Facharbeit: Inzucht

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von Gast, 4. Januar 2010.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo, ich habe eine wichtige Frage zu meiner Facharbeit zum Thema Inzucht. Zwar schreib ich diese unter biologischen Gesichtspunkten, aber ich muss ja einen eigenen Beitrag dazu leisten und ich hatte mit meiner Lehrerin besprochen das Inzuchtverhalten eines Könighauses/einer Adelsfamilie am Stammbaum zu analysieren/deuten/bewerten usw. Mein Problem ist, dass ich mir nicht sicher bin, welches Adelsgeschlecht ich am Besten nehmen könnte. Am Liebsten wär mir natürlich ein möglichst deutliches und ausgeprägtes Beispiel. Ich hatte bereits überlegt eventuell die Habsburger zu nehmen. Allerdings find ich im Internet und auch bis jetzt in keinem biologischen Lexikon ein brauchbares Exemplar. Entweder sind nur die männlichen Personen aufgelistet, oder aber der Stammbaum ist so komplex, dass ich mich nicht zurechtfinde und nicht nachvollziehen kann, bei welcher Person die Habsburgerlippe auftrat und in welchem Maße.
    Ich würd mich freuen, wenn mir vielleicht mit ein paar Links geholfen werden könnte.
    Im Grunde kann ich jede Information gebrauchen, die in irgendeiner Form näheres zu inzestiösen Krankheiten und Adelsgeschlechtern enthält, am Besten natürlich mit genauen Erläuterungen.
    Danke schonmal im Vorraus.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Außer der Habsburgerlippe wäre die Hämophilie noch ein Beispiel für eine Krankheit die in einem genetisch beschränkten Personenkreis häufiger auftritt.
     
  3. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Gast

    Aus meiner beschränkten historischen Sicht, halte ich eine solches Facharbeitsthema für indiskutabel.

    In der Biologie, Kriminologie und Juristerei eventuell angemessen und wissenschaftsgerecht, in der Geschichte hat m.E. so etwas nichts zu suchen.

    Sorry, für die unwirsche Antwort.


    M.
     
  4. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Willst du denn einen gesamten Stammbaum durchgehen? Sprengt das nicht etwas den Rahmen? Für eine Facharbeit würde ich mir eher einzelne Personen die besonders prägnant sind, rauspicken. Bei den Habsburgern bietet sich das bspw. Karl II. an, der von einer vergleichsweise sehr kleinen Gruppe abstammt. Seine Großeltern väterlicherseits sind bspw. auch Urgroßeltern mütterlicherseits. Hier sein Stammbaum (ich hoffe der reicht in der Form): Karl II.
     
  5. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Ich würde auch auf jeden Fall den spanischen Zweig der Habsburgerfamilie als Beispiel nennen. Auch die anderen Auswirkungen der Inzucht (wie schleichend immer öfter vorkommende geistige Schwächen) können bei diesem Familienzweig gut beobachtet werden. Schließlich starben sie ja auch aus ( http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._(Spanien) ), weil sie einfach nicht mehr in der Lage waren, Nachkommen bzw. lebensfähige Nachkommen zu zeugen. Die Folge war der spanische Erbfolgekrieg.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2010
  6. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Vielleicht ist da was für Dich drin.
    Der Kini ist immer interessant.
     
  7. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Die Spanischen Habsburger sind wohl das beste Beispiel, auch recht gut dokumentiert.

    Ein anderer Prominenter Fall dürften ja die Ägyptischen Pharaonen sein, auch wenn es dort wohl wenig verwertbares material geben dürfte.. Hatte der längliche Schädel der Echnaton-Familie nicht auch nicht etwas damit zu tun? Oder war das nur eine Ästhetische Spielerei?

    Datei:Ägyptischer Maler um 1360 v. Chr. 002.jpg – Wikipedia

    http://de.wikipedia.org/w/index.php...eir_children.jpg&filetimestamp=20080623191712
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2010
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

  9. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    @Melchior: ich teile Deine Sichtweise nicht. Gerade weil im Adel Inzucht nicht ungewöhnlich war, ist es Bestandteil der Geschichte - und nicht nur der Biologie
     
    1 Person gefällt das.
  10. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Es ist doch ohnehin ein Bio-Thema zu welchem unser Gast nur gerne ein Bsp. der sozialen Inzucht im europäischen Hochadel sucht. Oder versteh ich die Frage grad falsch?
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Aber die Dorfdeppen früher, die waren doch eine Folge der Inzucht über Jahrhunderte?
    Gut, ein Hirndadderich wird biologisch kaum nachweisbar sein.

    Fällt mir ein, die ganzen Halbdeppen unter den Schäferhunden, die führt man doch auch darauf zurück?
    Oder bin ich da total in der Rüttelgasse vulgo Holzweg?
     
  12. florian17160

    florian17160 unvergessen

  13. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Lili & Beetle

    Vllt. überreagiere ich bei dem Thema, aber ich bin zutiefst mißtrauisch bei einer biologistischen Sicht auf die Geschichte.

    M.
     
  14. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Also ich wüsste jetzt nicht was grundsätzlich gegen interdisziplinäre Sichtweisen spricht. Auch im vorliegenden Fall nicht. Mag aber auch sein, dass ich das als Nicht-Historiker auch einfach zu locker sehe.
     
  15. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Das dürfte noch viel eher für die Makedonendynastie der Ptolemäer gelten, da gab es in fast jeder Generation Geschwisterehen. Ein Wunder das da Kleopatra VII. anscheinend von den Folgen davon verschont blieb.

    Im Christlich-Abendländischen Europa wurde die Inzucht aber auch eher erst in der Neuzeit (vor allem Habsburg-Spanien-Österreich) aktuell. Als Klischee findet es aber allerdings noch heute gerne für das Mittelalter Verwendung.
     
  16. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Ist mir heute in einem anderen Strick wieder eingefallen.
    Adolf Hitler war der Sohn seiner eigenen Kusine. Das muss aber kein seltener Fall in Hitlers Ahnenschaft gewesen sein.

    Angesichts dieses Beispiels würde ich das aber als Hinweis dafür sehen, dass es evt. ein noch viel größeres Problem ist.
     
  17. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Gerade in ländlichen Gegenden und v.a. wenn der Erbe eine Frau war wurde in dieser Zeit oft ein männlicher Verwandter geheiratet, damit "das Sach' in der Familie bleibt". Im zeitlichen Kontext betrachtet ist das also nichts Ungewönliches. Zudem war Klara Hitler eine Cousine 2. Grades von Alois Hitler (ihr Großvater war der Bruder seines Vaters), so eng ist das Verwandtschaftsverhältnis nun auch wieder nicht.

    Was ist ein noch viel größeres Problem?
     
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Diese Praxis ist mir schon bekannt. Für mich der Grund, dass man einst in jedem Nest einen oder zwei Dorfdeppen (vulgo Schwachsinnige) antraf. Was im Zuge von Flucht und Vertreibung und der entsprechenden Genvermischung aufgehört hat.

    Hmmm,
    jetzt war ich der Meinung, dass die Person seines Vaters alles andere als sicher ist. Er hieß doch bis knapp 40 Schicklgruber, und für seinen Vater gibt es doch zumindest 3 "Verdächtige". Die These von der jüdischen Herkunft wäre die 4.!
    Und braucht man bei einer Kusine 2. Grades (geschwistrige Kindskinder:yes:) tatsächlich einen kirchlichen Dispens?

    Na die Inzucht. Von was sonst ist denn hier die Rede?:friends:
     
  19. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Sofern Hitlers Großvater väterlicherseits nicht sein Großvater ist, dann dürfte sich das Thema Inzestkind ja erledigt haben :fs:

    Ja, der Dispens ist bis zum 4. Grad der Blutsverwandtschaft in einer Seitenlinie erforderlich. (Den Dispens gibt es auch nur bei Verwandtschaft in der Seitenlinie und erst ab dem 2. Grad, also direkte Verwandschaft oder erster Grad der Seitenlinie ist ausgeschlossen.)

    Und warum macht Hitler Inzucht zu einem größeren Problem? Ich glaub ich steh schon wieder auf der Leitung...
     
  20. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    @Lili, da guck mal hier nach.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder-Euthanasie
     

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