sein sollen.
    Und Vulkane=Pickel?

    Zudem bin ich der meinung das man in vielen dingen auch einen Organismuß erkennen kann bei denen man es auch nicht vermutet. Ein gutes Beispiel dafür ist unser PC.
    Im grunde ist es ja auch schon ein Organismuss mit Organen.

    Aber dann noch eine wichitge Frage wenn die Erde ein Organismuß ist, hat sie auch ein Bewußtsein?
    Und wenn ja, kann man dann versuchen mit ihr direkt zu kommunizieren. Das wäre ja mal ganz interessant mit der Erde zu reden, oder sehe ich das Falsch.
     
  9. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Das gefällt mir. :rofl:
     
  10. Siebengestein

    Siebengestein Neues Mitglied

    Wenn der Mensch ein Teil der Erde ist, kann er die Erde nicht zerstören. Er kann sie nicht einmal verändern, denn da er ein Teil dieses Lebewesens Erde ist, verändert sich die Erde selbst.

    Wenn man den Menschen als Viruserkrankung der Erde auffassen möchte, müßte man voraussetzen, daß er von außen über sie herfiel.

    Gruß
    Siebengestein
     
  11. Saint-Just

    Saint-Just Neues Mitglied

    Menschlich kann ich mich nur zu etwas verhalten, das sich menschlich zu mir verhält- also zu anderen Menschen.
     
  12. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Das ist so nicht richtig.
    Viren oder sagen wir lieber eine Bakterielle erkrankung muss nicht von außen herbeigeführt werden. Denn in unseren Organismuss gibt es viele nützliche Bakterien und Pilze.
    Es ist aber möglich das durch äußere umstände die Bildung und entwicklung dieser außer Kontrolle gerät. (stichwort Meteoriteneinschlag)
    Zudem ist Krebs (und weder bakteriel noch viral) auch nicht von außen eingeführt und Zerstört trotzdem der Organismuß.

    Dann passen alle entwicklungstufen einer Bakterienkolonie auf uns.(hoffe erinnere mich richtig)
    Anpassung
    Vermehrung
    Stagnation
    und zum Schluss auslöschung durch selbstvergiftung und Nahrungsmangel.
     
  13. Easy Rider

    Easy Rider Neues Mitglied

    Erinnert mich ein bisschen an "Matrix". Aber leider muss man zugeben, dass die Menschheit die Erde als zu selbstverständlich anssieht. Es hat sich "die-Erde-wurde-uns-nur-geliehen-aber-von-zurückgeben-hat-keiner-was-gesagt-Mentalität" (was für ein Wort!)breitgemacht und irgendwann wird sich Mutter Gaia auch rächen. Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.
     
  14. Linker

    Linker Neues Mitglied

    Ja das stimmt, aber was bedeutet es wenn wir Mensch uns Teil eines größeren Ganzen sehen, eines "Organismus Erde" z.B.
    Das raubt uns erstens die Freiheit und degradiert den Menschen zum bloßen Teil dieses Organismus. Es ist aber tatsächlich die Frage wie der Mensch der Erde entgegen treten sollte. Der Mensch ist aber der Erde seit er Mensch ist niemals als gleicher Teil unter vielen entgegengetreten. Der Mensch ist zum Mensch geweorden indem er begonnen hat seine Lebensmittel zu produzieren und die Welt planmäßig zu verändern. Das macht uns gerade zu Menschen. Wenn man fordert uns zum bloßen Teil eines Organismus zu machen, dann bekommen wir auch nur einen bestimmten Platz im System wie die Biene oder die Blume, aber genau das sind wir nicht. Wir können uns selbst entscheiden was wir mit der Natur machen wollen. Wir treten der Natur als BesitzerInnen entgegen und Unterwerfen sie unseren Vorstellungen und erreichen so einen immer größeren Grad an Freiheit.

    Das soll überhaupt nicht bedeuten, dass es sinnvoll ist die Welt zu zertsören, aber Umweltschutz darf nich bedeuten unseren menschlichen Standpunkt zu verlassen. Auch seinem Haus tritt man als BesitzerIn entgegen, aber man hält es sauber und putzt es, eben weil es sein Lebensraum ist, ebenso ist die Erde das Haus der Menschheit. Das Problem liegt vielmehr darin, dass bei dem Streben nach Profit der Verwertungstrieb des Kapitals keine Rücksich auf die NAtur nimmt. Dem müssen Schranken gesetzt werden, aber das ist nichts als die Forderung nach dem Schutz der Umwelt, die der Menschheit gehört.
     
  15. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Frage?
    Wieso muss denn der Mensch immer ganz oben in der Rangliste sein.
    Warum kann nichts existieren was höher ist als wir, wie zum Beispiel die Erde.
    Das ist die den Menschen schon lange angeborene Arroganz (von der sich niemand sprich auch ich freisprechen kann) das niemand über die existenz und genialität kommen kann.
    Wir sind geschöpfe der Erde und wissenschaftlich betrachtet hat sie uns bei weiten übertroffen.
    Der Körper von uns wie von Tieren ist so Komplex und Leistungfähig das keine meschliche kreation dieses bisher übertreffen konnte.
    Wir können nur Mensch sein weil uns diese Erde die Mittel dazu gegeben hat.
    Und somit hat sie es doch wohl verdient zumindest als gleichberechtigt wenn nicht sogar als Mutter angesehen zu werden.
     
  16. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Der Mensch ist insofern etwas besonderes, als das er das einzige Wesen ist, dass seine Umwelt nach seinem Willen gestallten kann. Alles andere, sei es tote Materie oder andere lebende Organismen, reagiert nur auf seine jeweilige Umwelt.

    Und insbesondere ist die Erde kein uebergrosses Lebewesen, keine Gottheit oder sonstwas ausser ein grosser Klumpen Materie, der aus einer Laune der Natur heraus bei seiner Entstehung mit den Startbedingungen versehen wurde, dass alles weitere sich daraus automatisch entwickeln konnte.

    Und ausserdem sind wir hier kein New-Age oder Oekoforum. Hier geht es um Geschichte, wir in den letzten Tagen des oefteren angemerkt haben (anmerken mussten).

    Wer gerne seinen Glauben an alte Griechische Goetter und lebende Planeten unters Volk bringen moechte, findet im Internet bestimmt viele Orte, wo er das mit Gleichgesinnten tun kann.

    Hier geht es, wie gesagt, um Geschichte. Ich bitte das in Zukunft etwas mehr zu beachten!

    Danke!
     
  17. Linker

    Linker Neues Mitglied

    Danke! Ganz meine Meinung
     
  18. askan

    askan Neues Mitglied

    Zitat:" Alles andere, sei es tote Materie oder andere lebende Organismen, reagiert nur auf seine jeweilige Umwelt"

    Der Mensch macht da keine Ausnahme! Nur das wir über unsere Automatismen ab und zu mal nachdenken, aber das hat meist kaum nennenswerte Auswirkungen auf unser Verhalten (auch wenn wir das zu gern denken)
     
  19. Kassandra

    Kassandra Neues Mitglied

    Huhu manganite,

    also was deinen Einwand betrifft, so möchte ich sagen, dass diese Theorie sehr wohl etwas mit Geschichte zu tun hat. Sie wurde in den 60ern entwickelt und avancierte von einem wissenschaftlichen Nebengebiet zu einem zentralen Forschungszweig. James Lovelock ist schließlich ein anerkannter Wissenschaftler. Ich habe nicht behauptet, dass die Erde eine Gottheit ist. Lediglich der name Gaia kommt von einer griechischen Göttin. Aber die Erde selbst habe ich niemals als Göttin bezeichnet.
    Meine Intention mit der Eröffnung dieses Thema war es lediglich zu diskutieren ob diese Theorie evtl. zutreffen könnte, was dagegen und was dafürspricht. Und im Kern geht es eigentlich darum, wie wir als Menschen mit unserer Umwelt umgehen und das wir von der Arroganz, uns als Herr über alles zu sein, abkommen müssen, umd für zukünftige Generationen eine lebenswerte Erde zu bewahren. Diese Theorie wirft naturwissenschaftliche und philosophische Fragen auf und zählt doch somit zur Geschichte der Naturwissenschaft sowie zur Geschichte der Philosophie.


    James Lovelock hat ebenfalls nicht behauptet, die Erde sei ein göttliches Wesen oder ähnliches. Er meinte lediglich, die Erde sei ein Organismus, der sich selbst reguliert. Er argumentierte, dass Phänomene wie der Sauerstoffgehalt, die Bildung der Wolken und der Salzgehalt der Ozeane, durch gegenseitig sich beeinflussendes physikalische, chemische und biologische Prozesse gesteuert werden. Er glaubt, dass die "Selbstregulation des Klimas und die Selbstregulation der chemischen Zusammensetzung der Erde einen Prozess darstellt, der sich aus der korrekt verknüpften Evolution des irdischen Lebens ergibt.


    Gruß


    Kassandra
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. November 2004
  20. Linker

    Linker Neues Mitglied

    Das erscheint mir einleuchtent. Wir sehen, dass etwas mit unserem Umgang mit der Erde nicht stimmt und als Konsequenz erklären wir die Erde zum Organismus und uns als gleichberechtigten Teil unter vielen. Sicher muss es Maßnhamen zum Umweltschutz geben, aber dann sollten wir rational darüber diskutieren wie wir Resourcen sinnvoll nützen könnnen und diese Welt weiter lebenswert erhalten und sie noch lebenswerter gestalten, aber genau das bedeutet, dass wir auf gar keinen Fall unseren Gestaltungsanspruch aufgeben dürfen. Denn eine lebenswerte Welt von der du sprichst muss von uns gestaltet werden und nicht bewahrt werden, oder glaubst du etwa die Welt war vor 60 000 Jahren besonders lebenswert. Die Welt ist erst durch menschliche Arbeit zu einem für uns Menschen lebenswerten Raum geworden und sie kann noch lebenswerter werden (und das heißt auch Fehlentwicklungen zu stoppen)
    Wir sind vernunftbegabt und somit befähigt die Welt nach unseren Vorstellungen gestalten. Es liegt daher an uns ob wir die Natur zerstören (in der Jagd nach Profiten) oder ob wir aber die Natur zu unserem Eigennutzen verändern und kultivieren und uns so weiterentwickeln.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. November 2004

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