Die Tafuren beim 1. Kreuzzug

Dieses Thema im Forum "Rittertum und Kreuzzüge" wurde erstellt von Gast, 23. Oktober 2005.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo zusammen!

    Ich interessiere mich sehr für die Geschichte der Kreuzzüge und bin im Zusammenhang mit dem "1. Kreuzzug der Ritter" auf eine Gemeinschaft gestoßen die im Heer der Kreuzritter mitgezogen ist und allgemein "Tafuren" genannt wurde.

    Meine Fragen zu dem Thema:
    - Handelte es sich bei den "Tafuren" um eine ethnische Gruppe oder um eine religiöse Sekte?

    - Wie groß könnte ihre Zahl auf dem Kreuzzug gewesen sein?

    - Was wurde aus den Tafuren nach der Eroberung Jerusalems im Jahre 1099?

    - Kennt jemand Kreuzzugs-Literatur in der die Tafuren mehr als nur eine Randbemerkung zugesprochen bekommen?

    - Könnten Vorwürfe der damaligen Islamischen Welt gegenüber den Kreuzfahrern wie z.B. Kanibalismus, rein von den Tafuren praktiziert worden und in späteren Aufzeichnungen im Sinne der Propaganda auf alle "Soldaten Christi" übertragen worden sein?


    Es würde mich sehr freuen wenn jemand Infos zu dem Thema hätte!

    Vielen Dank und Grüße!
     
  2. Suedwester

    Suedwester Gast

    Soweit ich das überblicke, gingen die Tafuren davon aus, das es die "Armen" sein würden, die dereinst Jerusalem befreien würden. Diese These hat ja letztendlich bis hin zum Kinderkreuzzug geführt. Ganz pauschal könnte man also behaupten, die Tafuren wären eine religiöse Sekte. (Kommt auf die Definition von Sekte an!)

    Die Story von den christlichen Kannibalen schätze ich persönlich schlicht und einfach als Mißverständnis ein. Meiner Meinung nach bezieht sich das auf das Abendmahl. Naja, und an diesem Aufhänger lässt sich dann gut Propaganda basteln ... übrigens auf beiden Seiten.

    Bye
    Suedwester
     
  3. Gast

    Gast Gast

    Vielen Dank für die Infos Suedwester!

    So kann ich jetzt auf jeden Fall schon mal ausschließen das die Tafuren eine ethnische Gruppe waren.

    Die Sache mit dem Kanibalismus bezog sich speziell auf Vorfälle bei der Belagerung von Antiochia als Bohemund von Tarent die Leichen mutmaßlicher Spione vor den Stadtmauern am Spieß hat braten lassen.
    Sicherlich eine Form des Terrors die in erster Linie zur Abschreckung weiterer Spione dienen sollte... ob es zu einem Verzehr der Kadaver kam ist mir nicht bekannt.
    Diese Szene wird z.B. in Robert Payne's Buch "Die Kreuzzüge" geschildert.

    Viele Grüße!
     
  4. Suedwester

    Suedwester Gast

    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du die Belagerung Antiochioas meinst, in der Bohemund VOR und Yaghi-Siyan DRINNEN war :) Hmm .. hab' grad mal im Runciman (Steve Runciman, Geschichte der Kreuzzüge, München 1995) das entsprechende Kapitel überflogen. Wenn ichs nicht überlesen habe, erwähnt der davon nichts ... Muss ja aber nix zu sagen haben ...
    Bye
    Suedwester
     

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