Die Medici Paradoxe?

Dieses Thema im Forum "Krisenzeiten und Renaissance (14. - 15. Jhd.)" wurde erstellt von adiguesss, 2. November 2011.

Schlagworte:
  1. adiguesss

    adiguesss Neues Mitglied

    Hallo
    ich halte bald ein Referat über Florenz als die Perle der Renaissance :yes:
    und da dürfen die Medici natürlich nicht fehlen! ich habe mich auch schon ziemlich stark mit der materie beschäftigt aber irgendwie ergibt eine sache für mich keinen sinn... Die Medici haben ja unteranderem zwei päpste gestellt was auf ihre papstnähe hinweisen könnte aber andererseits waren sie ja gar nicht konservativ und haben auch wissenschaftler unterstützt und waren sehr am humanistischen denken und antiker philosophie interessiert. Diese fakten also das nicht konservativ sein wird in vielen büchern die ich gelesen hab auch als ein grund genannt warum die renaissance überhaupt so in florenz stattfand (hab den thread hier zum thema gelesen). Das ergibt für mich aber keinen sinn wie konnten sie papstnah sein und gleichzeitig nicht konservativ???

    hoffe mal jemand kann mir die frage beantworten :D

    vielen dank schonmal im vorraus :)
     
  2. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Nun, erstens ziehen ja auch nicht immer alle in einer Familie am selben Strang, und zweitens ist die Wahl eines Papstes in der Renaissance auch immer Machtpolitik der italienischen Adelsfamilien. Das hat nichts mit progressiv oder konservativ zu tun, daß man einige Söhne für eine kirchliche Laufbahn bestimmte. Das Erlangen eines Kardinalshutes, also die Stufe vor dem Papst, war weltliche Machtpolitik, es ging um Geld und Einkünfte und die Herrschaft über Ländereien.
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Eigentlich waren es sogar drei: Leo X. (1513-1521), Clemens VII. (1523-1534) und Leo XI. (1605). Kein florentinischer Medici war hingegen Pius IV. (1559-1565), obwohl er mit bürgerlichem Namen Giovanni Angelo Medici hieß, aber er war aus Mailand.

    Weil die Päpste damals auch nicht konservativ waren - zumindest in manchen Belangen nicht. Aber die meisten Päpste der Renaissance interessierten sich für so ziemlich alles mehr als für die Religion, die war für die meisten nur Mittel zum Zweck. Die meisten Päpste dieser Zeit regierten und lebten überaus weltlich und ähnelten wesentlich mehr weltlichen Renaissance-Fürsten als dem, was man von einem Papst erwartet. Daher waren Humanismus und die Förderung von Wissenschaft und Kultur für sie auch nichts Ungewöhnliches.
     
  4. Scipio D.J.

    Scipio D.J. Neues Mitglied

    Man darf nicht vergessen das,das Amt des Papstes zu dieser Zeit nicht so seriös war wie in heutiger Zeit. Die Medici waren wie die Borgia , eine der reichsten und bestbetuchtetsten Familien der damaligen Zeit . Für sie war es in erster Linie der finanzielle Aspekt ,der sie reizte und natürlich die Tatsache ,das man seine Macht vornbringen konnte und die Macht der konkurrierenden Familien schmälern konnte . Ein Beispiel hierfür wäre zum Beispiel Papst Alexander .

    LG Scipio
     
  5. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Kann man die Borgias wirklich als eine der reichsten Familien ihrer Zeit bezeichnen? Ich habe da so meine Bedenken.
     
  6. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    "Reich" ist natürlich immer relativ. Rodrigo Borgia verfügte bereits vor seinem Pontifikat über zahlreiche Pfründe, u. a. das Amt des Vizekanzlers, drei Bistümer (Valencia, Porto, Cartagena) und einige Abteien. Allein das Vizekanzleramt soll ihm im Jahr ca. 8.000 Goldgulden eingebracht haben.
    Allerdings weiß ich nicht, wie reich andere seiner Zeitgenossen zum Vergleich waren.
     
  7. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Daß Rodrigo große Reichtümer sammelte, ist unbestritten. Ich ging vielmehr von der Familie der Borgia aus, auch noch von den spanischen Ursprüngen, und da zählten sie wohl nicht zu den "großen Familien", Volker Reinhardt spricht in seiner Biographie Alexander VI. von lokalen Honoratioren, und wenn er von einem steilen Aufstieg der Familie schreibt, verstehe ich das auch, daß diese eher aus den unteren Adelsschichten aufstiegen. Wenn man also die beiden Pontifikate von Calixtus III und von Alexander VI mal ausnimmt, waren die Borgia nicht den Medici gleichzustellen.
     
  8. Scipio D.J.

    Scipio D.J. Neues Mitglied

    Klar waren die Borgia mit den Medici nicht gleichzustellen , allerdings sprach ich auch eher vom Reichtum den die Borgia während der Zeit erhielten in der Rodrigo Borgia Papst war .
     

Diese Seite empfehlen