Die Karibik, Land der Taino, Karib und Arawak

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von askan, 19. Juni 2004.

  1. askan

    askan Neues Mitglied

    Gibt es eigentlich Erkenntnisse und forschungen in Bezug auf die ex-Einwohner des Karibischen Meeres? Außer die spanischen Notizen davon das sie Hingemetzlet wurden. Ich meine Aufzeichnungen über ihre Geschichte, Mythen, Lebensweise und so weiter. Ich weiß, das es Karibenstämme noch auf dem Festland gibt und sogar auf einer Insel (Domenica). Sogar Südflorida soll damals zum karibischen Kulturraum gehört haben.
    Hat jemand von Interesse darüber zu reden?
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ein sehr interessantes Thema.

    Ich habe dies mal gefungen im Internet über Dominica:

    "In einem schwer zugänglichen Reservat bei Marigot an der Ostküste leben etwa 500 Kariben als letzte jener kriegerischen Ureinwohner, denen einst die Karibik gehörte. Noch 1930 wagten sie mit Pfeil und Bogen den Aufstand gegen ihre Herren und kapitulierten erst vor dem Feuer englischer Kanonenboote. Heute leben sie als Fischer und Korbflechter, und noch immer wissen wir wenig von ihrer Kultur und ihrer Sprache, der wir Entlehnungen wie Karibik, Kannibale, Karneval oder Hängematte verdanken. Ihr Reservat genießt inzwischen eine bescheidene Unabhängigkeit. Mit den schwarzen Dominicanern haben sie nicht viel im Sinn, gelten diese doch als die Urenkel der vom weißen Mann gebeugten Sklaven, den ihr stolzer Stamm bis an die Grenze der eigenen Ausrottung bekämpfte".

    Hier noch der Link: http://www.muz-online.de/america/dominica.html
     
  3. askan

    askan Neues Mitglied

    Da gibts noch mehrere autonome Gruppen in der Karibik. Zum Beispiel auf Jamaika, dort gibt es eine autonome Region namens Cockpit-country, dort leben die Nachkommen von entlaufenen Sklaven der 1. Generation, die Maroons. Die haben noch eine ähnliche Sozialstruktur wie in Afrika und ihre sprache ist ein Gemisch aus vielen Westafrikanischen Sprachen. Sie wurden nie von den Weissen besiegt.

    Sie haben von den Arawaks einige Kulturtechniken übernommen, da sie damals genauso fremd im Land waren wie seinerzeit die Europäer.




    Ich glaube ich lege mir jetzt erstmal eine gepflegte Scheibe von Bob auf. :cool:
     
  4. hyokkose

    hyokkose Gast

    Bist Du sicher, daß Du da die jamaikanischen Marroons meinst? Ich habe bisher nur von der Sprache der Marroons in Suriname gehört, die heißt "Sranang Tongo".
     
  5. askan

    askan Neues Mitglied

  6. hyokkose

    hyokkose Gast

    Lieber Askan,

    vielen Dank für die interessanten Links.

    Daß in Jamaika Kreolisch gesprochen wird, ist mir schon klar, aber daß das eine spezielle Sprache der Marroons in Cockpit-country sein soll, wäre mir neu.
     
  7. askan

    askan Neues Mitglied

  8. askan

    askan Neues Mitglied

    In Cockpit County sprechen die Maroons kein Pataois , sondern ein eigenes afro-gemisch. Die Marrons legen heute noch grossen wert darauf nicht mit den Sklavenkindern (den üblichen Jamaikanern) verwechselt zu werden.
    Die Maroons sind kulturell und politisch AUTONOM.
     
  9. hyokkose

    hyokkose Gast

    Ich lerne gerne etwas hinzu. Wo kann ich etwas über die Sprache in Cockpit County erfahren?
     
  10. Schini

    Schini Neues Mitglied

    In diesem Zuammenhang ist meiner Ansicht nach auch die Rezeption des "edlen Wilden" und das Aufeinanderstoßen der karibisch-amerikanischen und der europäischen Kultur hochinteressant.

    Vor zwei Jahren ist ein interessantes Buch in diesem Bereich erschienen, die Neuübersetzung und Kommentierung des "Mundus Novus" von Amerigo Vespucci. (Robert Wallisch: Der Mundus Novus des Amerigo Vespucci. Text, Übersetzung und Kommentar. Wien, 2002). Dieser 1502 erstmals erschienene Text gibt äußerst erhellende und mitunter unterhaltsame Einblicke (wie ich mit meinen Leuten vom Latinum erfahren durfte ;) ) in die Ansichten und Interpretationen lokaler Bräuche der Europäer kurz nach Kolumbus Fahrt nach Westindien.
     
  11. askan

    askan Neues Mitglied

    Die Sprache der "Bosnegers" in Surinam ist eher mit dem Pataois und Kreol gleich zu setzen: http://www.fask.uni-mainz.de/inst/iaa/anglophonie/second/black.htm , sind ist einer der vielen Pidginsprachen die in Kolonialgebieten oft anzutreffen sind.

    Hier ein bißchen über 3 Maroongruppen: http://de.wikipedia.org/wiki/Maroons

    Das "Normale" Jamaikaner die Maroons nicht ohne weiteres nicht verstehen, habe ich selbst mit eigenen Ohren mitbekommen. Damals hatte ich noch Geld und konnte mir solche Reisen leisten.
     
  12. hyokkose

    hyokkose Gast

    Lieber Askan,


    der erste Link ist ganz ausgezeichnet geeignet, meine Wissenslücken zu beseitigen. Herzlichen Dank!

     
  13. askan

    askan Neues Mitglied

    Eigentlich wollte ich über die Ureinwohner Infos sammeln, aber wir können hier aber auch Voodoo und die Rastafarians mit reinpacken.
    Ich hoffe ich komme nicht zu sehr ins schwärmen.
     
  14. askan

    askan Neues Mitglied

  15. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    In Kuba leben im Süden auch noch ein Rest der Urbevölkerung (bei Guantanamo). Und zu den Cimarrones (Maroons): Den Begriff gibts auch in Kuba. Dort heißen entlaufende Sklaven so. Und wilde Pferde werden auch so genannt.
     
  16. askan

    askan Neues Mitglied

    Auf Kuba? Echt? War mir neu, ich dachte immer auf Kuba seien die Spanier so richtig gründlich gewesen.

    Ich glaube der Begriff "Cimarrones" heißt nichts anderes als "Wilde".
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2004
  17. Titus_Livius

    Titus_Livius Gesperrt

    Auf Kuba gibts keine Ureinwohner. Sind alles Einwanderer, Mischlinge und Nachkommen von Sklaven. Die Ureinwohner Kubas waren schon rund 100 Jahre nach der Entdeckung durch Krankheiten ausgerottet. Kuba hatte zu Kolumbus Zeiten rund 100.000 Ur- Einwohner.
     
  18. askan

    askan Neues Mitglied

    Auf Jamaika gibt es die Sage, das in einer Nacht tausende der Arawak sich selbst umbrachten, um so dem Elend zu entkommen das die Spanier über sie brachten. Sie sollen dazu unreifen Ackee gegessen haben. Die Spanier müssen echt Teufel gewesen sein.

    Ackee ist eine Gemüsesorte, die im unreifen Stadium eine Menge Stychnin enthält, sie sieht aus wie kleine Paprikaschoten und wächst auf Bäumen. Schmecken tut es wie ungesalzenes Rührei, jedenfalls im reifen Zustand.
     
  19. Titus_Livius

    Titus_Livius Gesperrt

    Die Spanier waren sicherlich nicht grausamer als andere Eroberer auch. Zumal die Arawaks schon vor Kolumbus vor der Verdrängung nach Norden durch die Kariben standen.
    Zum Verhängnis wurde den Ureinwohnern ihr Freiheitsdrang der über dem Lebensgefühl stand, der sie völlig untauglich für die Sklavenarbeit machte. So aßen z.B. viele nichts außer Erde, bis sie starben. Die eingeschleppten europäischen Krankheiten taten dann den Rest.

    Auch muss man sicher bedenken, wer damals auf einem Schiff zur Mannschaft gehörte. Die große Masse gehörte in Europa zum Abschaum der Gesellschaft(Mörder, Diebe, Räuber etc...). Das diese nun nicht gerade zimperlich mit anderen Völkern umgingen, dürfte logisch sein.
     
  20. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied



    Falsch. Geh doch genauer googeln. Am besten nach "Siboney". Und nein, nicht der Strand....und Coto de Caza del Indio ists auch nicht. Und nebenbei: Die Siboney haben auch nichts mit den Taino etc. zu tun. Die kamen erst später.....

    Und bitte: Jetzt nicht mit obskurer Googelei ankommen. Wir können selbstverständlich gerne (natürlich auf deine Kosten) da hinfliegen und ich zeigs dir....
     

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