Die Schlacht von Granikos

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Optio, 10. August 2005.

  1. Optio

    Optio Neues Mitglied

    Als Alexander Mazedonien verließ - für immer, wie sich leider herausstellen sollte führte er seine Armee nach Asien. Seiner Ankunft stellte sich eine hastig zusammengewürfelte "Armee" am Fluß Granikos entgegen, deren schwerste Kräfte Leichte Reiterei waren, also nicht gerade die idealen Einheiten um Alexander's schwere Phalanxen zu besiegen, die von einer Gruppe lokaler persischer ‘Satraps’ (Landesfürsten) und dem hochfähigen Söldner-Kommandanten Memnon von Rhodos geführt wurden. Unglücklicherweise konnte sich dieser kunterbunte Haufen von Generälen nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen, und sie alle stellten sich gegen Memnons klugen Vorschlag einer ‘Abbrennen und Flüchten’-Strategie - nach dem Motto: ‘Klingt gut, aber bitte nicht auf meinem Gebiet’. Außerdem waren die Persischen Generäle ziemlich eingebildet und jeder wollte den Ruhm für sich beanspruchen.

    Obwohl Parmenion und seine erfahrenen Generäle zur Vorsicht rieten, verwarf Alexander die Idee, die Nacht an den Ufern des Granikos zu verbringen und Memnon’s Armee in der Morgendämmerung anzugreifen. Er zog einen sofortigen Angriff vor, um die Tapferkeit und das vertrauen seiner Truppen anzuspornen. Er hoffte auch, seine Gegner einzuschüchtern. Alexander’s normale Angriffs-Methode, war auf die Stärke seiner gut-ausgebildeten Phalanxen aufgebaut, die von schnell sich bewegenden Bundesgenossen und einer thessalonischen Reiterei umgeben war. In diesem Fall jedoch war sein Plan ganz offensichtlich vom Flusse Granikos behindert, der sich zwischen den beiden Armeen befand; nichts desto trotz stieß Alexander voran, führte seinen rechten Flügel über den Fluß und beabsichtigte, die Perser auszuflankieren. Also Attacke und ran an den Feind.

    Während sich Alexander’s Armee durch den Fluß kämpfte, fügte das persische Schwere Fußvolk den mazedonischen Phalanxen einige anfängliche Verluste zu. Die persischen Einheiten jedoch, die ausgesandt waren, um Alexander’s Flügel zu zerstören, wurden mit Leichtigkeit besiegt, und die plötzliche Flanken-Attacke bescherte Alexander einen überwältigenden Sieg.
    Die Schlacht wendete sich, als Alexander - vorstoßend, um die persische linke Flanke zu zerschlagen - mit eigenen Händen zwei persische Anführer erschlug; ein dritter wurde das Opfer einer seiner Offiziere. Zu dieser Zeit waren die zentralen, mazedonischen Phalanxen bereits über den Fluß und begannen, ihre Gegner zu zerschlagen - unterstützt von hinzugekommener, frischer Reiterei auf beiden Flügeln. Schnell war die Schlachtordnung der persischen Armee zerstört, und die wenigen verbliebenen Zellen des Widerstands wurden rasch umstellt und vernichtet. Dies sicherte Alexander seinen ersten großen Sieg über die Perser. Hätten die Perser, meiner Meinung nach, auf Memnon von Rhodos gehört und ihm das alleinige Oberkommando überlassen hätte man Alexander schon hier am Granikos besiegen können!
     
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  2. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Unter diesem Umstand wäre es vielleicht gar nicht erst zur Schlacht gekommen, sondern man hätte (wie du selber geschrieben hast) auf die Taktik der verbrannten Erde zurückgegriffen, so dass Alexander Versorgungsprobleme (laut R. Lane-Fox hatte er Vorräte für 3 Wochen) bekommen hätte und sich zurückziehen müsste. Zusätlich plante Memnon noch mit der persichen Flotte den Krieg nach Europa zu bringen, was eine zusätzliche Veranlassung Alexanders zum Rückzug gewesen wäre.
     
  3. Optio

    Optio Neues Mitglied

    Das wäre eine Möglichkeit gewesen! Außerdem, hätte sich Alexander zurückgezogen, hätten die Perser auch Zeit gewonnen um eventuell stärkere Truppen entsenden zu können oder einen Frieden bzw. Waffenstillstand auszuhandeln. Oder sie hätten vielleicht selber, mit oder ohne Verstärkung, angegriffen.
     

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