Facharbeit - Kreuzzüge

Dieses Thema im Forum "Rittertum und Kreuzzüge" wurde erstellt von LuWe21, 25. November 2016.

  1. LuWe21

    LuWe21 Neues Mitglied

    Hallo zusammen
    In der Schule schreibe ich meine Facharbeit in Geschichte. Grobes Oberthema sind die Kreuzzüge, das genaue Thema lautet "Die Kreuzzüge - Veränderung des Kreuzzuggedankens". Nun muss ich ein erstes Exposé abgeben, und bin mir unsicher was ich alles schreiben kann/soll. Das habe ich bisher geplant:
    1. Einleitung
    1.1 Vorwort
    1.2 ?
    2. Hauptteil
    2.1 Übersicht über die Kreuzzüge
    2.2 Biographie Papst Urban II.
    2.3 Entwicklung und Veränderung des Kreuzzuggedankens
    2.4 ?
    3. Schluss
    3.1 Ergebnis
    3.2 aktueller Bezug
    3.3 ?

    Nun sind meine Fragen an euch: Wie findet ihr den Aufbau? Was kann man noch hinzufügen? usw.

    Schonmal Danke im Vorraus

    PS: Die Facharbeit muss 12 Seiten lang werden und darf maximal 15 Seiten umfassen.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich denke mal nicht, dass Carl Erdmann gemeint ist, auch wenn dein Lehrer den Titel offenbar an Carl Erdmann (Entwicklung des Kreuzzugsgedankens) angelehnt hat.
    Ursprünglich ging es bei den Kreuzzügen um die Befreiung Jerusalems bzw. der christlichen Pilgerstätten im Heiligen Land aus muslimischer Herrschaft (unabhängig davon, ob eine solche Befreiiung faktisch notwendig war oder nicht). Spätere Kreuzzüge richteten sich ganz woanders hin. Darum scheint es dem Titel zufolge zu gehen und dementsprechend geht deine Gliederung in die falsche Richtung.

    Die Befreiung der Pilgerstätten sollten ein Thema sein, dann aber auch die Züge gegen die Katharer, gegen die Pruzzen etc. Hier liegt die Veränderung des Kreuzzugsgedankens.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wichtiges Thema auch Manzinkert 1076, angeblicher Grund für die Kreuzzüge, bzw. für den ersten Kreuzzug 1096 ff. (wie, erst 20 Jahre danach?!) und schließlich die Plünderung Konstantinnopels 1204 (4. Kreuzzug)!!!
     
  4. LuWe21

    LuWe21 Neues Mitglied

    Okay, aber was ist denn dann grundlegend falsch? Ich meine die ersten Kreuzzüge gingen von Papst Urban aus, d.h den muss ich beschreiben. Wie soll ich dann Überschriften verfassen?
     
  5. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Ganz spontan: ich fände natürlich eine Herleitung interessant, wie es zu den Kreuzzügen gekommen ist, also das gesellschaftlich-(politische und soziale) Szenario zu beschreiben, im Nahen Osten (Byzantinisches Reich, muslimische Reiche) und in Europa (Spanien, Osteuropa), auf die die Kreuzzüge eine Reaktion gewesen sind. Zum Beispiel: Resonanz hatte der Kreuzzugsgedanken in einem "europäischen" christianisierten Rittertum, denke ich. Ich bin da aber nicht so versiert wie andere, du bekommst sicher noch ausgefeiltere Antworten. Diese Herleitung würde ich (oder deinen Punkt Entwicklung und Veränderung des Kreuzzugsgedankens) vor die Übersicht der Kreuzzüge stellen - auf 12 Seiten wirst du kaum mehr als eine Chronologie hinbekommen. Erwähnenswert sind natürlich auch die so. Kreuzfahrerstaaten und Ritterorden (Templer, Deutschritter, Johanniter). Auf 15 Seiten musst du dich thematisch sehr einschränken, und kannst wahrscheinlich nur kleine Abschnitte darauf verwenden.
     
  6. letztergisone

    letztergisone Aktives Mitglied

    Aber ganz kleine Abschnitte, 15 Seiten ist nicht viel um das alles rein zubekommen.

    Die Entstehung der Kreuzzüge

    Inhaltsverzeichnis

    1. Vorwort

    2. Die Tradition vor den Kreuzzügen

    3. Wallfahrt vs. Kreuzzug

    4. Die Definition des mittelalterlichen Kreuzzugs

    5. Einklang des Vorhabens Kreuzzug mit der christlichen Friedensbotschaft der Kirche

    6. Geschichtliche Fakten zur Entstehung der ersten Kreuzzüge S. 10

    7. Definition Jerusalem

    8. Die Synode von Piacenza (1.-7.März 1095), der Hilferuf Kaisers Alexios I. und die Entstehung von Urbans II. Kreuzzugsplan
    8.1. Die Situation des Papsttums im Investiturstreit
    8.2. Schisma zwischen Rom und Konstantinopel
    8.3. Annäherung zwischen Ost- und West bis 1095
    8.4. Geschichtstheologie Urbans II.
    8.5. Rezeption der Reconquista in der Gesellschaft
    8.6. Position Urbans zu Beginn des Jahres 1095
    8.7. Synode von Piacenza (1.-7. März 1095)
    8.8. Byzantinische Gesandtschaft und Aufruf des Papstes
    8.9. Entstehung des Kreuzzugsgedankens

    9. Die Rede Urbans II. in Clermont

    10. Kreuzzugsmotive Papst Urbans II.
    10.1. Religiöse Ziele
    10.2. Wirtschaftliche Ziele
    10.3. Politische Ziele

    11. Motive für die Kreuzzugsteilnahme 11.1. Das Motiv Jerusalem
    11.2.Wirtschaftliche und gesellschaftliche sowie demographische und ökonomische Motive
    11.3. Das Motiv Standesethos
    11.3.1. Die begriffliche Entwicklung vonmiles
    11.3.2. Die militärische Komponente
    11.3.3.Die gesellschaftliche Komponente
    11.3.4. Die kirchliche Komponente
    11.3.5. Fazit
    11.4. Der religiöse Faktor
    11.4.1. Der Ablass
    11.4.2. Die Theorie der Buße
    11.4.3. Der Sündenablass Urbans II.
    11.4.4. Kreuzzugswerbung

    12. Kreuzzugsdichtung
    12.1. Das französische und das deutsche Rolandslied
    12.2. Das Chanson de Roland
    12.3. Das Rolandslied des Pfaffen Konrad

    13. Schlusswort

    Der hat dafür 35 Seiten verbraten, schau mal hier nach, ist echt ne gute Hilfe:

    GRIN | Search | kreuzzüge

    en hesse
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dein Fokus ist einfach falsch gesetzt. Wozu die Vita Urbans? Die Vita Urbans hat relativ wenig mit der Entwicklung des Kruezzuggedankens und noch viel wenige rmit seiner Veränderung zu tun. Zudem geht deine Gliederung in Richtung Nacherzählung. Das ist aber offenbar nicht gefragt.
     
  8. hatl

    hatl Premiummitglied

    Den Urban (abseits seiner Vita) find ich insofern interessant, als er überrascht ist von der großen Wirkung seines Aufrufs.
    Und nicht weniger, dafür aber um so unangenehmer, Alexios, der ihn um diesen bat.
    (Steven Runciman - Geschichte der Kreuzzüge )


    Wenn dem nun so war, dann begann ein Umbruch dieser Zeit mit einer unbeabsichtigten Entfesselung einer nicht verstandenen Dynamik.
    Das ist dann wohl das zeitlose Element bei der verrückten Story.:devil:
     
  9. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Na ja, es gab halt viele Adlige ohne eine ausreichende Erbschaft. Die sahen plötzlich eine bessere Chance als lebenslänglich Gastgebern auf der Tasche zu liegen oder sozial abzusteigen. Ähnlich wie in Spanien nach der Einnahme Granadas.

    Du musst ja nicht unbedingt das ganze Thema betrachten, es dürfte ja auch Treffen, verschiedene Ansichten zu vergleichen. Urban, Bernhard von Clairvaux, Franziskus von Assisi als Beispiele. Das würde 15 Seiten nicht sprengen.

    Zur Sicherheit mit dem Lehrer absprechen. Wenn er zu wenig Phantasie hat, mag er darauf bestehen, dass Du das ganze Thema abklapperst, wie El Quijote, Biturigos und letztergisone es skizziert haben.
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich meine, die Auffassung, dass es hauptsächlich die nicht erbberechtigten Söhne gewesen wären, welche in den Orient zogen, sei mittlerweile nicht mehr die opinio communis. Hat m.E. aber auch wenig mit der vorgegebenen Thematik Veränderung des Kreuzzugsgedankens zu tun.
     
  11. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Alleine schon die Gründung der Orden zur Krankenpflege, dann als Ritterorden zum Schutz der Pilger, hin zu mehr oder minder Staaten läßt ja einiges erkennen. Beispiel Johanniter/Malteser Orden und auch der Deutsche Ritterorden.
    Und dann das "Geschäftsmodell" Kreuzzug des Deutschen Ordens gegen die Wenden, lässt erst recht den Wandel des Gedankens erkennen.
     
  12. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    @ El Quijote: Ich meinte das als ein Beispiel. Es war sicher ein Problem, aber es gab auch sicher andere. Ritter sein wurde z.B. teurer. Für eine Überleitung hat es mir gereicht. Aber monokausal sehe ich das nicht.
     
  13. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Ich befürchte im Moment, wir haben mehr verwirrt als geholfen.
    Ich schließe mich EQ an, dass eine Konzentration auf die Themenstellung ""Die Kreuzzüge - Veränderung des Kreuzzuggedankens" erforderlich ist. Dies wird schwierig genug sein, auf 12-15 Seiten unterzubringen.
    Jetzt müsst Ihr mir helfen und mich korrigieren, da es wirklich nicht mein Fachgebiet ist, ich würde zuerst den ursprünglichen Kreuzzugsgedanken skizzieren, und dies hat meiner Ansicht nach mit den Reformpäpsten Urban und Gregor VII. zu tun, und der innerkirchlichen Situation - "Kämpfer für den wahren Glauben" zu sein, vorbildliches Leben zu führen, der Kampf um Suprematie (Vorrangstellung der geistlichen Gewalt gegenüber weltlichen Machthabern), gegen Simonie (Kauf kirchlicher Ämter, Sakramente, Reliquien) und Laieninvestitur, die Teilung der Kirche, personifiziert durch den Gegenpapst Clemens III., der erst 1096 aus Rom vertrieben wurde, dieser Zerstrittenheit innerhalb der Kirche und der christlichen weltlichen Welt setzte der Kreuzzugsgedanken ein einigendes äußeres Ziel und ethisches Ideal entgegen (das im Mönchskrieger der Ritterorden seinen Ausdruck fand)..
    Zur Landnahme in Kleinasien und Palästina (Edessa, Antiochia, Tripolis,Jerusalem usw.), ich bin mir nicht sicher, ob der militärische Erfolg zuerst gegen die Rumseldschuken erwartet wurde, und tatsächlich eine Landnahme von Anfang an (oder so weitgehend) beabsichtigt war. Das Verhalten des byzantinischen Herrschers, Alexios I., lässt darauf schließen, dass es nicht ausgeschlossen wurde, er nahm von den bei Konstantinopel lagernden Anführern des Kreuzfahrerheers den Lehenseid für alle eroberten Gebiete entgegen. Eine solche Planung würde voraussetzen, dass die Führungsschicht des Kriegszuges gut über die politischen Schwächen und Konflikte der muslimischen Reiche (Fatimiden in Ägypten, Seldschukenreiche, Danischmenden) gut informiert war.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. November 2016

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