Die "verborgenen" Schiffe

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Köbis17, 27. Februar 2010.

  1. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ein sehr schönes Bild!

    Rafael Monleón y Torres war übrigens eine interessante Persönlichkeit. Er war in seiner Jugend Seeman (Pilot) bevor er eine Ausbildung als Maler durchmachte. Er war später einer der ersten Marinearchäologen und wurde zur 400 Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas beauftragt, eine Rekonstruktion der Santa Maria zu bauen. Er hat auch die wissenschaftliche Aufarbeitung und Katalogisierung der Bestände des madrider Marinemuseums durchgeführt.
     
  2. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    @ Bdaian, ich habe einen sehr schönen Bildband mit den Bildern, die Rafael Monleon Torres für das Marinemuseum gemalt hat. Hatte ich über proIberia bestellt. Das Buch heißt La Construccion Naval en la Obra de Rafael Monleon Torres.
     
  3. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Als Erster, der 1707 ein dampfbetriebenes, mit Schaufelrädern ausgestattetes Boot baute, gilt der Franzose Denis Papin, der damit von Kassel nach Münden fahren wollte. Seine Dampfmaschine bestand aus einem Zylinder und die Schaufelräder wurden noch zusätzlich mittels Muskelkraft angetrieben. Papin geriet in einen Streit mit Mitgliedern der mündener Schiffergilde, die sein Boot schließlich zertrümmerten. Hätte Denis Papin nicht auch noch den Schnellkochtopf erfunden, wäre er wohl in Vergessenheit geraten.
    Auch die Schiffsschraube wurde schon vor Ressel erfunden. 1785 erwarb der Engländer Joseph Bramah ein Patent für ein Paddelrad, mit schrägstehenden Schaufeln, welches ,auf einer Welle montiert, unter Wasser am Heck eines Schiffes angebracht werden sollte. 1794 experimentierte William Lyttleton mit einem aquatic Propeller ,der mittels einer Kurbel mit der Hand gedreht wurde. Es gab auch noch weitere Patente für Schiffsschrauben. Im Jahr 1800 der Shorter-Propeller, Smiths-Schraube 1836 und ein doppelter Propeller von John Ericsson.
     
  4. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Aber erfolglos, wie auch seine Versuche an einer Dampfmaschine ...
    Naja, das Prinzip der Schiffsschraube oder Propeller ist nix anderes als die archimedische Schraube, somit war es schon früher bekannt, nur nicht in der Wirkungsweise als Vorschubantrieb ... aber die Schiffsschraube als solches in Ihrer Funktion, wie sie heute genutzt wird, hat der Ressel entwickelt.
     
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die von mir aufgeführten Erfindungen waren für den Vortrieb von Schiffen gedacht. Der Shorter-Propeller sah auch schon wie eine Schiffsschraube aus. Allerdings mit nur zwei Blättern. Ressels Propeller war aber der funktionstüchtigste und praxistauglichste, der sich letztendlich durchsetzte.
     
  6. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Aber zurück zum Thema hier, dem Schaufelrad als Antrieb, war jetzt meine Überlegung so, daß es das Schaufelrad ja in seiner Funktion mit Wasser und Bewegung schon länger gibt, nur ebend nicht in der umgekehrten Funktion. Lag wohl am fehlenden Antrieb.

    Da waren wohl die Chinesen wieder innovativer, als die Europäer seiner Zeit ... wobei ich das Nutzen von Schaufelrädern in dem Zusammenhang durch Menschenkraft angetrieben, eine Ruder wesentlich einfacher zu bauen und zu bedienen ist und die gleiche Funktion erfüllt.
    Chinesische Schaufelradboote ? Wikipedia
     
  7. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    In der römischen Schrift De Rebus Bellicis, aus dem 4. Jh. wird der Vorschlag gemacht, Kriegsschiffe mittels Schaufelrädern und Ochsenantrieb fortzubewegen. Hier eine Illustration aus dem 15. Jh. dazu. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c0/De_Rebus_Bellicis,_XVth_Century_Miniature.JPG
     
  8. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Im niederländischen Befreiungskrieg kam im Oktober 1574 ,beim Versuch die, von den Spaniern belagerte Stadt Leiden, durch die Wassergeusen zu befreien, ein neuartiges Wasserfahrzeug zum Einsatz, die sogenannte“ Arche von Delft“. Es handelte sich dabei um eine schwimmende Kanonenplattform, mit aus Sandsäcken bestehenden Brustwehren, welche als Antrieb Schaufelräder besaß, die von 12 Mann bewegt wurden. Die Niederländer hatten Deiche durchstochen und das Land unter Wasser gesetzt. Die Geusenflotte bestand aus Flußprahmen, Vliebooten, umgebauten Lastkähnen und der erwähnten Arche.
     
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