Entstehung der Westdeutschen Studentenbewegung in den 1960er.

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Apibson, 25. Juni 2019.

  1. Apibson

    Apibson Neues Mitglied

    Hi leute, ich habe eine Frage zu der Entstehung der Westdeutschen Studentenbewegung in den 196oer.
    Ich muss mir Gedanken zur Frage, wie ist die Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er entstanden, machen.

    Ich weiß, dass im Jahr 1966 die große Koalition zwischen der CDU/CSU und der SPD die Entstehung der Studentenbewegung beeinflusst hat, weil die Koalition dadurch 90% der stimmen hat und dadurch alles beeinflussen kann.
    Außerdem hat der Besuch vom Schah von Persien am 2.6.1967 eine große Rolle gespielt, da an dem Tag Benno Ohnesorg erschossen wurde. Bis dahin waren die Demonstrationen ja noch ruhig.
    Meine Frage ist nun: Kann man also sagen, dass die Studentenbewegung nach dem Tod von Benno Ohnesorg entstanden ist oder erst nach dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke am 11.4.1968 oder eventuell schon früher?

    Außerdem möchte ich fragen ob die angestiegene Inflation und die zunehmenden Arbeitslosenzahlen zur Entstehung der Studentenbewegung beigetragen hat, genau so wie die Spiegel-Affäre.
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wichtig wäre, zwischen fundamentalen Faktoren und konkreten Auslösern im Detail zu unterscheiden.
    Die großen Rahmenbedingungen sind nicht auf die BRD allein eingrenzbar.

    Hier als Einstieg für die breitere Orientierung, die Ursachen der Bewegung über den Tellerrand der BRD hinaus einzuschätzen:
    68er-Bewegung – Wikipedia
     
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Googeln ist bekannt? Im Geschichtsforum ist einiges kompetentes und auch Unsinn dazu geschrieben worden. Ebenso wie von "Protagonisten" und selbsternannten Insidern. Das Thema unterliegt einer hochgradig politisch aufgeladenen Überzeichnung, vor allem durch rechte Feindbilder.

    Die eigene Theoriebildung des engeren Kerns der 68er, Dutschke, Rabehl u.a. war ein symbolische Aufbegehren gegen den Muff unter den Talaren, dennoch in großen Teilen defizitär, wie z.B. Bergmann u.a.). Notwendig dennoch, um die politische Verkrustung der Adenauer-Ära aufzubrechen und mit Brandt "Mehr Demokratie" wagen. Gleichzeitig war sie eine zentrale Voraussetzung für die "Neuen Sozialen Bewegungen" und stellten das organisatorische Gerüst bereit zur Gründung der "Alternativen Listen" bzw. der "Grünen".

    Bergmann, Uwe; Dutschke, Rudi (1968): Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition. Eine Analyse. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt

    Immanent bereits ein frühzeitige kritische Rezeption der politischen Ziele der Apo durch Habermas, die die 68er-Kirche wieder in den Ort - die BRD _ versetzte.

    Habermas, Jurgen (1968): Die Scheinrevolution und ihre Kinder. Sechs Thesen über Taktik, Ziele und Situationsanalyse der oppositionellen Jugend. In: Horst Baier (Hg.): Studenten in Opposition. Beiträge zur Soziologie der deutschen Hochschule. Bielefeld: Bertelsmann Universitätsverlag, S. 151–160.

    Als Einstieg hilfreich und auch zusätzlich Wiki.

    https://www.bpb.de/geschichte/deuts...der-raf/49201/apo-und-studentenproteste?p=all

    Das beste Buch m.E.:
    Frei, Norbert (2008): 1968. Jugendrevolte und globaler Protest. München: DTV
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2019
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