Erzählung aus Tirol des 18. Jahrhunderts

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Schütze1, 14. April 2020.

  1. Schütze1

    Schütze1 Neues Mitglied

    Darf ich Euch auf einen letztes Jahr erschienenen historische Roman aufmerksam machen?

    Die Gamswirtin - für Gott und Vaterland. Georg H. Knoflach, myMorawa.

    Erzählt wird die Geschichte einer Magd von ihrem ersten Dienst ab zehn Jahren (1753) über ihre Heirat mit einem Wirt und Ratsbürger, den Besuch von Papst Pius VI. 1782, die Aufhebung des Klosters Maria Waldrast 1785 über die Auswirkungen des Italienfeldzugs Napoleons und den Tiroler Landsturm bis zu ihrem Tod 1804.

    Es ist eine Neuerzählung der Erzählung "Die Gamswirtin" aus dem Jahr 1909 von Maria v. Buol, ergänzt um Erläuterungen und ein Personenverzeichnis, sprachlich leicht angepasst und natürlich überall bestellbar.

    Rezessionen finden sich hier:

    [kommerzieller Link entfernt]

    Liebe Grüße,

    Georg



     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. April 2020
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

  3. Schütze1

    Schütze1 Neues Mitglied

    Danke für den Hinweis, ich lass es einmal stehen, habe die Moderatoren schon informiert.

    LG
    Schütze1
     
  4. Schütze1

    Schütze1 Neues Mitglied

    Bewegte Zeiten sind es im Wipptal zwischen Innsbruck und dem Brenner vor dem großen Heldenkampf der Tiroler unter Andreas Hofer gegen Napoleon und die mit ihm zu dieser Zeit verbündeten Bayern.
    In dieser Epoche an der Schwelle von Barock zur Aufklärung wurde 1743 im kleinen Ort St. Jodok die Heldin dieses Buchs geboren.


    In einer Neubearbeitung einer Erzählung der 1943 verstorbenen Tiroler Schriftstellerin Maria Buol erzählt Georg H. Knoflach die Geschichte dieser Tochter armer Bauern und ihres Aufstieges von einer einfachen Magd zur Gamswirtin zu Matrei. Dabei muss sie unter anderem miterleben, wie es selbst Papst Pius VI. nicht gelingt, die Aufhebung der Wallfahrt zum Kloster Maria Waldrast zu verhindern. Zudem künden Leid und Elend der durchziehenden Soldaten von der Tragödie der nahen Koalitionskriege. Daraufhin rüsten sich die Tiroler zum Freiheitskampf gegen die Eindringlinge...



    Der Kampf gegen Napoleon führt den späteren Schwiegersohn der Gamswirtin sogar bis an den Rhein nach Mainz und Mannheim.



    Neben Napoleon, Kaiserin Maria-Theresia und Papst Pius VI. begegnen uns in diesem Roman zahlreiche Geistliche, Wirte, Geschäftsleute, Bauern, Feldherren und kaiserliche Beamte.



    Die Neubearbeitung beinhaltet neben einer moderaten sprachlichen Anpassung, welche aber auf die Sprache der Zeit der Handlung Rücksicht zu nehmen versucht, und zahlreichen Erläuterungen (alter) Tiroler Begriffe auch ein umfangreiches Personenverzeichnis.
     
  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Wenn jetzt schon das zweite Mal - so meine Erinnerung - hier Werbung für das Buch gemacht wird, eine konträre Anmerkung.

    Wenn man heute von einen "großen Heldenkampf" spricht, dann ist das hochgradig unkritisch und hat nichts mit Geschichtsschreibung zu tun, sondern da wird eine "Geschichte" mit pseudo-patriotischen Intentionen geschrieben.

    Es wäre mehr als angemessen gewesen, auf den historischen Kontext einzugehen, unter dem das Buch geschrieben wurde, um die ideologische Aufladung des Zeitgeistes zu beschreiben und deutlich zu machen, dass man diesen Zusammenhang kennt.

    Generell ist es durchaus angemessen, "patriotische" Publikationen neu aufzulegen, um den Zeitgeist einzufangen, aber es ist nicht mehr zeitgemäß den historischen Narrativ zu übernehmen, auch nicht in einzelnen Begriffen.
     
    Shinigami gefällt das.
  6. Schütze1

    Schütze1 Neues Mitglied

    Da hast durchaus nicht unrecht ;), der Text ist auch nicht für ein wissenschaftliches Publikum geschrieben. Aber ansonsten ist es sehr authentisch.
     
  7. Schütze1

    Schütze1 Neues Mitglied

    "Großer Heldenkampf" ist natürlich sehr plakativ und kann historisch sicherlich durchaus hinterfragt werden. Aber nicht umsonst gibt es bei uns alle 25 Jahre den großen Landesumzug. Napoleon wurde als Eindringling wahrgenommen, dessentwegen tausende Männer sterben mussten und Burschen zwangsrekrutiert wurden. Außerdem wurden den Tirolern ihre Traditionen genommen. Und der Widerstand unter Hofer wurde ja in Europa bereits damals wahrgenommen.

    Ich kann mich an eine Diskussion anlässlich des Landesgedächtnisses 2009 erinnern, in der ein Mitdiskutant am Panel infrage gestellt hat, dass wir heute Helden wie Andreas Hofer bräuchten. Meine Gegenfrage, was dann mit Stauffenberg sei, blieb unbeantwortet...
     
  8. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Prinzipiell finde ich Geschichte aus Dienstbotenperspektive total spannend. Dummerweise lese ich keine historischen Romane. Sonst klingt es doch interessant.
     

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