Die Gallier

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Gnuf, 21. Mai 2012.

  1. Gnuf

    Gnuf Neues Mitglied

    Hey Leute, könnt ihr mir weiterhelfen?
    Und zwar muss ich was über die gallische Gesellschaft (Kultur) etc was wissen und dann mit den griechen vergleichen und sagen warum die römer die griechische kultur selber annahmen aber warum die gallische nicht.
    danke im vorraus!
     
  2. Faunus

    Faunus Neues Mitglied

    Wer sagt denn, dass sie die gallische bzw. keltische Kultur nicht übernommen haben? Die Einflüsse sind zwar nicht so offensichtlich wie die Griechischen, aber es fand durchaus eine starke gegeinseitige Beeinflussung statt (siehe Gallo-römische-Kultur) und die Römer übernahmen auch direkt Elemente der keltischen Kultur bzw. Mythologie (siehe z.B. Epona).
     
  3. Gnuf

    Gnuf Neues Mitglied

    Danke, gut dass ich drauf hingewiesen werde! =)
     
  4. Gnuf

    Gnuf Neues Mitglied

    Hab grad nachgelesen, dass das aber erst mit der Spätantike (Völkerwanderschaften) richtig begann. Gab es das auch schon vorher, als Rom zur Weltmacht aufstieg? :confused: :fs:
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Sagen wir mal so: Die keltische Gesellschaft war mit der römischen kompatibel. Außerdem war eine interpretatio gallica der römischen Götter und eine interpretatio romana der keltischen Götter möglich. Insbesondere in der Materialkultur überwiegt aber der römische Einfluss und der keltische Einfluss auf die römische Kultur ist - von kleineren Ausnahmen abgesehen - eher regional begrenzt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Mai 2012
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Was soll mit den Völkerwanderungen erst so richtig begonnen haben?
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Es wurden übrigens auch ein paar gallische Wörter ins Lateinische übernommen, allerdings hauptsächlich Bezeichnungen für Fahrzeuge, Getränke oder Pflanzen, die die Römer bei den Galliern kennenlernten.
    Aber auch das Kettenhemd übernahmen die Römer möglicherweise von den Galliern.

    Aber alles in allem waren die gallischen Einflüsse auf die Römer außerhalb der gallischen Siedlungsgebiete im Allgemeinen doch eher gering.
     
  8. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    @Gnuf:
    Gallo-römische Kultur bezeichnet keine Mischkultur aus keltischen und römischen Elementen sondern die Kultur des romanisierten Galliens auf das die Germanen in der Zeit des Völkerwanderung trafen und aus der sich schließlich die heutige französische Kultur entwickelte. Diese unterschied sich zwar von der römischen Kultur Italiens, war aber eher eine eigene lokale Kultur auf Basis des katholischen Glaubens, als eine Mischung zwischen keltischer und römischer Kultur. Die keltischen Überreste auf dem Festland blieben auf die Bretagne begrenzt und werden nicht in die gallo-römische Kultur eingeschlossen.
     
  9. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Blieben sie das? Die Bretonen wanderten schließlich erst während der Völkerwanderungszeit von Britannien her in die Bretagne ein. Welche Hinweise gibt es, dass sie davor auch schon mehr Keltisches bewahrte als der Rest Galliens?
     
  10. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Sorry, Denkfehler. Ich vertue mich immer mit der Datierung der Einwanderungswelle. Danke für die Richtigstellung.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    YA, ich befürchte, jetzt bringst du Gnuf völlig durcheinander.
    Richtig, die peregrinen Völker der Völkerwanderungszeit trafen im römischen Reich auf eine - zumindest in den urbanen Zentren - weitestgehend christianisierte Kultur.
    Aber das ist nicht die Definition der gallo-römischen Kultur, da sollte man lieber an die interpretatio gallica/romana der römischen/keltischen Götter denken oder an andere Dinge, die für die römischen Nordwestprovinzen typisch waren, wie etwa die gallo-römischen Umgangstempel.
    Was nun die Bretagne angeht, die caesarische Aremorica: Hier haben wir es mit einer Re-Keltisierung durch Inselkelten zu tun, die eng mit der angelsächsischen Landnahme auf den britischen Inseln zusammenhängt.
     
  12. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Ihr habts ja schon gesagt, daher nur noch der Hinweise, dass das Bretonische eine inselkeltische, britannische Sprache ist (und Bretagne "Klein-Britannien" bedeuten soll). Für das Studium der festlandskeltischen Kultur hilft das leider nicht weiter (oder nur so weit wie andere inselkeltischen Kulturen).

    @ gnuf:
    Wenn man sich für die "Kompabilität" keltischer und antiker Kulturen (Griechen und Römer) interessiert, sollte man sich die Veränderungen der keltischen Kulturen in Richtung einer Verstädterung beschäftigen; für Gallien, Alpenraum und Norditalien ist dies die Entwicklung der oppida. Besonders da diese Entwicklung mWn erst einsetzte, nachdem die Gallier in Kontakt mit städtischen Kulturen gekommen sind (Vorstöße nach Italien, Kolonien wie Massilia, Söldnertätigkeiten im ganzen Mittelraum). Ein Kausalität will ich hier nicht behaupten, aber Einflüsse (bsw im Münzwesen) gabs auf jeden Fall.
     
  13. Gnuf

    Gnuf Neues Mitglied

    Kulturaustausch
     
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zwischen wem?!
     
  15. Gnuf

    Gnuf Neues Mitglied

    Warum haben denn die Römer denn eher die griechische Kultur angenommen und nicht die gallische (auch keltische). (v. Chr., Zeit der Republik)?
    -->Lag es daran, dass den Römern die Gallier (Kelten und co.) zu suspekt (zu "anders") waren, da diese ja eine völlig andere Kultur haben (Gallier eher naturverbunden, spirituell etc) ? (hier kann man auch von Identität und Alterität sprechen)

    Das mit der Kompabilität der Götter hat ja sogar Caesar versucht zu erfassen, um gegen die Vorurteile der Gallier (barbarisch, wild) zu gehen.
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich weiß nicht wo du dich bisher informiert hast, aber das klingt etwas esoterisch.
    Zunächst einmal waren die mittelmeerischen Kulturen weiter entwickelt als die keltische, zum anderen bestand zwischen Römern und Griechen bzw. Römern und anderen mittelmeerischen Kulturen viel früher ein Kontakt, als zwischen den Römern und Kelten. Zudem, auch das wurde hier im Thread schon angesprochen, erfuhr die keltische Kultur v.a. in Südfrankreich, eine gewisse "Mediterrranisierung", was sich sowohl in der Entwicklung der Oppida-Kultur, als auch in der Münzprägung ausdrückt, diese Mediterranisierung ist das Resultat griechischer und etwas später auch römischer Handelskontakte mit den Kelten. In den Gräbern drückt sich das durch die Anwesenheit von Weinamphoren aus und den griechischen Klinen, außerdem Trinkschalen und Öllämpchen.

    Aber noch mal die Frage: Zwischen wem soll mit Beginn der Völkerwanderung der Kulturaustausch erst so richtig begonnen haben?
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Mai 2012
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  17. Gnuf

    Gnuf Neues Mitglied

    Austausch Kelten mit Römern. Also ich habe viel gelesen, dass dadurch dass Kelten (Gallier etc.) ca. 4./5. Jh. n. Chr. weiter nach Italien einzogen erst die Kultur der Kelten den Römern "beigebracht" wurde.
    Z.B Caesar hat nach Eroberung Galliens deren Götter mit denen der Römer verglichen, um eben auch gegen die Vorurteile der Gallier zu gehen. (Das war aber 55 v. Chr.)
     
  18. Gnuf

    Gnuf Neues Mitglied

    Griechischer Einfluss auf Rom (ca ab 200 v. Chr.)

    Zu dem Thema griechischer Einfluss auf Rom ist mir noch eine Frage eingefallen:

    In dem Buch "Grundzüge der römischen Geschichte, Erster Teil: von der Königszeit bis zum Übergang der Republik in den Prinzipat" von Heinz Bellen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft

    wird beschrieben (s. 86) dass der griechische Einfluss auch Folgen auf die politische Prestige hat: und zwar kommt es dazu, dass die Führungsschicht (die Nobilität) glaubten das Regiment alleine führen zu können... etc, dadurch wurden z.B Beziehungen zu Feldherren ausgenutzt, um an Kriegsbeute Anteil zu haben.
    Nach diesem Buch ist der Geiz (avaritia) der Nobilität Schuld, die nach Erhalt von Kunstwerken der Griechen, deren Mode, deren Theater, etc immer mehr wollen und das schaukelt sich dann so hoch. Somit wird es als Folgen des griech. Einflusses auf Rom beschrieben

    Meine Frage dazu: Ist dies nicht eher eine Folge der übermäßigen Macht die Rom hat?
     
  19. Afkpu

    Afkpu Aktives Mitglied

    Kelten und Römer hatten bereits sehr viel früher Kontakt, je nachdem wie du "Kelten" definieren möchstest, "die" Kelten gibt es m.E. nach archäologisch fassbar nicht immer dann wenn man in der Geschichte von Kelten redet /reden möchte.

    Aber was ist mit dem Galliersturm 387 v. Chr? Ok "Kulturaustausch" kann auch etwas anders gesehen werden, aber als Kontakt würde ich dies schon sehen besonders da sich im Anschluss hieran verschiedene "gallische" Gruppierungen in Norditalien niederließen. Auch sind zum Beispiel die römischen Montefortino Helme auf keltischen Einfluss zurück zu führen, und ähneln, ein Schelm wer böses dabei denkt stark keltischen Stücken z.B. aus Italien.

    Hast du schonmal den Wikipediaartikel zu "Kelten" gelesen zusätzlich zu dem dir vorliegenden Buch?
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Vorsicht, du vertust dich hier zwischen v. Chr. und n. Chr. Die Po-Ebene war für die Römer nicht umsonst die Gallia Cisaplina (Gallien diesseits der Alpen).
     

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