Die Renaissance in Europa

Dieses Thema im Forum "Krisenzeiten und Renaissance (14. - 15. Jhd.)" wurde erstellt von self titled, 26. März 2006.

  1. ich arbeite gerade das thema "die renaissance in europa" aus und würde gerne wissen, ob der prager fenstersturz und der daraus folgende 30-jährige krieg auch dazu gehören. gibt´s eigentlich ein klares ende der renaissance?
     
  2. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Der 30.jährige Krieg markiert mWn. das Ende der Renaissance (zumindest in Deutschland). Dazuzählen würd ich ihn allerdings nicht. Auf die Renaissance folge bekanntlich das Barock. Da das klassische Land dafür aber Frankreich und nicht Italien ist, erschwert die zeitliche Grenzziehung.
     
  3. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Schau mal hier rein, da steht schon was zur Einordnung d. Renaissance :)

    http://www.geschichtsforum.de/showthread.php?t=9113
     
  4. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Na da tust du den Italienern aber Unrecht! Italien ist der Ursprung der Renaissance und des Barocks, dieser Stil entsteht im gegenreformatorischen Rom der 1570er Jahre (Il Gesu von Vignola) und reift unter den großen Meistern Bernini und Borromini in den 1630er Jahren. Der Barock strahlt zuerst auf die katholischen Länder Europas, dann auf den ganzen Kontinent und erlebt noch Mitte des 18. Jhdts. einen Nachsommer in St. Petersburg durch die Werke Rastrellis.

    Frankreich hingegen ist eigentlich das am wenigsten "barocke" Land Europas, sondern prägt einen eigenen, klasszistischeren Stil.
     
  5. Herold

    Herold Neues Mitglied

    Prager Fenstersturz und 30jähriger Krieg sind keine Ereignisse, die mit der Renaissance in Europa in direkter Verbindung stehen. Zwar ist die Renaissance eine relativ offene Epoche ohne markante ereignishafte Anfangs- und Endpunkte (nicht zuletzt deshalb, weil sie in besonderem Maße ein geistig-kulturelles Phänomen ist), doch die für die Renaissance typischen Charakteristika werden mit dem Heraufdämmern des konfessionellen Zeitalters von anderen prägenden Zeitmerkmalen überdeckt. Rechtgläubigkeit und Dogmatismus verdrängen die Verehrung des genialen Individuums, christliche Eindeutigkeit ersetzt den Rückgriff auf heidnisch-antike Mythologie, moralischer Rigorismus tritt an die Stelle offener Weltbetrachtung. Der Mensch (zumindest als Vertreter politischer, kirchlicher oder gelehrter Eliten) erstrebt nicht mehr das Ideal des uomo virtuoso, sondern quält sich in konfessionellen Selbstzweifeln. Natürlich gehen die großen künstlerischen und intellektuellen Errungenschaften der Renaissance nicht unter: der Humanismus prägt die Gelehrtenwelt nach wie vor, die Kunst mündet in den Barock und bringt dort nicht weniger famose Werke hervor und Macchiavellis Analyse erfolgreichen staatlichen Handelns wird alles andere als vergessen. Doch nicht mehr die Kategorien des 15. Jhd.s bestimmen das Denken und Handeln, sondern neue Arten der Weltbetrachtung - und mit letzteren haben Prager Fenstersturz und 30jähriger Krieg zu tun, nicht mit ersteren.
     

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