Elisabeth Christine und Friedrich oder die Grenzen der Staatsräson?

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Brissotin, 12. April 2007.

  1. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Gemeinhin bringt man das Zeitalter des Absolutismus (17./18.Jh.) mit einem überaus ausgeprägten Handeln auch im Familiären aus Gründen der Staatsräson in Verbindung. Marie Antoinette und Louis XVI. werden da als Beispiel für eine Ehe aufgrund der Bestrebung nach einer Allianz bzw. allein zu einer friedlichen Normalisierung des bourbonisch-habsburgischen Gegensatzes angeführt.
    Dennoch fallen mir derzeitig viele Ausnahmen zu diesem höchsten Prinzip auf, wie in der Nichtvermählung der Töchter Louis XV.:
    http://www.geschichtsforum.de/showpost.php?p=240329&postcount=20
    Auch gab es vielerlei politisch sinnlose bzw. nutzlose eheliche Verbindungen oder wurde schließlich eine mögliche Allianz doch einer Tradition unterworfen, einer Lieblingstochter die geliebte Partie gegönnt (Albert Kasimir von Sachsen mit Marie Christine, Tochter Maria Theresias). Das alles gab es und zeigt deutlich, welche Ausnahmen es gab und wie diese das allgemeine Bild von der Ausschließlichkeit und sogar von dem Regelfall in solchen Dingen einstürzen lassen könnten.
    Als etwas provokativen Aufhänger für meine Überlegungen habe ich mir die Ehe zwischen dem Kronprinz Friedrich und Elisabeth-Christine ausgesucht. Daran gibt es nämlich viele erstaunliche Momente. Natürlich waren die Umstände, unter denen sie zu Stande kam die unglücklichsten, die man sich vorstellen kann. Einerseits hatte der König Friedrich Wilhelm I. selbst bis zum Schluss gehofft, doch noch das Projekt mit der Doppelhochzeit seiner beiden ältesten Kinder mit dem braunschweigischen Kur- und englischen Königshaus realisieren zu können, was er sich durch einen unglaublichen diplomatischen Fauxpas endgültig zunichte gemacht hatte, zum anderen wog der Zwang schwer, welcher durch die angebliche „Versöhnung“ Friedrichs mit seinem Vater zustande kam. Es ist nicht schwierig, sich den Kronprinz vorzustellen, der aus Küstrin nach alledem kam und auf eine junge Prinzessin aus dem unbedeutenden Hause Braunschweig-Bevern, die er 1733 in Salzdahlum heiraten sollte, schlecht zu sprechen war. Dass die Königin ihr geradezu feindlich und kompromittierend eigentlich für beide gegenübertrat mag noch den letzten Ausschlag gegeben haben. Wilhelmine und Friedrich erachteten Elisabeth-Christine für linkisch, obwohl sie sicherlich eine der schönsten Prinzessinnen Europas war (http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Koningin_elisabeth_christine.jpg ) und obendrein sehr geistreich. Beide Vorzüge mussten der jungen Braut doppelt zu schaffen gemacht haben, als sie auf eine solche Mauer der Ignoranz aus Voreingenommenheit stieß.
    Friedrichs sexuelle Neigungen, wenn auch oftmals Gegenstand historischer Diskussion werden jetzt relevant, denn die Geburt eines Sohnes war ein staatstragendes Moment. Aber seit der Vermählung und bis zum Tode Friedrich Wilhelm I. geschah nichts. Selbst in der recht engen Beziehung zwischen König und Königin 1736 bis 1740 kam es zu keiner Geburt, obwohl spärliche Bemerkungen von Friedrich auf einen ehelichen Umgang doch Anlass zu Spekulationen liefern würden. Für die Prinzessin muss die Lage prekär gewesen sein, denn die Geburt des Thronfolgers wurde sicherlich von der Bevölkerung wie vom König erwartet. Wie kann man sich die Reaktionen von Friedrich Wilhelm vorstellen? Gibt es Belege über Äußerungen von ihm zu dem Thema? Hätte die Königin Rechte gehabt, der König sicherlich, durch die Kinderlosigkeit eine Aufhebung der Ehe zu erlangen? Wie ging die Öffentlichkeit damit um? Zumindest der junge König, der doch in den anderen Dingen sich so dem Staate verpflichtet fühlte, sollte in dem Punkte seiner Pflicht nicht eingedenk gewesen sein?

    Ich will indes gar nicht so ausschließlich bei diesem Beispiel bleiben, Carl Theodor von der Pfalz mit seiner kinderlosen Ehe gibt ein ähnliches, wenn auch anders bedingtes Bild ab und wiederum ging man nicht der Staatsräson nach, welche zur Erlangung eines Thronfolgers, denn Carl Theodor hatte mit den Mätressen seine Zeugungsfähigkeit ja bewiesen, eine Trennung der Ehepartner und Neuvermählung geboten hätte.

    Meines Erachtens geht das Thema über Klatsch und Tratsch hinaus und in eines der außen- wie innenpolitisch wichtigen Gebiete der familiären Bündnispolitik und Erhaltung der Monarchie für manche Familie über.
     
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  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Auch den Hofleuten war die schlechte Behandlung, welche der Königin durch den König widerfuhr nicht entgangen. So berichtet der Kammerherr der Königin:

    (S. 179)
    Aber auch den Ausländern fiel auf, wie der König seine Gemahlin behandelte, was man hier zwischen den Zeilen lesen kann:

    (S.285)

    Aus:
    "Die Tagebücher des Grafen Lehndorff ..." Berlin Story Verlag - 2007 -Berlin
     
  3. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Was könnte es für Ursachen gehabt haben, dass Friedrich so streng mit seiner Frau umgegangen ist? Der Zwang an diese Frau, obwohl sie doch eine sehr nette, schöne und gebildete Frau gewesen sein soll?
    Ich war sehr darüber erstaunt wie kalt der preußische König seine Gemahlin behandelt haben soll. Weil ich ihn eher als gefühlvollen Briefeschreiber "kenne", der sehr an seiner Schwester Wilhelmine hing.
     
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Na aber eben diese Schwester hatte genauso wie er sich angewöhnt schnell Vorurteile zu entwickeln, welche sie trotz ihres geistreichen Wesens nicht zu überwinden vermochte. Die Memoiren von ihr sind voll davon, wenn sie über die kleineren fränkischen Höfe berichtet, welche sie besuchen durfte, einem stand sie sogar selbst vor.
    Darin sehe ich ein Hauptproblem. Gegen die Gemahlin wurden ihm von mehreren Seiten und auch von seinem eigenen Stolz Vorurteile eingegeben.

    Selbst wenn man seinen Umgang mit ihr einfach nur als distanziert bezeichnet wolle, wäre dies nicht zutreffend. So kam der König oftmals nach Berlin und besuchte bloß seine Frau Mutter und die Königin selbst, musste sich dann aus ihrem Schloss Schönhausen stets zur Königin-Mutter begeben, wenn sie ihren Gemahl einmal wieder sehen wollte. Wobei dieses 'wollte' natürlich unter dem Aspekt zu sehen ist, dass die Königin in ihrer Funktion als Gemahlin natürlich darum bemüht sein musste, nach außen hin ein 'normales' Eheleben zu suggerieren.

    Erstaunlich am Charakter des Königs und vielleicht auch in diesem Zusammenhang interessant, finde ich, dass es scheinbar doch viele Menschen in seiner Umgebung gab, welche sich persönlich von Friedrich II. schlecht behandelt fühlten, aber eben dies nichts an ihrer grundlegend positiven Meinung gegenüber Friedrich II. änderte. Da fielen mir auf Anhieb z.B. die beiden Brüder des Königs der Prinz von Preußen und Prinz Heinrich ein.

    Vielleicht etwas bezeichnenderweise hatte Prinz Heinrich ja ein ebenso gestörtes Verhältnis zu seiner Gemahlin Wilhelmine von Hessen-Kassel wie sein Bruder der König. Bei beiden könnte Homosexualität die Ursache gewesen sein, wobei die berühmtesten Hinweise zur Sexualität des Königs von Voltaire und Prinzessin Wilhelmine geliefert werden. Die Schrift Voltaires, welche einen Teil seines Lebens betrachtet und eben auch die Zeit am Hofe des Königs in Preußen beleuchtet, wurde allerdings von dem Philosophen in einer Zeit des Streits mit dem König verfasst und die Richtigkeit der Angaben daher bisweilen angezweifelt. Die Memoiren der Prinzessin Wilhelmine haben eher subtilere Hinweise, welche aber auch eine homosexuelle Beziehung zu Keith vielleicht auch Katte nahelegen. Wenn an diesen Vermutungen etwas dran ist und die Homosexualität des Königs schon vor seiner Thronbesteigung eingetreten sein sollte, dann finde ich es überraschend, dass man dazu keine Zeugnisse von Friedrichs Vater kennt. Dennoch bleiben die Memoiren der Prinzessin Wilhelmine recht schwerwiegend, da sie ja keinesfalls daran gedacht hatte diese zu veröffentlichen und also an einer falschen Darstellung über ihren Bruder garkein Interesse gehabt hätte.
    Nimmt man die Homosexualität des Königs an, hat die Ablehnung gegenüber einer aufgedrängten heterosexuellen Beziehung natürlich einen anderen Stellenwert.
     
  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Es gilt als bekannt, dass Friedrichs Frau nie in Sanssouci war, sondern sich meist weitab vom Schuss in Rheinsberg aufhielt.
    Er hat sie jahrelang (Siebenjähriger Krieg) nicht gesehen, ohne dass es ihn gestört hätte. Gab es überhaupt Korrespondenzen in dieser Zeit?

    Als er sie dann endlich wiedersah, soll er sie mit dem herzhaften Kompliment "Madame sind korpulenter geworden..." begrüßt haben.

    Der Mann war einfach ein Zyniker erster Güte.

    @Brissotin:
    Das ist so eine Sache. Der Hofmaler wird da kräftig aufgehübscht haben.
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    1. Stimmt meines Wissens nicht. Rheinsberg wurde zur Residenz des Prinzen Heinrich bestimmt. Die Königin hielt sich, wie in den von mir zitierten Zeitgenossenaussagen dargestellt, vor allem in Schönhausen auf. Ich glaube auch noch nichts davon gelesen zu haben, dass Prinz Heinrich eine sonderlich gute Beziehung zur Königin hatte. Nur zu bestimmten Festlichkeiten und Anlässen, waren alle Höfe vereinigt. Mit "Höfe" meine ich die Hofhaltungen der bedeutensten Mitglieder der königlichen Familie, von denen ein jeder seinen eigenen Hof mit entsprechender personeller Besetzung wie ein "großer" Hof hatte. Die Prinzen bekamen mit der Vermählung die Möglichkeit eigene Höfe zu bilden, welche auch räumlich zumeist getrennt von dem Hof des Königs waren. Zurück zu Rheinsberg: Eigentlich war Rheinsberg nachdem der Prinz Heinrich dorthin gezogen war, ausschließlich sein Refugium, wohin er seine engeren Freunde einlud. So besuchten ihn dort des öfteren Prinz Ferdinand und der Prinz von Preußen, aber auch bedeutende Persönlichkeiten des Hofes von König und Königin wie der Baron Pöllnitz oder Kammerfrauen der Königin.

    2. Dass die Königin recht hübsch war, gesteht meines Wissens aber auch Prinzessin Wilhelmine, die Markgräfin von Bayreuth, ein, obwohl sie gewöhnlich sehr schroff und verurteilend mit ihrer Schwägerin umging. Man kann die Gemälde von Pesne vor allem mit dem Altersbildnis durch Johann Heinrich Wilhelm Tischbein vergleichen, dessen Ähnlichkeit zur tatsächlichen Person der Königin von Zeitgenossen entschieden bestätigt wurde und welches eigentlich darauf hindeutet, dass die Porträts von Pesne aus der Jugend der Königin durchaus der Realität entsprechen dürften.
     
  7. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    @Brissotin, vielen Dank für deine Korrektur, betr. Rheinsberg hast du recht. Sanssouci hat sie aber wirklich nie betreten.

    Schönheit liegt im Auge des Betrachters...
    Fritz scheint jedenfalls nicht sehr empfänglich für ihre Reize gewesen zu sein. Aber diese Diskussion wäre nicht neu.
     
  8. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich denke auch, dass sie nicht neu ist, aber der Unterschied in meiner Herangehensweise ist eigentlich zu anderen, dass es mir nicht darum geht möglichst zotig in dem Privatleben zu wühlen. Sondern mir geht es um die Tragweite einer solchen ehelichen Beziehung im Kontext der dynastischen Politik des Absolutismus.

    Selbst wenn die Haltung Friedrichs eine Ausnahme war, was ein schlechtes eheliches Verhältnis zwar nicht gewesen ist, aber die Einseitigkeit der Ablehnung schon, dann ist auch diese Ausnahme interessant.

    Aus Friedrichs Jugend zumindest berichtete Wilhelmine ja von manchen Beziehungen zu Frauen, was für eine Einschätzung der Neigungen des Königs vielleicht nicht unerheblich ist.
     
  9. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Es stellt sich die Frage, ob sein Vater Friedrich Wilhelm I., ein asketischer Grobian mit calvinistischer Moral, ihn nicht doch stärker geprägt hat als man glaubt.

    Als 16-oder 17jähriger Prinz weilte er mit seinem Vater in Dresden bei August dem Starken. Der machte sich einen Spass und präsentierte den beiden eine Hofdame im Evaskostüm. F.W. schnappte sich seinen Hut, hielt ihn Friedrich vors Gesicht und flüchtete mit ihm aus dem Raum.
     
  10. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das hat wohl kurzzeitig zu einem Stimmunswechsel von Friedrich Wilhelm I. gegenüber seinem persönlichen Kumpel August II. wähend des Dresdenbesuchs geführt. Persönlicher Kumpel deshalb, weil politisch waren beide erbitterte Feinde.

    Das mit den Hofdamen hast Du sicherlich von der Wilhelmine, wie wir auch das kleine Liebesabenteuer Friedrich Wilhelms auf seine alte Tage von ihr haben. Der Versuch mit dem Evakostüm scheint so zu den sächsischen Manieren gehört zu haben, weil dem Grafen Lehndorff während seines Dresdenaufenthalts kurz vor dem Kriegsausbruch des 3. Schlesischen Krieges etwas ähnliches passierte wie wir aus seinen Tagebüchern wissen.

    Natürlich wäre es erschreckend, wenn man in der Summe feststellen würde, dass Friedrich wie Wilhelmine ihre negativen Eigenschaften von Mutter und Vater aber in ganz bedeutendem Maße übernommen haben.
     
  11. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Konnte sich Friedrich II. nicht scheiden lassen, wenn er so unglücklich war? Was hätte das für Folgen mit sich gebracht, für Familie und Staat?
     
  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Scheidung war damals nicht so ohne weiteres möglich. Friedrich selbst war ja nicht unglücklich - es war eher ihr Problem. Er hätte sich eine Mätresse nehmen können, wie in Frankreich die Pompadour oder in Sachsen die Gräfin Cosel, aber das war offenbar nicht sein Interesse.
     
  13. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    König Friedrich II. war ja Reformierter und hatte deswegen keinen päpstlichen Dispens für eine Scheidung benötigt. Politisch betrachtet brachte ihm obendrein diese Ehe keine Vorteile, was ein staatlicher Aspekt gewesen wäre. Grundsätzlich war Kinderlosigkeit ein entscheidender Scheidungsgrund, wohl der einzige, der in dem Fall in der Öffentlichkeit gegolten hätte. Wenn Friedrich darauf gepocht hätte, dann hätte eine Untersuchung oder dergleichen aber auch eine Schuld für das Fehlen eines Thronerben bei ihm finden können, keine gerade günstige Vorstellung für ihn. Da er ja offensichtlich den ehelichen Umgang nicht praktizierte, während sie dafür empfänglich gewesen wäre, spricht ja schonmal deutlich gegen ihn. Zum anderen konnte der König gegen Elisabeth Christine seinerseits keine ernstzunehmenden Scheidungsgründe vorbringen, da sie ihm ja sogar sehr zugetan war und niemals einen begründeten Anlass zur Klage gegen sie lieferte.
    Das andere Problem bei der Scheidung aus Kinderlosigkeit wäre wohl gewesen, dass Friedrich II., wenn er denn solche Gründe vorgeschoben hätte, nach der Scheidung in den Augen der Öffentlichkeit wieder hätte heiraten müssen.
    Sagen wir es also so. Dass er vermählt war, entsprach weitesgehend den Konventionen. In Elisabeth Christine hatte er noch eine Gemahlin, deren Familie zu schwach war, um sich irgendwie in ihrem Sinne gegen ihn zu verwenden. Hätte er in ein höheres Adelshaus geheiratet, wären außenpolitische Verwicklungen ungleich schwieriger gewesen, wenn er sich nicht entsprechend den Wünschen von Schwiergervater usw. gegenüber seiner Gattin verhielt. Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern war sogesehen das kleinere Übel für Friedrich, sie machte ihm keine Schwierigkeiten. Ich habe noch nicht gelesen, dass sie sich mal bei bedeutenderer Stelle über Friedrich beschwert hätte.
     
  14. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ich möchte ergänzend anmerken, dass Friedrich nach seinem Einmarsch in Schlesien nur schwer eine neue standesgemäße Partie hätte finden können. Da galt der "Marquis de Brandenbourg" doch erstmal als der Paria Europas, welcher potentielle Schwiegervater hätte sich den diplomatischen Konsequenzen ausgesetzt. Eine einheimische Gräfin von Bredow-Zitzewitz wäre wiederum unter Wert für einen König.

    Später vielleicht, als er im Siebenjähr. Krieg mit England-Hannover verbündet war, wäre es möglich gewesen, sich neu zu verbinden.
    Aber da hatte Fritz weiß Gott andere Sorgen.

    Alles andere hat @Brissotin sehr schön gesagt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2008
  15. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Seltsam, dass die Interpretation, die ich für den Stand der Erkenntnis gehalten habe, hier nicht erwähnt wird :

    Friedrich habe sich als 16-jähriger am Hofe Augusts des Starken mit Syphillis angesteckt. Die anschließende Rosskur mit Quecksilber hat er zwar überlebt, danach war's aber aus mit der Erotik. Heiraten musste er trotzdem, damit es keiner merkte (die Königin wird's irgendwann gemerkt haben, aber da saß sie schon in der Falle).

    Klingt doch ganz plausibel, oder ?
     
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  16. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Gelesen habe ich diese Theorie auch, aber dafür gibt es keinen Beweis. Nach seinem Tode wurde er von Ärzten untersucht und die bescheinigten diesbezüglich ein o.B. (Alles noch dran und normal entwickelt, naja, was anderes hätten sie sich wohl auch kaum zu schreiben getraut.).
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2008
  17. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Gut aber das Ergebnis einer solchen Untersuchung hat man auch nicht an die große Glocke gehangen, kam nicht so leicht zur Bildzeitung oder ähnliches, sondern das verschwand irgendwo in den Akten. Mir ist jedenfalls kein Fall bekannt, wobei zudem unbestraft solche Staatsgeheimnisse wirklich publik wurden. Vermutungen gab es immer.

    Zu Friedrichs Heiratschancen. Ich würde mal Schlesien nicht überbewerten. In Wien mag er verteufelt gewesen sein. Aber es gab viele dauerhaft alliierte Höfe, all die Herzogtümer und Kurfürstentümer hätten sich angeboten. Selbst Wien war aber natürlich zwischen den Kriegen an einer Normalisierung der Beziehung zu Berlin interessiert. Grundsätzlich brauchte der Kaiser für seine Reichspolitik schließlich auch den Segen des mächtigsten Reichsfürsten nach dem König von Böhmen oder neben diesem. Noch während die Kriegsvorbereitungen Preußens für den 3. Schlesischen Krieg schon liefen, befand sich der Gesandte des Kaisers Puebla noch in Berlin und reiste wohl mit Bedauern ab, nicht mehr für ein Auskommen zwischen den beiden Höfen getan zu haben.

    Bei einer Vermählung kam es ja grundsätzlich auf die Verfassung des Hauses an, aus welchem die Braut stammte. Die Wittelsbacher hatten z.B. gerade im 18.Jh. viel Pech mit den Ehen gehabt und aus einem weitverzweigten Adelshaus, starben Linie auf Linie aus und somit rückten eingeheiratete Prinzen etc. natürlich nahe an die zu erbenden Kurhüte, Herzogskrönchen etc..
     
  18. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    August Wilhelm, der Prinz von Preußen, wurde ja schon 1744 designierter Thronfolger, was für die Königin eine einzige Beleidigung gewesen sein muss.
    Wenngleich seine Ehe mit der Schwester der Königin Elisabeth Christine nämlich mit Luise Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel als gemeinhin unglück beschrieben wurde, hatte diese Ehe immerhin Kinder, was damals schon als enormer Unterschied zum König und Prinz Heinrich empfunden wurde. In der Tat liebte der Prinz von Preußen scheinbar die Frauen. Die Reihe seiner Liebschaften und möglicherweise auch seiner unehelichen Kinder dürfte lang sein.
    Derzeit überlege ich, ob er was mit der Königin hatte.:grübel:
     
  19. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    War das nicht derjenige, den Fritz mit dem Kommentar:"Kommandieren Sie einen Harem, aber so lange ich lebe werde ich Ihnen nicht das Kommando über zehn Mann anvertrauen." in die Wüste schickte?
     
  20. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ja ich glaube, der ist es.:rolleyes:;)
    (Naja wenn ich die Wahl hätte.:cool:)

    Er war eben scheinbar das ganze Gegenteil seines Bruders. Dennoch verstand sich Prinz Heinrich beispielsweise recht gut mit dem Prinzen von Preußen, vielleicht eben weil der König selbst so abgesondert lebte. Während der Zeit vor dem Krieg, soll er aber ganz tüchtig sein Regiment geführt haben. Der General von Winterfeldt wird als Urheber der enormen Entzweiung zwischen König und Prinz von Preußen angesehen.
     

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