Die Goldenen Zwanziger-Meinungsstudie

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Abitur, 3. Mai 2010.

  1. Abitur

    Abitur Gast

    Hallo liebes Geschichtsforum!
    Im Rahmen meiner bevorstehenden Präsentationsprüfung im Fach Geschichte zum Thema "Die Goldenen Zwanziger-Ein Mythos?", bin ich auf euer Forum gestoßen. Bisher konnte ich schon einige brauchbare Informationen sammeln. Dafür schonmal Danke!
    Da bei unserer Prüfung besonderen Wert auf Eigeninitiative und Recherche gelegt wird, dachte ich mir es ist sicher eine gute Idee zu meinem Thema eine kleine Meinungsstudie/Umfrage zu starten.
    Die Fragestellung ist folgende:

    Waren in euren Augen die "Goldenen Zwanziger" wirklich golden?
    1. Ja komplett
    2. Ja, aber nur aus kultureller Sicht
    3. Ja, aber nur aus politischer/wirtschaftlicher Sicht
    4. Nein, unter keinen Gesichtspunkten

    Eine kurze Antwort mit einer knackigen Begründung wäre sehr nett. Dann könnte ich dieses Meinungsbild auswerten und zum Abschluss meiner Präsentation den Prüfern präsentieren.
    Jetzt schonmal vielen Dank für euer Bemühen.
     
  2. Rheinländer

    Rheinländer Aktives Mitglied

    3. Ja, aus kultureller Sicht auf jeden Fall, viele Neuerungen und Aufbrüchen in Film (Metropolis) und Kunst und Kultur machen diese kurze Zeit sehr bedeutsam, und auch in der Literatur wurden viel schöne Sachen verfasst. Auch in der Wissenschaft wurden in Weimar viel Nobelpreise u.ä. eingeheimst. Das der wirtschaftliche Boom wackelig und auf Sand gebaut war, wurde ja ab 30 ersichtlich.
     
  3. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ehrliche Frage: was willst du denn mit deiner Umfrage bewirken? Die wird mangels Repräsentativität nämlich null und gar nichts aussagen. Zudem reicht die Formulierung der Frage sowie die Frageform noch nicht mal für die Abfrage eines Stimmungsbildes. Warum befragst du überhaupt die anonymen Nutzer eines Geschichtsforums? Warum keine Schüler?
     
  4. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    In kultureller Hinsicht auf jeden Fall, aber auch in der Wissenschaft, so wie z.B. in der Atomphysik, in der zu dieser Zeit die Fachsprache Deutsch war.
    Ich würde diese Zeiten jedoch nicht golden nennen, weil es vor allem eine Zeit des Elends breiter Massen und des eskalierenden Klassenkampfes war. Der Mittelstand kroch am Boden herum.

    In den USA sah es ein wenig anders aus. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung wegen desn I. Weltkrieges konnten sich die Leute dort erstmals mehr leisten. Banken gaben Privatleuten Kredite, damit die sich ein Auto oder ein Haus kaufen konnten (Konsumgesellschaft). Die Spekulationen an der Börse boomten. Jeder wollte viel Geld verdienen ohne viel Arbeiten zu müssen. Zum Teil brachten sogar Arbeiter ihren nicht gerade üppigen Lohn an die Börse. Das ganze platzte dann ja bekanntlich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2010
  5. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    Ich tendiere zu Punkt 4.
    Begründung: Goldene Zeiten müssten dann auch die Mehrheit der Bevölkerung erfassen, das war aber in 1920er Jahren auf keinen Fall so.
    Der wirtschaftliche und kulturelle Erfolg und Aufschwung hat, fast wie heute, nur einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung erfasst.
    Ich schließe mich Rurik an:
     
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  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Aus deutscher Sicht Punkt 2. ABER: Der Begriff "Golden Twenties" bezieht sich auf Amerika. Krieg gewonnen, potentielle Konkurrenten (England, Frankreich, Russland, Deutschland) am Boden oder geschwächt, amerikanischer Isolationismus, super alles geht so weiter und boomt. Bis zum "Schwarzen Freitag"...
    Und was lernen wir daraus?
     
  7. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Dazu meinte Harry Lime alias Orson Wells
    Daher stimme ich für 2.
     
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  8. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Ich würde 2 und teilweise 3 wählen, die wirtschaftliche Sicht aber für Deutschland komplett abtrennen. In dieser Hinsicht schließe ich mich Rurik an.
    Die politische Diskussion und Bildung hatte in den 20ern jedoch große Teile der Bevölkerung erfaßt, Arbeiterbildungsvereine, Gewerkschaften, Parteien führten zu einem geistigen Aufbruch bis in die unteren Schichten.
     
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  9. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das passt eher in das späte 19. Jh. - Stichwort August Bebel.
     
  10. Gast

    Gast Gast

    Vielen Dank schon mal für die regen Anworten!
    @ Lili: Was bringt mir solch eine Umfrage unter "unwissenden Schülern" die sich für das Thema als solches eh nich tinteressierne und von den Worten "Goldenen Zwanzigern" teilweise noch nie was gehört haben? Das ist nämlich der Fakt.
    Und ich will meine Erläuterungen beim Referat auch nich auf dieser Umfrage hier aufbauen, sondern diese nur am Ende neben meinem persönlichen Fazit aufzeigen und mit meinem persönlichen Fazit kritisch vergleichen. Dafür denke ich kann ich so ein Meinungsabbild dann doch ganz gut gebrauchen. Vielen Dank schonmal!
     
  11. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Ich würde aber sagen, dass in den 20iger Jahren die großen Massen politisiert wurden. Gerade die Arbeiterbewegungen, rechts wie links, bekamen Zulauf.
     
  12. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Also wenn ich das so lese, dann frage ich mich was die "Goldenen Zwanziger" ausmachen bzw. in welcher Zeit zum Vergleich, sind die 20iger Golden? Doch nur im Vergleich zu dem, was wir bis zu den 20igern hatten.

    Wir haben einen neuen kulturellen, gesellschaftspolitischen wie wirtschaftspolitischen Umschwung in jeglicher Art, auf jeden Fall in die moderne Richtung.
    Und dies mit allen Sonnenseiten(goldenen) wie auch Schattenseiten.

    Auf jeden Fall ist es ein besondere gesellschaftliche Weiterentwicklung, die mehr als Wichtig war für den Weg zu dem was wir heute haben, mir fallen da z.B. auch die Bauhausprojekte ein.

    Ich denke das die 20iger im allgemeinen Golden waren, wenn man den Vergleich zieht zum Altem.
     
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  13. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Du hast natürlich recht. Auch die "Goldenen Zwanziger", waren nur für den golden, der es sich leisten konnte auf rauschenden Partys Champagner zu trinken und seinen Stil mit der berühmten goldenen Zigarettenspitze zu dekorieren. Die meisten Arbeiter konnten sich all das nicht leisten. Bezeichnender Weise beendete die Weltwirtschaftskrise, bzw. der "schwarze Freitag", der eigentlich ein Donnerstag war, die Goldenen Zwanziger, in gewisser Weise auch hier hausgemacht. Die Kultur der 20er Jahre
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2010
  14. Gast

    Gast Gast

    Die Meinungen gehen also wirklich auseinander. Für mich steht auch fest, dass es sehr schwer ist ein allgemeingültiges Fazit zu ziehen. Es gibt einfach zu viele Faktoren, die man gegeneinandern abwegen muss.
    Über weitere Meinungen bin ich sehr dankbar!
     
  15. Rheinländer

    Rheinländer Aktives Mitglied

    Arbeiter konnten sich das in der ganzen Menschheitsgeschichte nicht leisten. Unter dem Aspekt ist kein Zeitalter irgendwie herausragend.
     
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  16. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Okay, ich hätte schreiben sollen der normale Durchschnittsbürger konnte sich das nicht leisten. ;)
    Am schönsten waren die goldenen Zwanziger wohl für die Bohémians und Avantgardisten.
     
  17. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  18. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Fast in der ganzen Menschheitsgeschichte.
    Seit ein paar Jahrzehnten hat sich das geändert, selbst beim ALDI gibts Champagner und der ist durchaus für Arbeiter erschwinglich.
     
  19. Rheinländer

    Rheinländer Aktives Mitglied

    Richtig, aber billiger Champagner ist auch kein Reichheitssymbol. Ich wollte mit meiner Aussage zeigen, dass es immer Unterschiede zwischen Arm und Reich geben wird und dass man eine Gesellschaft nicht ausschließlich unter diesem Gesichtspunkt bewerten sollte. Zudem hat auch Weimar da einiges erreicht: Anerkennung der Gewerkschaften, 8-Stunden-Tag, Arbeitslosenversicherung.
     
  20. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Sicher. Sobald ein Produkt nicht mehr knapp und teuer ist, kann es kein Symbol für Reichtum mehr sein.
    Wenn alle eine Villa mit Swimmingpool haben, steht das nicht mehr für Reichtum. Dann ist nur der mit dem Privatjet reich und der mit dem Rolls Royce in der Garage gilt als armer Schlucker.

    Völlig richtig.
     

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